Staffel 6 - Episodendiskussion

Moderatoren: Schnurpsischolz, nazira

Benutzeravatar
Lin@
Beiträge: 6321
Registriert: 08.09.2005, 11:00

Re: Eure Meinung zu #6.01 & #6.02 The Doorway

Beitrag von Lin@ » 21.04.2013, 10:59

Schnurpsischolz hat geschrieben:Ich meinte damit vor allem meine Spekulation im ersten Abschnitt, also ob die Tatsache, dass wir als aller erstes Bild der Staffel Jonesys Herzanfall (?) sehen und das auch noch aus der Ich-Perspektive ungewöhnlicherweise von Jonesy mehr zu bedeuten hat, also irgendwie foreshadowing für diese Staffel ist? Oder ist das wieder so eine Finte wie letztes Jahr all die Andeutungen, irgendeiner würde in den Fahrstuhlschacht fallen?
Ich persönlich hab da gar nicht so viel reininterpretiert. Für mich war das einfach nur ein klassisches Mittel, um Spannung zu erzeugen, weil man eben direkt denkt, es muss Don erwischt haben, wenn im Hintergrund Megans Stimme zu hören ist, und natürlich, um Dr. Rosen einzuführen. Dass die Anfangsszene nichts vorwegnimmt, sondern vielmehr tatsächlich vor dem Hawaii-Urlaub stattfand, war dann halt wiederum eine MM-typische Umkehrung der Erwartungen, die den Zuschauer wohl absichtlich ein wenig aus der Bahn werfen sollte - was zumindest in meinem Fall auch gelungen ist. ;)
Aber es ist natürlich auch immer so, dass sie einem recht viel Spielraum geben, eigene Gedanken und Gefühle auf gewisse Figuren zu projezieren und das resultiert dann auch darin, dass es unterschiedliche Einschätzungen gibt. Was dann aj auch wieder eine Stärke ist. :)
Definitiv. Ich glaub ja auch, dass die Leute, die MM langweilig finden, einfach bloß nicht weiterdenken und zwischen den Zeilen lesen, sondern eben für bare Münze nehmen, was explizit gezeigt/gesagt wird und den überall unterschwelligen Subtext gar nicht wahrnehmen (können oder wollen).
Geht mir auch so, definitiv. Was nicht heißt, dass er nicht auch seine Momenten hat. Die Sci-Fi-Geschichten-Sache in der letzten Staffel fand ich ja wirklich sehr gelungen.
Das war groooßartig.
Bild

Benutzeravatar
Schnurpsischolz
Moderator
Beiträge: 11511
Registriert: 27.09.2007, 14:35
Geschlecht: weiblich
Wohnort: Saalfeld
Kontaktdaten:

Re: Staffel 6 - Episodendiskussion

Beitrag von Schnurpsischolz » 16.05.2013, 21:10

Wir halten eine wöchentliche Diskussion einfach nicht durcht, anscheinend. ;) Deshalb doch wieder ein Thema:

Bis #6.07

Wie geht es euch so mit der Staffel bisher? Ist ja nun durchaus schon Halbzeit? Was haltet ihr vom Merger? Was von der Tatsache, dass man Don nun wahrlich nicht mehr cool finden kann? Welche Themen brennen euch sonst so unter den Nägeln?

Ich geh mal meine Gedanken einfach so frei von der Leber weg durch:

Die Sache mit dem Merger ging mir etwas zu schnell, hätte Peggy wohl doch noch gerne weg vom dunklen Schatten SCDP und vor allem Don gesehen, vor allem weil Don ja gerade immer tiefer sinkt. Das Ganze hat zwar sicher auch seine Vorteile, das Aufeinandertreffen der beiden Welten (gab da ja auch schon herrliche Humorhighlights mit Peggys Lakaien und dem Ginsberg/Stan Rizzio Gespann; Teds Arbeitsstil, Sterling und Cutler usw.), Peggy wieder vereint mit Joan usw.

Was mich bisher vorallem beeindruckt ist wie gut man Ted als positives Gegenbeispiel zu Don aufbaut, ohne das er jetzt als Langweiler rüberkommt. Toll fand ich auch, dass Peggy Don die Meinung gegeigt hat. Generell ist die Office-Dynamik in diesem Jahr wieder das abolute Highlight und glänzt mMn mit den besten Humormomenten und macht mir die meiste Lust auf mehr.

Dons Affäre und der Zustand seiner Ehe ist momentan nur schwer mit anzusehen, scheint mir so aber absolut beabsichtigt zu sein. Ich kann zwar momentan nur durch meine Finger zugucken, aber ich hoffe da doch auch auf einen dicken A-Ha-Effekt in der zweiten Staffelhälfte. Wer traut sich zu wetten, dass Don und Megan im Finale noch zusammen sind?

Ansonsten gefällt mir auch die Pete-Sl in der Staffel sehr gut, ebenso wie Joan. Ob ich eine Peggy-Ted-Affäre sehen will, weiß ich noch nicht. Bob Benson finde ich bisherauch noch ganz amüsant. Was mir aber noch etwas fehlt ist so eine richtige Ausnahmeepisode in dieser Staffel. Da wurden wir ja letztes Jahr in der ersten Hälfte richtig verwöhnt, im Jahr davor gab es auch schon "The Suitcase", in der aktuellen Staffel legt man da eher so eine Konstanz vor, ohne so richtig nach oben auszureißen.

Was sagt ihr?

Benutzeravatar
Lin@
Beiträge: 6321
Registriert: 08.09.2005, 11:00

Re: Staffel 6 - Episodendiskussion

Beitrag von Lin@ » 17.05.2013, 11:24

Schnurpsischolz hat geschrieben:Wir halten eine wöchentliche Diskussion einfach nicht durcht, anscheinend. ;)
Das klingt jetzt vielleicht bekloppt, aber ich hab nach dem Firewall&Iceberg-Podcast irgendwie immer das Gefühl, als wär schon alles ausdiskutiert... ;)
Was haltet ihr vom Merger?
War für mich auf jeden Fall ne Überaschung. Hatte zwar den Braten gerochen und mir schon gedacht, dass Don und Ted zusammenarbeiten würden, wär aber nie auf die Idee gekommen, dass die sich gleich so krass und definitiv zusammentun.
Was von der Tatsache, dass man Don nun wahrlich nicht mehr cool finden kann?
Das konnte ich ja schon in früheren Phasen nicht, von daher stört's mich nicht. Bin vielmehr gespannt, wie das alles noch enden soll. Böse auf jeden Fall.
Die Sache mit dem Merger ging mir etwas zu schnell, hätte Peggy wohl doch noch gerne weg vom dunklen Schatten SCDP und vor allem Don gesehen
Geht mir ähnlich, wobei ich ja finde, dass das mal wieder ein typischer MM-Twist war. Hat mich auch ein wenig an #3.06 erinnert, als Guy eingeführt wurde und ich schon total gespannt war, wie sich all die geplanten Umwälzungen auf Don, Roger & Co. auswirken würden, bevor dann durch Lois und den Rasenmäher doch wieder alles beim Status Quo blieb. Hier war man gespannt, wie sich Peggy allein schlagen würde und wie die Trennung erzähltechnisch funktionieren würde, nur um sie jetzt doch wieder gefühlt viel zu schnell wieder in die alte Umgebung zurückzubringen.
Das Ganze hat zwar sicher auch seine Vorteile, das Aufeinandertreffen der beiden Welten (gab da ja auch schon herrliche Humorhighlights mit Peggys Lakaien und dem Ginsberg/Stan Rizzio Gespann; Teds Arbeitsstil, Sterling und Cutler usw.)
Nicht zu vergessen die Verwirrung um Dawn/Don! Ich hab mich bei Teds "Black or white?"-Frage echt gekringelt vor Lachen. :D
Peggy wieder vereint mit Joan usw.
Oh ja, so schön! :) Kann die gemeinsamen Läster-Sessions kaum erwarten. :D
Was mich bisher vorallem beeindruckt ist wie gut man Ted als positives Gegenbeispiel zu Don aufbaut, ohne das er jetzt als Langweiler rüberkommt.
Dito. Fand seine Entwicklung von S5 zu S6 auch großartig inszeniert, weil sie halt auch deutlich gemacht hat, wie sehr sich gerade in der Werbebranche das Auftreten nach Außen und gegenüber der Konkurrenz von der eigentlichen Unternehmenskultur unterscheiden kann.
Toll fand ich auch, dass Peggy Don die Meinung gegeigt hat.
Peggy ist einfach die Größte. 8-)
Generell ist die Office-Dynamik in diesem Jahr wieder das abolute Highlight und glänzt mMn mit den besten Humormomenten und macht mir die meiste Lust auf mehr.
Geht mir haargenauso.
Dons Affäre und der Zustand seiner Ehe ist momentan nur schwer mit anzusehen, scheint mir so aber absolut beabsichtigt zu sein. Ich kann zwar momentan nur durch meine Finger zugucken, aber ich hoffe da doch auch auf einen dicken A-Ha-Effekt in der zweiten Staffelhälfte. Wer traut sich zu wetten, dass Don und Megan im Finale noch zusammen sind?
Jetzt, wo Sylvia ihm (im wahrsten Sinne des Wortes) den Rücken zugekehrt hat, bin ich mir gar nicht mal so sicher, ob sie sich wirklich trennen werden. Da müsste, denk ich, Megan entweder nachträglich von der Affäre erfahren oder Don endlich mal erwachsen werden und das ganze aus Respekt vor ihr beenden, weil er einsieht, dass er seinen Mitmenschen einfach nicht gut tut. Letzteres wäre mir deutlich lieber, wage ich in diesem Stadium aber nicht zu hoffen.
Ansonsten gefällt mir auch die Pete-Sl in der Staffel sehr gut
Dito. Ich mag ihn ja so richtig schön genervt und aufbrausend am liebsten. :D
ebenso wie Joan.
Ich find's vor allem schön, dass die ganze Prostitutionsgeschichte nicht nur als Mittel zum Zweck diente und unter den Teppich gekehrt wurde, sondern vielmehr auch immer wieder aufgezeigt wurde, welche Konsequenzen das für sie persönlich, aber auch ihre von außen wahrgenommene Rolle im Unternehmen hatte. Wie sie Don letzte Woche die Meinung gegeigt hat, war noch viel großartiger anzusehen als Peggy heute. Und das will natürlich was heißen!
Ob ich eine Peggy-Ted-Affäre sehen will, weiß ich noch nicht.
Ich weiß es auch nicht, aber verübeln könnt ich's den beiden nicht. :D Peggy ist einfach ne klasse Frau und Kevin Rahm mochte ich ja auch schon immer seeehr.
Bob Benson finde ich bisherauch noch ganz amüsant.
Ich find ihn großartig. Und dafür, dass er so ein herumschleimender Wiesel ist, scheint er sein Herz (im Gegensatz zu so manch anderem bei SCDP) ja erstaunlicherweise auch am rechten Flack zu haben. Hat mit der Joanie-Aktion auf jeden Fall so einige Sympathie-Punkte gesammelt. Bin gespannt, ob sich da nun womöglich (ganz im Sinne von Joanies Mom) was anbahnen könnte...
Was mir aber noch etwas fehlt ist so eine richtige Ausnahmeepisode in dieser Staffel. Da wurden wir ja letztes Jahr in der ersten Hälfte richtig verwöhnt, im Jahr davor gab es auch schon "The Suitcase", in der aktuellen Staffel legt man da eher so eine Konstanz vor, ohne so richtig nach oben auszureißen.
Ich hab mir abgewöhnt, MM-Staffeln frühzeitig zu beurteilen, weil's am Ende dann doch immer irgendwie anders kommt als erwartet. Von daher denke ich, dass da sicherlich noch was kommen wird. Und selbst wenn nicht, habe ich kein Problem mit Konstanz. ;)
Bild

