GZSZ-Classics-Ein ganz besonderer Herzpatient!

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Michael Gundlach

GZSZ-Classics-Ein ganz besonderer Herzpatient!

Beitrag von Michael Gundlach »

Hallo liebe Fans von Geschichten über Serien. Ich bin ein großer Fan der GZSZ-Classics und habe mich mal an eine Story herangewagt. Normalerweise schreibe ich hauptsächlich RPGs und bin es dadurch gewöhnt, viel zu schreiben. Ich hoffe, es gibt noch Einige unter Euch, die sich an die gute alte Zeit erinnern können und wünsche Euch ganz viel Spaß beim Lesen meiner Story.
Ich hoffe auf ganz viel Feedback Eurerseits! ;)

Die Story ist so ausgelegt, daß es immer eine Fortsetzung gibt! Es soll ja auch spannend bleiben! :D


Worum geht es?

Dr. Michael Gundlach hat die Praxis von Frank Ulrich in Berlin übernommen und sich recht schnell integriert. Allle sind begeistert von diesem sympathischen, jungen Arzt. Er lernt im "Allistair" die junge Iris Gebauer kennen und ist hin und weg von ihr. Er erfährt, daß sie sich als neue Sprechstundenhilfe bei ihm bewerben will, verrät ihr aber nicht, wer er ist. Leider kommen zur gleichen Zeit Michaels Schwester Annette und Max, was leider zu einem Mißverständnis führt. Iris denkt, Michael wäre verheiratet. Zur gleichen Zeit entdeckt Jo Gerner die junge Iris und will alles dransetzen, um sie zu bekommen. Künftig will er Michael mit seinem Halbbruder Patrick Graf sabotieren und alles tun, um Michael bei Iris unmöglich zu machen. Die zeitliche Eindordnung der FF: Zwischen Michaels Einstieg ab Folge 241 und Folge 350, wo Michael Iris den Heiratsantrag gemacht hat und Hilda Berg ermordet wurde.


Hauptcharaktere: Dr. Michael Gundlach, Iris Gebauer, Max Probst, Annette Probst


1. Ankunft bei Onkel Michael und: Ein ganz besonderer Herzpatient!

Heute war ein ganz besonderer Tag für Dr. Gundlach. Nicht nur, daß er sich langsam an die neue Stadt gewöhnen mußte, nein heute kam auch noch sein kleiner Neffe zu ihm. Michael mußte unvorbereitet die Vaterrolle übernehmen und wußte nicht, ob er das überhaupt schaffen sollte. Annette steckte schließlich mitten in der Scheidung und da sie nicht wollte, daß der Junge Zeuge von unschönen Streitereien wurde, hatte sie sich kurzerhand entschlossen, ihn zu seinem Onkel Michael nach Berlin zu schicken. Bestimmt war er aber schnell mit dem kleinen Max überfordert. Berlin gefiel ihm bisher ganz gut. Nachdem er Tina Ulrich klargemacht hatte, daß er gar kein Patient war, sondern der Arzt, der nun die Praxis ihres Bruders übernehmen sollte, war nun alles klar. Die Praxis und der Wohnbereich lagen zusammen, was Michael als sehr angenehm und bequem empfand. Ein wenig karg war die Wohnung schon, aber sie reichte ihm völlig aus. Somit konnte er sie auch so einrichten, wie ER wollte. Besonders seine zahlreichen kleinen Artefakte und Souvernirs aus Indien fanden so ihren Platz. Er hoffte, daß er sich hier gut einleben würde. Bevor aber seine Schwester heute zu Besuch kam, um Max zu bringen, brachte Michael die Wohnung ein bißchen auf Vordermann. Er räumte auf, saugte die Räume, putzte, machte den Abwasch, usw. damit Annette keinen Schlag kriegen würde, wenn sie die Wohnung betrat. Für Michael wäre es eine völlig neue Situation und er hoffte, daß er sie gut meistern würde. Auch wenn er überhaupt keine Ahnung hatte, wie er einen Jungen erziehen sollte. Zum Schluß richtete er noch Max´Zimmer ein. Das alles mußte er in der Mittagspause machen, denn schließlich mußte er ja auch noch arbeiten. Ein paar Tage praktizierte er schon, in denen er bisher ziemlich nette Leute kennengelernt hatten. Besonders Frau Meinhart, die immer höflich und zuvorkommend war. Und Herr Daniel, der Dr. Gundlach zwar ein wenig Sorgen bereitete, da er sehr kränklich aussah, aber dafür kam er ja zu ihm. Natürlich hatte der ehemalige Schiffsarzt das Praxisschild auch ausgetauscht und dort stand jetzt SEIN Name und seine beiden Fachgebiete. Er war Facharzt für Allgemeinmedizin und für Homöopathie. Das konnte ja jeder halten, wie er wollte, aber Dr. Gundlach hatte schon große Erfolge damit erzielt. Auch wenn er genau wußte, daß nicht jeder davon begeistert war. Er war zwar ein sehr netter junger Arzt, der mit seiner überaus sympathischen Art und seinem unwiderstehlichem Charme schnell das Herz seiner Patienten eroberte, dennoch hatte er auch nicht nur Freunde. Genausogut gab es auch Leute, die ihn für einen Quacksalber hielten und die genau wußten, daß dieser ganze Hokuspokus nichts brachte. Über diese Leute konnte Dr. Gundlach nur müde lächeln. Sie mußten ja dann auch nicht in seine Praxis kommen. Doch die meisten Patienten hatten den neuen, jungen Arzt und seine liebenswürdige und lockere Art sofort liebgewonnen.

Heute hatte Herr Daniel um 14 Uhr eine Akupunktur-Sitzung, da er ziemliche Kopfschmerzen hatte. Und um 15 Uhr würde dann Annette mit Max kommen. Michael gingen soviele Fragen durch den Kopf.

Ob der Junge sich hier überhaupt einleben konnte? War es überhaupt gut, ihn jetzt aus seiner vertrauten Umgebung zu holen? Wie lange würde Annette ihn bei ihm lassen?

Er nahm jetzt seinen Arztkittel vom Haken neben der Tür und ging dann ins Sprechzimmer, wo er alles für die Akupunktur-Sitzung vorbereitete. Bis Herr Daniel kam, las er noch ein wenig in seinen medizinischen Büchern. Michael war immer bestrebt, sich weiterzubilden. Doch immer wieder schweiften seine Gedanken zu Max. Er freute sich natürlich auf den Jungen. Die beiden hatten sich wirklich lange nicht mehr gesehen, aber ihm gleich den Vater ersetzen? Das war ein bisschen viel! Dr. Gundlach wußte, daß er in seinen Freiheiten dann ziemlich eingeschränkt war. Plötzlich schreckte er auf, als das Telefon klingelte. Er hoffte, daß es seine neue Sprechstundenhilfe war, die er doch dringend suchte. Alleine konnte er die Praxis auf keinen Fall auf Dauer schmeißen. Dazu fehlte ihm auch einfach die Zeit. Er brauchte dringend Unterstützung. Tina Ullrich hatte sich zwar angeboten, ihm ab und zu zu helfen, aber er brauchte ja dauerhaft jemanden und nicht nur, wann sie Lust hatte. Dennoch wußte Dr. Gundlach, daß sie ganz schön hinter ihm her war. Es war ja auch kein Wunder. Michael war ein sehr attraktiver junger Mann.

„Ja, Gundlach!“, meldete er sich nun und war doch recht erstaunt, als sein Schwesterherz am anderen Ende war. Sie erkärte Michael, daß es sich um einen Tag verschieben würde und daß ihr kurzfristig etwas dazwischengekommen wäre. „Heißt das, Ihr kommt jetzt erst morgen?“ Nachdem das geklärt war, war er dann doch ein wenig enttäuscht, hatte er doch schon für heute abend einen Tisch im „Allistair“ reserviert für sie drei. Und er konnte wohl schlecht alleine hingehen! Aber mal sehen, wenn er so einen Hunger hatte, daß er es kaum aushielt, warum nicht? Kurz nachdem Dr. Gundlach wieder aufgelegt hatte, klopfte es auch schon an der Tür und Herr Daniel kam herein.

