[The Wire] Eure Meinung zu #5.10 Die Welt dreht sich weiter

Diskutiert hier über Episoden der Serien, die nicht im Serienbereich von myFanbase vertreten sind.

Moderatoren: ladybird, Freckles*

Forumsregeln
Bitte eröffnet Episodenthreads in diesem Board nur, wenn im allgemeinen Serienthread rege diskutiert wird oder ihr euch in einer Gruppe zusammengefunden habt, um eine Serie anzuschauen und zu besprechen.
Antworten
ForVanAngel

[The Wire] Eure Meinung zu #5.10 Die Welt dreht sich weiter

Beitrag von ForVanAngel »

Bürgermeister Carcetti erfährt von Daniels, dass der "Serienkiller-Fall" nicht mehr war als eine Erfindung, um Mittel für die Überwachung der Stanfield-Organisation loszueisen. Jetzt will Carcetti Köpfe rollen sehen - und die "Hauptschuldigen" McNulty und Freamon entscheiden sich, lieber gleich den Dienst zu quittieren. Damit nichts über die illegale Abhöraktion an die Öffentlichkeit dringt, schlägt die Staatsanwaltschaft Stanfields Anwalt, Maurice Levy, einen Deal vor: Er soll Stillschweigen bewahren, und im Gegenzug wird Drogenboss Stanfield wieder auf freien Fuß gesetzt...

www.foxchannel.de



--------------------

ForVanAngel

Re: [The Wire] Eure Meinung zu #5.10 Die Welt dreht sich weiter

Beitrag von ForVanAngel »

Das Finale dieser einzigartigen Serie. Weiß gar nicht was ich erwarten soll, aber ich denke es wird in die tragische Richtung gehen, Helden am Abgrund und jene die mit Lügen durchkommen bzw. einfach die Taten anderer auf ihre Fahnen heften.


Hahaha, da saßen sie alle bei Mayor Carcetti und berieten wie sie jetzt mit dem Fake Serienkiller weitermachen sollen. Carcetti war sichtlich geschockt und anders als zuletzt vieler Worte verlegen. Norman fasst es zusammen: „Everybody’s getting what they need behind some make-believe.“ Und in etwa so kam es am Ende dann auch. So ist das, Carcetti beschwert sich, hat allerdings genauso die Leute mit seinen emotionslosen Emotionsreden zum Narren gehalten. Es wäre natürlich völliger Schwachsinn und größte Idiotie ever wenn sie zugeben was passiert ist. Weil dann Carcetti’s Kandidatur zusammenbricht und der Marlo Fall auch und es einen entsetzten Aufschrei gibt. Und Köpfe würden rollen, egal ob jene Beteiligten völlig unbeteiligt waren oder nicht, und hier gibt es eigentlich nur 2-3 Schuldige. Norman’s Sager „I wish I was still at the newspaper so I could write of this mass“ war noch ein netter Hinweis Richtugn Zeitung. „It’s too fucking good.“ :D Stimmt, für Wire Verhältnisse finde ich sogar fast zu irre, aber es ist halt ein idealer Weg uns die Dynamik zwischen Polizeiarbeit, Zeitungsmacht und Politikerwerken zu zeigen und ich kann auch sagen es hat sehr viel Spaß gemacht. Man will die ganze Situation still und heimlich beenden und alle Bestrafungen im Dunklen durchführen. Dieser Berater Steintorf ist ein Hund, Rawls klargemacht er müsse die Fresse halten, dafür wird er dann wenn Carcetti nach oben geht einen tollen Jobaufstieg machen, während Daniels dann Police Commissioner wird. Wunderbar wurde hier gezeigt wie man wenn man bereit ist den Mund zu halten weit nach oben kommen kann. Carcetti war zur Stelle um mit Rede #3 den Fang des Killers zu feiern. Dazu fällt mir nix mehr ein. :motz: Rawls sagte nur die 2 Morde, allerdings lies er offen ob es noch mehr werden könnten. Daniels wurde gelobt, Mörder gefasst, Vacant Houses Mörder gelöst. Am Ende aber wurde Carcetti Governor, Rawls stieg wie durch sein Schweigen erkauft auf, Valcheck wurde neuer Police Commissioner, Nerese Mayor und Daniels bekam halt nix ab, musste abtreten.

Daniels will die famosen 3 loswerden: McNulty, Sydnor und Freamon. Die Ironie an der Sache ist, dass es Daniel’s Detectives sind und Rhonda auch fliegen würde, weil sie das Wiretap durchgebracht hat. Man hängt also mit drin und sollte sich überlegen ob man den Ast auf dem man selber sitzt absägen will. Daniels wurde übel mitgespielt, entweder er fälscht die Statistik, dreht da und dort, bringt Carcetti zum Governor und Nerese zum Mayor, oder der darf seinen Rückzug antreten. Hier hat man toll gezeigt wie hart es ist eine ehrliche Entscheidung zu treffen. Daniels kann zwar weitermachen, aber dazu müsste er betrügen, tut er es nicht ist er weg. Er könnte zwar in die Offensive gehen und sich mit Carcetti anlegen, allerdings würde er dann ein paar Leute die ihm am Herzen liegen mitreißen, was er nicht will. Zum Glück hat Daniels als einer der wenigen oder gar der Einzige da oben ein Gewissen. Er ist ein Großer, weigerte sich die Mordquote zu manipulieren bzw. gezielt zu bearbeiten. Solche Leute braucht es, sonst ändert sich nie was, alle machen nur das Nötigste die eigene Karriere zu pushen. Da Daniels in dieser Situation keine weiße Weste hat und alleine dasteht ist klar, dass er das Richtige getan hat. Rückzug trotz dem großen Erfolg aus „familiären“ Gründen. Dafür wurde er Anwalt und kann wirklich Gutes tun, Rhonda als Richterin ist auch klasse.