Benutzeravatar
Schnurpsischolz
Moderator
Beiträge: 11511
Registriert: 27.09.2007, 14:35
Geschlecht: weiblich
Wohnort: Saalfeld
Kontaktdaten:

Re: Staffel 6 - Episodendiskussion

Beitrag von Schnurpsischolz » 28.05.2013, 09:35

Ich weiß, ich bin eine Woche zu spät dran, aber da ich #6.08 The Crash gestern erst gesehen habe und die Folge einfach toll fand, nur mal so ein paar nette Links :D :



Bild

Mad Men meets Daft Punk

Benutzeravatar
Lin@
Beiträge: 6321
Registriert: 08.09.2005, 11:00

Re: Staffel 6 - Episodendiskussion

Beitrag von Lin@ » 28.05.2013, 20:36

Schnurpsischolz hat geschrieben:Mad Men meets Daft Punk
^_^
Großartig, das kannte ich noch gar nicht.

Ich mochte "The Crash" ja auch wahnsinnig gerne und konnte den ganzen negativen Backlash nicht so recht nachvollziehen. Fand's einfach ne unheimlich spannende, weil eben auch so herrliche surreal-schräge und unterhaltsame Folge und hatte auch mit der afro-amerikanischen Diebin überhaupt kein Problem, weil die ganze Geschichte meines Erachtens mit ner weißen Darstellerin auf der Ebene einfach nicht funktioniert hätte und angesichts der Umstände auch einfach weitaus weniger realistisch gewirkt hätte. Mich hat aber generell auch noch nie wirklich gestört, dass die afroamerikanische Seite der Medaille bei "Mad Men" immer etwas kurz kommt, weil's nunmal auch der Realität entspricht, dass das Advertising-Umfeld derart von Weißen dominiert wird. Und die wenigen schwarzen Figuren, die in MM eine "größere" Rolle gespielt haben (Carla, Dawn, Pauls Freundin damals), waren bislang halt auch immer sehr starke, intelligente und kompetente Frauen, von daher sehe ich da kein Problem.

Zu #6.09:
Auch wieder ne tolle Folge, wobei ich zugeben muss, dass mich Megans Storyline allmählich anfängt, ein klitzekleines bisschen zu langweilen, auch wenn ich Arlenes wiederholte Annäherungsversuche hier extrem amüsant fand. :D Humoristisch ging aber natürlich nichts über Bobbys Meta-Joke und Bob Benson in Shorts. ^_^ Sehr, sehr großartig. Schön übrigens, dass letzterer sich offenbar tatsächlich in Joans Herz geschlichen hat, ich hatte da ja (wie der gute Fienberg ja auch) nach ihrer verdächtig wirkenden Abwesenheit in "The Crash" schon so eine Ahnung. ;)

Noch schöner, Betty mal so befreit ud selbstbewusst zu sehen, mag sie diese Staffel ja echt wahnsinnig gerne. Dass sie irgendwann nochmal mit Don im Bett landen würde, hatte ich mir ja schon vor zwei Staffeln irgendwie gedacht, bin mir aber nicht so 100%ig im Klaren über ihre Motivation hier. Macht sie's einfach, weil sie's kann? Weil sie's genießt, wieder begehrenswert zu sein? Weil sie's Megan heimzahlen will? Weil sie auch mal auf der "männlichen" Seite stehen will?

Peggys Trennung von Abe und die krasse (aber im Grunde auch professionelle) Abfuhr von Ted am Ende war natürlich bitter, aber wir wussten ja eigentlich alle, dass sie mit ihm nie wirklich glücklich werden würde, oder? (Schon gar nicht bei DER Frisur und DEM Schnurrbart! :D ) Ted wird mir im Übrigen immer sympathischer, was ich eigentlich schon vor zwei, drei Folgen echt kaum mehr für möglich gehalten habe. Echt toller Kerl. Bin gespannt, ob er so "stark" bleibt oder am Ende womöglich doch in Peggys Armen landet. Oder ob Peggy sich jetzt vielleicht in die Arme eines ganz anderen wirft. Stan stünde ja sicherlich bereit. ;) Und wer weiß, was Weiner womöglich mit Headhunter Duck im Schilde führt.

Was war noch? Der arme Roger tat mir heute wirklich mal ausnahmslos leid. Und Pete hat mich echt überrascht mit seiner Offenheit gegenüber Joan und seinen potentiellen Plänen, die Firma zu verlassen. Bin sehr gespannt, was die letzten Folgen noch so für ihn (und uns) bereit halten.
Bild

Benutzeravatar
LOgigiC
Teammitglied
Beiträge: 1153
Registriert: 13.09.2006, 11:34

Re: Staffel 6 - Episodendiskussion

Beitrag von LOgigiC » 01.06.2013, 09:45

Lin@ hat geschrieben:Ich mochte "The Crash" ja auch wahnsinnig gerne und konnte den ganzen negativen Backlash nicht so recht nachvollziehen. Fand's einfach ne unheimlich spannende, weil eben auch so herrliche surreal-schräge und unterhaltsame Folge [...]
Dito #1. Ich fand diesen leicht lynchesken Touch auch unheimlich gelungen, ähnlich wie damals bei der Folge mit Rogers LSD-Trip.

Lin@ hat geschrieben:[...] und hatte auch mit der afro-amerikanischen Diebin überhaupt kein Problem, weil die ganze Geschichte meines Erachtens mit ner weißen Darstellerin auf der Ebene einfach nicht funktioniert hätte und angesichts der Umstände auch einfach weitaus weniger realistisch gewirkt hätte.
Dito #2. Ich hatte bei der Storyline auch nicht den Eindruck, dass ihr Hauptzweck darin bestand, irgendwelche Klischees oder Vorurteile in Bezug auf Afroamerikaner zu bedienen. Anders wäre halt die kindliche Leichtgläubigkeit (Stichwort "Are we negroes?") und deren Konsequenzen nicht bzw. nicht annähernd so deutlich zum Ausdruck gekommen.

Lin@ hat geschrieben:Mich hat aber generell auch noch nie wirklich gestört, dass die afroamerikanische Seite der Medaille bei "Mad Men" immer etwas kurz kommt, weil's nunmal auch der Realität entspricht, dass das Advertising-Umfeld derart von Weißen dominiert wird.
Dito #3. Ich hab ja bei den diesbezüglichen Kritiken immer ein wenig das Gefühl, dass da entweder die heutige Situation oder aber irgendwelche Idealvorstellungen als Maßstab herangezogen werden, und nicht die (traurige) Realität der damaligen Zeit. Ich seh da auf Seiten von Weiner und Co. - bei aller Fiktionalität der Handlung - keinerlei Verpflichtung, hier im Sinne einer politischen Korrektheit etwas zu beschönigen. In der Hinsicht kann man "Mad Men" mMn einfach nicht mit Serien wie z.B. "Girls" vergleichen, wo die dementsprechende Kritik sehr wohl gerechtfertig ist.

Lin@ hat geschrieben:[...] wobei ich zugeben muss, dass mich Megans Storyline allmählich anfängt, ein klitzekleines bisschen zu langweilen, [...]
Die Seifenoper-Storyline? Oder alles, sprich auch die Beziehungsprobleme mit Don? Ersteres fand ich inhaltlich auch nicht überragend, aber von der Machart bzw. den Zwischentönen her (erst mimt Megan die fiese Intrigantin, und jetzt die soap-typische Zwillingssache) so herrlich meta, dass ich letztlich nichts dagegen einzuwenden habe. Und ja, Arlenes Annäherungsversuche waren höchst amüsant. Ich bin nun jedenfalls gespannt, ob das Balkongespräch tatsächlich einen Wendepunkt in der Draper-Ehe darstellt. Im bisherigen Verlauf der Staffel schien das Beziehungsende ja eher unausweichlich.

