Dawson's Creek on Netflix

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Blondchen
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Dawson's Creek on Netflix

Beitrag von Blondchen »

Liebe alten und neuen "myfanbasler",

seit geraumer Zeit ist es ja möglich, Dawson's Creek in seiner kompletten Länge auf Netflix zu streamen, und ich muss gestehen, ich bin dem Fieber wieder verfallen :schaem:
Vor bald zwei Jahrzehnten wäre es ja mein absoluter Traum gewesen, DC zu jeder Tages- und Nachtzeit sehen zu können, mithin jede beliebige Folge permanent abrufen zu können. Als ich DC zu schauen begann, musste man noch wochenweise auf die nächsten Episoden warten, lernte, Feiertage, Sportwettkämpfe oder ähnliche Anlässe zu hassen, die für eine Programmänderung sorgten und lebte über Jahre (!) mit einer Serie. Ohne die alten Tage heroisieren zu wollen, war das irgendwie schon eine schöne Zeit. Doch obwohl ich die DVD-Boxen in meinem Regal stehen habe, hat mich erst der Relaunch auf Netflix dazu gebracht, die Staffeln noch einmal chronologisch zu schauen, dieses Mal mit jemandem neben mir auf dem Sofa, dem DC nur entfernt ein Begriff war - mittlerweile sind wir bei Staffel 4 angekommen ^_^

Da ich mir vorstellen könnte, dass doch einige mehr oder weniger 'heimlich' ihre alte Lieblingsserie auf Netflix schauen, aber vielleicht auch neue (jüngere) Zuschauer darunter sind, die DC zum ersten Mal sehen, weil die Serie bereits vor ihrer Teenagerzeit abgedreht war, würde ich gern hiermit mal einen Anlauf wagen, nach Euren Eindrücken zu fragen!


Wie findet Ihr die Serie, wenn Ihr sie jetzt zum ersten Mal anseht, schließlich kann sie einem doch für heutige Verhältnisse einigermaßen aus der Zeit gefallen vorkommen - ohne Social Media Bezüge, ja sogar weitgehend ohne Internet/Handys - wobei dies ja den tatsächlichen Realitäten entsprach, anders als Stranger Things o.Ä., die das 'Früher' anachronistisch aus heutiger Sicht erzählen. Was haltet Ihr von den Beziehungen und Freundschaften, die in DC entfaltet werden? Was hat Euch beeindruckt, was genervt? Wie kommen Euch die 90er Jahre aus amerikanischer Perspektive vor?

Und anders an die Treuen von früher gefragt: wie denkt Ihr heute über die Serie nach, die Euch vor 20 Jahren so geprägt hat? Gibt es Dinge, die sich in Eurer Sichtweise auf DC verändert haben? Habt Ihr Aspekte, die Euch früher entgangen sind, heute umso mehr lieb gewonnen oder etwa hassen gelernt?
Was löst die Serie in den 2020er Jahren in Euch aus?


Ich würde mich freuen, wenn sich der/die ein oder andere zu einer Antwort hinreißen lässt, und sich so vielleicht auch ein Austausch zwischen alten und neuen Fans ergäbe :D
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Catherine
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Re: Dawson's Creek on Netflix

Beitrag von Catherine »

Danke für die Anregung zur Diskussion. Ich wollte auch schon längst wieder einen Rerun gemacht haben, um eben genau das Gefühl von damals mit dem von heute abzugleichen. Bin bisher aber nicht über die Pilotfolge hinausgekommen.

