Jess Mariano

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JanNolte

Beitrag von JanNolte »

Seine Intelligenz wurde bisher von allen bestätigt, nicht nur von Rory. Viele Bücher zu lesen macht nicht intelligent, stimmt, aber ich bezog das ja auf den Bildungsstand. Einen Abschluß braucht man nur, wenn man einen Lehr- oder Studienberuf ausüben will und da Jess schon keinen Bock auf Schule hat, hat er auf sowas wohl auch keine Lust. Für einen künstlerischen Beruf (zb. Schriftsteller) braucht keinen Schulabschluß. Und umgekehrt, auch wenn man Kunst studieren kann ist man danach noch lange keine Künstler ;) Ich denke, genau in diese Richtung wird seine Karriere verlaufen.

JanNolte

Beitrag von JanNolte »

wah, fehlposting :schaem:
Zuletzt geändert von JanNolte am 28.10.2004, 18:59, insgesamt 1-mal geändert.

suesse_sue

Beitrag von suesse_sue »

@ JanNolte

Also ehrlich, was ist denn an einem Schulabschluß schlimmes dran. Er braucht die Zeit in der Schule nur abzusitzen und von mir aus schlafen. Das habe ich auch gemacht. ;) Wenn er unabhängig sein möchte, kann er nebenbei arbeiten. Aber will er ewig ein Gabelstapler fahren?! Denn für bessere Jobs braucht er einen Schulabschluß. So sind nun mal die Regeln. Und die kann er von heute auf moren auch nicht ändern.

@ Sandra

Ich vermute mal, dass Jess in LA nix aufregendes gemacht hat. Vielleicht hat er im Geschäft seines Vaters ausgeholfen oder einen anderen Nebenjob gefunden. Und ich denk mal, dass er ziemlich oft an Rory denken musste :) Deswegen war es für ihn auch so schlimm, sie wieder zu sehen. Ihm ist klar geworden, was er mit ihr hatte und das er es versaut hat. Er hat Rory sehr verletzt und wollte sich dafür entschuldigen. Aber ich glaube, er hatte auch Angst vor ihrer Reaktion. Würde sie ihn Vorwürfe machen, was sollte er dann darauf entgegnen und wie sollte er das jemals wieder gut machen? Ich schätze, darauf hatte er keine Antwort. Deswegen: Rückzug

JanNolte

Beitrag von JanNolte »

Aber man kann sich diesen Regeln widersetzen ;) Vielleicht will er ja keinen besseren Job. Vielleicht will er einen Job bei dem er nicht groß denken oder Verantwortung übernehmen muß, damit er sich in seiner Freizeit auf andere Dinge konzentrieren kann, wie zb. einen Roman schreiben

DrChe

Beitrag von DrChe »

JanNolte hat geschrieben:Seine Intelligenz wurde bisher von allen bestätigt, nicht nur von Rory.
Ok, dass muss mir entgangen sein! Und wenn er mit seinen Kunstwerken keinen Erfolg hat? Dann kann er ja immer noch bis zur Pension Staplerfahren! Achja, vielleicht hat er ja bis dahin eine Frau die in Yale studiert hat, und erfolgreich ist :)

JanNolte

Beitrag von JanNolte »

Tja, das kann ihm auch mit einem Studium passieren. Gestern gabs einen Bericht über die Verhältnisse in den USA. Da ist es nicht unüblich, dass viele nach ihrem Studium keinen hochwertigen Arbeitsplatz bekommen und deshalb bei Star Bucks und Mac Donalds am Verkaufstresen stehen müssen, Jobs die früher ausschließlich von der Unterschicht ausgeübt wurden ;)
Und hier in Deutschland entwickelt es sich genau in die gleiche Richtung. Dir ist sicher schon aufgefallen, was im sozialen Bereich gerade alles passiert. In diesem System gibt es keinen dauerhaften Wohlstand, auch nicht für die Fleißigen (und denen die von Daddy ihr Studium finanziert bekommen, woher soll Jess übrigens das Geld dafür her nehmen?). Die Blütezeit haben wir jetzt hinter uns. In den nächsten Jahrzehnten kann man froh sein überhaupt einen Job zu bekommen. Das ganze Gerede von "Du musst fleißig lernen, dann wird etwas aus dir" ist nichts als eine Fatamorgana, egal ob Studierter oder Aushilfe, wir sind nichts als moderne Sklaven. Die Peitsche wurde nur durch Handys etc. und durch vorgegauckelte Freiheit ersetzt ;)

PS: Dafür, dass Du Che im Avantar hast, bist du aber sehr konformistisch eingestellt.