Lin@ hat geschrieben:Humoristisch ging aber natürlich nichts über Bobbys Meta-Joke [...]
:up: Das war mein zweitlautester Lacher in dieser Folge, vor allem auch in Verbindung mit der "Seven sons had faaaaather Abraham"-Einlage. Noch genialer fand ich allerdings die Mimik von Peggy, als sie Ted die "Abe got stabbed"-Botschaft überbringt. Ihre demonstrativ nach unten gezogenen Mundwinkel waren zum Schießen, da musste ich mindestens fünf Mal zurückspulen.

Lin@ hat geschrieben:Schön übrigens, dass letzterer sich offenbar tatsächlich in Joans Herz geschlichen hat, ich hatte da ja (wie der gute Fienberg ja auch) nach ihrer verdächtig wirkenden Abwesenheit in "The Crash" schon so eine Ahnung.
Mal schauen, ob die Joan-Anbandelung der alleinige Zweck von Bobs leicht dubioser Einführung war oder ob da nicht auch noch in beruflicher Hinsicht irgendein Kracher kommt? Mein Gefühl sagt mir, dass da noch etwas im Busch ist.

Lin@ hat geschrieben:Noch schöner, Betty mal so befreit ud selbstbewusst zu sehen, mag sie diese Staffel ja echt wahnsinnig gerne.
Oh ja! Das waren mMn die besten Betty-Momente der letzten beiden Staffeln. Ich fand's jedenfalls total faszinierend, wie extrem anders sie dank ihres neuen Selbstbewusstseins wirkte. Was ihre Motivation für den Seitensprung betrifft, so scheint mir diese Vermutung
Weil sie's genießt, wieder begehrenswert zu sein?
am naheliegendsten. Es kam ja schon bei der Flirtszene am Anfang recht deutlich zum Ausdruck, dass ihrem Auftreten die Kombination aus Gewichtsverlust und sozialem Aufstieg (dank Henrys politischen Ambitionen) sichtlich guttut. Wobei es sie speziell in Bezug auf Don sicherlich auch noch gereizt hat, endlich einmal nicht die Betrogene zu sein. Dass sie es hingegen Megan heimzahlen wollte, hätte ich nicht unbedingt als ausschlaggebenden Faktor gesehen, aber wer weiß...

Lin@ hat geschrieben:Peggys Trennung von Abe und die krasse (aber im Grunde auch professionelle) Abfuhr von Ted am Ende war natürlich bitter, aber wir wussten ja eigentlich alle, dass sie mit ihm nie wirklich glücklich werden würde, oder?
Vermutet hatte ich es spätestens seit ihren Ted-Tagträumen. ;) Ich muss allerdings sagen, dass ich Peggy und Abe als Paar eigentlich ganz gern mochte, nicht zuletzt wegen der sehr unterschiedlichen Weltanschauungen. Ich sehe Peggy nämlich langfristig schon an der Seite von jemandem, der sie in irgendeiner Art und Weise herausfordert. Dementsprechend passte Abe auch sehr viel besser zu ihr als beispielsweise Mark, wie ich finde.

Lin@ hat geschrieben:Ted wird mir im Übrigen immer sympathischer, was ich eigentlich schon vor zwei, drei Folgen echt kaum mehr für möglich gehalten habe.
Als Ted-Skeptiker der ersten Stunde kann ich es selbst kaum glauben, dass ich derselben Meinung bin. :D Er ist auf jeden Fall eine Bereicherung in dieser Staffel, und das nicht nur im Zusammenspiel mit Peggy, sondern auch als Gegenpol zu Don. Apropos: Dons berufliche Eifersüchteleien wegen des guten Peggy/Ted-Verhältnisses fand ich auch noch sehr amüsant, insbesondere den trotzköpfigen Bürobesuch mit dem "subtilen" Seitenhieb. ^_^

Benutzeravatar
Lin@
Beiträge: 6321
Registriert: 08.09.2005, 11:00

Re: Staffel 6 - Episodendiskussion

Beitrag von Lin@ » 01.06.2013, 22:29

LOgigiC hat geschrieben:Anders wäre halt die kindliche Leichtgläubigkeit (Stichwort "Are we negroes?") und deren Konsequenzen nicht bzw. nicht annähernd so deutlich zum Ausdruck gekommen.
Vor allem bekam die Szene dadurch halt auch noch so eine herrlich surreale Note, die so wunderbar zum Rest der Episode passte, weil man als Zuschauer eben auch sofort weiß, dass das keine Verwandte von Don sein kann und sich entsprechend fragt, ob das jetzt wirklich passiert oder ob Sally womöglich wieder mit dem Trinken angefangen hat und deswegen ebenfalls halluziniert. ;) Und allein die Tatsache, dass man (zumindest nicht sofort) so richtig glauben will, was da eigentlich passiert, zeugt für mich davon, dass hier eben nicht zwangsläufig Klischeedenken provoziert wird.
Ich hab ja bei den diesbezüglichen Kritiken immer ein wenig das Gefühl, dass da entweder die heutige Situation oder aber irgendwelche Idealvorstellungen als Maßstab herangezogen werden, und nicht die (traurige) Realität der damaligen Zeit. Ich seh da auf Seiten von Weiner und Co. - bei aller Fiktionalität der Handlung - keinerlei Verpflichtung, hier im Sinne einer politischen Korrektheit etwas zu beschönigen. In der Hinsicht kann man "Mad Men" mMn einfach nicht mit Serien wie z.B. "Girls" vergleichen, wo die dementsprechende Kritik sehr wohl gerechtfertig ist.
Wobei ich denke, dass da bei vielen auch einfach bloß der Wunsch dahintersteckt, diese so wichtige und kulturell wie politisch spannende Ära im Leben der Afroamerikaner auch mal tiefgehender zu thematisieren. Wenn's schon so ne intelligente und gut geschriebene Serie gibt, die sich mit den 60ern beschäftigt, wär's natürlich schön, wenn man da näher drauf eingehen könnte, aber im Kontext von "Mad Men" spielt das nunmal nur im Hintergrund eine Rolle.
Die Seifenoper-Storyline? Oder alles, sprich auch die Beziehungsprobleme mit Don?
Ersteres. Wobei's da auch weniger die Storyline an sich ist, die mich mittlerweile etwas nervt, als der Umfang/Stellenwert, der ihr eingeräumt wird. Wobei's auch da immer wieder Momente gibt, die einfach nur Comedy Gold sind. Wenn ich da nur an Dons entgeistertes Gesicht zurückdenke, als er beim Dinner mit Arlene und ihrem Mann realisiert, was sie ihnen da gerade vorschlagen... ^_^
Ich bin nun jedenfalls gespannt, ob das Balkongespräch tatsächlich einen Wendepunkt in der Draper-Ehe darstellt. Im bisherigen Verlauf der Staffel schien das Beziehungsende ja eher unausweichlich.
Naja, aber bei MM kommt's ja eigentlich fast immer anders als man denkt, von daher... ;)
Was ihre Motivation für den Seitensprung betrifft, so scheint mir diese Vermutung
Weil sie's genießt, wieder begehrenswert zu sein?
am naheliegendsten. Es kam ja schon bei der Flirtszene am Anfang recht deutlich zum Ausdruck, dass ihrem Auftreten die Kombination aus Gewichtsverlust und sozialem Aufstieg (dank Henrys politischen Ambitionen) sichtlich guttut.
Daran merkt man auch so ein bisschen, wie sehr ihr sonstiges Verhalten immer von ihren Minderwertigkeitskomplexen beeinflusst sein muss...
Ich muss allerdings sagen, dass ich Peggy und Abe als Paar eigentlich ganz gern mochte, nicht zuletzt wegen der sehr unterschiedlichen Weltanschauungen. Ich sehe Peggy nämlich langfristig schon an der Seite von jemandem, der sie in irgendeiner Art und Weise herausfordert. Dementsprechend passte Abe auch sehr viel besser zu ihr als beispielsweise Mark, wie ich finde.
Wer war nochmal Mark? :schaem: Der Typ aus "The Suitcase"? Abe war ihr intellektuell auf jeden Fall ebenbürtiger, aber so richtig herausgefordert hat er sie ja eigentlich auch nicht. Sonst wäre ihm wahrscheinlich auch schon sehr viel früher und nicht erst im Schmerz-Delirium aufgegangen, dass sie überhaupt nicht zueinanderpassen.
Dons berufliche Eifersüchteleien wegen des guten Peggy/Ted-Verhältnisses fand ich auch noch sehr amüsant, insbesondere den trotzköpfigen Bürobesuch mit dem "subtilen" Seitenhieb. ^_^
Oh ja. Großartig! :D
Bild

Benutzeravatar
manila
Moderator
Beiträge: 22103
Registriert: 03.04.2004, 21:36
Geschlecht: weiblich
Kontaktdaten:

Re: Staffel 6 - Episodendiskussion

Beitrag von manila » 02.06.2013, 00:01

Schnurpsischolz hat geschrieben:Mad Men meets Daft Punk
Haha, nice! :D
Lin@ hat geschrieben:...und Bob Benson in Shorts. ^_^ Sehr, sehr großartig. Schön übrigens, dass letzterer sich offenbar tatsächlich in Joans Herz geschlichen hat, ich hatte da ja (wie der gute Fienberg ja auch) nach ihrer verdächtig wirkenden Abwesenheit in "The Crash" schon so eine Ahnung. ;)
Bob finde ich irgendwie sehr ungreifbar, für mich steckt er zwischen total sympathisch und dubios fest, ich kann einfach noch kein Urteil fällen. Insofern stimme ich Willi zu, dass ich auch irgendwie noch suspekt bin, auch wenn ich es toll finden würde, wenn Joan mal an einen guten Typen gerät. Hattest du das jetzt so interpretiert, dass er und Joan schon zusammen sind? Für mich sah das erstmal noch nach Dating aus, oder?
Peggys Trennung von Abe
Also als Peggy ihm da das provisorische Bayonet in den Magen rammt, war das für mich wieder so ein herrlich schräger, total genialer WTF-Mad-Men-Moment à la Rasenmäher-Szene. So absolut verrückt!
Und Pete hat mich echt überrascht mit seiner Offenheit gegenüber Joan und seinen potentiellen Plänen, die Firma zu verlassen.
Ich fand es schön, dass man ihn endlich auch mal von seiner verletzlicheren Seite gezeigt hat und wie die ganzen Probleme mit Trudy, seiner Mutter und bei der Firma einfach doch an ihm zehren. Pete mag zwar die meiste Zeit über ein A**** sein, aber er ist doch auch einfach nur ein armes Schwein manchmal, auch wenn er sich in viele Dinge natürlich selbst reinreitet.
LOgigiC hat geschrieben:Oh ja! Das waren mMn die besten Betty-Momente der letzten beiden Staffeln. Ich fand's jedenfalls total faszinierend, wie extrem anders sie dank ihres neuen Selbstbewusstseins wirkte. Was ihre Motivation für den Seitensprung betrifft, so scheint mir diese Vermutung
Weil sie's genießt, wieder begehrenswert zu sein?
am naheliegendsten. Es kam ja schon bei der Flirtszene am Anfang recht deutlich zum Ausdruck, dass ihrem Auftreten die Kombination aus Gewichtsverlust und sozialem Aufstieg (dank Henrys politischen Ambitionen) sichtlich guttut. Wobei es sie speziell in Bezug auf Don sicherlich auch noch gereizt hat, endlich einmal nicht die Betrogene zu sein. Dass sie es hingegen Megan heimzahlen wollte, hätte ich nicht unbedingt als ausschlaggebenden Faktor gesehen, aber wer weiß...
Das sehe ich genauso. Für mich war diese Szene - wenn es auch irgendwie klar war, dass es irgendwann mal soweit kommen wird - unglaublich fesselnd und für Betty sehr, sehr stark. Ich denke auch, dass ihr wiedererlangte Selbstbewusstsein dafür verantwortlich ist, dass sie diesen Seitensprung mit Don durchgezogen hat - und natürlich die Suche nach Bestätigung. Gleichzeitig zeigt für mich aber ihre Nonchalance am nächsten Morgen, wie sie mit Henry auch wirklich glücklich umgeht, dass sie nun vielleicht auch einfach über den Dingen stehen kann. Sie hat diese erste Ehe hinter sich gelassen, sie ist glücklich mit ihrer jetzigen und so kann sie mit Don ins Bett gehen und am nächsten Morgen trotzdem mit Henry an einem Tisch sitzen.
Lin@ hat geschrieben:Wobei ich denke, dass da bei vielen auch einfach bloß der Wunsch dahintersteckt, diese so wichtige und kulturell wie politisch spannende Ära im Leben der Afroamerikaner auch mal tiefgehender zu thematisieren. Wenn's schon so ne intelligente und gut geschriebene Serie gibt, die sich mit den 60ern beschäftigt, wär's natürlich schön, wenn man da näher drauf eingehen könnte, aber im Kontext von "Mad Men" spielt das nunmal nur im Hintergrund eine Rolle.
Bei der Komplexität des Themas müsste da aber eigentlich eine eigene Serie dafür her... insofern finde ich auch, dass man der Serie in dieser Hinsicht keine so argen Vorwürfe machen kann. Dafür ist sie einfach zu sehr im Milieu der weißen erfolgreichen Elite angesiedelt.
IWer war nochmal Mark? :schaem:
Ja, das war dieser unsagbar platte Typ, den sie in "The Suitcase" versetzt.
"There's a crack in everything. That's how the light gets in."

Benutzeravatar
Lin@
Beiträge: 6321
Registriert: 08.09.2005, 11:00

Re: Staffel 6 - Episodendiskussion

Beitrag von Lin@ » 02.06.2013, 11:54

manila hat geschrieben:Hattest du das jetzt so interpretiert, dass er und Joan schon zusammen sind? Für mich sah das erstmal noch nach Dating aus, oder?
Keine Ahnung, für mich ist da der Übergang zu fließend, als dass ich das näher definieren könnte. Sie wirkten auf jeden Fall schon sehr vertraut miteinander, von daher denke ich nicht, dass es erst das erste oder zweite Date war.

Was ich nicht mehr ganz auf dem Schirm habe: Weiß Joans Mutter eigentlich, dass sie sich von Greg getrennt hat und sie nur noch auf dem Papier verheiratet sind? Schon, oder? Sonst hätte sie ihr ja nicht ans Herz gelegt, mit Bob auszugehen, oder?
Also als Peggy ihm da das provisorische Bayonet in den Magen rammt, war das für mich wieder so ein herrlich schräger, total genialer WTF-Mad-Men-Moment à la Rasenmäher-Szene. So absolut verrückt!
Und man (ich) musste natürlich wieder mal lauthals lachen, obwohl's eigentlich echt nicht angebracht war. :D
Bild

Zarina
Beiträge: 92
Registriert: 16.02.2017, 07:27
Geschlecht: weiblich

Staffel 6 Folge 1 Auf dem Absprung (Teil 1)

Beitrag von Zarina » 14.06.2017, 19:41

Puh, jetzt wird es schwieriger mit dem Schreiben. Schade, dass das Interesse schon bei Erstausstrahlung nicht mehr für einen Thread für jede Folge gereicht hat. :( Ich werde nun also pro Episode einen Beitrag in diesem Thread schreiben.

Nun zur ersten Folge:
Vielleicht funktioniert die Doppelfolge nur gemeinsam mit der zweiten Hälfte? Ich habe die Folge einzeln geguckt und war nicht so beeindruckt. Am meisten haben mich die neuen Frisuren beschäftigt. :) Und dieser violette Alptraum von einem Kleid an Joan. :O
Schön hintergründig aber die letzte Szene: Das vertauschte Army-Feuerzeug erinnerte wieder mal subtil an Dons Identitätswechsel. Und dann auch noch der Fotograf, der ihm sagt, dass er einfach er selbst sein soll...

Furchtbar die Betty-Szenen. Ich habe nicht so ganz verstanden, ob diese Sandy nun dauerhaft bei den Francis`wohnt oder nur gelegentlich mal bei Sally übernachtet. Insgesamt ist mir nicht klar, was die Rolle eigentlich soll. Und der Vergewaltigungsspruch sollte wohl mal wieder eine typische Betty-Geschmacklosigkeit darstellen. Würg.

Die Einführung von Bob Benson hat mir dagegen sehr gut gefallen.

Zarina
Beiträge: 92
Registriert: 16.02.2017, 07:27
Geschlecht: weiblich

Staffel 6 Folge 2 Auf dem Absprung (Teil 2)

Beitrag von Zarina » 15.06.2017, 19:28

In der zweiten Hälfte wird die Doppelhälfte wie gehofft etwas runder. Im ersten Teil sind mir die Verweise auf das Thema Tod nicht so stark aufgefallen, aber hier wird es nun endgültig äußerst morbide. :wtf:

- Roger trauert um seiner Mutter. Bzw. erklärt ständig, "gar nichts" zu fühlen, obwohl er zumindest seinem Therapeuten gegenüber zugibt, dass die bedingungslose Liebe seiner Mutter so etwas wie sein letzter Anker im Leben war. Sehr starke Szene, als er am Ende doch wie ein Schlosshund weint, nachdem er erfahren hat, dass auch sein Schuhputzer gestorben ist. Für mich ist ganz klar, dass Roger seine Mutter sehr viel bedeutet hat und dass diese Tränen ihr gelten. Denn bei einem Mann wie Roger Sterling, der sich im Grunde immer den kleinen Jungen im Herzen bewahrt hat, ergibt es doch Sinn, dass er eine enge Bindung an seine Mutter bzw. seine Kindheit hat.

- Jane taucht doch noch einmal auf! Schön! :up:

- Mona, wie immer großartig! :up: :up:

- Don geht es mal wieder nicht so besonders und er übergibt sich auf der Beerdigung. :ohwell: Es ist nicht klar, warum genau er die halbe Folge dermaßen in den Seilen hängt; ich dachte erst, er ist einfach nur sturzbetrunken. Erst bei der Präsentation wird klar, dass Hawaii wohl doch eine gewisse Morbidität bei ihm hinterlassen hat. Zwar streitet er ab, dass das vorgeschlagene Werbemotiv die Assoziation nahelegt, dass der Urlauber ins Wasser gegangen ist. Andererseits war doch zumindest unterbewusst auch bei ihm diese gedankliche Verbindung da, wo er doch selbst in der Szene mit dem Concierge davon spricht, dass sich den Tod als Meer bzw. Strand vorstellt.

- Sandy hatte Betty erzählt, dass sie auf der Musikhochschule nicht aufgenommen wird, deswegen weiß Betty gleich, dass Sandy Sally angelogen hat, und abgehauen ist. Betty geht auf die Suche. Ich finde, sie schlägt sich beeindruckend wacker im Abrisshaus und kann sich gut gegenüber den Typen dort behaupten. Hilft sogar beim Gulaschkochen. :)
Der Spruch über die gefärbten Haare beschäftigt Betty wohl nachhaltiger und am Schluss überrascht sie ihre Familie mit neuer Haarfarbe. Mir hat`s gefallen, den Kindern wohl weniger (Aber Kinder sind ja eh kleine Rentner, die Veränderungen aus Prinzip ablehnen).

- Bob Benson treibt es mit seinen Versuchen, sich bei den Chefs einzukratzen, etwas zu weit und schickt ein ganzes Buffet zur Beerdigung von Rogers Mutter. :o Die Ansage von Ken war nicht nett, aber schon wahr.

- Sally pubertiert krass vor sich hin. Schon beim Anschauen anstrengend!

- Peggy hat das Führungsverhalten ihres großen Vorbilds Don mittlerweile anscheinend verinnerlicht. Es hat mich doch sehr stark an sein Gebahren in "Ein Koffer voll Wahrheit" erinnert, als Peggy erst ihren Mitarbeitern ankündigt, dass sie in der Silvesternacht arbeiten müssen und dann gegenüber Ted der Meinung ist, diese könnten doch jederzeit gehen.