Unsere Kollegin Lena hat "Dawson's Creek" letztes Jahr erstmals gesehen und ihre Eindrücke in der "Was uns bewegt"-Kolumne zu den Serienentdeckungen 2021 festgehalten.
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Blondchen
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Re: Dawson's Creek on Netflix

Beitrag von Blondchen »

Unsere Kollegin Lena hat "Dawson's Creek" letztes Jahr erstmals gesehen und ihre Eindrücke in der "Was uns bewegt"-Kolumne zu den Serienentdeckungen 2021 festgehalten.
Liebe Catherine, vielen Dank für den Link, da habe ich natürlich gleich mal hineingestöbert, und ich kann die beschriebenen Eindrücke gut nachvollziehen. So bin ich damals wie heute auch wieder überhaupt kein Fan der ersten Staffel, was verrückt ist, weil doch eigentlich die ersten Staffeln von Serien überwiegend die besten zu sein scheinen. Daher kann ich mir echt vorstellen, dass man sich nach den ersten Folgen doch wieder abwendet, dies scheint ja auch Deine, Catherines, Erfahrung gewesen zu sein bei Deinem Abstecher in Capeside:
Ich wollte auch schon längst wieder einen Rerun gemacht haben [...] Bin bisher aber nicht über die Pilotfolge hinausgekommen.
Was mir bspw. "zusetzt", sind die Staffellängen, v.a. in Kombination mit der Folgenlänge. Irgendwie sind über 20 Episoden nicht mehr zeitgemäß, bin ich jedenfalls nicht mehr gewohnt, es zog sich gelegentlich ein bisschen in der Mitte der Staffeln 1 u. 2. Das könnte auch ein Effekt der neuen Sehgewohnheiten sein. Damals war man ja nur wochenweise mit neuen Folgen versorgt, heute kommt einem ein ganzes Jahr, wie Lena in ihrem Bericht schrieb, schon viel zu lang für eine komplette Serie vor. Ich denke, DC ist einfach nicht geeignet für Bingewatching, jedenfalls nicht, wenn man es zum ersten Mal sieht.

Der berühmtberüchtigte endlose Metatalk, den DC ja nun wirklich auszeichnet, störte mich zuletzt auch wesentlich mehr als damals :roll: Doch mehr als früher ist mir dafür die gehörige Portion Selbstironie aufgefallen, mit der das alles ja doch oft versehen wurde. Entweder, ich hatte es bereits vergessen, oder ich lache heute deutlich öfter bei den Folgen!

Und den Funfact, dass myfanbase sogar wegen Dawson's Creek gegründet wurde, kannte ich bislang auch noch nicht, sowas... :D
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Catherine
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Re: Dawson's Creek on Netflix

Beitrag von Catherine »

Blondchen hat geschrieben: 02.06.2022, 17:52 Und den Funfact, dass myfanbase sogar wegen Dawson's Creek gegründet wurde, kannte ich bislang auch noch nicht, sowas... :D
Nicht direkt myFanbase, sondern die Vorgängerseite CapesideNews.de. Diese ging dann 2004 in unserem heutigen "Dawson's Creek"-Bereich auf. Mit dem Ende der Serie und dem Wunsch sich aber weiter mit Serien auseinander zu setzen, ist dann myFanbase entstanden und hat zuerst damals populäre Serien wie "Charmed", "Akte X" oder "Ally McBeal" im Angebot gehabt. Die Chronologie lässt sich aber viel besser in unserem Geburtstagstext von damals nachlesen.
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lenaleinschen
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Re: Dawson's Creek on Netflix

Beitrag von lenaleinschen »

Hallo @Blondchen :)

Schön, dass du wieder ins DC-Fieber gekommen bist. Von mir ist eben der Serienentdeckungen-Beitrag, über den ihr schon gesprochen habt. Auch wenn DC damit für mich also völlig neu war, so kenne ich das Gefühl durch meine große Liebe für One Tree Hill, das war meine erste große Serie in diesem Bereich und aktuell gibt es einen Rewatch-Podcast mit Hilarie Burton Morgan, Sophia Bush und Joy Lenz und das ist auch faszinierend, das neu zu entdecken, auch weil alle drei bei der Serie am Set sehr ungute Erfahrungen hatten, aber natürlich auch hervorheben, was damals für gewisse Regisseure und Autor*innen für großartige Arbeit geleistet haben und wie es im Vergleich zu heute war. Jetzt fehlt der offizielle DC-Rewatch-Podcast, aber auch ohne Hintergrundinfos kann ich mir sehr gut vorstellen, dass sich das Seherlebnis von damals mit heute kaum zu vergleichen lässt.