Sandra

Beitrag von Sandra »

JanNolte hat geschrieben: In den nächsten Jahrzehnten kann man froh sein überhaupt einen Job zu bekommen. Das ganze Gerede von "Du musst fleißig lernen, dann wird etwas aus dir" ist nichts als eine Fatamorgana, egal ob Studierter oder Aushilfe, wir sind nichts als moderne Sklaven. Die Peitsche wurde nur durch Handys etc. und durch vorgegauckelte Freiheit ersetzt ;)
Aber steigen Deine Chancen nicht enorm, wenn man eine gute Ausbildung vorzuweisen hat? Die Arbeitslosenquote unter Akademikern ist immer noch deutlich geringer als in den "unteren" Bildungsgruppen. Natürlich ist weder ein guter Schulabschluß noch ein Studium ein Garant für einen Job - aber die Chancen steigen doch. Gerade in unserer Zeit ist Bildung und Qualifikation so wichtig wie nie, erst Recht, wenn die Arbeitsplätze weniger werden. Wie dumm ist es bitte zu sagen "Ich finde eh keinen Job, also strenge ich mich erst gar nicht an."

Und auch wenn das Schulsystem sicher verbesserungswürdig ist, auch in Stars Hollow ;) - aber Jess hätte noch wenige Wochen durchhalten müssen. Ich weiß nicht, ob sein rebellisches Verhalten so klug ist. Man kann zwar gegen das System sein, aber manchmal halte ich es doch für klüger, sich dem anzupassen - und sich eben auf den Hintern zu setzen um wenigstens einen Schulabschluss zu machen.

Mir schien es auch oft so, als wenn Jess einfach keinen Bock gehabt hätte, was mir eher pupertär vorkam. Auf einer "Ändert das System"-Demo kann ich ihn mir jedenfalls nicht vorstellen. ;)

Aber wenn Jess so glücklich ist - okay. Wenn er meint, seinen Weg so machen zu können - bitte. Wir haben hier alle recht unterschiedliche Ansichten. Die Diskussion gefällt mir auf jeden Fall sehr gut. :)

JanNolte

Beitrag von JanNolte »

Klar, sind deine Chancen höher, aber je mehr deshalb dann studieren, desto mehr bewerben sich auf die gleiche Stelle und dann ist die Chance nicht mehr so groß. Wozu sich also mit einem Studium, das einen vielleicht nicht mal interessiert abmühen, wenn man auch so einen Job kriegen kann. Jess hat ja einen gefunden, dort war er sogar sehr beliebt und hätte noch lange bleiben können. Luke hat ihm das mit dem Rauswurf zu Nichte gemacht.
Ich behaupte nicht, dass Jess das alles aus Rebellion gegen das System macht. Er macht einfach das, worauf er Lust hat und läßt sich nichts vorschreiben. Ich finde das bewunderswert. Hätte ich in seinem Alter schon diesen Mut gehabt, dann wäre mir viel Psychoterror erspart geblieben.

Wir sind am Ende einer Epoche. Wären die Politiker vernünftig und nicht irgend welchen Lobbys verpflichtet, würden sie den Übergang in die neue Epoche vorbreiten. Aber anscheinend muß erst alles zusammenbrechen, bevor was geändert wird und da finde ich so ein Verhalten von Jugendlichen wie Jess besser, als diese opportunistische Anpassung. Denn die führt statt zu einer neuen Epoche, zu einer noch extremeren Versklavung.

Ja, ich bin auch der Meinung, dass es jeder so machen soll wie er will, genau darauf wollte ich ja hinaus. Es hat keiner ein Recht Jess Vorschriften zu machen.

veronika69

Beitrag von veronika69 »

Wenn jeder so denkt, geht unsere Bildung bald den Bach runter. Jahrelange Wissenschaft war umsonst und nur, weil manche denken, dass ein Schulabschluss reine Zeitverschwendung ist.

Jess ist meiner Meinung nach verantwortungslos, arrogant, eingebildet und egoistisch. Mal ehrlich, nur weil man ein par Bücher ließt (keine Schulbücher wohlgemerkt), ist man doch nicht klug.

Lernen gehört einfach zum Leben dazu oder was würde wohl passieren wenn wir nicht mehr zur Schule gehen würden? Wir würden wieder langsam in die Steinzeit zurückfallen, weil keiner mehr weiß, wie was funktioniert, wie man etwas herstellt usw.

Mal ehrlich, hilft da noch ein Job im Wall Mart? Wohl kaum und deshalb kann das kein Argument sein!

Sweety

Beitrag von Sweety »

veronika, das hast du sehr schön gesagt. :)
Irgendwie hatte ich bei dem Termin beim Direx den Eindruck, dass Jess schon den Schulabschluss wollte, nur eben nicht, indem er noch ein Jahr da absitzen muss. Es hat halt einfach zu spät "klick" gemacht. Er hatte ja schon genug Verwarnungen etc.

Klar will man als Jugendlicher meist alles andere lieber tun als lernen. Aber wenn Jess sich vielleicht auch mal bisschen mehr bemüht hätte, "Freunde" zu finden, wäre die Schule nicht so eine Qual gewesen, dann hätte er sich mit Gleichgesinnten über die Lehrer und den Lernstoff aufregen können usw. Das macht das Ganze doch erträglich...
Also ich geb zu, ich bin gerne in die Schule gegangen. Da waren viele meiner Freunde, da konnte man richtig Spaß haben. :)

JanNolte

Beitrag von JanNolte »

veronika69 hat geschrieben: Lernen gehört einfach zum Leben dazu oder was würde wohl passieren wenn wir nicht mehr zur Schule gehen würden? Wir würden wieder langsam in die Steinzeit zurückfallen, weil keiner mehr weiß, wie was funktioniert, wie man etwas herstellt usw.
Ja, lernen gehört zum Leben dazu, es ist aber ein natürlicher Drang des Menschen. Dazu braucht man keine Schulen im traditionellen Sinn. Lernen kann man auf verschiedene Weise, Schulen dienen nur dazu, die Leute das zu lehren, was für das System gut ist. Und dessen Interessen decken sich oft nicht mit den Interessen der Menschen. Technologie ist was schönes, aber für den Menschen gibt es wesentlich wichtigere Dinge, die er lernen müßte, um sich und die anderen Menschen zu verstehen und damit eine bessere Lebensqualität zu erreichen. Eine Qualität, die keine Technologie der Welt erreichen kann.
Dass wir vielleicht nicht mehr in der Steinzeit, aber doch noch im Mittelalter feststecken, erkennt man zum Beispiel daran, dass extremistische Islamisten (Bin Laden) und extremistische Christen (Bush) gegenander Krieg führen. Der Unterschied ist nur, dass sie die hochgelobten Technologien unserer Zeit für diesen Krieg nutzen können. Da fragt man sich doch echt manchmal, ob es so gut war, das Rad zu erfinden.

Die Bildung geht den Bach runter wegen den regiden Vorstellungen wie man Bildung zu vermitteln hat. Ein Schulabschluß sagt noch überhaupt nichts über deine Fähigkeiten aus. Das einzige was er aussagt und wohl auch aussagen soll ist, dass du folgsam das tust (also auch lernst) was man dir diktiert. Lernen tut man noch am Besten, wenn es auf freiwilliger Basis geschiet. Wenn jemand an ein Wissensgebiet interessiert ist, dann lernt er auch den dafür benötigten Stoff, um in dem Gebiet weiter kommen zu können. Daher ist auch keine jahrelange Wissenschaft umsonst. Die regiden Lehr- und Qualifikationsmöglichkeiten hingegen bremsen den Entwicklungsprozess eines Menschen und somit auch die Tehnologie, die er entwickelt aus, weil sie sich nicht an den Menschen anpassen, sondern weil die Menschen sich an sie anpassen müssen.