Zarina
Beiträge: 92
Registriert: 16.02.2017, 07:27
Geschlecht: weiblich

Staffel 6 Folge 3 Unehre und Krieg

Beitrag von Zarina » 17.06.2017, 15:58

Die Folge ist ganz schön vollgestopft. Um es nicht ausarten zu lassen, werde ich daher diesmal sicher nicht zu allen Handlungssträngen etwas schreiben.

Zunächst zu Pete und Trudy: Ich habe die Folge ja schon einmal gesehen und – auch wenn es zunächst widersprüchlich klingt – für mich ist diese Folge, in der Trudy Pete rausschmeißt der Grund dafür, dass ich mir für die siebte Staffel wünsche, dass Trudy und Pete wieder zusammenkommen und warum ich Trudy als Charakter so toll finde.

Denn sie ist keinesfalls das naive Opfer, wie man es ohne Kenntnis dieser Folge in den vergangenen Staffeln manchmal denken konnte. Trudy ist nicht doof, sie weiß genau, welches Windei sie sich mit Pete angelacht hat und dass ein Mann, zu dessen Beruf es gehört, regelmäßig Kunden ins Bordell auszuführen, kein Kind von Traurigkeit ist und nichts anbrennen lassen wird. Sie hat sich mit Petes Untreue arrangiert, aber sie hat für sich selbst eine klare Grenze abgesteckt und sobald Pete diese überschreitet, zieht sie knallhart die Konsequenzen. Dies ist nun geschehen, da Pete mit einer Nachbarin im Bett war und Trudy es sich nicht gefallen lässt, vor ihrem direkten Umfeld auf diese Weise bloßgestellt zu werden.

Pete hat nun zu gehen und diese Szene lässt keinen Zweifel offen, dass Trudy die neue Situation als alleinerziehende Mutter souverän meistern wird.
Sehr gute Szene, die Trudy endlich als starke Frau mit Durchblick zeigt. :up:

Noch kurz zu Don: Dessen Situation ist ja geradezu parallel zu Petes. Auch er hat eine Affäre mit einer Nachbarin und schrammt permanent an der Grenze zum Erwischtwerden.

Dazu will ich bei unserem DonJon schon fast nix mehr sagen, fies finde ich es aber vor allem, dass er ausgerechnet mit der Frau seines einzigen Buddies außerhalb der Agentur schläft, der doch so sympathisch ist und den er doch für seinen Beruf als Chirurg bewundert.

Die Rückblicke in Dons Jugend sind heftig. Dass er als Kind einige Zeit in einem Bordell gelebt hat, haben die Serienmacher sicher nicht von Beginn der Serie an geplant, sondern erst jetzt dazugedichtet, um noch eine Schippe draufzulassen. Muss tatsächlich sagen, dass ich durch die Einblicke in Dons katastrophale Kindheit durchaus eine Entschuldigung dafür sehe, dass er so ist wie er ist und diesem Leben so dringend entfliehen wollte, dass er seine Identität gewechselt hat.

Seine Geliebte Silvia will ich auch nicht komplett verurteilen, empfinde sie aber zumindest in dieser Folge als ziemlich mieses Luder. Megan schüttet ihr ihr Herz aus, dass sie gerade eine Fehlgeburt hatte und zuvor über Abtreibung nachgedacht hat. Und Silvia zeigt nicht das erhoffte Verständnis, sondern gibt sich als gläubige Katholikin. Und macht damit der Frau, mit deren Ehemann sie es regelmäßig treibt, ein schlechtes Gewissen. :motz: Da wäre doch etwas Zurückhaltung und "an die eigene Nase fassen" gefragt gewesen. Schließlich hat Megan im Gegensatz zu Silvia "ihre" Todsünde nicht durchgezogen.

Zarina
Beiträge: 92
Registriert: 16.02.2017, 07:27
Geschlecht: weiblich

Staffel 6 Folge 4 Lust und Frust

Beitrag von Zarina » 20.06.2017, 17:40

Unterhaltsame, aber nicht herausragende Folge. Einerseits war der Fokus auf einige Nebencharaktere für mich erfreulich, andererseits hatte die Folge dadurch einfach zu viele Handlungsstränge, und keiner stach so richtig heraus. :ohwell:

Was bei mir zunächst hängenblieb:
- Die wichtigste Szene war hier wohl das Aufeinandertreffen der Mad Men mit Peggy und Ted, wobei Peggy ihren ehemaligen Mentor aussticht und mal eben Heinz Ketchup als Kunde gewinnt. :anbet:

- Vorher waren die Heimlichtuereien beim Projekt K (nein, nicht Project Kill Machine :D ) natürlich Humor Hightlights.

- Endlich mal ein genialer Fokus auf Harry, der ja immer für einen Lacher gut ist. Toll dessen Schneid, wie er sich für den Verbleib seiner Sekretärin einsetzt. :up: Hätte ich ihm gar nicht zugetraut. Aber wieder mal herrlich ungeschickt umgesetzt von ihm. Bin immer wieder begeistert von diesen abstrusen Harry-Dialogen, die sich die Autoren so einfallen lassen. Gerne mehr davon!
Nicht so schön natürlich, dass er vor versammelter Mannschaft Anspielungen dazu macht, dass sich Joan ihre Partnerschaft auf dem Rücken liegend erarbeitet hat, und dies als Druckmittel einzusetzen. Andererseits ist aber natürlich auch viel Wahres dran und es ist auch das einzige Druckmittel, dass er gegenüber Joan, die mittlerweile über ihm steht, hat. Etwas mehr Diplomatie wäre wünschenswert, kann man bei Harry aber nun mal nicht erwarten. Sonst wär's ja auch nicht so witzig. Am Schluss bekommt Harry zwar keine Firmenanteile, aber immerhin einen fetten Scheck und den widerwilligen Respekt von Cooper und Sterling (auch wieder ein genialer Auftritt der beiden. Davon gerne mehr!)

- Joan delegiert am Schluss die Verantwortung für das Lager und die Stempelkarten auf Dawn. In Anbetracht dessen, dass sie sich zuvor bei ihrer Freundin Kate darüber beklagt hat, dass sie trotz Teilhaberschaft innerhalb der Agentur immernoch als Sekretärin angesehen wird, ein sehr weiser Schachzug. Denn wenn Joan nicht mehr als Chefsekretärin gesehen werden will, dann muss sie auch aufhören, Chefsekretärinnen-Aufgaben zu übernehmen.

- das Swinger-Angebot gegenüber Megan und Don und wie sie sich da rauswinden ^_^

- Don muss es sich tatsächlich geben, bei Megans erster Liebesszene am Set anwesend zu sein. Er beschimpft sie indirekt (war das noch indirekt?) als Prostituierte und geht hinterher zu seiner katholischen Geliebten Silvia, die nach dem Sex um sein Seelenheil betet. Eine sehr merkwürdige Variante der klassischen Heilige-Hure-Konstellation... :wtf:

Zarina
Beiträge: 92
Registriert: 16.02.2017, 07:27
Geschlecht: weiblich

Staffel 6 Folge 5 "Die Sintflut"

Beitrag von Zarina » 23.06.2017, 09:40

Die Folge zeigt die Situation der Mad Men nach der Ermordung von Martin Luther King, womit wir endlich mal wieder eine genaue zeitliche Einordnung der Handlung haben, nämlich April 1968. Alle sind bestürzt und ein normaler Alltag ist erst einmal nicht denkbar, vor allem, weil die Tat auch erhebliche Unruhen, Plünderungen und Brandanschläge - auch in New York - nach sich zieht.

Die Handlung wirkt dabei wieder mal sehr kleinteilig, ist aber äußerst interessant und teilweise auch humorvoll inszeniert:

- Peggy ist ja sonst immer diejenige, die ihre Arbeit über ihr Privatleben stellt. Hier zeigt sich mal eindrucksvoll, dass Abe da ganz genauso ist. Die Krawalle in Harlem sind für ihn eine brandheiße Story, für die er Peggy bei der Preisverleihung sitzen lässt und die ihn auch in den nächsten Tagen an den Schreibtisch fesselt. Peggy reagiert aber - im Vergleich zu Abe sonst - äußerst verständnisvoll und lässt ihn machen. Und dass sie nicht aufhören konnte zu grinsen, nachdem Abe ihr gegenüber angedeutet hat, dass er mit ihr eine Familie gründen will, war einfach bezaubernd. :heart_eyes:

- Mir ist auch das Foreshadowing bei der Preisverleihung aufgefallen, als Ted Chaough zwischen seiner Ehefrau und Peggy sitzt und dabei auch noch Abe seinen Platz neben Peggy klaut.

- Fies war, dass Betty aus Prinzip darauf besteht, dass Don am Samstag wie vereinbart die Kinder abholt, und Don dann mit den dreien durch ein New York voller Blaulicht kutschiert. angry:
Schön dagegen, dass sich bei der - merkwürdigerweise immernoch brünetten - Betty etwas tut: Henry Francis entscheidet sich nach den Ereignissen, endlich selbst als Politiker in den Vordergrund zu treten, statt immer nur für andere zu arbeiten. Ein Sitz im Senat winkt bereits. Betty wird also bald wieder stärker in die Rolle der repräsentativen Gattin schlüpfen müssen. Eine Rolle, von der wir schon oft gesehen haben, dass sie ihr ungemein liegt. :up:

- Bisher war ja nur Sally im Fokus von den Kindern. Es ist schön, dass wir diesmal auch mal Don Zeit mit seinem Son Bobby verbringen sehen dürfen. Der das von Betty verhängte Fernsehverbot kurzerhand umgeht, indem er mit Bobby ins Kino geht und "Planet der Affen" guckt. :tounge:
Das Gespräch zwischen Bobby und dem schwarzen Kinoangestellten hat mich durchaus ähnlich beeindruckt wie Don. Wenn dieser zuvor vielleicht gedacht hat, dass die ignoranten Weißen trotz der Ermordung von Luther King so tun, als sei nix passiert und sich im Kino vergnügen, zeigt Bobby mit einem einfach Satz, dass es keineswegs so ist, sondern ihnen die Ereignisse so nahe gehen, dass sie sich ablenken müssen: "Die Leute gehen gern ins Kino, wenn sie traurig sind."
Don beschäftigt diese kleine Begebenheit offenbar auch später noch und er führt am Abend mit Megan ein extrem intimes Gespräch, dass für mich das Highlight dieser Folge war. Er gesteht ihr, dass er wohl nur Vater geworden ist, weil das nun einmal von ihm erwartet wurde, dass er aber Liebe und Zuneigung zu seinen Kindern lange Zeit nur vorgetäuscht habe. Mittlerweile spürt er aber doch Liebe zu seinen Kindern, vor allem wenn er ihre Persönlichkeit reifen sieht, und diese Gefühle sind für ihn überwältigend.
Dass sich Don Megan gegenüber noch einmal dermaßen öffnen würde, hatte ich nicht erwartet und bin ganz begeistert von soviel Ehrlichkeit.