Inhaltlich war in meinem Beitrag schon das wichtigste drin. Die ersten Episoden waren also wirklich sehr komisch vom Gefühl her, weil es tatsächlich uralt erschien und als hätte da eine kleine Schülergruppe ein paar Szenen zusammengedreht, worum es lustigerweise im Pilot ja ging. Aber ich habe mich eben auch dran gewöhnen können und es wurde auch besser. Man merkt natürlich, Diversität war noch nicht so groß geschrieben, was für damals eben auch 'normal' war, aber ich mochte die Charaktere, ich mochte das Setting und auch die meisten der Handlungen. Es gab wirklich Episoden, die ich grausig fand, aber eben auch die, die mich sehr berührt haben. Der Cast wurde leider nicht immer gleichwertig behandelt und über die langen Staffeln ist das immer wieder deutlich aufgefallen. Da die Serie sich aber auch wenig aktuellen Themen angenommen hat, ist sie durchaus irgendwie auch zeitlos und ich empfinde es auch als angenehm, wenn mal nicht ständig alles Thema Social Media ist, weil da doch tatsächlich mehr miteinander gesprochen wird ;)
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Blondchen
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Re: Dawson's Creek on Netflix

Beitrag von Blondchen »

Hallo @lenaleinschen

Ich find‘s natürlich cool, dass Du Dir DC gegeben hast, zumal ich mir durchaus vorstellen kann, dass es nicht leicht war, einzusteigen :D Dieses befremdliche Gefühl kenne ich von den Lieblingsserien meiner Mutter (z.B sowas wie Fackeln im Sturm ^_^ ), die ich mir irgendwann auch mal mit ihr zusammen angesehen habe.
Man merkt natürlich, Diversität war noch nicht so groß geschrieben, was für damals eben auch 'normal' war […]
Das ist eine interessante Beobachtung, die ich „damals“ eben noch nicht gemacht habe, vielleicht nicht machen konnte. Für mich war es eher das Gegenteil; es hat mich nachhaltig beeindruckt, wie zB Jack‘s Coming-out erzählt wurde, das hat mich total berührt, vor allem die Tatsache, dass es eben nicht „normal“ oder gleichberechtigt ist, wenn es für jemanden immer politisch ist, sich zu verlieben oder sich mit seinem geliebten Menschen im Café zu treffen. Heute mag es wesentlich anders für Teenager sein, aber für mich gab es Anfang der 2000er wirklich kaum solche Geschichten, an denen man das auch emotional nachvollziehen konnte. Wie hast Du Jack‘s Geschichte wahrgenommen?
Natürlich bezieht sich Diversität auf vieles mehr und ich denke, dass es eben auch diese Aspekte sind, die Du mit Deinem Kommentar im Kopf hattest. Kürzlich habe ich die Folge 4/19 „Nachwuchs“ gesehen (die Babyparty für Gale, mit der Frage, welchen Namen das Kind bekommen soll) und war echt ein bisschen abgestoßen von Begriffen wie „Vaginagespräche“ oder Sätzen á la „nur mit Brüsten liebt man ein Neugeborenes sofort“… :wtf: Gleichwohl passt es natürlich schon zu Mitchs Rolle… zum Glück hält es sich mit dem Sexismus ansonsten einigermaßen in Grenzen, das kenne ich von ‚alten‘ Serien schon auch anders.
…aber ich mochte die Charaktere, ich mochte das Setting und auch die meisten der Handlungen.


:D Welche Charaktere besonders und welche gar nicht? Welche Handlungen/Geschichten haben Dich beeindruckt? Und natürlich: bist Du Team Dawson oder Team Pacey?