„Guten Tag, Herr Daniel! Setzen Sie sich doch!“, meinte der junge Arzt und wies ihm einen Platz ihm gegenüber an. „Haben Sie immer noch so starke Schmerzen?“, fragte er ihn.

„Guten Tag, Dr. Gundlach! Leider ja! Deshalb will ich ja mal versuchen, ob die Akupunktur-Sitzung hilft!“

„Die WIRD helfen!“, versicherte er ihm. „Sie müssen mir nur vertrauen und nicht von vorneherein mit einer Ablehnung daran gehen!“

„Nein, nein! Keine Angst! Ok, wenn ich Elisabeth davon erzählen würde, würde sie mich womöglich für verrückt erklären!“, meinte er.

„Ja, ich kenne die Skepsis, die diesem Fachgebiet entgegengebracht wird. Probieren Sie es aus. Wenn es NICHT hilft, können Sie ja immer noch was sagen!“, bot er Daniel an. „Außerdem, wenn ich ehrlich sein soll, finde ich doch, daß Sie ganz dringend etwas tun sollten!“

Er sah ihn erschrocken an. „SIE sind der Arzt.“

„Kann es sein, daß Sie zu wenig Sport treiben?“

„Leider ja! Die meiste Zeit hänge ich im Büro herum und sitze meist den ganzen Tag!“
Dr. Gundlach seufzte. „Das ist wahrlich nicht gesund! Suchen Sie sich eine Sportart, die Ihnen Spaß macht. Aber wichtig ist, daß Sie sie regelmäßig und ausdauernd betreiben!“

Der Arzt fing nun an mit der Akupunktur-Sitzung und stach vorsichtig die Nadeln in Daniels Nacken. „Sagen Sie bitte, wenn es wehtut, ja?“ Doch die Sitzung verlief reibungslos und Daniel wollte sogar wiederkommen. „Ich spüre gar nichts mehr, Dr. Gundlach!“ „Sehen Sie! Aber ich bin auch kein Wunderheiler. Die Schmerzen können natürlich wiederkommen. Um sie vollständig zu bannen, MÜSSEN Sie noch einige Sitzungen machen!“ „Aber das wollte ich sowieso!“

Dr. Gundlach verabschiedete sich von Daniel und wußte, daß er den Nachmittag nun ruhig angehen lassen konnte. Leider tat sich auch in Sachen Sprechstundenhilfe nichts mehr und so nahm er sich vor, den Nachmittag frei zu machen und doch ins „Allistair“ zu gehen. Er ging jetzt erst einmal nach Hause und machte sich ein wenig frisch. Dann zog er sich etwas Anderes an. Michael tauschte seine helle Hose gegen eine dunkelblaue Jeans und sein rot-weißes Hemd gegen sein türkises Polo-Shirt. Er fühlte sich sehr wohl in solch bequemen Klamotten. Mal sehen, ob er sich Berlin nicht einmal in Ruhe ansah! Jetzt, wo er mal Zeit hatte. Auf dem Weg zum „Allistair“ begegnete ihm Tina Ulrich, die ihn aber kaum beachtete, da sie mit einem anderen Mann zusammen war und heftig flirtete.

Als Michael das Restaurant betrat, suchte er sich zuerst einmal in Ruhe den Tisch, den er ja eigentlich reserviert hatte. Er zog seine schwarze Lederjacke aus und setzte sich hin. Während er die Speisekarte studierte, sah er sich ein wenig um und bemerkte plötzlich eine junge blonde Frau. Er wurde magisch von ihr angezogen. Sie war sehr attraktiv und er konnte seinen Blick nicht von ihr nehmen. Als sich kurz die Blicke der beiden trafen, lächelte sie ihm zu und Michael wurde heiß und kalt.

Die junge Frau sah ein wenig verloren aus und Michael hätte sich am liebsten sofort zu ihr gesetzt und sich ein wenig mit ihr unterhalten. Aber das konnte er nicht machen. Wie würde das denn aussehen? Das ging nun überhaupt nicht. Doch irgend Etwas an ihr zog ihn magisch an. Ihr warmer Blick, ihr Lächeln, ihre dunkelblonden, weichen Haare. Michael war hin und weg. Er war sehr fasziniert von der Frau und wunderte sich doch, daß sie alleine hier saß. Hatte sie denn keinen Freund, auf den sie wartete? Schade, bestimmt durfte er sie auch weiterhin nur aus der Ferne begutachten. Um sich ein wenig abzulenken, begann er erst einmal die Karte zu studieren. Mal sehen, was er heute nahm. Der Praxis-Alltag hatte ihn doch mal wieder ziemlich hungrig gemacht. Aus dem Seitenwinkel konnte er sehen, daß die junge Frau immer mal wieder zu ihm hinsah. Offenbar schien auch sie von Michael fasziniert zu sein. Aber auch sie konnte wohl den ersten Schritt nicht tun. Bei Michael hätte es doch ziemlich komisch ausgesehen, zumal er hier im Restaurant doch auf einige Bekannte gestoßen war. Nicht nur Tina Ulrich und ein älterer Mann waren da, nein, auch Clemens und Vera Richter, die sich nach einem langen Tag wohl sicher auch ein gutes Essen gönnen wollten. Was hätten sie von dem immer sonst so souveränen Dr. Gundlach wohl gedacht? Trotzdem konnte er nicht aufhören, an die junge Schönheit zu denken. Bestimmt war die junge Frau sogar verheiratet, dachte Michael. Es hätte so einfach sein können. Er setzte sich zu ihr. Oder sie zu ihm. Doch obwohl man merkte, wie die beiden sich nacheinander sehnten, traute sich keiner den ersten Schritt. Dr. Gundlach war sehr gut aussehend und attraktiv und wußte um die Wirkung bei Frauen. Er hätte so einige schöne Frauen haben können und ein bißchen flirten war ja auch in Ordnung. Aber dennoch war er sich für solche Spielchen doch zu schade. Aber bei dieser Frau hier da war es Liebe auf den ersten Blick. Er hätte sie gerne mal aus der Nähe betrachtet, mit ihr gesprochen. Ja er ging sogar soweit zu denken, daß er hoffte, daß sie mal krank werden würde und in seine Praxis kam. Aber das waren sicher nur alles Wunschträume und nachher war die Frau verschwunden. Dann würde er sie sicher nie mehr wiedersehen. Berlin war schließlich groß. Und sie da wiederzufinden, glich einer Nadel im Heuhaufen zu suchen.

Schließlich erfüllte sich Michaels Traum aber doch schneller, als er gedacht hatte. Er traute seinen Augen kaum, als sie nun entschlossen aufstand und auf ihn zukam. Michaels Puls raste, er war doch jetzt ziemlich nervös. „Entschuldigen Sie, ich wollte Sie nicht stören, aber darf ich Sie mal etwas fragen?“, fragte sie ihn mit ihrer glockenhellen Stimme. Sie war wie ein Engel. So hatte Dr. Gundlach sich auch ihre Stimme vorgestellt. Michael war ein wenig benommen, als sie nun zu ihm sprach und brauchte eine Weile, bis er sich wieder gesammelt hatte. „Aber selbstverständlich. Setzen Sie sich doch!“, bot er ihr an. Er hoffte, daß sie seine Einladung, sich zu ihm zu setzen, annahm. „Vielen Dank, aber ich will auch gar nicht lange stören. Ich wollte lediglich etwas fragen. Ich bin neu hier in der Stadt und kenne mich noch nicht aus. Wissen Sie zufällig, wo die Praxis von Dr. Michael Gundlach ist?“ Michael mußte schlucken. Dieses zauberhafte Wesen fragte nach IHM. Nach IHM, Michael Gundlach! Das KONNTE doch nur ein Traum sein.

Was ist, habe ich was Falsches gesagt?“, lächelte sie Dr. Gundlach an an und er wurde ein wenig verlegen. „Nein, nein! Ich war nur gerade in Gedanken!“, log er. Auf keinen Fall würde er ihr sagen, daß ER es selbst war. Das mußte sie schon selbst herausfinden. Sie setzte sich jetzt zu ihm und er hatte ein ziemliches Kribbeln im Bauch. „Natürlich kann ich Ihnen sagen, wo die Praxis ist. Aber so ein zauberhaftes Wesen wird doch wohl nicht etwa krank sein?“, war er ziemlich erschrocken. „Ich? Ach nein! Ich wollte mich dort als Sprechstundenhilfe bewerben. Der Doktor sucht nämlich eine. Ich glaube, er ist selbst neu in der Stadt!“ Das wurde ja immer besser. Nun war sie auch noch Michaels zukünftige Sprechstundenhilfe. Das hieß, er würde sie jeden Tag sehen. Sein Herz machte einen großen Hüpfer. Die junge Frau war nicht nur wunderschön, nein sie war auch sehr nett und Michael auf den ersten Blick sympathisch. Er wußte, sie würde es nicht schwer haben, von ihm eine Zusage erteilt zu bekommen. „Ja, ich habe auch davon gehört, daß der Arzt neu sein soll. Aber ich bin schonmal dort gewesen. Wenn Sie wollen, zeige ich Ihnen nachher den Weg!“ „Das würden Sie wirklich tun?“ Sie schien wirklich hocherfreut zu sein und Michael richtig dankbar. „Ja aber warum denn nicht? Ich drücke Ihnen übrigens ganz fest die Daumen, daß Sie die Stelle bekommen!“ „Vielen Dank! Ich hoffe es auch!“ „Haben Sie denn schonmal als Sprechstundenhilfe gearbeitet?“, fragte er sie. Unauffällig wollte er schonmal ein kleines Bewerbungsgespräch führen und sie ein wenig kennenlernen. „Ja, das habe ich. Aber ich konnte bei meinem alten Arbeitgeber nicht mehr bleiben! Wissen Sie, ich hatte mich nämlich in ihn verliebt und das hat die ganze Sache ziemlich kompliziert gemacht! Wir wurden sogar ein Paar, aber es ging nicht lange gut!“ Michael war erstaunt, wie offen sie mit ihm über ihr Privatleben sprach. Offenbar schien er ihr auch sympathisch zu sein. „Das tut mir leid, daß es nicht geklappt hat!“ Allerdings hoffte er, daß genau diese Tatsache die beiden nicht wieder entzweien würde. Denn Michael HATTE sich verliebt. Und das bis über beide Ohren. „Wie ist denn der Arzt hier so?“, fragte sie Michael nun. „Ist er nett?“ Er mußte sich ein Grinsen verkneifen. „Oh ja, ein sehr netter Arzt, der voll Charme sprüht, Witz hat und sehr symphatisch ist! Man will jederzeit wiederkommen!“, lächelte Michael sie an. Nun mußte auch die Frau lachen. „Na dann bin ich ja beruhigt. Dann wird die Arbeit sicher großen Spaß machen!“ „Sie können sich auf jeden Fall glücklich schätzen, bei Dr. Gundlach arbeiten zu dürfen!“ „Na, NOCH ist es ja nicht soweit!“

Iris war auch hin und weg von dem jungen, schwarzhaarigen, attraktiven Mann. Sie hätte nicht gedacht, daß die Leute hier so freundlich waren und so locker drauf. Wie er so über diesen Arzt sprach, konnte man glatt meinen, er sprach von sich selbst. Denn all diese Eigenschaften trafen auf IHN zu. Sie saugte jedes seiner Worte wie ein Schwamm auf. Auch fasste sie schnell Vertrauen zu ihm. Wenn man mit ihm sprach war es, als würde man ihn schon ewig kennen. EINS wußte sie: Sie würde ganz sicher hier nicht so schnell verschwinden und sich versuchen, noch einen schönen Abend mit ihm zu machen. Schon beim ersten Blickkontakt hatte sie Feuer gefangen und ihr Herz schlug bis zum Hals. Außerdem war er sehr charmant und bei seinem kleinen Kompliment mit dem zauberhaften Wesen errötete Iris ein bißchen. Vielleicht konnten sie sich ja im Laufe des Abends noch besser kennenlernen. Und sollte wirklich etwas zwischen den beiden entstehen, würde sie es ganz sicher Dr. Gundlach sagen. Denn über IHN hatten sie sich ja quasi kennengelernt. Lange hatte Iris Gebauer sich nicht mehr so amüsiert wie heute abend. Dabei kannte sie den Mann noch gar nicht. Die Trennung von ihrem Ex-Mann machte ihr immer noch sehr zu schaffen. Es war schon verrückt. Da kam man in eine neue Stadt und suchte einen Job und fand stattdessen einen Mann.

„Ich bin mir aber völlig sicher, daß Dr. Gundlach Sie sofort einstellt, wenn er Sie sieht!“, grinste Michael. „Ach Sie Schmeichler! Das können Sie doch noch gar nicht wissen. Oder kennen Sie den Doktor so gut, daß Sie wissen, was er denkt?“ „Das nicht, aber jeder würde Sie sofort einstellen!“ „Ich weiß nicht! Na wenn er mich nicht nimmt, kann ich es ja bei Ihnen versuchen!“, lachte Iris den jungen Mann an. Er hatte gut reden. Aber sie genoss seine Komplimente. Sie waren ehrlich gemeint und kamen von Herzen. Das spürte sie einfach. „Was arbeiten SIE denn?“, fragte sie ihn nun.

Michael wurde ein wenig verlegen, als sie ihn jetzt nach der Arbeit fragte. Wie kam er denn jetzt da wieder heraus? Sie durfte doch nicht wissen, wer er war. Michael überlegte eine Weile und meinte schließlich: „Ach, wollen wir uns den schönen Abend wirklich mit dem Thema Arbeit verderben? Dazu ist der Abend doch viel zu schön! Es reicht doch, wenn man morgen wieder hin muß!“ Iris sah ihn ein wenig irritiert an, meinte aber dann: „Ok, da haben Sie nun auch wieder recht. Also dann lassen wir uns von etwas anderem reden! Haben Sie eigentlich schon gewählt ? Gibt es etwas Besonderes, was Sie hier empfehlen können?“, fragte Iris Michael. „Der Fisch und das Lamm soll hier so ausgezeichnet sein!“, lächelte er. „SOLL? Waren Sie noch nicht oft hier?“, stellte Iris fest. „Meine Arbeit läßt es nicht zu, daß ich oft essen gehe!“, antwortete Dr. Gundlach. „Aber Sie wissen doch, wir wollten heute nicht mehr von Arbeit sprechen!“, sagte er zu ihr. „Ja, ich weiß! Also gut, dann nehme ich das Lamm! Aber wehe Ihre Empfehlung ist nicht richtig!“ „Finden Sie es doch heraus!“, grinste er sie an und bestellte nun zweimal das Lamm. Das hatte Michael noch gut abgewendet. Er hätte überhaupt nicht gewußt, was er hätte sagen sollen, wenn sie darauf bestanden hätte, ihm zu sagen, was er arbeitete. „Ich bin übrigens Iris!“, stellte sie sich nun vor. Das war nun eine weitere Hürde, die Michael überstehen mußte. Er konnte doch nicht sagen, daß er Michael Gundlach war. Aber Michael hießen viele. Das mußte nicht heißen. Da würde sie sicher noch nicht sofort kombinieren. Jedenfalls hoffte er das. „Iris? Das ist ein wunderschöner Name!“, entgegnete er ihr. Da Dr. Gundlach Medizin studiert hatte, kannte er natürlich auch so einige lateinische und griechische Ausdrücke. Iris kam aus dem Griechischen und leitete sich von der gleichnamigen Götterbotin Iris her. Oh ja, sie war tatsächlich mit einer Götterbotin zu vergleichen. Michael mußte lächeln. „Iris, das ist griechisch und heißt Regenbogen! Ich bin sicher, wo Sie auftauchen, wird der Alltag ebenso erhellt, wie die Farben eines Regenbogens es tun!“ Und genauso meinte Michael das auch. Iris war der richtige Name für diese Frau. Vielleicht WAR sie ja eine Götterbotin, die eine Weile auf der Erde verweilen durfte, um mit Michael eine glückliche Zeit zu verbringen. Wer weiß! Er geriet regelrecht ins Schwärmen, als er sie ansah. Dr. Gundlach bemerkte, wie Iris ein wenig errötete. „Ich bin Michael!“, stellte er sich nun auch vor und hoffte, daß sie nicht kombinierte und merkte, was er für sie empfand. Kurz trafen sich ihre Blicke und Michael sah ihr tief in ihre wunderschönen grasgrünen Augen. Er war wie elektrisiert, als er ihr Lächeln sah und ihren warmen Blick spürte. Es würde allerdings sehr schwer werden, sie in der Praxis wieder siezen zu müssen. Schon allein wenn sie lächelte, ging die Sonne auf und vertrieb jegliche trüben Gedanken. Iris schien eine sehr lebenslustige Frau zu sein. ´

Trotz ihres Kummers schien sie sehr positiv nach vorne zu schauen. „Michael? Was ein Zufall!“, lachte sie. „Dr. Gundlach heißt auch so.“ „Michael ist ein Allerweltsname!“, versuchte er es abzutun. „So heißt doch fast jeder!“ „Und trotzdem ist jeder Mensch individuell!“, meinte Iris. Sie war wirklich bewundernswert. Aber Michael war mehr als erleichtert, daß sie es nicht bemerkte. „Wissen Sie was? Ich lade Sie heute zum Essen ein! Und anschließend können wir noch ein Glas Wein zusammen trinken! Was halten Sie davon?“ „Aber gerne! Aber den Weg zur Praxis müssen Sie mir unbedingt auch noch zeigen!“ „Das habe ich Ihnen doch versprochen! Das werde ich auf jeden Fall! Es ist nicht weit!“

Iris und Michael blödelten doch ganz schön herum und verstanden sich auf Anhieb. Es war, als wenn sie sich schon ewig kennen würden. Zwischen den beiden stimmte einfach alles. Doch nicht nur Dr. Gundlach hatte ein Auge auf die junge, attraktive Iris geworfen, sondern auch Jo Gerner. Und er wollte alles tun, um die beiden auseinanderzubringen. Egal, was er dafür tun mußte. Er ließ es nicht zu, daß man ihm in die Parade fuhr. Wer war denn dieser Provinzarzt schon?, dachte er abwertend. Sicher hatte Jo Mittel und Wege, um sein Ziel zu erreichen. Und darin war er ein wahrlicher Meister. Hasserfüllt sah er den beiden zu und schwor jetzt schon Rache. Gundlach würde sich noch warm anziehen müssen! Die Kleine würde ganz allein ER sich an Land ziehen. Aber wie schnell waren Ärzten doch Fehler unterlaufen, dachte er boshaft. Wie schnell konnte man mit einem einzigen kleinen Kunstfehler den Ruf eines Arztes ruinieren? Da würde Gerner schon etwas Passendes einfallen. Er mußte nur an den richtigen Knöpfen drehen! Ihm kam es hoch, wenn er die beiden sah. Gundlach war aber auch wirklich sehr attraktiv. Es war klar, daß die Frauen auf ihn flogen. Aber es war ein großer Fehler Gerner gegenüber. Denn er duldete keine Konkurrenz neben sich. Er mußte schon zugeben, er war ein kleines bißchen eifersüchtig auf Dr. Gundlachs Schönheit, seinen Charme und seine Wirkung auf Frauen. Die Kleine war viel zu schade für den Arzt. Zugegeben, er wollte bestimmt keine Beziehung mit ihr führen, dafür war er gar kein Typ. Aber bestimmt war sie gut im Bett. Außerdem HATTE die Süße was. Im Gegensatz zu Barbara. Die war ihm mittlerweile langweilig geworden. Er brauchte mal wieder etwas ganz Junges und Frisches. Und, WENN er eine Beziehung vortäuschen mußte, nur um Gundlach zu demütigen, war ihm das mehr als recht. Den Spaß würde er sich nicht nehmen lassen. Das Einfachste wäre jetzt gewesen, wenn er ihn einfach zu einem Notfall gerufen hätte. Aber das wäre zu offensichtlich gewesen. Jo saß in einer Ecke genau gegenüber von Michael und Iris und konnte sie dort besonders gut beobachten. Für SEINE Begriffe turtelten die beiden schon viel zu viel herum und Gerner überlegte fieberhaft, wie er die zwei für heute abend trennen konnte.

Dr. Gundlach und Iris Gebauer indessen ahnten nichts von Gerners hinterhältigen Absichten und Intrigen und genossen das gemeinsame Essen, als die beiden Menüs kamen.

„Eigentlich stehe ich ja auf indisch, aber das ist immer furchtbar aufwendig! Und, dann kommt noch hinzu, daß ich ungerne alleine esse!“, grinste Michael Iris an. „Auf indisch? Oh, das würde ich ja wirklich gerne mal probieren! Ich liebe exotische Essen! Und dann müssen Sie auch nicht mehr alleine essen!“ Dr. Gundlach strahlte sie nun vor Glück an. „Sie können gerne mal vorbeikommen! Dann koche ich es für uns beide!“ „Ja, da freue ich mich JETZT schon! Wie wäre es am Wochenende?“ Sie ging doch ziemlich ran, dachte Michael. Dabei dachte er immer, ER wäre derjenige. „Gerne. Wie wäre es am Samstag Abend?“, schlug er vor. „Aber Voraussetzung ist, daß Sie sonst nichts vorher gegessen haben dürfen!“, meinte er mahnend. „Es ist nämlich sehr reichhaltig!“ Wird gemacht, Herr Doktor!“, grinste sie und Michael mußte innerlich grinsen. Wenn sie nur wüßte! Er war ja wirklich Arzt. „Wie schmeckt es Ihnen denn, Iris?“, fragte er sie. „Habe ich Ihnen zuviel versprochen?“ „Oh nein, es ist wirklich hervorragend!“, gab sie zu und trank jetzt einen Schluck Wasser. „Sehen Sie! Das finde ich auch! Aber jetzt, wo ich nicht mehr alleine essen muß, schmeckt es besonders gut!“ Iris mußte lachen. „Sie sind doch wirklich unverbesserlich!“ „Na, aber doch hoffentlich nur im positiven Sinne!“ „Dachten Sie im negativen Sinn? Bestimmt nicht! Sie sind sehr charmant!“, lächelte sie. Und Michael gingen die Worte herunter wie Butter. „Jetzt übertreiben Sie aber!“ „Ganz und gar nicht, Michael! Man trifft selten so charmante nette Männer.“ Dr. Gundlach merkte, daß er leicht errötete.

Plötzlich erschrak er leicht, als er eine ihm doch viel zu bekannte Stimme hörte. „Da bist Du ja, Onkel Michael!“, vernahm er Max´Stimme und ehe er sich versah, war der Junge schon auf ihn zugestürmt und hatte ihn in Beschlag genommen.
Zuletzt geändert von Michael Gundlach am 07.06.2009, 19:32, insgesamt 1-mal geändert.

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2. Kleines Missverständnis mit Folgen

Michael zuckte kurz zusammen, hatte er doch nicht mit so einem Überfall seines kleinen Neffen gerechnet. Allerdings war es auch gut so, daß Max ihn aus dieser heiklen Situation heraus rettete. Was sollte Iris aber nun von ihm denken? Bestimmt war er jetzt von ihren Komplimenten knallrot geworden. „Max, was machst DU denn hier?“, fragte er den Kleinen freudestrahlend und nahm ihn in den Arm. Einerseits war es Rettung in letzter Sekunde und andererseits war nun die ganze romantische Stimmung zwischen Iris und Michael mit einem Mal dahin.

Iris Gebauer war ein wenig irritiert, als nun ein Junge auf Michael zugestürmt kam. Sie war so perplex und durcheinander, daß sie gar nicht mitbekam, daß er ihn „Onkel“ genannt hatte. „Ich glaube, es ist besser, wenn ich jetzt gehe!“, sagte Iris und stand jetzt auf. Sie war sehr enttäuscht. Da hatte sie sich auf den ersten Blick in einen tollen Mann verliebt und dann hatte er auch noch ein Kind. Und war eventuell auch noch verheiratet. Als nun auch noch eine junge Frau hereinkam und mit Michael sehr vertraut umging, war es ganz aus und sie beeilte sich, von ihm wegzukommen. „Es war wirklich nett, Sie kennengelernt zu haben, Michael!“, sagte Iris noch höflichkeitshalber. „Aber ich muß jetzt unbedingt weg!“ Es war wirklich schade. Sie hatte Michael sehr gemocht und dann mußte sie feststellen, daß er nicht viel anders als die anderen Kerle auch war. Von wegen etwas ganz Besonderes. Warum nur mußte Iris auch immer auf solche Männer hereinfallen? Sie ärgerte sich über sich selbst.

Annette Probst dachte sich natürlich nichts dabei, als sie Michael freudestrahlend begrüßte und in den Arm nahm. Sie war mit ihrem Sohn doch eher nach Berlin gekommen, um ihr Bruderherz zu überraschen.Die Scheidung hatte natürlich Spuren hinterlassen und sie mußte sowieso da raus. Max mußte dringend zu seinem Onkel. So konnte das nicht mehr weitergehen. „Michael! Wie schön, Dich zu sehen!“ Auch Michael freute sich und erwiderte ihre Umarmung. „Ich denke, Ihr wolltet morgen erst kommen!“ „Mama wollte Dich überraschen!“, grinste Max seinen Onkel an. „Ja, und Max hat auch ganz schön gedrängelt! Du kannst Dir nicht vorstellen, was zu Hause los ist, Michael!“ „Na, die Überraschung ist Euch aber auch gelungen!“, meinte Michael. „Freust Du Dich, Onkel Michael?“, fragte Max. „Na, was denkst DU denn?“ Es dauerte eine Weile, bis Michael realisiert hatte, daß Iris gehen wollte. Er war sehr erschrocken, als sie einfach aufgestanden war. „Iris, aber so bleiben Sie doch!“, rief er ihr nach. „Ich muß Ihnen doch noch die Praxis zeigen!“ Doch sie war schon weg. Er verstand nicht, was los war. Wieso verschwand sie jetzt so plötzlich? Und wieso war sie so verstört? Leider war Michael oft ein wenig begriffsstutzig und verstand nicht immer sofort, was los war. Aber ein KLEINER Hoffnungsschimmer blieb dem ehemaligen Schiffsarzt noch. Er wußte ganz genau, daß er dieses zauberhafte Wesen am nächsten Tag wiedersehen würde. Und das tröstete ihn ein wenig über ihr schnelles Verschwinden hinweg. Er war jetzt schon gespannt, wie sie reagieren würde.

Jo Gerner konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen, als nun ein kleiner Bengel den Arzt in Beschlag nahm und vollquatschte. Sein Sohn? Die Szene war einfach zu köstlich, als dann auch noch eine junge gutaussehende Frau dazukam. Iris dachte wohl, daß es seine Freundin oder Frau war. Und der Junge sein Sohn. Vielleicht war sie das ja auch. Leider wußte Jo noch viel zu wenig von dem neuen Arzt. Aber das mußte sich ändern. Gleich morgen würde er mal ein bißchen recherchieren. Vielleicht sollte er auch mal wieder zum Arzt gehen, dachte er boshaft. Dann wäre er schließlich an Ort und Stelle. Sicher konnte er da der holden Ehefrau ein paar kleine pikante Details über ihren sauberen Ehemann zukommen lassen. Da würde ihm sicher noch etwas Passendes einfallen. Daß Gundlach so heftig mit anderen Frauen flirtete, würde sich seine Frau sicher nicht gefallen lassen. Bestimmt würde sie ihm nachher auch noch eine Szene machen. Gerner hoffte sehr darauf. Ach, da konnte einem der Arme ja schon richtig leidtun!, dachte er sarkastisch. Die Kleine an Gundlachs Tisch war nun aufgestanden und wollte weg. Sehr gut. Und, wie Gundlach nun schaute! Tja, so schnell kann es gehen, dachte Gerner. Das lief ja besser, als er gedacht hatte. Da brauchte er ja nicht einmal etwas dazuzutun!, grinste er fies. Er überlegte, ob er ihr nicht hinterher sollte. Gundlach hatte ja mit seiner Sippe zu tun.

Das war wohl nichts gewesen! Iris hätte so gerne den frühen Abend mit diesem sympathischen jungen Mann verbracht. Doch als sein Sohn und seine Frau auftauchten, war es für Iris wie ein Stich ins Herz gewesen. Sie wollte einfach nur noch weg. Diese blöde Praxis würde sie auch noch selbst finden. Da war sie nicht auf ihn angewiesen. Wäre ja auch noch schöner. Dennoch erwischte sie sich immer wieder dabei, daß sie an ihn denken mußte. Sie war sofort fasziniert von ihm gewesen. Und sie hatte sich auf den ersten Blick in ihn verliebt. Trotzdem: Sie HATTE gerade eine gescheiterte Beziehung hinter sich. Noch einmal mußte sie das nicht unbedingt erleben. Sie hätte von Anfang an nicht so viel Begeisterung zeigen sollen. Und Iris empfand eine ziemliche Wut auf diesen Michael, der mit ihr auf Teufel komm raus, flirtete, obwohl er eine Familie hatte. Wie konnte er das nur seiner Frau antun? Iris war so wütend, daß sie nicht einmal merkte, wie sie geradewegs in einen anderen Mann hineinlief. „Entschuldigen Sie bitte!“, stammelte sie und sah kaum auf. „Aber das macht doch gar nichts! Wann wird man schonmal von einer so hübschen Frau wie Ihnen angerempelt?“, vernahm man nun die Stimme Jo Gerners. „Darf ich fragen, was Sie so wütend gemacht hat? Eine so schöne Frau wie Sie sollte doch nicht Trübsal blasen!“ Jo wußte natürlich genau, was los war, ließ es sich aber nicht anmerken. Aber Iris flog nicht schon wieder auf so einen Casanova herein. „Ich wüßte nicht, was SIE das angeht!“, antwortete sie mit eisiger Stimme. „Sparen Sie sich Ihre Komplimente!" "Aber ich bitte Sie! Sie sehen so aus, als wenn Sie darüber reden wollten!“ Natürlich hatte er nur EINEN Hintergedanken: Mit Iris vor Dr. Gundlachs Augen flirten. Aber das gestaltete sich schwieriger als gedacht. „Nein, will ich nicht! Und jetzt lassen Sie mich endlich durch! Ich muß dringend nach Hause!“ Das fehlte noch, daß sie sich von solch aufdringlichen Typen belästigen ließ. „Sie wollen schon nach Hause? An SO einem schönen Tag?“, säuselte Jo. „Ja! Ich habe genug für heute!“ Iris wurde langsam sauer, daß Gerner ihr auch noch den Weg versperrte. „Lassen Sie mich sofort durch!“

Gerner spielte natürlich den Ahnungslosen und versuchte, sie auf seine Seite zu ziehen. „Sagen Sie, ich habe vorhin mitbekommen, daß Sie Dr. Gundlachs Praxis suchen!“, tat er unschuldig. Erstaunt sah sie nun auf. „Ja, warum? Wissen Sie, wo sie ist?“ „Wenn Sie wollen, zeige ich Sie Ihnen!“ „NEIN, ich kann auch alleine hin! Sagen Sie mir den Weg und lassen Sie mich in Ruhe!“ „Aber ich will Ihnen doch gar nichts tun! Erlauben Sie mir, Sie dann anschließend zu einem Eis einzuladen?“ Iris`Blicke durchdrangen ihn tief. „Sie denken wohl auch nur an das Eine, oder?“ „Durchaus nicht! Aber was ist denn so schlimm daran, eine wunderschöne Frau zu einem Eis einzuladen?“ „Wenn SIE mir die Praxis zeigen, dann müßte wohl eher ICH mich erkenntlich zeigen. Meinen Sie nicht?“ Gerner lächelte sie süßlich an. „Da sage ich natürlich nicht nein!“ Iris überlegte eine Weile. „Ich bin aber nicht interessiert.“
Michael war leider mit seiner Familie beschäftigt. Er bekam nicht einmal mit, was an der Tür gerade abging. „Ach kommen Sie schon!“ „NEIN! Und wenn ich NEIN sage, meine ich auch NEIN!“ „Vielleicht ein anderes Mal?“, grinste Jo und wollte sie gerade am Arm packen, als er eine ihm bekannte Stimme hörte.

„Ach, sieh einmal an! Mein Herr Bruder kann es wohl nicht lassen, wie?“ , grinste er ihn fies an. Sofort ließ Gerner Iris los und warf Patrick Graf einen sehr wütenden und ärgerlichen Blick zu. So, als wollte er sagen: Mußt Du mich JETZT stören?

Iris Gebauer nutzte natürlich die Gunst der Stunde und flüchtete so schnell sie konnte aus dem Lokal. Endlich frische Luft! Erleichtert atmete sie erstmal tief ein. Wie weit dieser unerhörte Kerl wohl noch gegangen wäre, wenn der andere Mann nicht aufgetaucht wäre? Innerlich hatte sie sich gewünscht, daß Michael sie gerettet hätte. Aber das konnte sie wohl vergessen. Das würde er niemals! Schade, denn Michael war wirklich ihr Traummann gewesen. Sie erwischte sich noch dabei, daß sie noch einmal kurz zurückschaute und ihr wurde heiß und kalt, als sie ihn noch einmal sah. Dann war es aber vorbei. Jetzt würde sie ihn NIE mehr wiedersehen. Sie wußte ja quasi nichts von dem schönen Unbekannten. Und Berlin war so groß. Aber sie mußte ihn sich eh aus dem Kopf schlagen, da er vergeben war. Wie konnte sie auch nur EINE Sekunde annehmen, daß er frei war? Sie ließ ein tiefes Seufzen vernehmen. So konnte es gehen. Erst war sie so glücklich und schwebte regelrecht auf Wolke Sieben und im nächsten Moment war sie zu Tode betrübt. Warum passierte immer IHR das?, fragte sie sich immer wieder.

Ziellos irrte sie nun durch halb Berlin, bis sie plötzlich vor einem großen Schild stand. Sie merkte es nicht sofort. Iris´Füße taten ihr ziemlich weh vom vielen Laufen und sie wollte sich eigentlich mal ausruhen. Nach den beiden negativen Erlebnissen in diesem Lokal hatte sie sich vorgenommen, sich Berlin ein wenig anzusehen und ein bißchen einzukaufen für heute abend. Besonders aufregend fand sie Berlin nicht gerade. Sie setzte sich jetzt auf eine kleine Bank und rieb ihre armen, geschundenen Füße. Als sie aufblickte, sah sie das Schild.

Dort stand:

„Dr. Michael Gundlach – Facharzt für Allgemeinmedizin und Homöopathie!“

Na fabelhaft, dachte Iris. Da war sie gleich an der richtigen Stelle. Einen Arzt könnte sie jetzt wirklich gut brauchen. Dann fiel es ihr aber wie Schuppen von den Augen. „Gundlach? Das ist genau die Praxis, die ich wie verrückt gesucht habe! Na bitte, man muß nur lange genug suchen!“ Dummerweise wußte sie aber auch nicht mehr den Weg zurück. Also beschloss sie erstmal, sich die Praxis näher anzuschauen. Wenn sie schonmal da war. Dieser Arzt hatte auch Homöopathie? Sehr vielseitig! Aber warum auch nicht? Aber das konnte ja heiterwerden. Bestimmt war dieser Arzt ziemlich alt und stur. Er würde wohl sicher nur seine eigene Meinung gelten lassen. Iris stellte ihn sich als unansehnlichen Mann vor, der nur nach seinen eigenen Prinzipien lebte und nur schwarz oder weiß kannte. Der typische Arzt eben! Langsam ging sie nun näher und betrat den Praxiseingang…..

Dr. Gundlach hatte von alledem nicht s mitbekommen. Er sah Iris immer noch traurig hinterher. Leider kam sie nicht mehr zurück. „Traurig, Brüderchen?“, fragte Annette Michael. „Wer war denn die junge hübsche Frau?“, wollte sie wissen. Sie konnte sich schon denken, daß er wegen ihr so ein betrübtes Gesicht machte.

„Meine neue Sprechstundenhilfe!“ , lächelte er sie an. Traurig sah Annette ihren Bruder an und legte tröstend ihre Hand auf seine Schulter. „Und Du meinst, sie kommt jetzt nicht mehr? Wegen MIR?“ „Im Gegenteil, Annette! Sie hat nicht EINEN Schimmer, wer ich bin! Ich bin jetzt schon auf ihr Gesicht morgen früh gespannt, wenn sie mich in der Praxis sieht!“ Diese Tatsache ließ nun ein kleines Lächeln auf Michaels Lippen zaubern. „Dann ist es also doch noch nicht ganz hoffnungslos?“ „Nein, ganz im Gegenteil! Aber sie ahnt noch nichts davon!“ „Dann gibt es auch keinen Grund, noch länger Trübsal zu blasen, Michael.“ „Eigentlich nicht!“ Langsam hatte er sich wieder beruhigt. „Na also! Dann will ich Dich lachen sehen!“ „Na gut, wenn Du unbedingt willst!“, meinte Michael und lächelte gequält. „Du hast ja recht! Ich freue mich ja auch, daß Ihr da seid!“ Und das meinte Dr. Gundlach wirklich so. Schließlich war er durch die beiden ganz schön abgelenkt. Und dann kam auch noch hinzu, daß sie sich lange nicht mehr gesehen hatten. Besonders Max war so übermütig und freute sich so sehr, daß er seinen Onkel nur schwer loslassen konnte. Doch endlich hatte er sich hingesetzt und sah sich ein wenig um. „Wie war denn die Fahrt?“, fragte Michael seine Schwester. „Der Taxifahrer war grauenhaft. Und viel zu teuer. Also frag besser nicht, Michael! Ich habe jetzt richtige Kopfschmerzen!“, klagte die Brünette. „Hast Du zufällig etwas dabei?“ „Aber für Euch doch immer!“, antwortete er und holte nun eine Kopfschmerztablette aus seiner Jackentasche. Annette spülte sie sofort mit Michaels Wasser herunter. Er sagte nichts und ließ sie in Ruhe trinken. „Da kann ich nur hoffen, daß es Dir bald wieder besser geht! Aber Ihr habt jetzt ja genug Zeit, Euch auszuruhen!“ „Aber zuerst sagst Du uns, was Du hier empfehlen kannst!“ Michael grinste, hatte Iris doch vorhin genau dieselbe Frage gestellt.

Max hatte sich in der Zwischenzeit die Karte genommen und studierte sie ganz intensiv. Für ihn war das Gespräch der Erwachsenen ziemlich öde und langweilig. Dafür interessierte ihn aber genau, was es hier für Nachtisch gab. „Onkel Michael……“ Er konnte es ja mal versuchen. Immerhin wußte er, daß sein Onkel ihm kaum einen Wunsch abschlagen konnte. Kurz sah dieser auf. „Was ist denn Max?“ „Kann ich den großen Eisbecher mit Schlagsahne haben? Bitte! Zur Feier des Tages, weil wir jetzt da sind!“ „Du bist ganz schön raffiniert, weißt Du das? Aber weil Du´s bist!“ „Max, das geht aber nicht!“ Wie immer war seine Mutter ziemlich streng. „Ach, laß doch Annette! Wenn der Junge Lust drauf hat, warum nicht?“, wiegelte Michael ab. Max war zufrieden. Onkel Michael hatte es ihm erlaubt. Dankbar sah er seinen Onkel an. Er schaute weiter in die Karte. Was es hier noch alles gab. Das waren richtige Köstlichkeiten. Aber auch ziemlich teuer. Allein der Eisbecher kostete schon über 8 DM. Onkel Michael hielt auch sein Versprechen, indem er Max sofort seinen Eisbecher bestellte, als der Kellner kam. Annette konnte sich nur schwer entscheiden., entschied sich aber dann für einen Gemüseauflauf. Als Michael auf der Karte sah, was dort drin war, drehte sich ihm der Magen um. „Da ist ja Spinat drin! Igitt!“ Er schüttelte sich vor Ekel. Annette mußte lachen. „Tja, Bruderherz! Es gibt auch noch Leute, die das mögen. Kaum zu glauben, ich weiß!“ „Wenn ich das nur SEHE, wird mir schlecht!“

An der Tür standen immer noch Jo Gerner und Patrick Graf. „Habe ich Dich etwa gestört, Bruderherz? Die wievielte wolltest Du denn diesmal abschleppen?“, grinste Patrick Jo fies an. „Das geht Dich ganz und gar nichts an, Patrick!“, antwortete Gerner scharf. „Man darf sich doch wohl wundern! Aber wirklich merkwürdig. Ich kenne die junge Frau nicht!“ „Das ist klar! Sie ist ja auch neu in der Stadt!“, erklärte Jo ihm. „Neu? Aber, wieso…..“ „Gib Dir keine Mühe!“, fuhr er seinem Halbbruder ins Wort. „Ich WERDE es Dir nicht sagen, Patrick! Kümmere Dich um Deinen eigenen Kram!“ „Also schön, ich sage nichts mehr. Aber ich wollte Dir eh Bescheid sagen, daß ich morgen früh nicht in die Agentur kommen kann! Du weißt schon, wegen unserem kleinen Geschäft!“ Gerner seufzte. „Und wieso? Du weißt, ich zähle auf Dich!" "Ich muß dringend zum Arzt.“ Da wurde Gerner hellhörig. „Du mußt WOHIN?“, fragte er völlig entgeistert. „Zum Arzt! Hörst Du schlecht?“ „Nein, nein! Aber…..“ Jo war nun in Gedanken versunken und völlig in seinem Element. „Was aber?“ „Du siehst gar nicht krank aus.“ „Soweit kommts noch, daß ich Dir Rechenschaft schuldig bin, wann ich wohin gehe!“ „Weißt Du schon wohin?“ „Seit wann interessiert Dich, zu welchem Arzt ich gehe?“, fragte er entrüstet. In Jo arbeitete es bereits fieberhaft. Sollte er Patrick von seinem Vorhaben erzählen?
Zuletzt geändert von Michael Gundlach am 07.06.2009, 19:33, insgesamt 1-mal geändert.

Michael Gundlach

Re: GZSZ-Classics-Ein ganz besonderer Herzpatient!

Beitrag von Michael Gundlach »

3. Der Racheplan! und In der Falle!

Patrick und Jo waren doch ziemliche Erzfeinde und versuchten sich gegenseitig, das Leben immer wieder zur Hölle zu machen. Patrick war eine kleine miese Ratte, aber doch oft ganz brauchbar, dachte Gerner. Jo konnte ihn oft für Sachen benutzen, ohne sich selbst die Finger schmutzig machen zu müssen. Und oft war dieser viel zu naiv, um das kapieren. Daher brauchte Jo auch nicht lange zu überlegen, ob er ihm von seinem Vorhaben wegen Gundlach erzählen sollte oder nicht. Einerseits war das Risiko hoch, daß er ihn mit dieser Information später einmal erpressen konnte, andererseits konnte er so vielleicht etwas herausbekommen, was er selbst SO nicht schaffen würde. Und er würde schon dafür sorgen, daß sein Bruder ihm nicht gefährlich werden konnte. Was konnte diese Null schon ausrichten?

Vielleicht sollte er also doch nicht ganz so abweisend seinem Halbbruder gegenüber sein. Es konnte nie schaden. Und, WENN sich einer die Finger verbrannte, dann war es ja schließlich nicht ER selbst. „Mein liebes Brüderchen, Du hast schon recht! Es geht mich normalerweise nichts an, zu welchem Arzt Du gehst!“, säustelte er. „ Aber wenn Du deswegen so einen wichtigen Termin sausen läßt, dann habe ich das Recht darauf, es zu erfahren, meinst Du nicht?“, versuchte er ihn so auf seine Seite zu ziehen und einzuwickeln. Und, da er seinen Bruder sehr gut kannte, wußte er, daß diese Masche IMMER zog. Und prompt gab Patrick nach. „Denkst DU, ich würde Dich bescheißen wollen?“ „Aber Patrick, das würde ich doch NIE denken! Ein Arztbesuch ist doch immer viel wichtiger als ein Geschäftstermin.“ „Richtig! Ich gehe ja nicht umsonst hin! Also, wenn Du es unbedingt wissen willst…. Ich gehe zu diesem neuen Arzt.. Wie heißt er noch? Dr. Gundlach.“ „Na also! Das ist doch kein Geheimnis!“ „Nein, aber trotzdem wüßte ich ganz gerne, warum es so wichtig ist!“

Jo redete nicht lange um den heißen Brei herum und kam sofort zum Punkt, als Patrick genau das sagte, was er hören wollte. „Er ist mir ein ganz schöner Dorn im Auge. Ich will alles über ihn herausfinden. Ich brauche dunkle Flecken in seiner Vergangenheit, sein Leben… einfach ALLES!“ Patrick sah ihn erschrocken an. „Ja aber wozu denn? Hat er Dich mal falsch behandelt?“ "Laß die dummen Scherze, Patrick! Ich war dort noch kein Patient! Und werde es auch nie! Oder denkst Du allen Ernstes, ich würde zu so einem Provinzarzt gehen?", meinte Gerner abfällig. „Er will etwas wegnehmen, was MIR gehört! Und, das werde ich keinesfalls zulassen.“ „Ach, und jetzt willst Du also, daß ICH für Dich ein wenig spioniere?“ „Du bist ja doch nicht so ein hoffnungsloser Fall wie ich immer dachte.“ „MOMENT! Wenn ich DAS mache, was springt dabei für mich raus?“, fragte er Jo. Wütend sah er ihn an. „Ja, schon klar. Du brauchst eine Gegenleistung! Und woran hast Du da so gedacht?“ Patrick dachte einen Augenblick nach. „Ich werde gleichberechtigter Partner in Deinem Hotelprojekt!“ Gerner schüttelte den Kopf. „Das kannst Du Dir aus dem Kopf schlagen. Niemals! Du wirst Deine dreckigen Finger nicht in mein Projekt……“ „Du mußt es ja nicht machen!“, unterbrach Patrick ihn. „Aber dann werde ich es auch nicht machen! Außerdem weiß ich sowieso noch nicht, wie ich das machen soll!“ „Laß Dir was einfallen herrgott!“, meinte Jo ungehalten. „Ich WILL diese Iris! Koste es, was es wolle!“ „Aber wenn Du die Frau willst, was willst Du dann von Gundlach?“ Jo seufzte. Wie immer stand sein Bruder mehr als auf dem Schlauch. „Was glaubst Du wohl? Streng mal Deine kleinen grauen Gehirnzellen an! Aber, da ja keine vorhanden sind, ist das ein bißchen viel verlangt von mir!“ Jo machte eine kleine Pause, dann sagte er: „ Ich will ihn leiden sehen! Sein Ruf muß so zerstört werden, daß diese Iris nichts mehr mit ihm zu tun haben will! Und ICH werde sie dann trösten! Außerdem muß ich seiner Frau pikante Details zuspielen. Dazu muß ich die beiden aber auf Schritt und Tritt beobachten. Was leider schlecht möglich ist. Aber wenn DU…..“ „Er ist verheiratet? Jo, Du kennst meine Bedingungen! Ich würde es ja machen! Aber unter anderen Umständen!“ „Und WER sagt mir, daß ich Dir überhaupt trauen kann, Patrick?“ „Warum hast Du mich überhaupt gefragt?“, konterte der Stadtrat. „ Aber um es deutlicher zu sagen: Wenn Du es nicht tust, werde ich dafür sorgen, daß Dein Projekt abgelehnt wird!“ Man sah, wie es in Gerner arbeitete. Daß er aber auch immer einen draufsetzen mußte. Jo hasste es, wenn er übertrumpft wurde. „Also gut, Du geldgieriger Nimmersatt! Wir sind gleichberechtigte Partner! Du gibst ja doch nicht eher Ruhe!“, brummelte Gerner. „Ich hoffe, wir haben uns verstanden, was Gundlach betrifft. Und laß Dich bloß nicht erwischen!“ „Hältst Du mich für so blöd?“ „Leider ja!“ „Denkst Du denn, es gibt überhaupt einen dunklen Fleck in seiner Vergangenheit?“, überging Patrick Jo´s Äußerung, die ihn natürlich sehr kränkte. „Irgendetwas hat JEDER! Man muß nur tief genug graben! Und ICH werde dann mal versuchen, Gundlach und seine Arbeit ein bißchen zu sabotieren und ein bißchen am feinen Lack des Doktors zu kratzen. Er hat ja auch sogar eine Familie!“ Wieder grinste Gerner, aber diesmal war es schon fast teuflisch in Anbetracht dessen, was er in der nächsten Zukunft alles vorhatte. Jo war sowieso ein sehr zielstrebiger Mann. Leider ging er, um seine Ziele zu erreichen, über Leichen, wenn es sein mußte. Er war eiskalt und skrupellos.

Nachdem die beiden Brüder sich nun genug beraten hatten und Jo Patrick seinen Racheplan vorgetragen hatte, trennten sie sich. Gerner warf der Gundlachschen Familienidylle im Restaurant noch einen kurzen, hasserfüllten Blick zu der besagte: „Sie werden noch Ihr blaues Wunder erleben! MIR werden Sie nicht in die Quere kommen!“, schwor er sich. Zufrieden verließ er dann das „Allistair“ und machte sich auf den Weg nach Hause.

Dr. Gundlach ahnte von alledem nichts und verbrachte mit seinem kleinen Neffen und seiner Schwester noch einen sehr amüsanten Abend. Auch wenn seine Gedanken immer wieder zwischenzeitlich zu seiner neuen Sprechstundenhilfe schweiften. Iris – Wie würde sie wohl morgen reagieren, wenn sie sich wiedersahen? Und wenn sie realisierte, wer der schöne Unbekannte von gestern Abend war? Schwer würde es für Michael allerdings werden. Denn, jetzt, wo sie sich ein wenig näher kennengelernt hatten, würde es nicht leicht sein, sie plötzlich siezen zu müssen. Dennoch konnte er es kaum erwarten, so einen Engel bei sich einzustellen. Bestimmt war sie eine sehr fähige Arzthelferin und würde ihm aus seinem Chaos schon gut heraushelfen. Dr. Gundlach hatte selbst doch ziemliche Probleme mit der Organisation. Doch konnte das unmöglich so weitergehen. Aber erstens hatte er keine Zeit dazu und zweitens konnte er nicht so gut mit dem Laptop umgehen. Zwar sollte diese technische Neuheit ihm das Leben erleichtern, aber was nützte es, wenn er nicht damit umgehen konnte? Und es war ein wahrer Glücksfall, daß er so schnell jemanden gefunden hatte, der ihn künftig entlastete. Sein Neffe würde das sicher auch können, aber er konnte ja nicht in der Praxis arbeiten. Für Michael war es das reinste Paradies, seine Sprechstundenhilfe und gleichzeitig auch seine Traumfrau nun jederzeit sehen zu können und kaum eine Sekunde von ihr getrennt zu sein. Schließlich würden sie jetzt sehr oft zusammen sein können. Und er wußte jetzt schon, daß er sich keine andere Bewerberin mehr ansah. Zwar hatte sich auch Tina Ulrich , die Schwester von Frank Ulrich bei ihm beworben, aber erstens wäre es nur zeitweise gewesen und zweitens hatte sie nicht das genügende Fachwissen. Und er spürte ganz genau, daß Iris die Richtige war. In jeder Hinsicht!

Iris hatte Glück. Die Tür zur Praxis war auf. Iris war wirklich angenehm überrascht, als sie die Praxis betrat. Allerdings war niemand da und das Wartezimmer war leer. Sie konnte sich also in Ruhe alles ansehen. Die hellgrün angehauchten Wände, die dunkelblauen Vorhänge und das kleine Wartezimmer mit den wenigen Stühlen schafften eine angenehme, gemütliche Atmosphäre. Es gab sogar in der Ecke eine Pflanze. Wartezimmer und Empfangsbereich waren nahezu im selben Raum und sie vermutete sogar, daß der Arzt auch im selben Gebäude wohnte. Sie musste ein wenig grinsen, als sie statt einer Empfangstheke einen großen Schreibtisch in der einen Ecke stehen sah. Das war durchaus nicht üblich. Was war denn das nur für ein Arzt?, dachte sie und bemerkte schnell, daß auf dem Schreibtisch ein ganz schönes Chaos herrschte. Hier wurde eine Sprechstundenhilfe wohl dringend gebraucht. Die Arbeit stapelte sich wie Kraut und Rüben und am liebsten hätte Iris schon einmal angefangen, aufzuräumen. Offenbar schien der Mediziner ganz schön überfordert zu sein. In dem Chaos konnte sie allerdings den Karteikartenkasten sehen, wo die ganzen Überweisungen aufbewahrt wurden und rechts oben die Formulare. Neben dem Schreibtisch, der den Empfang darstellen sollte, führte eine Tür direkt links ins Sprechzimmer. Da niemand da war, nahm sie allen Mut zusammen und betrat jetzt den Raum des Arztes. Auch dieser war sehr einladend und man mußte sich gleich wohlfühlen.

Auch hier gab es zartgrün gestrichene Wände. Gegenüber der Tür stand der Schreibtisch des Arztes und der Stuhl für den Patienten genau gegenüber. Dann erschrak Iris plötzlich und wich ein paar Schritte zurück. Ihr Herz raste ein wenig. In der Ecke stand doch tatsächlich ein echtes Skelett. Iris mußte sich schütteln. Gegenüber der Tür, neben dem Schreibtisch stand die Patientenliege. Auf diversen Regalen standen die unterschiedlichsten Geräte und Instrumente. Der Schreibtisch des Arztes war auch ein heilloses Durcheinander. Sie wußte, eigentlich durfte sie gar nicht einfach hier rein. Aber sie war zu neugierig gewesen, da doch niemand da zu sein schien.

Es wäre ihr schon ein wenig peinlich gewesen, wenn der Arzt ihr heute schon begegnet wäre und er gesehen hätte, daß sie schon hier war. Andererseits hätte er sich ruhig mal ihren Fuß ansehen können, der doch immer noch ziemlich schmerzte. Trotz allem merkte Iris, daß sie sich doch ziemlich hierhergezogen fühlte. Sie war sich sicher, daß sie hier gerne arbeiten würde. Wenigstens hatte der Arzt auch einen Laptop auf dem Schreibtisch stehen, was die Arbeit sicher ziemlich erleichtern würde. Iris Gebauer konnte sehr gut mit dem Computer umgehen. Es wäre eine ihrer leichtesten Übungen.

Sie würde sich morgen natürlich nichts anmerken lassen, daß sie schon alles inspiziert hatte. Als sie auf die Uhr sah, bemerkte sie, daß sie schon über eine halbe Stunde hier drin war. Lange würde der Arzt sicher nicht weg sein, denn sonst hätte er die Praxis ja abgeschlossen. Daher mußte sich Iris doch ziemlich beeilen, um hier wieder rauszukommen. Schließlich wollte sie nicht erwischt werden. Sie hörte ein Geräusch und eine Tür. Oh mein Gott, der Arzt! Er darf mich hier nicht sehen! Panisch sah sie sich um und versteckte sich erst einmal hinter der Tür. Währenddessen hielt sie den Atem an. Sie wollte sich nicht verraten und hatte wahnsinnige Angst, daß der Arzt nun hereinkommen würde. Die Schritte kamen näher und……

Michael Gundlach

Re: GZSZ-Classics-Ein ganz besonderer Herzpatient!

Beitrag von Michael Gundlach »

Mag keiner meine Story? :?:

Schade, ich dachte, hier gäbe es Leute, die das interessiert! Dann brauche ich auch nicht mehr weiterzuschreiben. :?:

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