- Auch Pete hat mir in dieser Folge gut gefallen, wie er sich offenbar ehrlich Sorgen um seine Frau und Tochter macht. Das Telefonat mit Trudy war sehr schön und zeigte mal wieder einiges von ihrer alten Harmonie, auch wenn Trudy ihn konseqent abgewiesen hat.

auch toll:
- herrlich absurd: Die Szene, wie Harry und Pete gleichzeitig aus dem Büro treten, und nach ihren Sekretärinnen schreien und gleich darauf einen fiesen Streit entwickeln, weil Pete Harry (zu Recht) Rassismus vorwirft. Dann muss auch noch Bert Cooper den Kindergärtner machen. ^_^
- Der Kontrast zwischen Peggy, die ihre schwarze Sekretärin freundschaftlich und tröstend in den Arm nimmt, und dann Joan, die das gleiche bei Dawn versucht, es bei ihr aber einfach nur anbiedernd und deplatziert wirkt.
- Michael Ginsberg, der sich beim arrangierten Date mal wieder um Kopf und Kragen redet und der fremden jungen Frau unter anderem erzählt, dass er noch Jungfrau ist. Immer wieder lustig zu beobachten, aber manchmal fragt man sich schon, was in seinem Kopf vorgeht.
- Paul Newman aus der Ferne

Zarina
Beiträge: 92
Registriert: 16.02.2017, 07:27
Geschlecht: weiblich

Folge 6 Pressemeldung

Beitrag von Zarina » 29.06.2017, 21:53

Die Folge ist für mich in dieser Staffel bisher die stärkste, wenn sie mich auch nicht umgehauen hat. Beim ersten Gucken hat sie das aber wahrscheinlich, denn die Wendung mit der Agentur-Zusammenlegung kam für mich damals aus heiterem Himmel. Generell gefällt mir diese Wendung, weil ich Ted gern sehe und es nun die Möglichkeit gibt, Peggy wieder ins direkten Mad Men-Umfeld zu integrieren.

Beim ersten Gucken hat mir wohl auch die Story, dass sich Peggy in ihren Chef Ted verknallt, nicht gefallen. Da habe ich noch an die Beziehung von Abe und Peggy geglaubt und wollte keine untreue Peggy sehen. Da ich beim zweiten Mal gucken nun genau weiß, dass die Beziehung von Peggy und Abe ohnehin bald Geschichte ist, habe ich sie von Beginn an sehr viel kritischer verfolgt und konnte nur wenige gute Haare an ihr lassen. Eigentlich gefallen mir Peggy und Ted als Paar besser, die Chemie stimmt jedenfalls und das gegenseitige Verständnis ist in einem Maße da, wie es bei Peggy und Abe nie vorhanden war.

Pete bekleckert sich auch wieder mal nicht mit Ruhm. Erst fällt er beim Rumpelstilzchen-Wutanfall gegen Don mal eben die Treppe runter. :D Dann trifft er seinen Schwiegervater Tom im Puff und schmiert dieses Wissen aus purer Boshaftigkeit und sehr brutal Trudy unter die Nase, obwohl das absolut unnötig ist.
Toms Reaktion war ja wieder mal typisch, es ist ja nicht das erste Mal, dass er Pete wegen privater Krisen den Etat entzieht oder damit droht. Professionell ist das natürlich nicht gerade. Ich habe auch nicht verstanden, ob Tom nun eigentlich weiß, dass Pete und Trudy mittlerweile getrennt leben und mit der Aktion Pete vielleicht erpressen will, damit er wieder mit Trudy zusammenkommt. Allerdings klang es für mich auch eher so, dass er Pete mittlerweile verachtet und möchte, dass dieser aus Trudys Leben verschwindet, weil er sie nicht verdient. Starker Tobak war auch, dass er Pete einen schlechten Vater genannt hat. Nicht, weil das nicht die Wahrheit wäre, sondern weil es doch sehr weit geht, so etwas seinem Schwiegersohn ins Gesicht zu sagen (zumal es keinen Zusammenhang mit der aktuellen Situation hatte).

Mein persönliches Humor-Highlight war diesmal Bob Benson, der alte Schleimer. Der schwirrt ständig kaffeebecherofferierend durch die Szene, führt für Pete Botengänge durch und gibt ihm sogar im Puff einen aus... :roll:

In der Agentur ist ansonsten stark aufgefallen, dass momentan jeder Partner ohne Wissen der anderen auf eigene Faust Entscheidungen trifft. Seien das Pete, Cooper und Joan die ohne Wissen der anderen planen, die Agentur an die Börse zu bringen. Don feuert mal eben Jaguar (gut, unverschämt zu ungeliebten Kunden zu sein, ist bei Don ja nix neues. Und diesen Herb endlich loszuwerden, war ihm natürlich ein innerer Freudentaumel) und tut sich dann spontan mit Ted Chaough zusammen. Und Roger schwänzt ein Geschäftsessen mit Jaguar, um Chevy an Land zu ziehen. Wie er das gemacht hat, war ja mal erste Sahne, so clever und trickreich hat man Roger in der Serie noch nie gesehen. Hut ab!

Die Fusion wird jedenfalls ordentlich frischen Wind in die Agentur bringen und deshalb freue ich mich nun besonders auf die nächsten Folgen

Zarina
Beiträge: 92
Registriert: 16.02.2017, 07:27
Geschlecht: weiblich

Folge 7 Man with a Plan

Beitrag von Zarina » 02.07.2017, 20:55

Starke Episode, die viel Interpretationsspielraum bietet. Eigentlich wird hier mit alten Motiven variiert: die Agentur muss sich nach der Fusion wieder neu finden, Burt Peterson wird wieder gefeuert, Don lässt wieder eine halbnackte Frau allein im Hotelzimmer zurück und wieder wird ein Kennedy erschossen.
Trotzdem habe ich mich von der Episode zu keinem Zeitpunkt gelangweilt gefühlt, es hat eher Spaß gemacht, die ganzen Variationen zu entdecken.

Erstmals hat Markus Lanz ... äh... Bob Benson hier einen etwas größeren Auftritt. Bobs Strategie des permanenten Einkratzens trägt hier erstmals Früchte und sorgt am Ende dafür, dass Joan sich für ihn ausspricht und ihm den Job rettet. Wenn ich sage, Bob Benson ist ein Schleimer, dann meine ich das nicht mal böse, denn ich kaufe Bob durchaus ab, dass er sich für seine Mitmenschen interessiert und ihnen gerne etwas Gutes tut. Ich glaube nicht, dass es lange möglich wäre, so eine Art vorzuspielen, ohne aus der Rolle zu fallen. Zwar sind seine Aktionen bisher immer ein bisschen drüber gewesen, doch diesmal hat er genau das richtige Maß getroffen und Joan wirklich aus der Patsche geholfen. So eine Zyste am Eierstock ist ja durchaus kein Schnupfen und Joan hatte immerhin so starke Schmerzen, dass sie Angst hatte sterben zu müssen (Joan ist ja auch nicht gerade der Mensch, der so etwas leichtfertig sagen würde).

Zu Don: Sehr gruselig, die Machtphantasien, die er hier mit Silvia auslebt. Und auch kein Wunder, dass diese in sich geht (hatte ja auch genug Zeit zum Nachdenken) und am Ende entscheidet, die Affäre zu beenden. Womit Don sofort komplett aus der souveränen Rolle fällt und dasteht wie ein Häufchen Elend. Es wird immer klarer, dass Don weiterhin auf einem brodelnden Vulkan tanzt, wie kaputt und innerlich gebrochen er mittlerweile ist.