Es gab wirklich Episoden, die ich grausig fand, aber eben auch die, die mich sehr berührt haben.
Geht mir genauso. Ich hatte die Episode mit Paceys Promcrash noch in guter Erinnerung und mich schon vorher unter der Decke versteckt. Trotzdem war es wieder furchtbar, das zu sehen… und dann fand ich bspw. auch den Auftakt von Staffel 3 mit den 4 oder 5 Folgen mit der Rolle „Eve“ schrecklich. Da hab ich fast überlegt, das ganze Experiment abzubrechen…

Aber insgesamt muss ich sagen, hat mir die Serie nach all den Jahren und obwohl ich (dachte) sie in und auswendig (zu) kenne(n) trotzdem immer noch etwas zu erzählen, dieses Mal mehr in den Details oder Subgeschichten, die ich damals gar nicht so verfolgen konnte, weil es eben viel mehr um das große Ganze ging.

Jetzt fehlt der offizielle DC-Rewatch-Podcast
Träumchen ^_^
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Re: Dawson's Creek on Netflix

Beitrag von lenaleinschen »

Blondchen hat geschrieben: 06.06.2022, 11:09
Ich find‘s natürlich cool, dass Du Dir DC gegeben hast, zumal ich mir durchaus vorstellen kann, dass es nicht leicht war, einzusteigen :D Dieses befremdliche Gefühl kenne ich von den Lieblingsserien meiner Mutter (z.B sowas wie Fackeln im Sturm ^_^ ), die ich mir irgendwann auch mal mit ihr zusammen angesehen habe.
Ohja, wenn wir noch weiter in die Vergangenheit gehen und ich habe vor allem meinem Vater schon mal öfters DVD-Boxen seiner damaligen Lieblingsserien wie "Raumpatrouille Orion" oder so geschenkt, dann ist es richtig grausig, sie das anzugucken. Als nicht Star Wars-Gucker habe ich mir auch sagen lassen, wenn man als Neuentdecker brav alle Episoden durchgeguckt, dass man dann bei 4-6 erstmal einen Schlag bekommt, weil es eigentlich die ersten sind, aber das sind dann eben so Klassiker, da braucht es dann wirklich Muße, sich darauf einzulassen.
Wie hast Du Jack‘s Geschichte wahrgenommen?
Die Geschichte von Jack finde ich auch aus heutiger Perspektive sehr gut gemacht, das nehme ich aus meiner Kritik also definitiv aus. Vermutlich würde man es heute noch breit gefächerter erzählen, aber ich fand das auch sensibel, dass er sich eben erst noch mit Joey ausprobiert hat, bis es dann eben nicht mehr ging und so nach und nach sein Coming-Out, das am College dann wieder etwas ausgebremst wird, weil er dort so unbedingt zu den harten Jungs gehören will, aber das war schon berührend. Bis auf die College-Episoden war Jack definitiv auch einer meiner Lieblinge, auch seine Freundschaft mit Jen, die so überraschend kommt, fand ich echt großartig. Ansonsten ging es mir beim Thema Diversität natürlich vor allem um unterschiedlichen Kulturen, Hautfarben etc. Auch beim Thema Glauben hatte man ja nur Grams, als strenggläubig, obwohl sich das nach hinten raus immer sehr geöffnet hat und eben Atheismus, aber sonst nicht so viel. Aber auch den Sexismus, den du ansprichst, ja gerade Mitch, da passte es schon, aber es ist mir auch gar nicht sooo schlimm aufgefallen, da die Serie doch insgesamt mehr sensible Figuren hatte.
Welche Charaktere besonders und welche gar nicht? Welche Handlungen/Geschichten haben Dich beeindruckt? Und natürlich: bist Du Team Dawson oder Team Pacey?


Jens Entwicklung mochte ich sehr gerne, aber ich hatte das Gefühl, dass sie immer mehr in Vergessenheit geriet und dass Audrey dann Jen 2.0 wurde, das war echt schade, deswegen war dann auch der zweite Beziehungsversuch von Jen mit Dawson echt grausig. Joey mochte ich eigentlich auch, auch wenn die Naivität bei ihr manchmal schon sehr übertrieben war, aber bei ihr hat mich eben umgekehrt gestört, dass sie dann so sehr im Fokus war, weil ich einfach für Gleichberechtigung war. Joeys Collegegeschichten passten zwar, außer vielleicht das mit dem Dozent, aber mit Eddie mochte ich sie auch sehr. Pacey mochte ich definitiv lieber als Dawson, deswegen kann ich auch gleich anhängen, dass ich mit dem Serienende sehr zufrieden war ;) , aber mit dem Wechsel aufs College war er erstmal ziemlich außen vor, bis sich das nach und nach besser eingespielt hat. Ich fand es zwar gut, dass er eben abseits des Colleges seinen Weg gefunden hat, aber dennoch ist das bei so einer Ensembleserie schwer einzubinden. Bei den Lieblingsepisoden ist mir definitiv die mit Joey und ihrem Angreifer in Erinnerung geblieben, weil die für die Gesamtsserie auch so ungewöhnlich war, aber ansonsten waren es meist die, wo alle zusammenkamen und wo dann die Konflikte hochkochten, sei es bei Pacey und seiner Familie an seinem Geburtstag, diverse Thanksgiving oder auch wo Audrey dann ihren Höhepunkt mit ihrem Trinken hatte und alle Wahrheiten aussprach. Was sind bei dir die Antworten?

und dann fand ich bspw. auch den Auftakt von Staffel 3 mit den 4 oder 5 Folgen mit der Rolle „Eve“ schrecklich. Da hab ich fast überlegt, das ganze Experiment abzubrechen…
Eve war wirklich sehr, sehr schrecklich! Auch diese ganze Verbindungsgeschichte dann, die einfach fallen gelassen wurde irgendwann, nee, brauchte man nicht...
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Re: Dawson's Creek on Netflix

Beitrag von Blondchen »

Eve war wirklich sehr, sehr schrecklich! Auch diese ganze Verbindungsgeschichte dann, die einfach fallen gelassen wurde irgendwann, nee, brauchte man nicht...
Du hast vollkommen recht, das ist mir jetzt auch aufgefallen, wie bescheuert einfach!

Ansonsten ging es mir beim Thema Diversität natürlich vor allem um unterschiedlichen Kulturen, Hautfarben etc. Auch beim Thema Glauben hatte man ja nur Grams, als strenggläubig, obwohl sich das nach hinten raus immer sehr geöffnet hat und eben Atheismus, aber sonst nicht so viel.
Stimmt, das Topic Religion ist sehr christentumzentriert erzählt, wobei es die klassische Teenagerproblematik gibt „glaube ich oder glaube ich nicht?“, aber keine Auseinandersetzung mit anderen Religionen. Das ist natürlich schon ein bisschen weltfremd, spätestens im College hätte das auch aufgebrochen werden können. Für mich war es damals trotzdem „hilfreich“, in Grams ein Vorbild zu sehen, dass sehr religiös ist, aber dennoch tolerant sein konnte. Das hat mich auch aus der Falle geholt, bei Religionen bzw. Gläubigen prinzipielle Intoleranz zu erwarten.

Natürlich ist es auch auffällig, dass es in DC nur Weiße in den Hauptcast „geschafft“ haben. Bodie‘s Geschichte thematisiert zwar die Rassenprobleme, von denen auch so romantische Schifferdörfchen wie Capeside mitnichten verschont waren, aber der Rassismus an sich, die Perspektive der Weißen, die ausgerechnet den gesellschaftlichen Rassismus erzählen, das alles ist offenkundig und natürlich total zeitabhängig.
Jens Entwicklung mochte ich sehr gerne, aber ich hatte das Gefühl, dass sie immer mehr in Vergessenheit geriet und dass Audrey dann Jen 2.0 wurde,
Mein Avatar verrät ja bereits, dass ich ein großer Fan von Jen bin/war ^_^ Ich erinnere mich, dass ich Audrey deshalb auch nicht so mochte. Da ich die 5. Staffel aber noch nicht begonnen habe, kann ich noch keine frischen Eindrücke dazu beisteuern.

Vor allem aber bin ich beim neuen Schauen beeindruckt von Pacey. Als ich es vor 20 Jahren gesehen habe, war ich natürlich in die Rolle verknallt :schaem: Aber die Reife seines Charakters einerseits und die vielen Probleme, die er andererseits mit sich herumschleppt, das konnte ich als Teenie nicht reflektieren.
Insofern beschäftigt mich aktuell — auch, weil ich es frisch gesehen habe — die Frage, wieso das alles mit ihm so übel werden musste zum Ende der High School hin, natürlich auch, weshalb er sich so gegen Joey gewendet hat dabei. Klar, die Gründe liegen vermeintlich auf der Hand, aber hätte Pacey nicht die Reife besitzen können, das anders zu bewältigen?

In meiner Erinnerung mag ich Eddie übrigens gar nicht! Ich bin gespannt, wie es dieses Mal sein wird :D


Meine „Sofabegleitung“, mit der ich dieses Mal DC schaue, ist irgendwie enttäuscht, dass die Serie tatsächlich noch die Collegezeit portraitiert und erfasst damit ja auch einen Eindruck vieler, die damals sagten, dass die Staffeln 5 und 6 einfach blöd gewesen sind. Ich empfand das nicht so, aber von meiner Grundkonstitution bin ich auch einfach ein schrecklich loyaler Serienmensch. Ich schaue bis zur allerletzten Folge, egal, wie schlecht es auch geworden sein mag und nebenbei dann auch jede Neuauflage und jeden Ableger :anbet: Trotzdem fand ich die frühen Staffeln damals auch besser. Heute hingegen ist mir das gar nicht so vorkommen, die 1. Staffel war mir im Gegenteil furchtbar anstrengend.
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Re: Dawson's Creek on Netflix

Beitrag von lenaleinschen »

Blondchen hat geschrieben: 07.06.2022, 21:44 Für mich war es damals trotzdem „hilfreich“, in Grams ein Vorbild zu sehen, dass sehr religiös ist, aber dennoch tolerant sein konnte. Das hat mich auch aus der Falle geholt, bei Religionen bzw. Gläubigen prinzipielle Intoleranz zu erwarten.
Das ist sehr interessant, dass du das so beschreibst, denn ich stimme zu, dass ich als gläubige Person es oft eher unangenehm empfinde, wenn religiöse Themen verarbeitet werden, weil es leider viel zu oft fanatisch wirkt und man eben gerade so große Gruppen nicht über einen Kamm scheren kann, egal welche Religionszugehörigkeit sie haben. Oft erlebt man es ja auch, "glaubst du an Gott?" - "ja." - "okay". Und fertig, das ist natürlich auch schade. Grams musste auch erst ihre individuelle Reise antreten, aber sie hat sich wirklich sehr weltoffen gerade zum Schluss hin präsentiert und ich finde, dass viele wichtige Botschaften, die heute noch genauso zählen, mit ihr schon gezeigt wurde.
Natürlich ist es auch auffällig, dass es in DC nur Weiße in den Hauptcast „geschafft“ haben. Bodie‘s Geschichte thematisiert zwar die Rassenprobleme, von denen auch so romantische Schifferdörfchen wie Capeside mitnichten verschont waren, aber der Rassismus an sich, die Perspektive der Weißen, die ausgerechnet den gesellschaftlichen Rassismus erzählen, das alles ist offenkundig und natürlich total zeitabhängig.
Bode ist wirklich das perfekte Beispiel, weil er mit keiner Story wirklich mal in den Vordergrund gerückt ist, dabei hätte auch an Alexander vieles wunderbar festgemacht werden können. Das hätte sich ja auch gar nicht ewig ziehen müssen, aber hier und da mal ein Ausrufezeichen, auch weil es in den späteren Staffeln am College noch genug Ausflüge nach Capeside gab.
Mein Avatar verrät ja bereits, dass ich ein großer Fan von Jen bin/war ^_^ Ich erinnere mich, dass ich Audrey deshalb auch nicht so mochte. Da ich die 5. Staffel aber noch nicht begonnen habe, kann ich noch keine frischen Eindrücke dazu beisteuern. [...] In meiner Erinnerung mag ich Eddie übrigens gar nicht! Ich bin gespannt, wie es dieses Mal sein wird :D
Das kannst du mich gerne wissen lassen, wie du das mit Audrey und Eddie bei diesem Durchlauf empfindest. Ich fand zwar auch, dass Audrey gute Momente hatte, auch weil sie Joey oft aus ihrem Schneckenhaus geholt hat, aber sie war schon auch sehr anstrengend.

Vor allem aber bin ich beim neuen Schauen beeindruckt von Pacey. Als ich es vor 20 Jahren gesehen habe, war ich natürlich in die Rolle verknallt :schaem: Aber die Reife seines Charakters einerseits und die vielen Probleme, die er andererseits mit sich herumschleppt, das konnte ich als Teenie nicht reflektieren.
Insofern beschäftigt mich aktuell — auch, weil ich es frisch gesehen habe — die Frage, wieso das alles mit ihm so übel werden musste zum Ende der High School hin, natürlich auch, weshalb er sich so gegen Joey gewendet hat dabei. Klar, die Gründe liegen vermeintlich auf der Hand, aber hätte Pacey nicht die Reife besitzen können, das anders zu bewältigen?
Die ganzen Probleme, die du bei Pacey ansprichst, sind für mich auch der Grund, warum er meiner Meinung nach besser zu Joey passte, weil sie eben beide schon früh ihr Päckchen zu tragen hatten und sich deswegen besser verstehen konnten. Zu deiner konkreten Frage, ich hoffe, dass ich jetzt nichts durcheinanderbringe, aber hatte Pacey nicht zwischendurch auch eine Phase, wo er sich schulisch auch wieder in den Griff bekommen hatte? Ich hatte jedenfalls den Eindruck, dass bei ihm noch eine Extrarunde mit neuem Absturz erzwungen wurde, was wahrscheinlich etwas übertrieben war, weswegen Pacey ingesamt sehr selbstzerstörerisch wirkte, weil er sich ja nichts an Glück gegönnt hat, vor allem Joey nicht. Da er von zuhause aber nun wirklich fast keine Unterstützung hatte, passt es vielleicht sogar ganz gut, aber ich fand das auch schwer mitanzusehen stellenweise, weil ich ihn eben auch durchgehend mochte und nicht so leiden sehen wollte.
Meine „Sofabegleitung“, mit der ich dieses Mal DC schaue, ist irgendwie enttäuscht, dass die Serie tatsächlich noch die Collegezeit portraitiert und erfasst damit ja auch einen Eindruck vieler, die damals sagten, dass die Staffeln 5 und 6 einfach blöd gewesen sind. Ich empfand das nicht so, aber von meiner Grundkonstitution bin ich auch einfach ein schrecklich loyaler Serienmensch. Ich schaue bis zur allerletzten Folge, egal, wie schlecht es auch geworden sein mag und nebenbei dann auch jede Neuauflage und jeden Ableger :anbet: Trotzdem fand ich die frühen Staffeln damals auch besser. Heute hingegen ist mir das gar nicht so vorkommen, die 1. Staffel war mir im Gegenteil furchtbar anstrengend.
Ich kann dir bei allen Eindrücken zustimmen, ich bin auch sehr loyal, von daher hätte ich es auf jeden Fall auch weitergeschaut. Aber ich stimme auch zu, dass die erste Staffel echt schwierig war und dass es dafür in den späteren Staffeln eben eingespielt war, das war der Vorteil. Es wurde definitiv zäh, gerade wenn Joey und die anderen bei ihren Beziehungsentscheidungen immer noch mal ne Runde einläuten, aber ich fand die Staffeln an der High School nicht deutlich besser.
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