Lester weiß dank der Infos von Clay Davis, dass es einen Maulwurf gibt, welcher vom Gericht aus Maury mit Vorabinfos versorgt. Die Person hat er schnell gefunden, denn ein simpler Backgroundcheck erweist sich als Volltreffer. Schon heftig, dass da nicht regelmäßig kontrolliert wird. Weiß gar nicht wie irrwitzig es war als Lester dann Rhonda erzählte, Gary habe gestanden und mehrere Anwälte unter denen auch Maury hätten Geld von Drogenleuten angenommen und man solle nun gemeinsam das Drogengeld verfolgen. „The truth, you say?“ ;) Ja, ausgerechnet er. „They’re pretending on this case like we’re pretending“ – schnell wussten die beiden Sündenböcke, warum sie noch frei rumlaufen durften, war auch keine Kunst das rauszufinden. „You know, you think about it, we’ve got almost as much on them as they do on us.“ :D Leider konnten beide heute aber selber keinen Druck ausüben. Er verlor seinen Job, allerdings hat er ja ganz bewusst von Anfang an Kollgen McNulty unterstützt und darf nun trotz seiner unglaublichen Fähigkeiten Modelhäuser bauen.

„The case has gone quiet.“ Meint Jimmy zu Landsman. Noch wissen beide nicht, dass sie aufgeflogen sind. Bunk saß daneben und hört diese Worte von Jimmy: „I can’t make shit up, can I?“ ^_^ ^_^ Genial. „Shit is like a war: Easy to get in, hell to get out.“ Dann kam schon Lester vorbei und erklärte, dass man enttarnt worden war. Beide bekamen das große Zittern, wobei ich die verständliche frage warum sie noch nicht verhaftet worden waren etwas seltsam fand, weil doch klar sein müsste, dass man so eine Geschichte leise halten muss. Selbst Bunk nahm die Sache mit, das fand ich toll, er war bisher immer dagegen gewesen und auch richtig sauer. Hatte natürlich Witz als der Fahrstuhl aufging und da ER stand, Cedric Daniels, sein Blick kann töten und Jimmy durfte noch neben ihm einsteigen. :D „To be continued.“ :D Immerhin hat es Jimmy irgendwie geschafft doch noch bei Beadie zu wohnen, obwohl sie weiß was Daniels weiß. Shiiiiiit, plötzlich gab es einen Copycat Killer. :D Und es wurde noch genialer, als Jimmy an den Tatort trat, seine Unschuld beteuerte, Kima sarkastisch meinte wenigstens einen Verdächtigen weniger und Bunk dann aus allen Wolken fiel als er rausfand, dass Daniels & Co. schon längst Bescheid wissen. :D ROFL, Carcetti sah die News und warf die Fernbedienung gegen das TV. „Did somebody not get the message?“ ^_^ ^_^ Jimmy dann mit Rawls und Daniels in einem Zimmer. “You’re not killing them, McNulty, at least assure me of that?” :D “So this is your last case, work it.” Jimmy konnte leider nichts dagegen tun. Hatte aber dann einen Geistesblitz: Es war schon hundsgemein diesen Copy-Cat-Murder-Typen zu fassen und ihm alle Morde in die Schuhe zu schieben. Ein Mord ja, aber der Typ war doch so kaputt, hat geglaubt er habe sie alle getötet. Zum Glück wurden es am Ende nur 2 und ich denke das erfüllt seinen Zweck. Jimmy wollte dem Täter nur 2 Morde anhängen, Rawls hingegen hätte ihm gleich alle 6 geben wollen, klar. Jimmy und Lester kommen recht fein aus der Sache raus, dürfen allerdings nicht mehr als Cops arbeiten. Rhonda hat getan was sie konnte, ihr vorzuwerfen der Deal mit Marlo wäre doof ist unfair – wobei das Fazit nur lauten kann: Marlo frei, 2 Cops suspendiert, also war das alles umsonst und hat Daniels noch seinen Job gekostet. Hätten die am Ende Jimmy kalt gemacht hätte ich meine Fernbedienung gegen den Fernseher geworfen. Jimmy wurde immerhin mit Lester zusammen gebührend in der Bar verabschiedet. :up: War schon traurig, allerdings ist es für Jimmy’s Leben besser wenn er einen anderen Job macht. Finde ich toll, dass niemand von den Kollegen böse auf ihn ist, er hat ja auch mit OT geholfen. Kima kam auch, sie gestand den beiden sie habe es erzählt. Die beiden waren zum Glück nicht nachtragend. So ehrlich muss man sein können, es wäre auch auf andere Weise rausgekommen. Jimmy hat immerhin Beadie an seiner Seite. Ein wahrer tragischer Anti-Held, auch er hätte es weit bringen können, hätte er einfach mitgespielt und sich keine weiteren Gedanken gemacht. So bekam er was er hatte kommen sehen, hätte noch gerne gewusst was er jetzt macht.