Dagegen "Lichtgestalt" Ted Chaough, der zeigt, dass ein Chef auch in den 60ern Erfolg haben kann, wenn er auf Augenhöhe mit seinen Untergebenen kommuniziert, charmant und freundlich ist. Beim internen Machtkampf zieht Don dann wohl doch den Kürzeren, der nur in der Kategorie Saufen die Nase vorn hat.
Die Szene im Konferenzraum war ja mal der Hammer, auch vom Humorpotential her: Pete (heute wieder mal als Rumpelstilzchen unterwegs) verlangt ernsthaft von der Sekretärin, ihm einen Stuhl ranzuschleppen, alle anderen bleiben stumm hocken und Ted löst die Situation souverän. :)

Zarina
Beiträge: 92
Registriert: 16.02.2017, 07:27
Geschlecht: weiblich

Folge 8 The Crash

Beitrag von Zarina » 03.07.2017, 20:30

Puh, wilde Folge. Schlecht finde ich sie nicht, muss aber sagen, dass ich es nicht anschauen würde, wenn Mad Men immer so verschroben wäre. Aber EINE Drogenrausch-Folge pro Staffel ist schon okay. 8-)
 
- die schönste Szene: Peggy wehrt Stans Avancen ab, er erzählt ihr davon, dass sein Cousin kürzlich in Vietnam gefallen ist. Und sie reagiert auf so souveräne, einfühlsame und freundschaftliche Art, dass einem das Herz aufgeht. Hammer! :anbet:

- die Folge ist nicht eben arm an kleineren WTF-Momenten, beginnend bei Ken, der mit den Chevy-Leuten einen Horrortrip erlebt und später dann einen reizenden Steptanz aufführt, Ginsberg, der Stan mit einem Kugelschreiber aufspießt und Jim Cutler, der den miesen Spanner gibt (zumal sich am Schluss auch noch herausstellt, dass es sich bei der jungen Frau, mit der Stan da zugange ist, um die Tochter seines soeben verstorbenen Partners Frank Gleason handelt) :wtf:
 
- Bei Don geht es weiterhin steil bergab: Er hat die Grippe, was sich mit der ebenfalls von diesem Jim Cutler organisierten Drogenration gar nicht gut verträgt. Er stalkt Silvia Rosen, die ihm am Telefon einige Wahrheiten sagt (nie fand ich sie so sympathisch wie in dieser Szene :up: ). In seinen Flashbacks stellen sich zumindest optisch Parallelen zwischen Silvia und seiner "Ersten" Aimée heraus (Schönheitsfleck!), ansonsten gaben die Szenen nicht so viel her (außer um zu unterstreichen, dass seine traurige Jugend Don auch sexuell verkorkst hat. Aber das hat man sich ja vorher schon gedacht).
 
- Sally erwischt eine Einbrecherin, als sie mit ihren Brüdern allein in Megans und Dons Wohnung ist, die ihr einredet, sie habe ihren Vater aufgezogen. Beim ersten Gucken habe ich ja tatsächlich zunächst gemutmaßt, dass die Frau die Wahrheit sagt und die ehemalige Nanny des echten Don Draper ist, und saß dann nägelkauend vor dem Fernseher in der Erwartung, dass DonDick nun auch Sally gegenüber enttarnt wird. Das war aber nicht der Fall, die Fremde ist wirklich einfach eine Diebin und die Sache hat keine größeren Auswirkungen. Allerdings ist es schon erschreckend, dass einem dabei bewusst wird, wie wenig Sally tatsächlich über ihren Vater weiß. Zwar legt Sally wie üblich ein gesundes Misstrauen an den Tag, aber selbst das hilft ihr nicht weiter, den Betrug aufzuklären, denn letztlich könnte die Frau ja tatsächlich die Wahrheit sagen. Da ihr Vater seinen Kindern kaum etwas über seine Kindheit verraten hat, wäre es ja durchaus möglich, dass es diese Oma Ida tatsächlich gab.
Das Telefonat zwischen Sally und Don am Ende hat mir sehr gut gefallen. Vielleicht hat Don nun verstanden, dass er Sally gegenüber offener sein muss, was seine Vergangenheit betrifft. Schön, auf jeden Fall, dass er sich indirekt bei ihr entschuldigt und ausdrücklich klar stellt, dass die Chose seine Schuld war und nicht Sallys.

Zarina
Beiträge: 92
Registriert: 16.02.2017, 07:27
Geschlecht: weiblich

Folge 9 The Better Half

Beitrag von Zarina » 05.07.2017, 21:44

Betty ist wieder rank und schlank und genießt die geradezu klischeehafte Aufmerksamkeit der Männer, die sie jetzt wieder überall erregt. Die Rolle der Repräsentantin lag ihr bereits an Dons Seite perfekt, nun kann sie mit ihrem Charme an Henrys Seite glänzen und wirkt selbstbewusst wie nie.

Don und Betty besuchen ihren gemeinsamen Sohn Bobby im Ferienlager. Wie sie da zu dritt am Tisch sitzen, unbeschwert gemeinsam singen, da möchte man sagen: Was für eine heile Familienidylle. Klar, ist es natürlich nicht, aber trotzdem empfinde ich es als sehr erfreulich, dass nun endlich so viel Wasser den Jordan runtergelaufen ist, dass die beiden Ex-Eheleute halbwegs normal miteinander umgehen können, wo sie sich doch noch in der letzten Staffel permanent vor den Kindern angiften mussten.

"Halbwegs normal" geht es dann natürlich nicht weiter, die beiden verbringen den Abend und schließlich sogar die Nacht beisammen. Solange dies eine einmalige Sache bleibt und sich keine neue selbstzerstörerische Affäre daraus entwickeln, heiße ich diesen One Night Stand sogar gut. Betty hat keine Illusionen mehr über Don, auch wenn sie ihn als Mann immernoch anziehend finden mag. Sie geht mit ihm ins Bett und kann das genießen, aber sie investiert keine romantischen Gefühle mehr in diese Sache. Das übliche Muster von Kontrolle und Macht in Dons Verhältnissen zu Frauen ziehen diesmal nicht, denn Betty hat selbst lang genug genau unter diesem Muster gelitten und will diesen Fehler nicht wiederholen. Und so kann sie am nächsten Morgen erhobenen Hauptes bei ihrem Ehemann am Frühstückstisch sitzen, als wäre nichts gewesen, während diesmal Don derjenige ist, der allein zurückbleibt und sich irgendwie benutzt fühlt. Gute Entwicklung, und eine Sternstunde für Bettys Selbstbewusstsein (obwohl ich es natürlich nicht toll finde, dass sie Henry untreu ist).
 
Traurig und etwas unverständlich fand ich die Zurückweisung von Joan gegenüber Roger, der sich um ihren gemeinsamen Sohn Kevin kümmern will. Joan erinnert ihn daran, dass offiziell noch immer Greg Kevins Vater ist. Was bitte hat Kevin denn davon?

Dann bekommt Roger auch noch Ärger mit seiner Tochter Margret, nachdem er einen gemeinsamen Nachmittag mit Enkel Ellery verbracht hat. Dieser hat nun Alpträume, weil er mit ihm im Kino in "Planet der Affen" war. Rogers Argument, dass Don ja schließlich auch mit seinem Sohn in dem Film war, war ganz schön daneben und zeugen von viel Ignoranz. Schließlich ist Ellery erst 4 Jahre alt, Dons Bobby ist mindestens 10. Aber hey, kleine Jungs sind eben alle gleich! :ohwell:
Margrets Vorwürfe konnte ich spätestens bei "Wir müssen wahrscheinlich den Hund abschaffen, weil Ellery sich so sehr vor Fell fürchtet" dann aber doch nicht mehr ernst nehmen und habe herzlich gelacht. :D
 
Die denkwürdige Szene "Peggy sticht Abe mit einem Bajonett in den Bauch und er macht noch im Krankenwagen mit ihr Schluss" hatte ich natürlich noch vom ersten Gucken gut in Erinnerung, da sie mich damals ordentlich schockte (aber auch irgendwie in ihrer Absurdität zum Lachen brachte. Typisch "Mad Men" halt.). Beim Review fand ich Abe keinesfalls mehr so sympathisch wie beim ersten Gucken, da ich über sein verletzend dauerkritisches Verhalten Peggy gegenüber einfach nicht mehr hinwegsehen konnte. Er wird mir nicht fehlen. Seine übertriebene Verklärung der Unterschicht, die ihn sogar die Täter decken lässt, als er selbst Opfer einer Messerattacke wird (noch vor dem Bajonett :D ), haben mit kritischem Journalismus nichts mehr zu tun. Er hat sich in eine unrealistische Vorstellungswelt verrannt und auch die vernünftige Peggy schafft es nicht, ihm den Kopf zurechtzurücken. Dann die mehrfache Drohung, die Beziehung mit Peggy bzw. ihre Einstellung in einem Artikel zu verwursten... angry:
Und seine klaren, aber schneidenden Abschiedsworte bestätigen mich hierin, denn er sagt zu Peggy, dass ihr Job ihn in jedem wachen Moment anwidert und sie immer "der Feind" sein wird. Nein, so jemand hat Peggy nicht verdient. Sie verdient einen Mann, der Stolz auf sie und ihren Erfolg sein kann, sie unterstützt. Nicht bremst und verurteilt wie Abe.
 

Zarina
Beiträge: 92
Registriert: 16.02.2017, 07:27
Geschlecht: weiblich

Folge 10 Vasco da Gama und andere Mexikaner

Beitrag von Zarina » 06.07.2017, 21:14

Die Folge, die sich vor allem um geschäftliche Angelegenheiten der Agentur dreht, hat außer ein paar netten Anekdoten leider nicht viel Substanz zu bieten.
"Mad Men"-Episoden, die in Kalifornien spielen, habe ich immer als relativ schwach empfunden und diese hier macht leider keine Ausnahme.

Don kifft erstmals im Leben und hat gleich Visionen von Megan (der für ihn "idealen" Megan, die ihren Job gekündigt hat und ein Baby mit ihm will) im Hippie-Outfit und von dem Soldaten aus Folge 1, die für meinen Geschmack einfach zu bedeutungsschwanger daherkommen.

Michael Ginsberg beschimpft seinen Vorgesetzten Jim Cutler aufs Übelste (wie mag es für Cutler, der selbst im 2. Weltkrieg gedient hat, wohl sein, als "Nazi" und "Faschist" bezeichnet zu werden?), Bob Benson versucht zu schlichten und erntet dafür erst einen Anschiss und dann einen Auftrag. Auch wenn die Präsentation dann kein Erfolg ist, setzt in Cutler als nächstes gleich an Chevy.

Dieser Cutler ist für mich ein ziemlich undurchsichtiger Typ. Mir ist nicht so ganz klar, wieso er Bob diese Chancen einräumt. Die Manischewitz-Präsentation sollte Bob machen, damit Cutler ein weiteres Zusammentreffen mit Ginsberg erspart blieb. Aber warum dann Chevy, obwohl sich Benson nicht bewährt hat? Es entstand der Eindruck, dass Cutler SCDP-Leute zugunsten von CGC-Mitarbeitern herausdrängen will, aber Bob Benson kommt doch auch von SCDP. :wtf: Will Cutler einfach nur Leute wie Bob fördern, die ihm gegenüber besonders loyal erscheinen?