Ein Schulabschluß macht auch niemanden klug, er gibt nur vor, als wenn es so wäre. ;)

suesse_sue

Beitrag von suesse_sue »

Mensch, JanNolte, du hast ja Ansichten ;)
Ich gebe zu, das deutsche Schulsystem lässt nach und einen wirklich individuellen Unterricht bekommt man selten, aber es tut halt mal Not. Jeder Mensch muss lesen, rechnen und schreiben können. Und das ist nicht mal in Deutschland gegeben. Heute haben teilweise 10-Klässler Probleme eine Tageszeitung zu lesen. Das ist doch eine Katastrophe! Dazu kommt, dass jeder Mensch Allgemeinbildung braucht. Diese kann man natürlich auch durch Fernsehen oder anderen Büchern erhalten, aber am sinnvollsten ist die Schule. Falls Jess oder jeder andere die Schule langweilig findet, dann soll er sich Abwechslung suchen => in der Schule. Ab der achten Klasse hatte ich auch keine Lust mehr, also habe ich entweder gelesen oder geschlafen. Aber ich hatte meinen Schulabschluß. Ich machte danach eine Lehre und merkte, was mich wirklich interessierte und studiere dies mittlerweile. Schließlich können Geschichte, Musik, Biologie usw. schon sehr langweilig sein. Aber man braucht sowas auch nicht studieren. Keiner zwingt einem zum Studium!!!

Tja, ein Studium garantiert dir zwar keinen guten Job, aber du hast bessere Voraussetzungen. So ist halt das System in dem wir leben und das können wir nicht von heute auf morgen ändern. Dazu kommt, dass wir die junge Generation noch lange leben werden

JanNolte

Beitrag von JanNolte »

suesse_sue hat geschrieben:Mensch, JanNolte, du hast ja Ansichten ;)
Ich gebe zu, das deutsche Schulsystem lässt nach und einen wirklich individuellen Unterricht bekommt man selten, aber es tut halt mal Not. Jeder Mensch muss lesen, rechnen und schreiben können. Und das ist nicht mal in Deutschland gegeben. Heute haben teilweise 10-Klässler Probleme eine Tageszeitung zu lesen. Das ist doch eine Katastrophe!
Genau das hat ja das Schulsystem zu verantworten, die meisten von denen waren ja in der regulären Schule. Diese Schüler haben häusliche Probleme und sollen dann auch noch täglich stundenlang in der Schule auf nen Stuhl sitzen und konzentriert arbeiten. Das funktioniert einfach nicht. Mal abgesehen davon, dass sie psychologische Betreuung brauchen, um mit den Problemen besser klar zu kommen, muß man ihnen den Lernstoff so entgegenbringen, dass sie den Spaß am Lernen behalten bzw. überhaupt entwickeln können. Es gibt Schulen in denen dürfen die Kinder selbst bestimmen, wann sie was lernen. Da gibt es oft welche die erst mit 10 Jahren lesen und schreiben lernen, dies aber in einem viel schnelleren Tempo schaffen, als ein 6jähriger in der regulären 1. Klasse. Der Grund dafür ist, dass sie es aus eigenem Antrieb tun. Sie wollen wissen was in Büchern steht, sie wollen im Internet lesen und kommunizieren etc. und das bewegt sie dazu lesen und schreiben zu lernen. Ausserdem gab es ein Projekt namens Summerhill. Das war eine Privatschule in der die Schüler von der Schulpflicht entbunden wurden und den Unterricht und die Verwaltung der Schule basis-demokratisch mitbestimmen durften. Nach einem halben Jahr (sozusagen nach einer Erholung vom alten System ;) ) kamen alle Schüler wieder zur Schule und beteiligten sich freiwillig am Unterricht. Sie lernten nicht nur den regulären Stoff, sondern auch vieles über Organisation.

Diese Beispiele zeigen, dass es auch anders geht, und PISA und die von dir angesprochenen 10 Klässler zeigen, dass es endlich anders gemacht werden muß. Lehrer müssen einfach viel mehr können. Das sollte man auch von ihnen verlangen dürfen, schließlich vertraut man ihnen einen wichtigen Teil der Entwicklung von Kindern an. Psychologische Kompetenz ist da genau so wichtig, wenn nicht sogar wichtiger als die fachliche Kompetenz. Das benötigt natürlich eine Erweiterung der Ausbildung und sollte dann auch dementsprechend besser bezahlt werden.
Würde man endlich die neue Epoche einleuten und eine finanzielle Basis für jeden schaffen, zb. durch das Bürgergeld, dann könnten auch die Eltern wieder einen größeren Teil zu der Bildung ihrer Kinder beitragen. "Elternarbeit" sollte endlich auch als Arbeit anerkannt werden und dementsprechend vergütet werden. Dann wäre man auch nicht mehr völlig von Instutitionen wie Schulen und Ganztagskinderstätten abhängig und könnte für die Kinder das sein, was man sein sollte.

Noch was zu "einen guten Job haben": Glaubt ihr, ihr könnt euch nur durch euren Beruf verwirklichen? Ist es nicht auch möglich einen einfachen Job zu haben, damit seinen Lebensunterhalt zu verdienen und sich dann in seiner Freizeit zu verwirklichen? Ich zum Beispiel kenne keinen Beruf in dem ich mich verwirklichen könnte. Verwirklichung bedeutet für mich mehr, als Karriere zu machen und dafür von anderen gelobt und bewundert zu werden oder irgendwem irgendwas zu beweisen.

suesse_sue

Beitrag von suesse_sue »

Da hast du was falsch verstanden. Ich will mich nicht in meinem Beruf verwirklichen, aber er soll mir Spaß machen und gut bezahlt werden. Und das bedeutet für mich auch, dass die Arbeit nicht stupide sein darf. Denn sonst wird es arg langweilig.
Ich bin genauso wie du ein freizeitorientierter Mensch, aber für mich ist auch der Beruf wichtig. Schließlich muß ich noch 40 Jahre arbeiten und dass ist eine ziemlich lange Zeit...

Sweety

Beitrag von Sweety »

JanNolte hat geschrieben: Noch was zu "einen guten Job haben": Glaubt ihr, ihr könnt euch nur durch euren Beruf verwirklichen? Ist es nicht auch möglich einen einfachen Job zu haben, damit seinen Lebensunterhalt zu verdienen und sich dann in seiner Freizeit zu verwirklichen? Ich zum Beispiel kenne keinen Beruf in dem ich mich verwirklichen könnte. Verwirklichung bedeutet für mich mehr, als Karriere zu machen und dafür von anderen gelobt und bewundert zu werden oder irgendwem irgendwas zu beweisen.
Aber die meisten Jobs, in denen man richtig Kohle verdient, sind nun mal nur mit einer höheren Bildung zu erreichen. Ich weiß ja nicht, welche Träume du so hast, aber meine erfordern doch eine Menge Geld. :D
Okay, das hat vielleicht nicht so viel mit Verwirklichung zu tun, aber in Dtl. sind die Lebenshaltungskosten für meine "Ansprüche" jedenfalls so hoch, dass ich mir das mit einem Kassenjob o.ä., womöglich noch halbtags, nicht leisten kann.

(hat zwar nix mehr mit Jess zu tun, aber super Diskussion hier :))

JanNolte

Beitrag von JanNolte »

Wenn alles so bleiben würde wie jetzt, dann hättet ihr ja beide vielleicht recht, aber es wird sich in den nächsten Jahrzehnten arg viel ändern. Da kann man auch mit Studium nicht mehr damit rechnen, 40 Jahre lang ein und den selben Beruf ausüben zu können. Wie schon erwähnt, arbeiten auch in den USA studierte Menschen bei Star Bucks und MacDonalds. Ein Blick dort hin ist auch immer ein Blick in die Zukunft Deutschlands. Die Richtlinien der EU und die Globalisierung erzwingen in allen EU-Ländern, die gleichen Strukturen wie in den USA. Und wenn man dort hinblickt sieht die Zukunft sehr düster aus (besonders jetzt wo Bush laut der neusten Hochrechnungen (es ist jetzt 6 Uhr morgens) wieder Präsident wird).

Bis zum Jahr 2030 werden in der Produktion kaum noch Menschen Beschäftigung finden, was eine ungeheure Arbeitslosigkeit und somit Armut zur Folge haben wird. Der Witz dabei ist, dass die Produkte massenhaft vorhanden sind, sie sich aber kaum einer leisten kann. Würde man alles Vollautomatisieren, die restliche Arbeit gerecht auf alle aufteilen und einige Strukturen verändern (wie zb. das Geld abschaffen) müßte jeder nur noch durchschnittlich 5 Stunden die Woche arbeiten (bzw. für 10 Jahre 40 Stunden oder 20 Jahre 20 Stunden oder...). Die produzierten Waren würden dann gerecht auf alle verteilt werden, so dass die Mehrheit einen höheren Lebensstandart haben würde, als jetzt. Das ist nur ein Beispiel, wie man die Strukturen verändern könnte, es gibt zich andere Möglichkeiten, die alle besser sind, als die jetztigen Strukturen beizubehalten. Fast jeder lobt die Technologie in die Höhe, aber trotzdem wird sie nicht ansatzweise so effektiv zu unserem Wohl eingesetzt, wie man es könnte. Jetzt nutzen sie nur denen, die die Patente dafür besitzen. Und die machen mehr Geld damit, als sie ihr lebenlang ausgeben können.

DrChe

Beitrag von DrChe »

@JanNolte: Ich gebe dir im Wesentlichen, bei jeder deiner Aussagen recht! Aber welche möglichkeiten hat man als "Otto-Normal-Versager" aus diesem kapitalistischen System auszusteigen? Man könnte sich selbst aus dem Wettbewerb nehmen! Aber auch wenn ich kein Fan dieses Systems bin, möchte ich mir einen gewissen Lebensstandard leisten. Auch wenn ich mir keinen besonderen Luxus leiste, setzt das einen Job voraus! Außer ich entschließe mich von Sozialleistungen zu leben, was auf dauer zu einem noch rascheren Abbau von derartigen Leistungen führen würde! Wenn man davon ausgeht, dass es Menschen gibt die von Sozialleistungen leben müssen, setzt es einen gewissen Egoismus voraus, diese für sich zu beanspruchen, weil man mit dem kapitalistischen System nicht zurecht kommt!

Und wenn ich auf eine bessere Ausbildung verzichte, und als "Hilfsarbeiter" arbeite oder Gelegenheitsjobs verrichte, schlage ich damit der Globalisierung auch kein schnäppchen! Auch wenn viele Menschen meinem Beispiel folgen würden, würde sich dadurch nichts verbessern! Die Kluft zwischen schlecht bezahlten Arbeitern und den besser verdienern würde dadurch nur noch größer! Damit würden wir diese ohnehin fotschreitende Entwicklung, nur noch beschleunigen! Und unserer (Österreich) Regierung noch einen Gefallen tun!

Wenn alles weiter läuft wie bisher, strömen immer mehr Menschen an die Universitäten, um sich ihre berufliche Zukunft zu sichern, quälen sich durch ihr Studium, um vielleicht bei McDonalds zu enden. Ob sie nun wirklich für ein Studium geeignet sind, oder ob ihnen ihr gewähltes Fach liegt, spielt bei uns (Österreich,Deutschland) längst auch keine Rolle mehr! Studenten mit schlechteren "intellektuellen" Fähigkeiten, lernen dann eben rund um die Uhr! Und das alles, um danach evtl. arbeitslos zu sein!

Ich bin mit dieser Situation bestimmt nicht zufrieden, aber so läuft das eben in einem kapitlistischen System. Und dem der arbeitet, um gerade so um die Runden zu kommen, vorzuwerfen, sich dem kapitalistischen System unterzuordnen, ist auch ziemlich Sinnlos!

Es gibt einfach zu viele Menschen, die vom bestehenden System profitieren, als das sich daran etwas ändern würde, bevor es von selbst zusammenbricht! Traurig! Aber aus meiner Sicht, wahr!

An unserem Bildungssystem (sollte) könnte man natürlich einiges ändern, aber das läßt unsere Wirtschaft zum Teil wiederrum nicht zu! Selbst wenn man alternative Bildungssysteme einführen würde, wären die Absolventen, den Absolventen bestehender Einrichtungen gegenüber im Nachteil! Was wieder dazu führen würde, dass nur wenige Eltern ihre Kinder an eine derartige Schule geben würden.

grüsse

Che

suesse_sue

Beitrag von suesse_sue »

Wenn wir schon auf das Schulsystem schimpfen, müssen wir auch unsere Bedenken gegenüber der Politik äußern. Schließlich haben sie letztes Jahr weniger Lehrer eingestellt als sie wollten. Die Bundesländer sparen an den falschen Ecken und somit sinkt der Schulstandard. Das hat auch zur Folge, dass nicht jeder Schulabgänger studieren kann oder einen super Job erhält. Für diese Menschen muß es auch Jobs geben und das sind dann halt Teilzeitjobs oder Niederlohn-Jobs.
Natürlich ist der Split zwischen Arm und Rweich doof, aber er ist vorhanden. Nun können wir uns nur daran anpassen und versuchen, die Differenz zwischen den beiden Gruppen zu verringern.

@JanNolte
Du meinst doch nicht ernsthaft, dass die Menschn so wenig arbeiten sollten. Technologie hin und her, Arbeitsplätze werden zwar durch Automatisierung und Standardisierung abgebaut, aber die Menschen müssen auch leben. Und damit meine ich nicht nur das Gehalt sondern auch die Kontakte zu anderen Menschen und die Anerkennung, das man was leistet

veronika69

Beitrag von veronika69 »

@JanNolte:
Ich finde die Art und Weise wie derzeit in manchen Schulen unterrichtet wird, auch nicht gerade zeitgemäß, aber ich denke die Schüler machen es einem auch nicht gerade einfach. Lieber kiffen, Alkohol trinken und von mogens bis abends rumhängen (chillen, nennt man das ja). Und dieses Desinteresse finde ich einfach grauenhaft. Die wissen ja noch nicht einmal was in der Welt vor sich geht, die würden fragen: "Wer ist Bush", wer ist "Bin Laden"?
Interessiert die nicht und die würden sich auch nicht dafür interessieren, wenn man der Unterricht anders gestaltet würde. Und die wollen mal über meine Zukunft entscheiden, bei dem Gedanken wird mir Angst und bange.

Ich bin noch nicht lange aus der Schule und ich war auch eine dieser Schülerinnen, die das alles nicht gejuckt hat. Und warum? Lernen war einfach out, uncool. Heute wird man ja als Streberin bezeichnet wenn man etwas für seine Bildung macht und wird nicht in der Clique anerkannt. Zum Glück hatte ich meinen Fehler noch rechtzeitig eingesehen, denn ansonsten hätte ich nun nicht diese wundervolle Stelle, die mir so wahnsinnig viel Spaß macht.

Ich kann mir inzwischen gar nicht mehr vorstellen, ohne Arbeit zu sein. Die vielen netten Menschen mit denen ich täglich zusammenarbeite, mit denen ich so viel lachen kann und mit denen ich ich auch außerhalb der Arbeitszeit sehr viel Spaß haben kann, das hätte ich alles nie kennengelenrt.

Was ist dagegen ein Job im Mc Donalds? Das ständige Gepipse, unfreundliche Kunden usw. Nein, da will ich echt nicht tauschen.

AJ

Beitrag von AJ »

ich denke, seinen job sollte man mit bedacht auswählen. er sollte gutes gehalt einbringen, gute kollegen einschließen und spaß machen. ja, klingt jetzt sehr naiv, aber ich denke, je höher der abschluss, desto besser auch die job aussichten und die möglichkeiten. natürlich geht die rationalisierung überall voran, aber je schlechter der abschluss, umso mieser sind die job aussichten. das ist ganz klar. und wenn man bedenkt, daß man dreiviertel seines lebens damit verbringt, auf arbeit rumzuhängen und geld für seine miete & co zusammenzubekommen, sollte der job schon einiges bedeuten. ich könnte mir zum beispiel überhaupt nicht vorstellen, am fließband oder an der kasse zu arbeiten - das wäre mein todesurteil. und gehen wir doch mal davon aus, daß man nur mit einem gescheiten job genügend kohle verdient. heute ist es nunmal so, daß ohne kohle auch leben nicht möglich ist. ich rede nicht von einem ferrari - ich rede gerade mal davon ins kino gehen zu können. klingt banal, ist es aber nicht. ein normaler durchschnittsbürger hat im jahr genügend ausgaben für versicherungen, auto, miete, nebenkosten, freizeit etc. - das läppert sich. ich rede nicht von in geld schwimmen, aber ich für meinen teil brauche einen richtigen job, um überhaupt das gefühl zu haben, mir etwas leisten zu können. ich glaube nicht, daß ich das so, wie ich mir das vorstelle, mit einem "einfachen" job bewerkstelligen könnte. und es soll tatsächlich leute geben, die sich in ihrem beruf verwirklichen :D

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