Gus bekam nun schwarz auf weiß Infos auf seinen Schreibtisch, der Bekannte Robert hatte geforscht und herausgefunden, dass viele Zitate so nie gesagt worden waren bzw. gar nicht. Noch allerdings weiß Gus nicht was er machen soll, denn einen erfolgreichen Reporter zu plätten ist gerade bei dieser ganzen Situation gefährlich und er ahnt wohl selber schon, dass auch der Anruf des Killers vielleicht ausgedacht ist. Gus ist übrigens laut seinem Boss eifersüchtig, er würde Scott persönlich schaden wollen. Ich bin mir ganz sicher der Boss hat Gus hier durch die Blume gesagt, dass er sich einen Dreck schert ob es wahr oder nicht ist, es ist ein wirksamer Artikel und deshalb wird der gedruckt. Krass. Gus wurde genau wie Daniels geraten ja nichts zu unternehmen, weil er dann seinen Job verlieren würde. Alma übte ebenfalls Kritik an Scott und wurde strafversetzt, genau wie Gus. Eigentlich genau wie Daniels kämpfte Gus von Anfang an für Integrität, für Ehrlichkeit und das hat ihm am Ende eine Degradierung eingebracht. :ohwell:

Scott fand anscheinend einen Hinweis auf den Killer, einen Van. Meine Güte, er hört nicht auf und Jimmy muss ihn befragen, da stehen 2 Typen im Bild die beide wissen was für Mist sie da verzapfen, nur nicht, dass der andere es auch weiß. Ein zufälliger Undercoer-Typ(!) und Bekannter von Jimmy klärte dann Scott’s Lüge Sekunden später auf. „You lock up every liar, there’s no room in BDC for anyone else, right?“ Scott ist wahrlich ein Arschloch, seine Dreistheit übersteigt echt alles was ich jemals gesehen habe. Gus super angepisst und Scott pocht drauf er habe gesehen was er gesagt habe. „Our job is to report the news, not to manufacture it.“ Solche Menschen machen mir Angst und das obwohl Scott an sich nicht gefährlich ist, es ist seine Gewissenlosigkeit, Jimmy hat Gewissensbisse, aber Scott nicht. Beide trafen sich und Jimmy klärte den Lügenbaron auf: „You lying motherfucker, you’re as full of shit as I am“ – war genial wie Scott geschaut hat als Jimmy ihm die Wahrheit erzählte. :D Also der Blick war so unbeschreiblich, gold. War dann etwas merkwürdig was abging: Scott wirkte etwas perplex, erwartete wohl alles zu verlieren, allerdings gab es keinerlei Konsequenz für ihn und so machte er dann wohl wie gehabt weiter. Wie ein ein Zombie, wie gedruckt lügen und dann noch einen Wutanfall vorspielen und behaupten, Gus wäre neidisch. Durch den leeren Notizblock war ich mir dann aber sicher, dass Scott eine Krankheit haben muss, so realitätsfern kann man gar nicht sein – oder er ist hyperintelligent und steckt hier gerade die gesamte Sun in seine Tasche. Er tut’s halt für den Ruhm, seine beiden Kollegen waren die Leidtragenden und verloren ihre guten Posten. Und Scotty Boy? Der wurde obwohl mehrere Personen genau wussten wie derbe er gelogen hatte ein paar Wochen später mit dem Pulitzer-Preis ähm ja belohnt. Applaus, was für eine Show. Jackpot, weg von der Sun, raus aus Baltimore, dahin wo man noch mehr Lügen abziehen kann ohne aufzufallen.

Was plant Maury? In jedem Fall das Beste für sich persönlich. Da er ganz tief drinsteckt und Marlo und Co. eingebunkert sind, hat er freie Bahn. „There’s a lie in here somewhere.“ Aber er kann doch nicht echt glauben Herc würde die Nummer nicht weitergeben? Er hat sie ja noch sichtlich auf seinem Schreibtisch liegen gelassen. :?: Jedenfalls rechnet Maury etwas und merkt, dass man den Code nicht einfach so knacken kann, die Cops musste also ein Wiretap gehabt haben, was sie allerdings offiziell nicht hatten. Vorerst kommt nur ein Gangster raus, Cheese, allerdings glaube ich nicht dass er der Letzte ist. Man sieht wieder was für einen Schaden solche Anwälte anrichten, klar darf jeder Bösewicht einen haben, allerdings ist Maury ein ganz schlimmer Finger und vermittelt Wissen wie sich die Bösen schadlos halten können trotz Verbrechen. Höchst fesselnd war das Maury-Rhonda Treffen. „We should talk“. Lester hat es zwar versaut, aber auch das Rätsel gelöst und dank Davis Rhonda genug Druckmittel gegeben um nicht mit leeren Händen dazustehen, das wäre fatal gewesen. Denn Maury erklärte ihr gleich er werde nachhaken, mit dem Mitteln habe man kein Wiretap haben dürfen, aber man muss eines gehabt haben, denn so einen Code knackt niemand in ein paar Stunden (oder waren es nur 2 Stunden)? Rhonda geschockt, genau wie die beiden Berater, wenn man den Zeugen offen legen muss, findet Maury die Wahrheit raus. Aber man hat ja Lester sei Dank das Druckmittel. Herrlich wie sie den Anruf von Maury und Gary auf Band hatte (dank Lester). :D Interessant war übrigens noch, dass beide genau wussten, dass Rhonda hier gerade eine Erpressung durchführt, was verboten ist. Mir war das nicht klar, denn in der Serie wurde schon mehrfach mit solchen Druckmitteln um sich geworfen. „I’ll be out a couple of years before you, Maury.“ ^_^ War eine sau spannende Pokersituation, da merkt man schon, dass man selbst mit den besten Infos dermaßen aufpassen muss wie man den Gegenüber attackiert, denn Maury ist Clay Davis nicht unähnlich. Hui, sie will also Chris Partlow alle Vacant Houses Morde gestehen lassen (Snoop gibt’s ja nicht mehr) und Stanfield kommt zwar frei, allerdings zieht er sich aus dem Drogengeschäft zurück bzw. er lässt sich auf den Straßen Baltimore’s nicht mehr blicken. Maury hat geschwitzt. Aber seinen Willen bekommen. Anfangs sah es nicht so gut für ihn aus, aber jetzt lacht er, denn Herc hat ihm mit dem Wiretap Tipp gerade ein goldenes Ei gelegt: Kommt Marlo trotz einer gigantischen Drogenanklage frei, ist Maury der Held, sein Name macht die Runde und er kriegt nen fetten Zahltag. Herc ist jetzt übrigens der Kumpel von seinem Anwaltsboss. :D Maury wird am Ende wohl schwer enttäuscht gewesen sein, Marlo wieder an die Straße verloren zu haben, allerdings wird er auch weiterhin genug Geld von ihm verdienen können. Und auch er kommt ungestraft davon.

Marlo erfuhr von seinem Anwalt die überraschende Nachricht, dass er nicht nur auf freien Fuß kommt, sondern auch sein gesamtes ergaunertes Geld behalten darf. Krass. Verliert zwar Chris Partlow, Monk und noch den einen oder anderen Crew-Typen für viele Jahre ans Gefängnis, aber sonst kommt er lässig raus. So ist das, der wahre King darf gehen, nur die Untergebenen kriegen Prügel. Dabei ist natürlich der Chef der schlimme Finger, denn ohne sein Organisationstalent und seine Emotionslosigkeit würde das ganze System gar nicht laufen können. Marlo weiß, dass sein Zeitfenster bis November offen steht und er versucht nun sein Connect weiterzuverkaufen. „I’m done with this gangster shit.“ Soll er halt Rapper werden, allerdings hätte er sich dafür wohl mal über den Haufen scheißen lassen müssen und etwas länger im Knast wäre auch gut gewesen. „There’s just the street and the game and what happen here today.“ Avon, Prop Joe, Marlo und nun kommen ein paar Neue nach. So ist das, wirklich was bewegen kann man eh nur wenn man zu den Wurzeln des Übels vordringt, was aber nicht passiert, denn die Pfade zu den wahren Drahtziehern sind schon wieder unbefahrbar worden. Puh, Slim Charles schoss noch Cheese über den Haufen – „that was for Joe.“ Marlo wurde kurzfristig zum Businessman, im Anzug, mit Geld, wo das herkommt interessiert keine Socke, Marlo kann lässig von 0 anfangen als hätte er im Lotto gewonnen. Allerdings merkte Marlo schnell, dass es nicht seine Welt ist und er einfach auf die Straße gehört – und das obwohl Maury ihm helfen würde. Wie sagt man: Man kann jemanden aus dem Ghetto holen, aber nicht das Ghetto aus dieser Person. Dort angekommen wurde Marlo mit einer Waffe bedroht, schlug zurück, wurde leicht mit einem Messer verletzt und konnte nach einem kurzen Schrecken lässig grinsen: Er war wieder in seiner Welt, dort wo er frei ist, wo er sein Ding machen kann, wo niemand sein Geld verwaltet, wo er sich nicht von reichen Weißen rumkommandieren lassen muss. Wunderbares Ende, Man hat Marlo geschnappt, allerdings auch nur mit illegalen Mitteln und mit Glück. Nun kann Marlo weitermachen, allerdings waren es Slim Charles und die verbleibenden Co-Op Mitglieder, die zu Vondas gingen und der Angriff hatte ja auch gezeigt, dass Marlo’s Respekt verloren gegangen war. Er wird aber schnell wieder aufsteigen.

Bubbles heute als Zeitungsverkäufer in Aktion, ist genervt und hinterfragt was für einen Sinn es hat seine Lebensgeschichte in der Zeitung zu drucken. Der Reporter ist super anständig, kein zweiter Scott, er hat zwar eine gute, bewegende Story geschrieben, allerdings Bedenken weil Bubbs Zweifel hat. Er könnte auch einfach drucken. Walon gefragt und das hat ihm dann sicher Frieden gegeben. Interessant war ja was genau Bubb’s Problem ist: Nicht das Schlechte, dazu steht er, das weiß er, er mag es nicht, dass er für etwas Besonderes gehalten wird, dass man seinen Wandel gut findet. Der Artikel erschien und Bubbs war mit „The Road Home“ zufrieden – toller Titel, super für den sonst immer traurig machenden Bubbs. Und am Ende darf er endlich die Treppe nach oben gehen und mit seiner Schwester essen – kann gar nicht sagen wie dermaßen mich freut, dass er es irgendwie geschafft hat clean zu bleiben und nun vielleicht ein neues Leben starten kann. War für mich sogar wichtiger als dass Jimmy seinen Job behält. Bubbs hat das alles so verdient. :up:

Danke, einer fehlte noch aus S4: Pryzbylewski. Genau diesen besuchte Duquan, Prez hat nicht nur mehr Haare im Gesicht sondern wirkt auch deutlich selbstbewusster im Umgang mit den schwierigen Kids als noch in Staffel 4. Prez ist wirklich klasse zu ihm, will ihm auch gerne helfen und etwas Geld geben, machte aber auch klar wie sehr es ihn enttäuschen würde wenn Dukie mit dem Geld abhaut und sich nicht in eine Schule einschreibt. Sah leider nicht danach aus, Prez tat mir so leid. Michael geht den falschen Weg, nutzt die führerlose Situation aus um sich ein bisschen Drugmoney zu holen. War echt bis ich gerade noch mal alles durchging irgendwie der Meinung, Dukie hätte hier den Überfall durchgeführt. Dass er dann Drogen kaufte und mit dem Kutscher nahm ist ehrlich gesagt total an mir vorbeigegangen. Ist ein furchtbar tragisches Ende, denn Dukie hatte die Wahl und hätte zur Schule gehen können.

Das Ende war großartig inszeniert, toller Coda, sehr geil, besser geht es nicht. Da steckt so dermaßen viel in der Serie drin, so viele Schichten, Wire halt.


Fazit: 90 Minuten Finale, großartig, alles abgeschlossen, bin da sehr zufrieden, obwohl sich alles verschiebt, bleibt doch alles beim Alten. Wunderbar rübergebracht. Schade, jetzt ist es vorbei, aber ich hab ja noch „The Corner“, Generation Kill und „Treme“ zu schauen. Serien, die jetzt nach dem Wire Ende auch endlich geschaut werden können. Freu mich schon auf einen ReRun in vielleicht 2-3 Jahren, dann wird die Serie hoffentlich noch mal einen dicken Schub kriegen. Großartig, auch wenn S4 jetzt nicht unbedingt die beste Season war und die großen Highlights für mich nicht wirklich, war sie doch etwas anders als die Staffel davor und doch genau typisch Wire. Schade, wie traurig. Und doch schön, denn diese Serie ist eine runde Sache, der Kreis hat sich geschlossen. 5/5. :anbet: :anbet:

Ringworm

Re: [The Wire] Eure Meinung zu #5.10 Die Welt dreht sich weiter

Beitrag von Ringworm »

Und, haben alle David Simon im Großraumbüro der Sun gesehen? ;)

Übrigens wurden David Simon und Ed Burns tatsächlich zumindest für einen Emmy nominiert für die Episode. Lächerlich, dass es nur bei der Nominierung blieb und noch viel schlimmer, dass es gerade mal eine weitere Emmynominierung gab.
ForVanAngel hat geschrieben:Zum Glück hat Daniels als einer der wenigen oder gar der Einzige da oben ein Gewissen. Er ist ein Großer, weigerte sich die Mordquote zu manipulieren bzw. gezielt zu bearbeiten. Solche Leute braucht es, sonst ändert sich nie was, alle machen nur das Nötigste die eigene Karriere zu pushen. Da Daniels in dieser Situation keine weiße Weste hat und alleine dasteht ist klar, dass er das Richtige getan hat. Rückzug trotz dem großen Erfolg aus „familiären“ Gründen. Dafür wurde er Anwalt und kann wirklich Gutes tun, Rhonda als Richterin ist auch klasse.
Daniels ist leider Gottes halt die große Ausnahme. Wer weiß, wie er reagiert hätte, wenn er mit seinem Law Degree nicht so weich gelandet wäre...
“You’re not killing them, McNulty, at least assure me of that?” :D
Eigentlich schade wegen der wenigen Rawls-McNulty-Momente. Habe die insbesondere in S1 so dermaßen geliebt. :D
Jimmy wurde immerhin mit Lester zusammen gebührend in der Bar verabschiedet. :up:
Landmans Rede! Großartige Szene. :anbet:
Kima kam auch, sie gestand den beiden sie habe es erzählt. Die beiden waren zum Glück nicht nachtragend. So ehrlich muss man sein können, es wäre auch auf andere Weise rausgekommen.
Ganz tolle Dynamik zwischen den dreien. Das BPD könnte es wahrlich schlechter treffen als Kima und Bunk als ermittelnde Detectives zu haben.
Alma übte ebenfalls Kritik an Scott und wurde strafversetzt, genau wie Gus. Eigentlich genau wie Daniels kämpfte Gus von Anfang an für Integrität, für Ehrlichkeit und das hat ihm am Ende eine Degradierung eingebracht. :ohwell:
Wobei Gus nicht versetzt wurde, sondern "nur" degradiert. Andererseits hat es mit Mike Fletcher, Gus' Protégé, auch tatsächlich jemand Vielversprechendes zu seinem Nachfolger gebracht. Daher auch sein Grinsen. Irgendwie ist Gus' Ende irgendwie doch halbwegs versöhnlich.
Allerdings merkte Marlo schnell, dass es nicht seine Welt ist und er einfach auf die Straße gehört – und das obwohl Maury ihm helfen würde. Wie sagt man: Man kann jemanden aus dem Ghetto holen, aber nicht das Ghetto aus dieser Person. Dort angekommen wurde Marlo mit einer Waffe bedroht, schlug zurück, wurde leicht mit einem Messer verletzt und konnte nach einem kurzen Schrecken lässig grinsen: Er war wieder in seiner Welt, dort wo er frei ist, wo er sein Ding machen kann, wo niemand sein Geld verwaltet, wo er sich nicht von reichen Weißen rumkommandieren lassen muss. Wunderbares Ende, Man hat Marlo geschnappt, allerdings auch nur mit illegalen Mitteln und mit Glück. Nun kann Marlo weitermachen, allerdings waren es Slim Charles und die verbleibenden Co-Op Mitglieder, die zu Vondas gingen und der Angriff hatte ja auch gezeigt, dass Marlo’s Respekt verloren gegangen war. Er wird aber schnell wieder aufsteigen.
Hat man ja in der (sehr eindrucksvollen, von mir aber sträflich vergessenen) Szene in der vergangenen Episode gemerkt, wie wichtig Marlo sein Ruf auf der Straße ist. Wie er im Gefängnis zum ersten Mal richtig emotional wurde, als ihm Monk erzählte, dass Omar ihn als Pussy darstellt. :anbet:
Deswegen ist Marlos Reaktion darauf, dass selbst irgendwelche Corner Boys kein Respekt vor ihm haben (geschweige denn ihn überhaupt kennen), nur allzu verständlich.
Und am Ende darf er endlich die Treppe nach oben gehen und mit seiner Schwester essen – kann gar nicht sagen wie dermaßen mich freut, dass er es irgendwie geschafft hat clean zu bleiben und nun vielleicht ein neues Leben starten kann. War für mich sogar wichtiger als dass Jimmy seinen Job behält. Bubbs hat das alles so verdient. :up:
Keinem gönnt man sein Happy End so sehr wie Bubbs. Hat mich wahnsinnig gefreut und war auch toll inszeniert. Die ganze Storyline war schlichtweg wahnsinnig gut konzipiert, denn nur so hat so ein kleiner Moment wie das gemeinsame Essen mit der Schwester oben so eine emotionale Wucht. Toll. :anbet:
War echt bis ich gerade noch mal alles durchging irgendwie der Meinung, Dukie hätte hier den Überfall durchgeführt.
Kannst du dich nicht an Dukies Schießübungen erinnern? ;)
Ist ein furchtbar tragisches Ende, denn Dukie hatte die Wahl und hätte zur Schule gehen können.
Für ihn war das halt keine echte Wahl. Ohne Mike, der ihn beschützt, ohne Geld für eine Bleibe o.ä. wird's halt verdammt schwer. Traurig aber wahr.
Fazit: 90 Minuten Finale, großartig, alles abgeschlossen, bin da sehr zufrieden, obwohl sich alles verschiebt, bleibt doch alles beim Alten.
Das ist ja das einzige Problem, was ich mit dem Finale auch jetzt noch habe: mir ist es schlichtweg zu simpel, Sydnor als neuen McNulty, Dukie als neuen Bubbles und u.a. Michael als neuen Omar zu etablieren. Ich verstehe ja die Botschaft dahinter, aber das erschien mir dann schon arg konstruiert.
Schade, jetzt ist es vorbei, aber ich hab ja noch „The Corner“, Generation Kill und „Treme“ zu schauen. Serien, die jetzt nach dem Wire Ende auch endlich geschaut werden können.
Na dann los! ;)
Alle drei wirklich empfehlenswert. :up:

ForVanAngel

Re: [The Wire] Eure Meinung zu #5.10 Die Welt dreht sich weiter

Beitrag von ForVanAngel »

Ringworm hat geschrieben:Und, haben alle David Simon im Großraumbüro der Sun gesehen? ;)
Tüdeldüdel... :schaem:
Ringworm hat geschrieben:
ForVanAngel hat geschrieben:Zum Glück hat Daniels als einer der wenigen oder gar der Einzige da oben ein Gewissen. Er ist ein Großer, weigerte sich die Mordquote zu manipulieren bzw. gezielt zu bearbeiten. Solche Leute braucht es, sonst ändert sich nie was, alle machen nur das Nötigste die eigene Karriere zu pushen. Da Daniels in dieser Situation keine weiße Weste hat und alleine dasteht ist klar, dass er das Richtige getan hat. Rückzug trotz dem großen Erfolg aus „familiären“ Gründen. Dafür wurde er Anwalt und kann wirklich Gutes tun, Rhonda als Richterin ist auch klasse.
Daniels ist leider Gottes halt die große Ausnahme. Wer weiß, wie er reagiert hätte, wenn er mit seinem Law Degree nicht so weich gelandet wäre...
Stimmt, das muss man natürlich auch sehen: Ist ja auch eine Parallele zu Jimmy's Abgang, ob der so weich landet? Daniels ist ein schlauer Kopf, von daher wusste er, dass es für ihn weitergeht und er nicht mitmachen muss. Anders wenn er kein Fangnetz hat.
Ringworm hat geschrieben:
“You’re not killing them, McNulty, at least assure me of that?” :D
Eigentlich schade wegen der wenigen Rawls-McNulty-Momente. Habe die insbesondere in S1 so dermaßen geliebt. :D
Das ist doch ein Wire Problem: So viele Charaktere, egal ob arschig toll oder sympathisch toll, man will sie einfach sehen und freut sich über jede Screenminute. Geht leider nicht alles.
Ringworm hat geschrieben:
Jimmy wurde immerhin mit Lester zusammen gebührend in der Bar verabschiedet. :up:
Landmans Rede! Großartige Szene. :anbet:
Great memories. :up: Sehr anständig von ihm.
Ringworm hat geschrieben:
Kima kam auch, sie gestand den beiden sie habe es erzählt. Die beiden waren zum Glück nicht nachtragend. So ehrlich muss man sein können, es wäre auch auf andere Weise rausgekommen.
Ganz tolle Dynamik zwischen den dreien. Das BPD könnte es wahrlich schlechter treffen als Kima und Bunk als ermittelnde Detectives zu haben.
Wobei Kima im Vergleich zum Profi Bunk wohl doch noch Anfängerin sein müsste, oder? In jedem Fall ist sie sicher motiviert und auch eine fähige Frau.
Ringworm hat geschrieben:
Alma übte ebenfalls Kritik an Scott und wurde strafversetzt, genau wie Gus. Eigentlich genau wie Daniels kämpfte Gus von Anfang an für Integrität, für Ehrlichkeit und das hat ihm am Ende eine Degradierung eingebracht. :ohwell:
Wobei Gus nicht versetzt wurde, sondern "nur" degradiert. Andererseits hat es mit Mike Fletcher, Gus' Protégé, auch tatsächlich jemand Vielversprechendes zu seinem Nachfolger gebracht. Daher auch sein Grinsen. Irgendwie ist Gus' Ende irgendwie doch halbwegs versöhnlich.
Das war auch das Mindeste und die Bosse werden um Gus' Qualität wissen, von daher war es sagen wir mal ein Ende mit dem man leben kann/muss, wäre er gefeuert worden wäre das bitterböse gewesen.
Ringworm hat geschrieben:
Und am Ende darf er endlich die Treppe nach oben gehen und mit seiner Schwester essen – kann gar nicht sagen wie dermaßen mich freut, dass er es irgendwie geschafft hat clean zu bleiben und nun vielleicht ein neues Leben starten kann. War für mich sogar wichtiger als dass Jimmy seinen Job behält. Bubbs hat das alles so verdient. :up:
Keinem gönnt man sein Happy End so sehr wie Bubbs. Hat mich wahnsinnig gefreut und war auch toll inszeniert. Die ganze Storyline war schlichtweg wahnsinnig gut konzipiert, denn nur so hat so ein kleiner Moment wie das gemeinsame Essen mit der Schwester oben so eine emotionale Wucht. Toll. :anbet:
:D Das weißt du doch, ich hab so oft geschrieben es MUSS mit Bubbles aufwärts gehen und am Ende ging es das endlich. :) Genau, diese kleinen Momente sind groß, das ist wie es zu sein hat.
Ringworm hat geschrieben:
War echt bis ich gerade noch mal alles durchging irgendwie der Meinung, Dukie hätte hier den Überfall durchgeführt.
Kannst du dich nicht an Dukies Schießübungen erinnern? ;)
Äh, nur dunkel.
Ringworm hat geschrieben:
Ist ein furchtbar tragisches Ende, denn Dukie hatte die Wahl und hätte zur Schule gehen können.
Für ihn war das halt keine echte Wahl. Ohne Mike, der ihn beschützt, ohne Geld für eine Bleibe o.ä. wird's halt verdammt schwer. Traurig aber wahr.
Wohl auch ohne Antreiber, sagt sich so leicht, wenn niemand anschiebt und sagt was möglich ist wird sich ein kleiner Junge lieber gleich aufgeben als sich in der Schule zu quälen. Kein Gled ist wahrlich der Knackpunkt.
Ringworm hat geschrieben:
Fazit: 90 Minuten Finale, großartig, alles abgeschlossen, bin da sehr zufrieden, obwohl sich alles verschiebt, bleibt doch alles beim Alten.
Das ist ja das einzige Problem, was ich mit dem Finale auch jetzt noch habe: mir ist es schlichtweg zu simpel, Sydnor als neuen McNulty, Dukie als neuen Bubbles und u.a. Michael als neuen Omar zu etablieren. Ich verstehe ja die Botschaft dahinter, aber das erschien mir dann schon arg konstruiert.
Hm, darf ich um eine etwas genauere Ausführung bitten? Ich verstehe was du meinst, ist halt eine relativ simple Darstellung, dennoch ist es nun mal so: Jimmy weg, da kommt einer nach, nur gibt es halt letztendlich auch nicht viele Möglichkeiten was mit den Charakteren passiert?! Der eine geht, der andere steigt weil er sich anständig verhalten hat auf bzw. ist halt der nächste und so geht es dahin. Ist Kima nicht die neue McNulty? Und dass einer der Kids auf Drogen endet sehe ich auch als glaubwürdig an. Michael als Omar mag etwas konstruiert sein. Trotzdem passt es, ein ewiger Kreislauf.
Ringworm hat geschrieben:
Schade, jetzt ist es vorbei, aber ich hab ja noch „The Corner“, Generation Kill und „Treme“ zu schauen. Serien, die jetzt nach dem Wire Ende auch endlich geschaut werden können.
Na dann los! ;)
Alle drei wirklich empfehlenswert. :up:
Nana, nicht so schnell. Mal gucken, alles eine Zeitfrage, wird sich schon ergeben. Freu mich besonders auf "Treme", das muss ich mir aber noch zulegen. Da gibt's auch schon 2 Staffeln, wird sicher klasse.

Ringworm

Re: [The Wire] Eure Meinung zu #5.10 Die Welt dreht sich weiter

Beitrag von Ringworm »

ForVanAngel hat geschrieben: Hm, darf ich um eine etwas genauere Ausführung bitten? Ich verstehe was du meinst, ist halt eine relativ simple Darstellung, dennoch ist es nun mal so: Jimmy weg, da kommt einer nach, nur gibt es halt letztendlich auch nicht viele Möglichkeiten was mit den Charakteren passiert?! Der eine geht, der andere steigt weil er sich anständig verhalten hat auf bzw. ist halt der nächste und so geht es dahin. Ist Kima nicht die neue McNulty? Und dass einer der Kids auf Drogen endet sehe ich auch als glaubwürdig an. Michael als Omar mag etwas konstruiert sein. Trotzdem passt es, ein ewiger Kreislauf.
Ich fand die Parallelen halt sehr offensichtlich. Sydnor = McNulty, weil er auch nicht die "chain of command" einhält und sich bei Phelan ausheult (man erinnere sich nur an eine der ersten McNulty-Szenen in S1), Bubbs wird wohl so wie Dukie angefangen haben und Michael = Omar ist nun wirklich sehr deutlich. Wie gesagt, ich verstehe die Ambition, in S4 (und dann fortgesetzt in S5) abzubilden, woher eigentlich die Omars oder Bubbs dieser Welt kommen, wieso sie so geworden sind wie sie sind, und durch ihre potentiellen "Nachfolger" auch gleichzeitig auch ein Stück weit die Anfänge von Omar, Bubbs und Co. zu erzählen. Ebenso ist die Botschaft, dass es da einen gewissen natürlichen Kreislauf gibt, der nicht durchbrochen werden kann, wenn nicht etwas ganz radikal am eigentlichen System geändert wird, in dem die Leute leben, sicherlich eine zutreffende. Aber wieso müssen die Parallelen so offensichtlich sein? Und das sind sie mit Sydnor, der bei Phelan sitzt, wie es McNulty früher getan hat, einem Dukie, der sich Drogen spritzt und einem Michael, der die Drogen-Kingpins Baltimores überfällt, nun mal. Insbesondere, wenn sie unmittelbar hintereinander und in so kurzem Zeitabstand am Ende gezeigt werden, sodass auch David Simon ganz genau weiß, dass man eben genau diese Assoziationen haben wird.

Gerade bei "The Wire" denke ich schon, dass es möglich gewesen wäre, die ansonsten in der Serie herrschende große Komplexität auch konsequent bis zum Abspann im Serienfinale einzuhalten. Und das beinhaltet, nicht den einfachen Weg zu gehen, indem man eine Zukunft für neue Charaktere malt, die nicht so dermaßen an alte Charaktere erinnert. Die Welt ist nun mal deutlich facettenreicher als das. Denn mal ehrlich, wie oft wird es jemanden wie Omar wirklich geben? Klar hat auch der reale Vorbilder, aber im Grunde nur kurze Zeit nach dessen Tod bereits einen Nachfolger zu haben, der gaaanz zufällig dem Zuschauer in S4 und teilweise S5 ausgiebig vorgestellt wurde? Bei anderen Serien kann ich das verzeihen. Die hatten schließlich entweder nie den Anspruch, den "The Wire" hat, oder die Erwartungen sind schlichtweg so gering, dass man gar nicht erwartet, dass hier eine glaubwürdige Realität dargestellt wird. Aber bei einer Serie wie dieser finde ich es halt etwas schade. Deswegen ist das Serienfinale trotzdem aus vielerlei Gründen großartig, keine Frage. Aber den Ausblick etwas weniger reich an Parallelen zu gestalten wäre schon was gewesen. ;)

chrigu_

Re: [The Wire] Eure Meinung zu #5.10 Die Welt dreht sich weiter

Beitrag von chrigu_ »

@ringworm
Diese Parallelen sind auch mir sofort aufgefallen. Bei Sydnor und Duckie hat es mich aber nicht gestört. Die Storyline ist überzeugend und es wird vermutlich viele ähnliche Personen geben.
Doch Michael's Storyline ist zugegebenermaßen etwas konstruiert bzw. unglaubwürdig.
Die andere Frage ist aber: Ist Omar = Michael?
Michael will sich mit seiner Tat wahrscheinlich an Marko bzw. seiner Bande rächen, während Omar anfangs mehr spasseshalber die Dealer ausraubte...

Sonst tolle Episode mit emotionalen Momenten. Viele negative: Duckie :( , Michael, Marlo ist frei, Daniels weg, Lester und Jimmy abgesägt...
Dafür aber auch sehr positiven: Bubbs :anbet:, Jimmy -Beady, Jimmys "Totenfest" (Landsmans-Rede)...

I'll miss you...

Antworten

Zurück zu „Weitere Episodendiskussionen“