Noch ein paar Highlights:
- Die Diskussion über den Agentur-Namen zu Beginn. SCDPCGC oder CGCSCDP? SCDCC? Herrlich. :D
- Harry Cranes senfgelber Anzug in Kalifornien :o
- Pete wieder mal am Wüten "O tempore, o mores!", resigniert dann aber doch und sorgt mit Joint für ein geniales Abschlussbild 8-)

Zarina
Beiträge: 92
Registriert: 16.02.2017, 07:27
Geschlecht: weiblich

Folge 11 "Zwickmühle"

Beitrag von Zarina » 10.07.2017, 20:33

Im Vergleich zur letzten eine sehr gute, fesselnde Folge. Auch erscheint mir der deutsche Episodentitel erstmals seit Langem wieder einmal passend (im Gegensatz zu der Folge zuvor, in der der sehr treffende Originaltitel "A Tale of two Citys" dem sinnfreien "Vasco da Gama und andere Mexikaner" weichen musste, was keinerlei Bezug zum Inhalt der Folge hat, außer dass es sich um einen lahmen Witz von Roger Sterling handelt. Wer denkt sich sowas aus?)
 
In der Zwickmühle sitzen hier so einige Charaktere.

Am offensichtlichsten Ted "Zuviele Memos" Chaough, bei dem der Haussegen schief hängt, da er so viel Zeit und Lebensenergie in seine Arbeit steckt. Andererseits hat Ted gerade jetzt keine andere Wahl als sich in der Agentur doppelt und dreifach reinzuhängen, um nicht Gefahr zu laufen, von Don und Roger abgesägt zu werden.

Die fusionierte Agentur "Sterling Cooper und Partner" hat jetzt zwar einen griffigen Namen, die eigentlichen Probleme, dass alle Partner miteinander konkurrieren, statt zusammenzuarbeiten, sind aber nicht vom Tisch. Es kommt zu einem (herrlich absurden) Meeting auf dem Flur, in dem sich herausstellt, dass Ted/Peggy/Pete und Don/Roger unabhängig voneinander zwei unterschiedliche Kunden an Land gezogen haben, die aber beide Orangensaft produzieren. Um einen Interessenkonflikt zu vermeiden, müssen sie nun eines dieser Geschäfte sausen lassen.
Eigentlich unfassbar, dass in der Agentur so ein Chaos herrscht, dass so etwas nicht vorher abgesprochen wird. Schließlich haben beide Parteien extra Flugreisen zu ihren potentiellen Kunden unternommen, redet man da wirklich vorher kein Wort drüber?  :wtf:
Ted leidet nun also besonders an der Situation und findet deutliche Worte gegenüber Don.
Auffällig entlarvend fand ich allerdings Teds Aussage gegenüber Cutler, dass er "seinen Saft" und nicht "seinen Saft" als Kunden haben möchte. Wo er doch erst in der letzten oder vorletzten Folge Cutler vorgeworfen hat, dass dieser die Agentur immernoch nicht als "wir" sondern als "CGC" gegen "SCDP" denken kann...
 
Der Höhepunkt der Folge und das, was nachwirkt, war diesmal natürlich Sallys Entdeckung von Dons Affäre mit Silvia. Eigentlich wird ja nicht viel geredet und es ist auch nicht unbedingt ein origineller Einfall der Drehbuchschreiber. Allerdings sind die Szenen von Kiernan Shipka mal wieder dermaßen großartig gespielt, dass es mir regelrecht den Hals zuschnürt, wenn ich an Sallys arme kleine Seele denke. Die gleichen Szenen mit Bobby hätten nicht so funktioniert. Bobby hatte ja nun auch einige größere Auftritte in dieser Staffel, aber es war stets das typische Problem mit Kindern bei Fernsehserien-Aufnahmen: Man weiß zwar, wie die Szenen gemeint sind, aber es wird nicht viel Wert auf Schauspielkunst gelegt, sondern darauf, die Szenen endlich im Kasten zu haben und das Kind möglichst selten auftreten zu lassen, und das merkt man als Zuschauer nunmal auch.
Ganz anders bei Sally. Jede Szene mit ihr wirkt authentisch und man kann absolut mit ihr mitfühlen. 
Hier sitzt nun also Sally in der Zwickmühle, einerseits zwischen Megan und Don, da sie vielleicht in Versuchung ist, Megan die Wahrheit zu sagen, bzw., wenn sie das nicht tut, Megan gegenüber ihre Wut auf Don zukünftig verbergen muss, was ihr als Teenager natürlich schwerfallen dürfte.

Andererseits sehe ich sie auch in einer Art Zwickmühle zwischen Betty und Don. Sally hat ihren Vater stets verklärt und gegenüber ihrer Mutter verteidigt. Sie hat sogar Betty die Schuld an der Scheidung gegeben. Nun hat sie mit eigenen Augen gesehen, dass Betty im Grund genommen Recht hatte, und ihr Vater ein Mistkerl ist. Mit Betty darüber reden wird sie aber selbstverständlich nicht. Eigentlich kann sie mit niemandem darüber reden, sondern ist wieder einmal mit all den angestauten inneren Konflikten völlig auf sich gestellt, und das ist das Traurigste daran. :(
 
Don weiß natürlich selbst, dass Sally kein Baby mehr ist, die Situation sehr eindeutig war und seine Ausreden äußerst lahm waren. Letztlich kann er gar nichts tun, außer zu hoffen, dass Sally schweigt. Dass er sich zukünftig nicht mehr vormachen kann, dass seine Tochter ihn als fehlerfreien Helden wahrnimmt, hat er sicherlich verstanden. Traurig, sein unmittelbar anschließender Alkoholabsturz, und schmerzhaft mitanzusehen.

Für mich bleibt die Frage, warum sich Don für Silvias Sohn eingesetzt hat. Hat er damit wirklich nur das Ziel verfolgt, wieder bei Silvia zu landen (was ja auch geklappt hat)? Oder waren doch eher altruistische Motive dahinter, auch im Hinblick auf seine eigene Militärzeit? Schlechtes Gewissen gegenüber Arnold? Ich denke, all das dürfte eine Rolle gespielt haben.
 
Sehr gut gefallen haben mir diesmal alle Szenen mit Peggy (die sowieso in dieser Staffel viele, viele Sympathiepunkte bei mir geholt hat). Angefangen natürlich mit der herrlich hintergründigen Szene mit Petes Mutter, die Peggy stutzen lässt, weil sie davon redet, wie sehr sie sich freue, dass Pete und sie wieder zusammengefunden haben auch im Interesse ihres "gemeinsamen Kindes". Es stellt sich aber heraus, dass Petes Mutter Peggy hier nur mit Trudy verwechselt hat. :schaem:

Dann natürlich die wunderbare Szene mit Ted und Pete beim Absacker. Schön, dass es hier auch ein freundschaftliches und vorwurfsfreies Gespräch zwischen Peggy und Pete gibt. Da ging mir wirklich das Herz auf. :)

Dann die Szenen mit der Ratte in Neusingle Peggys Wohnung. Ich war ja wirklich gespannt, wen genau sie in dieser Situation anrufen wird und war etwas überrascht, dass es tatsächlich Stan war. Dass Peggy ihm dann ... wie soll man das ausdrücken ... sexuelle Gefälligkeiten dafür anbietet, dass er die Ratte für sie erlegt, war natürlich ... krass. :o Klar, hätte sie das hinterher irgendwie noch als freundschaftlich ironische Scherzerei darstellen können, andererseits glaube ich, dass man Peggys Aussage über Stans "sexy Stimme" durchaus als Hinweis darauf nehmen darf, dass sie ihn doch ziemlich anziehend findet und sich auch von ihrer Seite in Zukunft Gefühle gegenüber Stan entwickeln könnten (dass ER auf sie steht, wurde ja bereits ein paar Folgen zuvor klargemacht).  
 
Am wenigsten mochte ich in dieser Folge die Szenen rund um Petes Probleme mit seiner Mutter. Zunächst mal finde ich die Geschichte um Heiratsschwindler Manolo einfach viel zu seifenopernmäßig (ähnlich wie Beths Amnesie in der Staffel zuvor). :roll:
Bob Benson hat hier eine Katastrophe verursacht, was sich später ja noch extremer erweisen wird. Ich frage mich ja schon, was Bob dabei geritten hat, diesen Manolo, den er offenbar kaum kennt (wenn doch: umso schlimmer!) an Pete und seine Familie zu vermitteln. Petes Unbehagen kann ich gut nachvollziehen, nicht weil er seiner Mutter keine Liebe gönnt, sondern weil Pete Manolo als Pfleger bezahlt, dieser aber offenbar die Situation schamlos ausnutzt. Ob es hier tatsächlich zu sexuellen Handlungen gekommen ist, oder Petes demente Mutter sich dies nur einredet (oder einreden lässt), wird nicht ganz klar. Tatsache ich jedoch, dass hier eine hilflose Person von ihrem sogenannten Pfleger gnadenlos manipuliert wird, was Pete zu Recht wütend macht.

Was sich die Serienmacher dann dabei gedacht haben, dass Bob Benson nicht nur den 10 Meilen gegen den Wind homophob riechenden Pete Campbell als Objekt seiner Zuneigung auserkoren hat, sondern er ihm das auch noch ziemlich offensiv gesteht, dazu noch in einer Situation, in der Pete zu Recht stinksauer auf Bob ist, ist mir leider ein Rätsel.   :wtf:

Die Szene mit seiner Mutter, in der diese Pete vorwirft, nicht einmal als Kind liebenswert gewesen zu sein, wird dagegen von mir im "Warum ich Pete Campbell verzeihe, manchmal so ein Arsch zu sein"-Archiv gespeichert. ;-(
 

Antworten

Zurück zu „Mad Men-Episodendiskussion“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste