Vergangenheit und Zukunft (Greys Anatomy FF)

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Lenchen

Vergangenheit und Zukunft (Greys Anatomy FF)

Beitrag von Lenchen »

So ich hab mich auch mal an einer FF versucht, bin noch nicht so sicher im schreiben und würd mich freuen wenn ich feedback bekomme, damit ich weiß, was soweit in Ordnung ist und was ich besser machen kann. Hoffe hier sind ein paar "Greys" interessierte ;)

Hauptcharaktere: Alex Karev, Mary Adams (erfundener Charakter), häufig auftretend Meredith Grey, Lexie Grey, ab und zu auftretend Derek Sheperd, Addison Montgomery, Mark Sloan, Christina Yang

Handlungsplott:
Spielt ein jahr nach der 6. Staffel
Sowohl Alex Karev als auch Mary Adams haben eine bewegte Vergangenheit sind aber gerade im Begriff diese hinter sich zu lassen und neu zu beginnen.
Jedoch ist es nicht immer einfach das vergangene völlig zu vergessen besonders wenn es sich um Ereignisse handelt die das Leben der beteiligten enorm geprägt haben.
Und wird man mit der Vergangenheit auf brutale Weise wieder konfrontiert kann vielleicht nur die Liebe helfen daran nicht erneut zu zerbrechen.


1. Teil Vergangenheit

Seine Augen fixierten die große Tür am Ende des Kirchenganges, in der Hoffnung, dass diese sich nun endlich öffnen würde.
Es kam ihm so vor als würde er hier schon seid Stunden stehen und die Krawatte, die er um den Hals trug schien von Minute zu Minute enger zu werden.
Die kühle Luft war erfüllt von Spannung und Vorfreude, die Leute auf den Bänken blickten Erwartungsvoll zu ihm, dann nach hinten zu der Türe und schließlich wieder zu ihm.
Er kannte diese Stimmung, er kannte die ganze Geschichte die sich hier abspielte, er hatte sie bereits einmal durchlebt und hatte genau dieselbe Rolle darin gespielt. Jedoch hatte es damals kein Happy End gegeben.
Er ermahnte sich selbst bei diesem Gedanken und besinnte sich darauf, dass es jetzt eine andere Situation war, man konnte es nicht miteinander vergleichen. Es war…
Das Orgelspiel setzte ein und riss ihn aus seinen Gedanken. Mit einem mal, als sei die Musik dass Signal gewesen, war die Spannung im Saal fast mit Händen zu greifen.
Die Leute reckten freudig die Köpfe nach hinten um einen guten Blick zu erhaschen, Kinderstimmen flüsterten aufgeregt ihren Eltern zu und der Pfarrer, unmittelbar hinter ihm, räusperte sich in dem Wissen, dass er sogleich die Trauung einläuten würde. Erst jetzt merkte Alex wie angespannt und nervös er eigentlich war. Das ganze verlangte ihm doch viel mehr ab als er geglaubt hatte.
Und dann, es kam ihm wie eine Erlösung vor, öffnete sich endlich die Türe und sie trat in die Kirche. In dem Moment in dem er sie sah fiel die Anspannung von ihm ab und er wusste, dass sie diejenige war, die an seine Seite gehörte, die zu ihm gehörte.
Nie hätte er es für möglich gehalten, dass diese Frau ihm einmal so viel bedeuten würde, nie hätte er geglaubt, dass er diesen Weg noch einmal gehen würde. Aber als er sie jetzt sah, wusste er warum er hier stand.
Sie schritt langsam und er konnte sehen, dass sie sich zwingen musste nicht vor bis zum Altar zu rennen. Trotz ihres Lächelns, erkannte er das Unbehagen in ihrem Gesicht. Er musste unwillkürlich grinsen, Mary hasste es im Mittelpunkt zu stehen und jetzt von hunderten von Leuten angestarrt zu werden, war für sie wahrscheinlich die Hölle.
Sie war sich ihrer eigenen Person immer so unsicher und Alex dachte sich zum wiederholten Mal das sie keinerlei Grund hatte sich so zu fühlen. Man musste sie einfach gern haben, sie war aufgeweckt, liebevoll und lebensfroh. Er sah sie heute zum ersten mal in ihrem Kleid und wieder einmal fragte er sich ob sie sich überhaupt bewusst war, wie schön sie eigentlich war.
Ihr Kleid war schlicht, ohne viel schnick schnack. Kein Glitzern, kein Funkeln, kein Schleier, der einzige Blickfang war die Korsage, die ihre schlanke Taille betonte. Ihr Haar war nur leicht hochgesteckt, wodurch einzelne helle Strähnen über ihre Schultern fielen. Kleine glänzende Perlen blitzten zwischen ihrem Haar hervor, was ihre dunkelgrünen Augen noch mehr zum leuchten brachte. Sie war keine pompöse Braut, aber mehr brauchte sie nicht, mehr hätte nicht zu ihr gepasst. Es war Mary, seine Mary und sie war bezaubernd.
Sie war nun fast bei ihm, und als er ihr in die Augen sah, konnte er, dass ihm so vertraute strahlen sehen, die Freude und die Unbeschwertheit in ihrem Blick.
Und dann, ganz plötzlich, veränderte sich das Bild, das sich vor ihm abspielte. Eine Geste, ein Blick, ein lächeln, er wusste nicht was es ausgelöst hatte. Es war als hätte jemand einen Schalter umgelegt und mit einem Mal, war es nicht mehr seine und Marys Hochzeit, sondern die von ihm und Izzie.
Er sah sie genau vor sich, wie sie damals auf ihn zukam. Voller Liebe und Freude.
Er hatte geglaubt sie würden glücklich werden, er hatte angenommen, ihre Liebe würde ewig halten. Doch sie waren gescheitert und es hätte ihn fast umgebracht.
Der ganze Schmerz war wieder da, dass hoffen, das bangen, das zweifeln und ihm wurde klar, dass er das nicht noch einmal durchstehen würde.
Er hatte sich sein Leben mühsam wiederaufbauen müssen, hatte eine Beziehung und eine Frau, die ihm alles bedeutete. War er gerade im Begriff das alles aufs Spiel zu setzten? War er dabei den gleichen Fehler wieder zu machen? Nur wegen eines Rings am Finger?
Erst als Mary an ihn herantrat, sah er wieder klar, aber es war nichts mehr übrig von der Freude und der Erwartung die er noch vor wenigen Minuten empfunden hatte. In ihm herrschte Chaos und Panik. Was machte er hier eigentlich? Es war alles in Ordnung gewesen, ihr Leben war perfekt gewesen. Man musste nicht heiraten um glücklich zu sein, beim ersten mal hatte die Ehe auch nicht funktioniert warum sollte es jetzt anders laufen? Wahrscheinlich war er einfach nicht dafür gemacht und er wollte weder sich noch Mary unglücklich machen.
Sie stand vor ihm und lächelte ihn fragend an.
„Alles Okay?“
Er sah die Liebe und die Zuneigung in ihren Augen, genau so wie es damals bei Izzie gewesen war. Er spürte die erwartungsvollen Blicke auf sich und sie schienen ihn zu erdrücken. Er konnte das nicht, nicht hier, nicht jetzt.
Er nahm ihre Hand und sah ihr entschuldigend in die Augen.
„Mary ich…ich kann das nicht!“
Ihr lächeln erstarb nun vollständig und in ihre Augen trat die bloße Angst.
„Das…das meinst du doch nicht ernst!“
Als er keine Antwort gab, schüttelte sie ungläubig den Kopf und klammerte sich verzweifelt an seine Hand.
„Nein…nein Alex, bitte…bitte tu mir das nicht an!“
Er sah sie traurig an, er wusste wie schrecklich weh er ihr damit tat. Aber es war einfach zu viel, zu viele schlechte Erinnerungen zu viele schmerzhafte Erfahrungen.
Sie ließ wie benommen seine Hand los in dem Wissen, dass er nicht bleiben würde.
„Tut mir leid Mary!“
Und damit ging er, er drehte sich um und schritt durch den langen Kirchengang. Die Stille war erschreckend und er meinte das Entsetzen fast greifen zu können. Keiner schien die Situation in diesem Moment wirklich zu begreifen.
Als er durch die Tür ging und die drückende Stille hinter sich ließ, fragte er sich ob sie ihm das jemals verzeihen konnte.

Mary stand vor dem Altar und schaute voller Unglauben zu wie Alex die Kirche verließ.
Ihr Herz pochte wie wild und es kam ihr so vor, als würde es jeden Moment zerbrechen. Es war ein abscheulicher Schmerz in ihrer Brust, Verzweiflung, Enttäuschung, Wut, Angst, Trauer. Sie spürte wie ihr die Tränen in die Augen stiegen.
Sie liebte diesen Mann, sie liebte ihn so sehr und er tat ihr so verdammt weh.
Durch einen Schleier aus Tränen blickte sie zu Meredith die direkt neben ihr stand und der die Fassungslosigkeit ins Gesicht geschrieben war.
„Er ist weg!“ Marys Stimme war nicht mehr als ein ersticktes flüstern.
„Er ist weg!“
Und dann weinte sie, sie beweinte sich, sie beweinte Alex sie beweinte die ganze schreckliche Situation.
Die Tränen liefen ihr übers Gesicht und ihr Atem begann zu rasen.
„Er ist einfach gegangen!“
Meredith trat zu ihr und nahm sie in den Arm, sie hielt sie einfach nur fest.
„Warum macht er das?“
Es war nicht mehr als ein verzweifeltes, atemloses wimmern und im nächsten Moment spürte Mary das ihr schlecht wurde, sie fühlte sich schwach, konnte nicht mehr klar sehen jemand schien ihr den Boden unter den Füßen wegzureißen und im nächsten Moment wurde es schwarz um sie herum.

13 Monate früher


Der Wecker klingelte unaufhörlich und zum wiederholten male stellte er ihn aus, er konnte sich einfach nicht dazu überwinden aufzustehen.
Eigentlich hatte Alex geglaubt, dass er die Sache mit Izzie soweit ganz gut verkraftet hatte, dass er die ganze schmerzhafte Geschichte verarbeitet hatte.
Doch der heutige Tag, das heutige Datum belehrten ihn eines besseren. Er hatte nicht damit gerechnet, dass es ihn immer noch so beschäftigte.
Er stellte den Wecker aus und starrte zur Decke. Es würde noch eine ganze Weile dauern, bis er die Sache vollständig abgehakt hatte, bis er Izzie abgehakt hatte.
Es war jetzt auf den Tag genau ein Jahr her, dass er sie zum letzten mal gesehen hatte. Er hatte sein Leben weitergelebt, anfangs mühsam, dann wurde es immer leichter und irgendwann war ihm klar geworden, dass es ihm ohne sie besser ging. Er hatte sie geliebt, mehr als alles andere und in gewisser Weise empfand er immer noch etwas für sie, aber auf eine andere Art. Ihr Verhalten ihm gegenüber hatten seine Liebe verändert und er wusste wenn sie geblieben wäre, wenn sie so weitergemacht hätten, wäre er daran zerbrochen.
Er hatte jetzt ein neues Leben und es ging ihm gut damit. Der Job lief hervorragend und er war zum ersten mal nach diesem Jahr wieder bereit eine ernsthafte Beziehung aufzubauen, sicherlich langsam, aber es schien ihm gut zu tun.
Izzie würde immer ein wichtiger Teil von ihm bleiben, aber er konnte sich deswegen anderen nicht vollständig verschließen. Es kam ihm so vor als müsse er erst wieder lernen jemanden wirklich zu lieben, ohne Angst haben zu müssen ihn zu verlieren oder von ihm verlassen zu werden.
Er hoffte das Izzie glücklich war, dass sie mit ihrem neuen Leben so zufrieden war wie er. Vielleicht hatte auch sie jemanden kennen gelernt, der besser für sie war als er, er wünschte es ihr von ganzem Herzen.

Mary saß an ihrem kleinen Küchentisch. Ihren Kopf stützte sie auf ihre eine Hand, in der anderen hielt sie eine Tasse Kaffee. Unter ihren Augen, die den Kalender, den sie an den Kühlschrank geheftet hatte fixierten, waren deutlich dunkle Augenringe zu erkennen.
Sie hatte mehr als miserabel geschlafen und sie wusste genau warum.
Das heutige Datum beschwörte alle Erinnerungen wieder herauf, von denen sie geglaubt hatte, sie habe sie erfolgreich überwunden. Der Schmerz des Verlustes war wieder da, die Wut und die Enttäuschung die sie vor genau einem Jahr fast zerstört hätten.
Aber sie wusste, wäre sie noch mal in derselben Situation würde sie ganz genauso handeln, wie sie es getan hatte. Es war richtig gewesen davon war sie damals schon überzeugt gewesen und war es jetzt umso mehr. Trotz der schmerzhaften Erinnerung ging es ihr gut, es ging ihr so gut wie schon lange nicht mehr. In ihrem Job blühte sie auf und seid ein paar Wochen schien sie auch endlich wieder bereit sich einem Mann zu öffnen.
Sie lächelte beim Gedanken daran mit Alex zusammen zu sein und nahm geistesabwesend einen Schluck aus ihrer Tasse. Sie verschluckte sich fast, als sie wahrnahm, dass der Kaffee bereits eiskalt war.
Wie lange hatte sie hier gesessen?
Ihre Augen weiteten sich als sie durch einen Blick auf die Uhr erkannte wie spät es bereits war.
„Verdammte scheiße!“
Wie von der Tarantel gestochen sprang sie auf und raste, ohne wirklich zu wissen was sie als ersten tun sollte, durch die Wohnung. Sie durfte nicht schon wieder zu spät kommen, sie arbeitete jetzt seit knapp 3 Monaten am SGH und hatte es geschafft nahezu jede Woche einmal zu spät zu kommen. Sie hoffte Alex würde ein gutes Wort für sie einlegen, falls es jemandem auffiel, dass sie noch nicht da war.
„Wo ist der verdammte Geldbeutel schon wieder?“
Sie schwor sich, wie jede Woche, das Chaos das ihre Wohnung beherrschte, so bald wie möglich zu beseitigen.
Dann stoppte sie ihre Hetzjagd, wohlwissend das es zu nichts führte wie eine Irre hin und her zu rennen.
Sie rief sich selbst zur Ruhe.
„Okay, einfach alles noch mal durchspielen!“
Sie schloss die Augen und atmete tief ein.
„Du hast die Tasche ausgeräumt und den Geldbeutel auf den Küchentisch gelegt, du hast die Milch danebengestellt und dann alles in den…“
Sie öffnete die Augen und runzelte die Stirn.
„In den Kühlschrank?“
Kopfschüttelnd ging sie zu besagtem Küchenmobiliar und öffnete, überzeugt darin nichts Geldbeutelartiges vorzufinden, dessen Tür.
„Nie im Leben hab ich…“
Sie verstummte als sie ihre kleine Geldbörse, so als würde sie dazugehören, zwischen Milch und Butter liegen sah.
Peinlich berührt schnappte sie sich das Ding und ermahnte sich noch beim hinausgehen selbst, dass sie dringend was gegen das Chaos in ihrem Leben tun musste.
Zuletzt geändert von Lenchen am 28.09.2010, 18:50, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Vergangenheit und Zukunft (Greys Anatomy FF)

Beitrag von evenstar »

Schön, dass du deine Story gepostet hast!

Dann werd ich mal den Anfang machen mit meiner Meinung: Also erstmal war ich überrascht (positiv), weil ich mit einer Krankenhausstory gerechnet habe und mit Mere und co, aber du hast ja einen ganz anderen Ansatz und auch einen eigenen Hauptcharakter. FInd ich gut, da bin ich noch gespannt, wie du das weiterführst. Und mit Alex hast du bei mir eh die richtige Person gefunden ;)

Bin noch etwas verwirrt, wie die Beiden sich gefunden/kennengelernt haben bzgl Izzies Abgang (du sagst ja, dass es während der 6.Staffel spielt). Somit warte ich einfach mal ab, wie du das Ganze so aufbaust.

Hast du schon mehrere Kapitel oder vllt sogar die ganze Story fertig, oder schreibst du noch?
Ich hoffe, dass sich hier noch ein paar mehr Leute melden, denn aufgerufen wurde sie ja schon einige Male.
Lass dich somit nicht davon abbringen nicht weiterzuschreiben nur, weil du keine Rückmeldung bekommst. Die Story wird gelesen! ;)

Lenchen

Re: Vergangenheit und Zukunft (Greys Anatomy FF)

Beitrag von Lenchen »

Hey, freu mich wirklich sehr über dein Feedback und es scheint dir sogar zu gefallen, jetzt bin ich echt froh, dachte schon "Oh gott was hast du da geschrieben" :D vielen Dank für deine Meinung

Dachte mir es gibt so viele MerDer Storys, da probier ich einfach mal was anderes aus und Alex is sowiso ein Charakter den ich echt gerne mag!

Sorry, das ganze spielt nicht während der 6. Staffel sondern ein Jahr danach, war wiedermal zu schnell beim tippen :roll:

Hab schon im Kopf wie ich die Story aufbauen will, aber getippt ist noch nichts, wollte erstmal schauen wie es so ankommt, aber bei Interesse schreib ich natürlich weiter :)

Danke nochmal,

Liebe Grüße Lena

Lenchen

Re: Vergangenheit und Zukunft (Greys Anatomy FF)

Beitrag von Lenchen »

Also auf ein Neues :)


Alex sah zum zigten Mal auf die Uhr. Wo blieb sie nur schon wieder? Er konnte von Glück sagen, dass Dr. Bailey noch nichts gemerkt hatte, noch eine Ausrede hatte er nicht nämlich parat.
Mary Adams arbeitete jetzt seid knapp 3 Monaten am SGH und sie hielt den unangefochtenen Rekord im zu spät kommen.
Nach ihrer Prüfung zum 2. Assistenzjahr hatte sie ein Jahr lang Pause gemacht und war dann, um ihre Ausbildung fortzusetzen ins SGH gewechselt. Warum sie diese Auszeit genommen hatte, wusste er nicht. Nachdem er sie einmal danach gefragt hatte, hatte sie sich sofort verschlossen und war einer Antwort geschickt aus dem Weg gegangen, er hatte ihr angesehen, dass das ein Thema war, über das sie es mied nachzudenken. Möglich, dass auch in ihrer Vergangenheit etwas lag, dass sie versuchte zu vergessen, dass sie versuchte zu überwinden. Aber vielleicht kannten sie sich noch nicht gut genug für derartige Gespräche, von Izzie hatte er ihr schließlich auch nicht übermäßig viel erzählt. Aber er machte sich nichts vor, den Großteil der Geschichte hatte sie sowieso von allen möglichen Seiten bereits erfahren. Das Krankenhaus war wie eine Klatschzeitung, in der die tragische Geschichte von Alex Karev und Izzie Stevens auch nach einem Jahr noch viel Diskussionsstoff bot. Und da es nun so aussah, als würde sich Alex endlich wieder einer anderen Frau nähern wurde die Sache wieder neu aufgerührt.
Er hatte Mary als einen aufgeschlossenen, interessierten und sehr liebevollen Menschen kennen gelernt. Jedoch wurde sie ihm gegenüber, umso mehr ihr über ihn und Izzie zugetragen wurde, von mal zu mal unsicherer.
Er war bereit für etwas Neues und er mochte diese Frau wirklich, warum musste man es ihm so verdammt schwer machen?
Bisher hatten sie ja noch nicht mal ein richtiges Date gehabt, sie waren ein paar mal bei Joes gewesen, völlig unkompliziert. Was nahmen die Leute sich heraus Mary jetzt schon derartig zu verschrecken? Sie sollten sich um ihr eigenes Leben kümmern und sich nicht um das von anderer scheren.
Sie tat ihm gut und zum ersten mal seid langem war sie wieder eine Frau, die er an sich heranließ, die etwas in ihm weckte, dass mehr zu sein schien. Er hatte geglaubt auf ewig diese leere in sich zu haben, nie wieder auch nur das Geringste für eine andere Frau empfinden zu können. Aber das Leben ging weiter und irgendwann kam der Zeitpunkt in dem das vergangene nicht mehr die Gegenwart beeinflusste. Die Vergangenheit war immer noch da, sie war geschehen und sie war wichtig, aber sie bestimmte nicht mehr das Leben, das unaufhörlich weiterlief.
Er war jetzt an diesem Punkt angelangt.

„Hi!“
Mary stolperte völlig außer Atem zu der Gruppe Assistenzärzte, die Dr. Bailey soeben in ihre heutigen Fälle einteilte.
Als sie neben Alex zum stehen kam, hob er aufgrund ihres Anblicks fragen die Brauen. Ihre Haare waren zerzaust und standen in alle Richtungen ab und ihr Atem ließ schließen, dass sie gerade einen 200 Meter lauf hinter sich hatte.
„Was hast du denn gemacht?“
„Ich…“ schnauf, schnauf „Ich hab…“ schnauf „ich hab den Bus verpasst!“
Unglauben zeigte sich auf seinem gesicht.
„Und dann bist du gelaufen?“
„Gerannt, ich bin gerannt…ich bin fit…“ schnauf, schnauf „Dass war…“ schnauf „das war überhaupt kein Problem für mich!“
Alex nickte langsam, musste sich jedoch zwingen ernst zu bleiben.
„Das sehe ich!“
Sie überhörte seinen spöttischen Unterton und band sich die Haare notdürftig am Oberkopf zusammen, langsam beruhigte sich ihr Atem wieder.
„Das diese blöden Busfahrer auch immer dann früher losfahren, wenn ich sowieso schon spät dran bin, das machen die doch mit Absicht, die haben sich abgesprochen!“
Alex Mund verzog sich zu einem amüsierten grinsen, als er sie von der Seite musterte.
„Klar, die Busfahrer haben sich gegen dich verschworen und ihren Lebensinhalt darauf gerichtet, dass du zu spät zur Arbeit kommst!“
Sie stieß ihn spielerisch in die Seite.
„Möglich wäre das doch!“
„Die sitzen wahrscheinlich schon startbereit in ihrem Bus und warten nur darauf das du um die Ecke gerannt kommst um dann loszufahren und dich im Rückspiegel immer kleiner werden zu sehen!“
Er schien gefallen daran gefunden zu haben sie aufzuziehen, denn er konnte einfach nicht aufhören sie anzugrinsen. Und ob sies wollte oder nicht nun musste auch sie grinsen, die Vorstellung war einfach zu albern.
„Okay, dann machen sies eben nicht mit Absicht, aber trotzdem…“
„Adams, Karev wollen Sie uns an ihrem Gespräch teilhaben lassen, denn es scheint ja soviel interessanter zu sein als das was ich hier gerade erzähle!“
Alle Augenpaare richteten sich auf die beiden und Dr. Baileys Blick schien sie zu durchbohren. Mary spürte wie ihr die röte ins Gesicht schoss sie hasste solche Situationen, Situationen in denen sie der Mittelpunkt des Geschehens war. Und sie war froh als sie Alex Stimme vernahm und sich die Aufmerksamkeit auf ihn richtete.
„Entschuldigung Dr. Bailey!“
Die Oberärztin schüttelte verständnislos den Kopf und widmete sich den Akten in ihren Händen.
„Warum ist in diesem Krankenhaus immer alles wichtiger, als die Arbeit?“
Sie zog eine der Akte heraus und hielt sie Alex hin.
„Karev Pädiatrie, nehmen sie Kepner und Mostow mit!“
Er nahm die Akte entgegen und bedeutete den beiden anderen mitzukommen. Aus reiner Neugierde warf er einen Blick auf Mary, denn er wusste das die Pädiatrie das Gebiet war, dass sie am meisten Interessierte, im Grunde genommen hatte sie sich diesem Gebiet bereits verschrieben und auch Dr. Bailey wusste das.
Dementsprechend enttäuscht, geradezu niedergeschlagen, stand sie jetzt da. Ihr Gesicht sprach nichts weiter als *dieweltistsoverdammtgrausamundschlechtzumir*, aber dessen war sie sich wahrscheinlich nicht einmal bewusst. Alex kannte sie mitlerweile so gut, dass er wusste, dass sie schnell dabei war in Selbstmitleid zu verfallen.
Dr. Bailey versuchte sie so gut es ging zu ignorieren, sie wusste das Mary die Pädiatrie liebte und sie mochte das Mädchen ja auch, abgesehen von ihrer chaotischen Ader, die gerade mehr und mehr die Oberhand gewann. Als sie jedoch ihr mitleid erregendes Gesicht sah und Alex ihr auch noch einen bittenden Blick zuwarf, gab sie sich geschlagen.
„Nehmen Sie sie schon mit!“
Alex lächelte Bailey dankbar zu und ging dann zu Mary, die sich gerade dermaßen selbst zu bemitleiden schien, dass sie gar nicht mitbekommen hatte was gerade passiert war.
„Na komm schon!“
Sie hob den Kopf und blinzelte ihn verwirrt an
„Was…wohin denn?“
„Du kommst mit mir“ er nickte ihr zu „In die Pädiatrie!“
Marys Augen weiteten sich
„Echt jetzt, aber…“ Ihr Kopf fuhr zu Dr. Bailey herum „…aber Sie…“
„Wenn Sie jetzt nicht sofort mit Dr. Karev mitgehen, überleg ichs mir vielleicht doch noch anders!“
Mary nickte leicht panisch und drehte sich dann schnellstmöglich um und marschierte los.
„Ach und Dr. Adams!“
Sie erstarrt und drehte sich in Zeitlupentempo noch einmal zu Dr. Bailey um.
„Ja?“
„Ab morgen sind Sie gefälligst pünktlich, sonst arbeiten Sie in Zukunft nur noch da wo ich es sage!“
Während Marys Wangen zu glühen schienen und ihr die Gesichtszüge zu entgleiten drohten hob Alex belustigt die Brauen und flüsterte ihr zu.
„Vielleicht solltest du ihr von der Verschwörung der Busfahrer erzählen!“
Ohne den Blick von Dr. Bailey zu wenden zischte sie zurück.
„Halt die Klappe Alex!“
Hätte sie gekonnt hätte sie ihn in diesem Moment erdolcht.
Dr. Bailey seufzte
„Nun machen Sie schon, dass Sie zu ihrer Patientin kommen!“

sophisticated.

Re: Vergangenheit und Zukunft (Greys Anatomy FF)

Beitrag von sophisticated. »

Hi,

ich kenne deine FF ja schon vom Grey's-Forum. ;) Gefällt mir, wobei ich gerade bemerkt habe, dass ich dir da noch kein FB gegeben habe...werde ich sofort nachholen! Aber mir gefällt deine Story wirklich!!! Fänd's gut, wenn du weiterschreibst! :)

Lenchen

Re: Vergangenheit und Zukunft (Greys Anatomy FF)

Beitrag von Lenchen »

Hallöchen, freu mich dich hier zu sehen und vielen Dank für dein FB freut mich das dir die Story gefällt :) Das Update das jetzt kommt, wird vielleicht ein bisschen trauriger und dramatischer ;) aber es wird auch wieder ein bisschen lustiger, wobei das Drama bei dieser Story bestimmt nicht zu kurz kommt! Versuche immer das ein bisschen zu mixen, naja genug geschrieben jetzt kommt das update...
ach ja, fände es echt nett, wenn auch ein paar leute die die Story lesen ihre Meinung posten würde (wie evenstar so schön bemerkt hat, klicken ja doch einige darauf :D ) würde mich echt darüber freuen :)
so jetzt aber genug gequatscht...

„Oh Mann, dass war jetzt sicher peinlich für dich?“
April Kepner musterte Mary von der Seite. Sie waren gerade auf dem Weg zu ihrer heutigen Patientin, als April, sie regelrecht mitleid erregend ansah.
Seid Mary vor drei Monaten im SGH ihre Arbeit wieder aufgenommen hatte, herrschte eine Art Konkurrenz denken zwischen ihr und April. Sie wusste nicht warum das so war, da sie eigentlich nicht die Art Mensch war, die sich so verhielt. Allerdings hatte sie neben ihr immer das Gefühl, dass sie sich beweisen musste. April war ihr immer einen Schritt, einen Gedanken, einen Schachzug voraus. Mary sah ihr jedes Mal an, dass sie sich dadurch gut fühlte, dass sie es genoss besser zu sein und auch wenn April das nicht einmal böswillig tat, es ärgerte Mary gewaltig und sie musste sich jedes Mal beherrschen in ihrer Gegenwart nicht pampig zu werden ganz besonders auch in der jetzigen Situation.
„Schon okay, so schlimm wars ja nicht!“
Sie versuchte ein freundliches lächeln.
„Es gibt schlimmeres!“
April seufzte und richtete ihren Blick dann geradeaus.
„Also mir würde das schon was ausmachen, so vor allen Assistenzärzten!“
Sie zuckte mit den Schultern und schenkte Mary dann ein freudiges Lachen
„Aber ich bin ja auch ein ganz anderer Mensch als du, manchmal wünsche ich mir ich wäre nicht so ehrgeizig und würde wie du, alles einfach ein bisschen locker nehmen!“
Alex hatte sich das ganze Gespräch bis jetzt eher amüsiert mit angehört, doch jetzt schien der Zeitpunkt gekommen zu sein, in dem er sich einmischen und das schlimmste verhindern musste. Als er sich umdrehte und einen Blick auf Mary warf, bestätigte sich seine Befürchtung, dass sie kurz davor stand April die Meinung zu geigen.
„April, ich denke sie hat jetzt verstanden, dass du das ziemlich peinlich fandest und außerdem…“ Er deutete auf das Zimmer das kurz vor ihnen lag „…sind wir jetzt da!“
Ihr Blick schweifte unruhig von Alex zu Mary und schließlich wieder zu Alex, sein einmischen hatte sie doch sichtlich verwirrt. Sie sah ihn an und er konnte die Unsicherheit in ihren Augen sehen.
„Entschuldigung das ähm…das wollte ich nicht!“
Alex verschränkte die Arme vor der Brust und grinste sie schief an.
„Das musst du mir nicht sagen!“
April fuhr zu Mary herum und wollte gerade den Mund aufmachen, als die ihr zuvorkam.
„Schon okay!“
Mary zwang sich dazu wenigstens ein bisschen nett zu gucken. Auch wenn April das nicht mit Absicht machte, jedes Mal wenn sie mit ihr arbeitete, oder auch nur mit ihr sprach, fühlte sie sich unwillkürlich wie ein kleines Dummchen.
„Also!“
Alex sah seine Assistenzärzte auffordernd an.
„Dann kanns ja losgehen!“

„Amanda Harper, 32, hat gestern ihr Baby aufgrund von frühzeitigen Wehen in der 23. Schwangerschaftswoche auf die Welt gebracht, ihr Befinden ist gut, es sind keinerlei ärztlicher Maßnahmen notwendig!“
Die Frau die einen Morgenmantel trug und in einem Stuhl, direkt neben ihnen saß, hatte April bis jetzt schweigend zugehört, nun zeigte sich auf ihrem Gesicht ein Lächeln als sie sie ansah.
„Sie sind auch nicht wegen mir hier, sondern wegen meines kleinen Engels hier!“
Ihre Augen begannen zu lächeln, als sie sie auf den Brutkasten neben sich richtete. Jake Harper, der Ehemann stand hinter seiner Frau und hatte ihr die Hände auf die Schultern gelegt, auch er sah voller Liebe auf das kleine Baby nieder.
„Sie hat es einfach nicht mehr ausgehalten, endlich auf die Welt zu kommen!“
Nach einer Weile riss Amanda Harper sich von ihrer Tochter los und sah zu Alex. Ihr Blick hatte sich etwas verändert, neben der Freude und der Liebe für ihre kleine Tochter, hatten sich jetzt Unsicherheit und Angst geschlichen.
„Sie wird doch Leben können, Dr. Karev, sie wird doch ein normales leben führen können?“
Alex sah sie ernst an, er wusste er würde ihr jede Hoffnung nehmen müssen, dieses Kind würde nicht gesund werden und es würde nicht normal leben können. Er kannte derartige Situationen, er hatte sie schon hunderte von Malen erlebt, aber jedes Mal war es ein schreckliches Gefühl, derjenige zu sein der die letzte Hoffnung nahm.
„Ihre Tochter lebt, Mrs. Harper, sie hat es geschafft trotz der enormen Belastung die sie durchgemacht hat zu überleben, jedoch fehlen ihr 17 Wochen, 17 Wochen in der sich ihr Körper entwickeln hätte sollen. Ihre Lunge und ihr Darm arbeiten nicht selbstständig, ihre Sehnerven sind geschädigt, dass Risiko einer Erblindung…“
Alex Stimme wurde immer leiser, schien immer weiter weg zu sein bis Mary sie gar nicht mehr wahrnahm. Sie starrte auf den kleinen Körper, der so unwirklich wirkte und nur durch die Maschinen am Leben gehalten wurde. Die zarten Gliedmaßen, die hauchdünne Haut, der winzige Kopf und das Gesicht, alles an diesem Baby war so zerbrechlich. Es schien ihr fast so, als würde man sehen, dass dieses kleine Mädchen noch nicht hierher gehörte, als fehle ihr noch etwas als sei sie noch nicht fertig. Dieses Kind hatte schmerzen, dieses Kind quälte sich, auch wenn es ganz still dalag, meinte Mary den Schmerz zu sehen, als würde er sie wie ein Mantel umgeben.
„Dr. Adams!“ der auffordernde Ton von Alex holte sie ins hier und jetzt zurück.
Sie blinzelte ein paar Mal benommen und nahm erst dann die Gesichter war, die sie fragend musterten.
„Alles in Ordnung?“
Alex blickte sie zweifelnd an.
„Ähm ja…alles.. in Ordnung!“
Wie lange hatte sie auf dieses Baby gestarrt?
Und warum sahen alle sie immer noch so abwartend an?
Alex musste sie etwas gefragt haben, aber was, was hatte er sie gefragt? Sie musste ihm irgendwie verständlich machen, dass sie nicht zugehört hatte. Sie wollte ihm gerade einen *tutmirechtleidaberichhabgeradekeinenschimmerwasduvonmirwissenwillst* - Blick zuwerfen, als April ihr, wieder mal, zuvor kam.
„Nachdem sie jetzt einigermaßen stabil ist, kann eine Operation in betracht gezogen werden. Da die Lunge am meisten geschädigt ist, sollte diese als höchste Priorität gesetzt und als erstes operiert werden. Allerdings…“ Ihre Stimme nahm einen sanfteren und weniger geschäftsmäßigen Ton an. „… müssen auch danach noch weitere Eingriffe vorgenommen werden.“
Amanda Harper schien wie in weite Ferne zu blicken, auf ihrem Gesicht zeigte sich keinerlei Gefühlsregung, auch nicht als sie leise zu sprechen begann.
„Aber mit diesen ganzen Operationen wird sie leben können“ Sie richtete den Blick auf die Ärzte die ihr gegenüberstanden.
„Sie wird dadurch leben, richtig?“
Jake Harper strich seiner Frau sanft über den Arm
„Amanda vielleicht…“
„Nein, ich will das wissen!“
Alex atmete tief ein und sah ihr dann in die Augen.
„Die Chance, dass sie lebt besteht, allerdings werden die vielen Operationen ihren Körper enorm schwächen und belasten, jeder Eingriff wird ein Risiko sein und selbst wenn sie alles übersteht, es würden Schäden bleiben, sie würde kein normales Leben führen können ich würde Ihnen daher raten…“
„Nein!“ Amanda Harper hielt zitternd ihre Hand in die Höhe.
„Sagen Sie das nicht!“
Ihre Augen waren zwar voller Trauer als ihren Blick hoch zu ihrem Mann richtete, jedoch schwang in ihrer Stimme immer noch die Hoffnung mit..
„Ich brauche sie Jake und sie braucht mich sie wird das durchstehen!“
„Ich weiß das du sie brauchst…aber…“ Er atmete tief ein, es schien ihn enorm viel Kraft zu kosten auszusprechen was er dachte. „Es würde ihr vielleicht besser gehen wenn…wenn sie das nicht alles mitmachen müsste!“
Amanda krallte sich regelrecht in seinen Pullover, in ihrer Stimme lag ein flehen.
„Aber dadurch wird sie leben, sie wird bei uns sein Jake!“
Alex hielt es für das beste die beiden in diesem Moment alleine zu lassen, daher bedeutete er den anderen, dass sie nun gehen würden.
„Mr. Harper, Mrs. Harper ich werde heute Abend noch einmal zu ihnen kommen, ich weiß es ist eine schwierige Entscheidung, aber so schwer es auch ist, es muss eine getroffen werden!“
Er wusste, dass den beiden in diesem Moment nichts helfen würde.
Aus ärztlicher Sicht war die Sache klar, es war nicht schwer eine Entscheidung zu treffen, dieses Mädchen würde, insofern sie die ersten kritischen Operationen überstand, kein annähernd normales Leben führen. Aus menschlicher Sicht jedoch war diese Entscheidung eine Tortur und auch wenn er kein Kind hatte und kein Vater war, darüber zu richten ob sein Kind leben oder sterben sollte schien Alex fast unmöglich und er fragte sich wie man die Kraft dafür aufbringen konnte sein Kind loszulassen.

Am selben Abend stand Mary abermals vor dem Brutkasten des Frühchens, Amanda und Jake Harper waren mittlerweile wieder in Amandas Krankenzimmer.
Sie blickte auf das winzige Baby nieder.
Auch wenn sie es heute Morgen schon einmal gesehen hatte, das Bild hatte nichts von seinem Schrecken verloren. Dutzende Schläuche führten in diesen kleinen zerbrechlichen Körper und sie glaubte fast die Qual im Gesicht des Mädchens zu sehen. Der Schmerz schien in diesem Augenblick greifbar zu sein und er drohte sie zu übermannen.
Das diese Leute es auch nur in Erwägung zogen, dieses kleine wesen den ganzen schmerzen und Qualen auszusetzen.
Seinem Kind das anzutun war egoistisch, wenn man so handelte, dachte man nicht daran wie es ihm ging sondern womit man sich selbst besser fühlte.
Zu entscheiden sein Baby sterben zu lassen war mehr als schmerzlich, es zerriss einen, ein teil von einem selbst starb dabei mit.
Viele würden es wahrscheinlich als unmenschlich bezeichnen so zu handeln, aber so schrecklich das auch klang, manchmal war es besser einfach aufzugeben.
Mary legte ihre Hand auf den Kasten, als ob sie dem Mädchen dadurch irgendwie Kraft geben konnte.
„Du hast schmerzen nicht war… dir geht es nicht gut…ich wünschte ich könnte dir irgendwie helfen!“
„Hey!“
Mary wirbelte erschrocken herum, sie hatte nicht bemerkt, dass Jemand ins Zimmer getreten war.
Alex lächelte sie entschuldigend an.
„Tut mir leid ich wollte dich nicht erschrecken!“
„Macht nichts ich…ich war nur so…in Gedanken.“
Er trat neben sie und sah dann ebenfalls auf das Frühchen nieder.
„Das gibt einem auch zu denken!“
Nach einer Weile sah er wieder zu ihr auf.
„Sie wollen die Operation, sie wollen alles tun um ihr Kind irgendwie am leben zu erhalten!“
Mary sah ihm direkt in die Augen, sie hatte geahnt, dass sie so entscheiden würden und sie fand es falsch.
„Das ist Wahnsinn, dieses Kind sollte nicht leben, es quält sich jetzt und wird sich die nächsten 10 Jahre quälen!“
Alex wusste, dass sie Recht hatte, aber es war weder seine noch Marys Entscheidung.
„Wir können nichts machen Mary!“
„Aber die müssen doch wissen, dass sie ihr damit nichts Gutes tun, sie sollten an sie denken, was das beste für ihre Tochter ist und nicht womit sie es leichter haben!“
Alex verstand was sie meinte, aber er war nicht sicher ob sie die Tragweite dieser Situation richtig einschätzte.
„Zu entscheiden sein Kind sterben zu lassen ist nicht so einfach Mary!“
Er sah zu ihr herüber, sie hatte den Blick stur geradeaus gerichtet und schien plötzlich enorm angespannt zu sein.
„Wenn man sieht wie sich das eigene Kind quält, bei jedem Schrei den Schmerz zu hören, zu wissen das es nie normal leben kann, nie ausgelassen und sorglos wie andere Kinder spielen kann, blind, taub, behindert zu sein, sein leben lang von Medikamenten abhängig sein zu müssen, immer wieder operiert werden zu müssen…“ ihre Stimme wurde wackelig und die Tränen stiegen in ihr hoch „…wenn man das sieht, dann weiß man wie man zu entscheiden hat!“
Sie spürte Alex fragenden Blick auf sich und ihr wurde klar, dass sie zuviel gesagt hatte.
Sie mochte ihn, sehr sogar und in letzter Zeit hatte sie oft mit dem Gedanken gespielt ihm die Geschichte zu erzählen, doch jetzt gerade war es zuviel, sie hatte ihre eigenen Gefühle nicht mehr unter Kontrolle.
„Ich…ich muss jetzt gehen!“
Sie drehte sich um und wollte loslaufen, jedoch griff Alex ihre Hand und hielt sie zurück.
„Alles Okay mit dir?“
Seine Stimme war voller Sorge, doch das brachte sie nur noch mehr aus dem Konzept.
„Alles Okay wir…wir sehen uns Morgen!“
Er ließ ihre Hand los und sah verwirrt zu wie sie den Raum verließ.

sophisticated.

Re: Vergangenheit und Zukunft (Greys Anatomy FF)

Beitrag von sophisticated. »

Wow. Arme Mary. :( Das war wirklich traurig, ich konnte richtig mit ihr und den Harpers mitfühlen. Das hast du gut beschrieben! :up:

Was ich witzig fand: den Namen Jake Harper. Du schaust wohl gerne Two and a Half Men? ;)

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evenstar
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Re: Vergangenheit und Zukunft (Greys Anatomy FF)

Beitrag von evenstar »

Und das Drama beginnt! Nach einer seichten EInführung bekommen deine Charaktere langsam Hintergrund, bin gespannt, was daraus noch wird.
sophisticated. hat geschrieben:Das hast du gut beschrieben!
Da stimme ich zu, du hast du Gefühle sehr schön zum Ausdruck gebracht bzw gut beschrieben, wie die Harpers/Mary/Alex etwas machen :)

Lenchen

Re: Vergangenheit und Zukunft (Greys Anatomy FF)

Beitrag von Lenchen »

Okay auf ein neues :)
@sophisticated das is mir jetzt aber echt peinlich, sowas blödes, dabei guck ich fast jeden Dienstag Two and a half men :schaem: wiedermal so typisch für mich :roll:

@evenstar das Drama ist noch nicht zu ende, hoffe ich hab die Story nicht etwas zu Dramatisch angelegt :ohwell: naja es wird auch wieder etwas fröhlicher und lustiger, ihr werdet mir schon sagen wenn ich es damit übertreibe ;)

wünsch euch viel Spaß beim lesen, ist ein kleines update, da ich seid ner woche wieder arbeite und nicht mehr so viel zeit zum schreiben habe.

Mary wollte nur noch nachhause, dieser Tag hatte sie sowohl körperlich als auch seelisch extrem mitgenommen. Als sei es nicht schon genug gewesen, dass ihr wohl schmerzlichstes Ereignis im Leben heute den ersten Jahrestag hatte, nein, ihre Vergangenheit musste ihr auch noch auf eine derartig intensive Weise vor Augen geführt werden. Es war als lief ihr damaliges Leben, erneut vor ihr ab, nur war sie diesmal Zuschauer und nicht Hauptperson.
Sie war sich im Klaren darüber, dass sie diese Belastung nicht noch einmal durchstehen würde. Sie würde mit Alex reden, ob sie nicht einen anderen Fall bekommen konnte.
Der Gedanke an ihn versetzten ihr unwillkürlich einen Stich, die Sorge die in seinen Augen gelegen hatte, die Verwirrung, sie hatte ihn nicht einfach stehen lassen wollen, aber sie war mit der Situation einfach überfordert gewesen.
Alex war inzwischen mehr für sie geworden als ein Freund, es schien ihr so als hatten sie beide in den letzten Wochen eine Art Barriere durchbrochen und sich etwas neuem geöffnet. Sie kannte die Geschichte über Alex und Izzie, sie kannte seine Vergangenheit und auch wenn sie davon immer noch eingeschüchtert war, glaubte sie, dass sich zwischen Alex und ihr etwas entwickelte, für das es sich lohnte derartige Hürden zu nehmen.
Hatte er also nicht auch das Recht über ihre Vergangenheit bescheid zu wissen?
Wenn sie sich wirklich auf etwas Neues einlassen wollte, wenn sie sich auf Alex einlassen wollte, dann musste sie ihm auch davon erzählen.

Alex schloss die Tür hinter sich, er war zuhause. Der heutige Tag war anstrengend gewesen und er war erschöpft und müde. Jedoch ließ ihn ein Gedanke trotz der Müdigkeit einfach nicht zur Ruhe kommen.
Warum hatte Mary so reagiert?
Er kannte sie jetzt seid 3 Monaten und das erste was an ihr auffiel, war ihre einfühlsame und liebevolle Art, sie war ein emotionaler Mensch, der Gefühle zeigte und zuließ, allerdings hatte sie diese normalerweise immer unter Kontrolle. Warum also brachte sie das so sehr aus dem Konzept?
Sie hatte so verzweifelt und wütend gewirkt und in ihren Augen hatte eine tiefe Trauer gelegen. Manche Fälle gingen einem sehr nahe, dass hatte er selbst schon erlebt, aber ihre Reaktion war anders gewesen.
Es kam ihm fast so vor, als hätte sie aus eigener Erfahrung gesprochen, als hätte sie von einer anderen Geschichte und nicht von diesem Fall gesprochen. Aber er konnte eben nicht in sie hineinsehen und so gerne er ihr auch geholfen hätte, dazu musste er wissen, was in ihr vorging.
Und ob sie bereit war ihm das zu erzählen wusste er nicht.

Am nächsten Tag betrat Alex gerade das Krankenhaus, als jemand hinter ihm seinen Namen rief.
Fragend drehte er sich um und sah wie Mary schnellen Schrittes auf ihn zukam.
„Hey!“
„Hi!“
Sie lächelte ihn an, ihre Augen verrieten ihm aber, dass sie nicht so locker und unbeschwert wie sonst war, sie war angespannt.
„Gut das ich dich gleich hier treffe ich wollte fragen ob ich…“
„Dr. Karev!“
Dieser freudige Ausruf hinter ihnen unterbrach sie.
Sie drehten sich beide um und erblickten eine attraktive, rothaarige Frau die Alex freudig anlachte.
„Dr. Montgomery!“
Alex erwiderte ihr lächeln und hielt ihr die Hand zur Begrüßung hin.
„Schön Sie mal wieder zu sehen!“
Addison Montgomery bedachte Alex Hand mit einem Augenrollen.
„Ich bitte dich Alex, wir kennen uns nun schon so gut, dass wir diese Förmlichkeiten getrost sein lassen können!“
Ihr Mund verzog sich zu einem amüsierten grinsen und sie schloss ihn in die Arme.
Mary stand daneben und sah sich die Szene voller Unglauben an, wie in Trance sah sie zu wie sich Addison wieder von Alex löste und sich ihre freundlichen Augen dann auf sie richteten nur um sich binnen Sekunden in puren Unglauben zu wandeln.
„Mary?“
Es schien ihr so als würde Addison wie aus weiter ferne zu ihr sprechen.
„Mary Adams?“
Alex sah sie fragend an.
„Du kennst sie?“
Mary nickte langsam und konnte nichts weiter tun als zu versuchen ein lächeln zustande zu bringen, dass nicht allzu gequält aussah.
„Hi Dr. Montgomery!“
„Mary Adams ich glaubs nicht, was machen Sie denn hier?“
Addison verschränkte die Arme vor der Brust und sah sie interessiert an.
„Sagen Sie bloß Sie arbeiten jetzt hier und haben L.A den Rücken gekehrt?“
Mary hatte sich inzwischen von ihrem ersten Schrecken erholt und brachte es, zu ihrer eigenen Verwunderung zustande, weitgehend normal zu sprechen.
„Ich hab L.A den Rücken gekehrt!“ sie lächelte leicht konnte ihr Unsicherheit aber nicht völlig verbergen „ Und ich arbeite jetzt hier!“
Addison musterte sie interessiert, dabei umspielte ihre Lippen ein sanftes, freundliches lächeln.
„Es scheint Ihnen gut zu tun, sie sehen blendend aus!“
„Danke!“ Mary sprach leise und man sah und hörte ihr an, dass sie ein wenig verlegen war.
„Wir werden uns sicher noch etwas länger unterhalten aber jetzt…“ sie stemmte die Arme in die Hüften uns sah die beiden entschlossen an„…werde ich erst einmal in Erfahrung bringen was sich hier so getan hat und dann werde ich mir dein Sorgenkind ansehen Alex!“
Alex nickte ihr grinsend zu, sie hatte sich kein bisschen verändert „Alles klar!“
Und damit machte sich Addison auf den Weg.
Ihm war nicht entgangen, dass Mary von ihrem Auftauchen überrascht, wenn nicht sogar erschrocken darüber war. Und auch jetzt war sie immer noch etwas angespannt und nervös.
„Alles in Ordnung?“
Er stellte ihr diese ganz normale, simple Frage und sie hätte ihm gerne ehrlich geantwortet, sie hätte ihm gerne gesagt, dass nicht alles in Ordnung war, dass sie am liebsten weglaufen würde, stattdessen lächelte sie ihn betont fröhlich an.
„Alles in Ordnung!“
Sie wusste, dass er ihr das nicht abkaufte.
Zuletzt geändert von Lenchen am 18.09.2010, 17:14, insgesamt 1-mal geändert.

fernsehmaus

Re: Vergangenheit und Zukunft (Greys Anatomy FF)

Beitrag von fernsehmaus »

hab deine FF jetzt entdeckt und gelesen. und obwohl ich (hauptsächlich weil man alex/izzie zerstört hat) GA den rücken gekehrt habe, find ich deine FF einfach GENIAL :anbet: :anbet: :anbet:

Lenchen

Re: Vergangenheit und Zukunft (Greys Anatomy FF)

Beitrag von Lenchen »

Juhuuu noch ein leser :D
Freu mich das es dir gefällt :)
Ich fand auch wie man die ganze Alex/Izzie Geschichte kaputtgemacht hat, war total blöd, aber ich hab das hoffen noch nicht aufgegeben das sie es vielleicht doch noch irgendwie zu einem relativ akzeptablen ende bringen ;)

Vielen dank noch mal für dein liebes Feedback!
Liebe Grüße

Lenchen

Re: Vergangenheit und Zukunft (Greys Anatomy FF)

Beitrag von Lenchen »

Okay, nächster Teil, hoffe euch gefällts trotz des vielen Dramas ;)

Nachdem Mary sich umgezogen hatte, setzte sie sich noch einmal auf die Bank und atmete tief ein. Das Addison Montgomery nun auch noch hier aufgetaucht war, kam ihr wie ein schlechter Scherz vor. Es kam ihr so vor, als würde sich irgendjemand einen bösen Spaß erlauben und ihr das Leben absichtlich schwer machen. Die letzten Wochen und Monate waren gut gewesen, nein sie waren wunderbar gewesen, es war als hätte sich die Gewitterwolke über ihrem Kopf endlich verzogen und die Sonne ließ sich blicken. Aber nun, innerhalb von zwei Tagen, schien sich diese verdammte Wolke wieder knall auf fall in ihr Leben gedrängt zu haben.
Die Tür ging auf und riss sie aus ihren Gedanken.
Alex kam, anscheinend ohne damit gerechnet zu haben sie hier vorzufinden, herein. Als er sie da so zusammengesunken sitzen sah, wurde sein Blick mit einem mal kritisch.
„Geht’s dir nicht gut?“
„Doch…“ sie richtete sich ein wenig auf „… mir geht’s gut…super sogar!“
Sie wusste wie läppisch das klang und an Alex Gesichtsausdruck sah sie, dass auch er nicht auf ihre gespielte Fröhlichkeit hereinfiel.
„Mary was ist los mit dir, ich seh doch, dass irgendwas nicht stimmt, dass es dir verdammt noch mal nicht gut geht!“
Sie sah zu ihm hoch und konnte erkennen das er sich ehrlich Sorgen machte.
„Ich…es ist…“ sie atmete tief ein „…es ist dieses Baby, diese Eltern, Addison Montgomery!“
Sie wendete den Kopf von ihm ab und sah zu Boden, mit erschreckender Klarheit begriff sie, dass jetzt der Zeitpunk gekommen war, der Zeitpunkt, an dem sie ihm davon erzählen musste.
„Ich kenne sie, weil ich ihre Patientin war weil…“ sie stockte, hob dann den Blick wieder und sah ihn an, ihre Stimme war leise und zittrig „weil…weil ich ein Baby hatte!“
Alex stand vor ihr und schien zu erstarren, er schien unfähig zu sein sich zu bewegen oder zu sprechen. Er hatte mit vielem gerechnet, aber nicht damit. Nicht mit so etwas.
Er machte den Mund auf um etwas zu sagen, schloss ihn jedoch gleich wieder, er hatte keine Ahnung was er ihr darauf antworten sollte.
Mary ließ sich von seiner Reaktion nicht durcheinander bringen, sie wusste das es ein Schock für ihn war, wahrscheinlich für jeden dem sie das erzählte, aber sie spürte das es ihr in Gewisser Weise gut tat darüber zu reden, das ganze endlich einmal auszusprechen, es nicht weiter und weiter hineinzufressen und panisch darauf bedacht zu sein, dass keiner etwas davon erfuhr.
„Ich hatte eine Tochter!“
Sie lächelte ihn traurig an und als ihn dieser Blick traf, als sie ihre traurigen Augen auf ihn richtete, schien wieder Leben in ihn zu kommen.
Er wies sich selbst an, sich zusammenzureisen und nicht nur dazustehen und sie anzustarren wie ein Idiot.
„Mary ich…wenn ich gewusst hätte das…das du…ich meine…“ er brach ab und sah sie entschuldigend an.
„Tut mir leid, aber ich bin gerade echt durcheinander!“
„Das muss dir nicht leid tun Alex!“
Sie wirkte müde und schwach und ihm wurde klar, dass er sie gerade an ihrer verletzlichsten Stelle traf, dass er ihr nicht half, sondern sie alleine ließ. Es war nicht seine Absicht sich so zu verhalten, deshalb fasste er sich ein Herz, setzte sich neben sie und sah sie auffordernd an.
„Wenn du mir die Geschichte erzählst dann verstehe ich vielleicht, dann bin ich vielleicht nicht mehr durcheinander…wenn du willst, dann hilf mir zu verstehen!“
Er musterte sie abwartend, sie hatte ihren Blick auf den Boden gerichtet und als sie langsam zu sprechen begann hörte er ihr aufmerksam zu.
„Wir wollten dieses Baby, Luke und ich… ich wollte dieses Baby… ich wollte es so sehr, und als es dann geklappt hat, als ich endlich schwanger war, da war das…“ ihr Lippen umspielte ein leichtes Lächeln „…es war einfach unglaublich, ich war so glücklich, damals dachte ich irgendjemand hatte sich abgesprochen um alles zu tun um mich glücklich zu machen, aber dann…dann ging alles so schnell, auf einmal war alles anders, nichts mehr wie so wie es hätte sein sollen!“
Sie atmete tief ein und fuhr sich übers Gesicht, es schien sie eine Menge Kraft zu kosten alles so offen auszusprechen.
„Sie mussten sie holen… in der 20. Woche...sie war so klein, so winzig und zerbrechlich, aber sie war wunderschön!“
Ihre Stimme begann zu zittern und ihre Augen füllten sich mit Tränen.
„Sie war dem Tot näher als dem Leben, jeder Schrei war voller Schmerz und ich…ich konnte nicht mit ansehen wie sie sich quälte, ich konnte das meinem Kind doch nicht antun!“
Zum ersten Mal hob sie ihren Blick und sah Alex zögerlich in die Augen, die ersten Tränen liefen ihr bereits über die Wangen.
„Luke hat gesagt, wer sein eigenes Kind sterben lässt, sei herzlos und hätte es nicht verdient eine Mutter zu sein…ich habe sie sterben lassen!“
„Ich hab sie im Arm gehalten und hab sie sterben lassen…es ging ihr besser so, sie hatte keine Schmerzen mehr, ich war bei ihr, sie war nicht allein…ich war bei ihr!“
Die Tränen rannen ihr übers Gesicht und bei jedem schluchzend schüttelte es ihren ganzen Körper.
Alex zog sie zu sich und hielt sie fest, er hielt sie einfach nur fest und ließ sie weinen, ließ sie ihren ganzen Kummer herausweinen. Diese Geschichte war so unglaublich und so schrecklich tiefgehend, dass er sich fragte wie ein Mensch wie Mary, die so voller Mitgefühl und den Glauben an das Gute war, es überhaupt geschafft hatte damit umzugehen. Das auch noch der Vater dieses Kindes, sie in dieser Situation alleine gelassen hatte, sie sogar verurteilt hatte, war für ihn unverständlich. Er war weiß Gott nicht der Verantwortungsbewussteste Mensch, aber sich so zu verhalten war das letzte.
Er strich ihr übers Haar und langsam beruhigte sie sich wieder.
„Du hast das richtig gemacht Mary, hörst du, alles andere wäre Sinnlos gewesen!“
Sie löste sich langsam von ihm und sah ihn dann aus ihren tiefen Augen an. Sie konnte nichts mehr sagen, es schien als sei alle Kraft aus ihr gewichen.
Er umfasste ihr Gesicht mit seinen Händen und sah sie durchdringend an.
„Und du bist nicht herzlos verstanden, du bist ein liebevoller, gutmütiger, wunderbarer Mensch!“
Mary blinzelte gegen die neu aufkommenden Tränen an, es tat so gut so etwas von ihm zu hören, es tat so gut, dass er bei ihr war.
Sie nickte schwach und sank dann erschöpft gegen seine Brust, die ganzen Erinnerungen hatten enorm an ihren Kräften gezehrt.
Alex legte seine Arme wie zum Schutz um sie, er konnte ihr in diesem Moment weder das Leid, noch den Schmerz nehmen, aber er konnte bei ihr sein, er konnte ihr zeigen, dass sie ihm etwas bedeutete und das er sie nicht alleine ließ.

Lenchen

Re: Vergangenheit und Zukunft (Greys Anatomy FF)

Beitrag von Lenchen »

Hey, vermiss eure Kommentare und Meinungen, doch zu viel Drama :ohwell: ?
nicht mehr lange dann wirds wieder mehr bright and shiny ;)


„Alex!“ Addison Montgomery kam zielstrebig und energischen Schrittes auf ihn zu.
„Ich habe jetzt alles versucht diese Leute davon zu überzeugen ihr Kind nicht dieser Operation auszusetzen, aber ich komme mir vor als würde ich gegen eine Wand reden, egal was ich sage es scheint sie nicht im Geringsten zu interessieren!“
Sie stemmte die Arme in die Hüfte und sah ihn gereizt an.
Nachdem Mary sich wieder einigermaßen von ihrem kleinen Ausbruch erholt hatte, war Alex losgegangen und hatte sich nach einem anderen Fall für sie umgeschaut. Meredith hatte nichts dagegen gehabt, dass sie mit bei ihrem Patienten assistierte, sie mochte Mary und arbeitete gerne mit ihr zusammen. Natürlich hatte er Meredith nicht den Grund dafür erzählt, aber sie hatte an seinem Verhalten sofort gemerkt, dass es ihm wirklich wichtig war und so hatte sie dem zugestimmt.
Nachdem Mary versorgt und er sich sicher gewesen war, dass es ihr einigermaßen gut ging, hatte er sich wieder auf den Weg zu seiner Patientin gemacht, als Addison ihm leicht säuerlich entgegengekommen war.
Sie fixierte ihn immer noch mit einer gewissen Gereiztheit, als ob er irgendetwas dafür konnte, dass diese Leute nicht mit sich reden ließen.
„Ich hab denen das ja auch schon mehrmals gesagt, was sollen wir da noch großartig machen, verweigern können wir die OP ja wohl schlecht!“
Addison seufzte schwer und fuhr sich etwas genervt durchs Haar.
„Das Ganze ist nicht leicht, schon klar, aber manchmal ist es einfach besser loszulassen und in diesem Fall liegt ja wohl klar auf der Hand was besser für das Kind ist!“
Bei ihren Worten wurde Alex plötzlich nachdenklich, ihm wurde klar, dass Mary in genau derselben Situation gewesen war, die gleiche Entscheidung hatte treffen müssen und unwillkürlich, ohne dass er es wirklich wollte, sprach er aus was ihm gerade durch den Kopf ging.
„Andere schaffen es schließlich auch diese Entscheidung zu treffen und ihr Leben dann weiterzuleben, auch wenn es schwer ist!“
„Eben, und …“ sie stockte abrupt und ihr Blick wurde mir einem Mal fragend.
Alex hatte es zwar nicht gewollt, aber nun hatte er aufgrund seiner Aussage ihr Interesse geweckt. Sie war damals Marys Ärztin gewesen und dieser jetzige Fall musste Addison an sie erinnern. Es war ihm klar das sie sich bei seinem Verhalten fragte, ob er darüber bescheid wusste, er hatte jedoch keine Ahnung wie Mary es finden würde wenn er ihr davon erzählte.
„Sag mal, hat Mary Adams denn nicht zusammen mit dir diesen Fall betreut?“
„Doch, aber sie…sie wurde dringender bei einem anderen Patienten gebraucht!“
Er entschied sich dafür ihr nicht zu erzählen und versuchte so überzeugend wie möglich zu klingen, jedoch konnte er an ihrem Blick erkennen, dass sie wusste was hier gespielt wurde.
Als sie ihn weiterhin durchdringend musterte wurden ihre Augen plötzlich freundlicher und ihre Stimme wurde weicher.
„Du weißt bescheid!“
Alex wusste erst nicht wie er reagieren sollte, doch schließlich nickte er langsam.
„Ja“
„Es hat mich schon gewundert, dass sie bei dieser Patientin assistiert, so lange ist das bei ihr doch noch gar nicht her, dass wird sie doch sicherlich mitgenommen haben!“
Sie sah ihn fragend und mit ein wenig Sorge in den Augen an und Alex konnte nichtsweiter, als ihr davon zu erzählen. Er hatte es sich vor Mary zwar nicht anmerken lassen, aber er war von der ganzen Geschichte doch noch ziemlich überwältigt.
„Es hat sie sehr mitgenommen, wahrscheinlich hat nicht viel gefehlt und sie wäre mir zusammengeklappt… das…“ er schüttelte den Kopf „…die ganze Sache ist so…unglaublich, ich hätte nie gedacht das sie…das sie ein Kind hatte!“
Er sah Addison teils fragend teils ungläubig an, die Verwirrung stand ihm ins Gesicht geschrieben.
Sie kannte Alex nun schon lange und gut genug, dass sie mit Sicherheit sagen konnte, dass er nicht so reagieren würde, wenn der Mensch um den es hier ging ihm nichts bedeutete. Unter anderen Umständen wäre es ihm schlichtweg egal gewesen, dass irgendjemand, irgendeine traurige Vergangenheit hinter sich hatte. Aber für ihn schien Mary nicht irgendjemand zu sein, ihm schien etwas an ihr zu liegen auch wenn ihn das ganze gerade verwirrte und durcheinander brachte.
Für sie war Mary eine besondere Patientin gewesen, die sie nicht vergessen hatte und dies auch nie tun würde.
Natürlich weil sie sich damals für den richtigen Weg entschieden hatte, aber vielmehr war sie davon beeindruckt gewesen, mit welcher Art und Weise dieses junge, absolut liebenswerte Mädchen das getan hatte. Sie wollte, dass auch Alex davon erfuhr, er sollte sich ihm klaren darüber sein, was für eine Frau er da an seiner Seite hatte.
„Mary hat es sich in keinster Weise leicht gemacht, sie hat in dieser kurzen Zeit gelernt, nicht an sich selbst zu denken, sie hat sich und ihren Schmerz völlig ausgeblendet und einzig zum Wohle ihres Kindes entschieden!“
Ihre Stimme wurde etwas leiser, verlor aber nichts an Intensität.
„Sie hatte genau zwei Tage lang ein Kind und hat es dann gehen lassen, und so traurig das auch klingen mag, aber eine bessere Mutter hätte sie nicht sein können!“
Sie legte ihre Hand auf seine Schulter und sah ihn durchdringend an.
„Mary ist ein ganz besonderes Mädchen, sie hat viel mitgemacht, verlor ihr Kind, wurde vom Vater verlassen, aber sie hat weitergemacht, hat nicht aufgegeben, hat ihren Lebensmut und ihre Unbeschwertheit beibehalten…“ Auf ihren Lippen zeigte sich ein warmes Lächeln „…und sie scheint mit dir jemanden gefunden zu haben, mit dem sie ein neues Leben aufbauen kann, mit dem sie glücklich zu sein scheint…auch wenn dich das ganze verwirrt Alex, lass sie nicht alleine, zeig ihr was dir an ihr liegt!“
Zuletzt geändert von Lenchen am 18.09.2010, 17:12, insgesamt 1-mal geändert.

sophisticated.

Re: Vergangenheit und Zukunft (Greys Anatomy FF)

Beitrag von sophisticated. »

Entschuldige, ich war schon lange nicht mehr bei mFb on und Schule hat jetzt angefangen...aber mir gefällt deine FF wirklich gut! Auch wenn ich das erste Kapitel immer im Hinterkopf habe. Aber Mary tut mir wirklich leid! Man kann sich gar nicht vorstellen wie das sein muss, sein Kind zu verlieren. :(
Ich freu' mich aber echt schon auf ein Update! :up:

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Re: Vergangenheit und Zukunft (Greys Anatomy FF)

Beitrag von evenstar »

Auch mal wieder meine Meinung: Es gefällt! Auch nicht zuviel Drama, auch wenn die Geschichte ziemlich dramatisch (und traumatisch) ist. Aber ich freu mich auch schon auf die etwas seichteren Kapitel^^

Aber ein kleiner EInwand/ Hinweis... Bitte lass Addison Alex nicht siezen. Die beiden waren in einer Beziehung.. naja, zumindest zusammen im Bett. Die dürfen sich ruhig duzen ;)

Lenchen

Re: Vergangenheit und Zukunft (Greys Anatomy FF)

Beitrag von Lenchen »

Danke an euch beide und auch wenn ich mich wiederhole es ist wirklich schön zu hören, dass es euch gefällt, freue mich sehr darüber :)
@sophisticated ja ja das erste Posting diente auch dazu interesse zu wecken, daher ist es gut, dass du das immer im hinterkopf hast :D bis dahin gibt es allerdings noch einige Irrungen und Wirrungen ;)

@evenstar hab lange hin und her überlegt wegen dem siezen bzw. duzen, aber du hast schon recht, werd das mal ganz schnell ändern :D

Lenchen

Re: Vergangenheit und Zukunft (Greys Anatomy FF)

Beitrag von Lenchen »

Nächstes update :)

Der Tag verlief schleppend und weder Alex noch Addison hatten die Entscheidung der Harpers noch irgendwie beeinflussen können und so war die Behandlung beschlossene Sache. Er hatte sich vorgenommen, Mary vorerst nichts weiter über diesen Fall zu erzählen, zuerst einmal musste sie sich über ihre Gedanken und Gefühle klar werden, sie weiter damit zu konfrontieren und zu belasten war unnötig.
Er machte eine letzte Notiz in die Akte der Patientin und klappte sie zu, als Meredith gut gelaunt neben ihn trat
„Hey!“
Als sie sein nachdenkliches Gesicht sah, trat mit einem mal etwas sorge in ihre Augen.
„Alles klar?“
Alex fuhr sich seufzend mit der Hand über die Augen und sah sie dann müde an.
„Ja, heute war nur ziemlich viel los!“
Meredith nickte wenig überzeugt und dachte sogleich an Mary, die heute ebenfalls etwas durcheinander gewirkt hatte, sie war immer leicht durch den Wind, dass gehörte zu ihrer Persönlichkeit, aber heute war es auffällig gewesen und sie fragte sich ob das irgendeinen Zusammenhang mit seiner Verfassung hatte.
Sie hatte Alex und Mary schon länger beobachtet und es war schön zu sehen, wie die beiden miteinander umgingen, wie sie sich immer mehr annäherten und am Anfang einer ehrlich ernsten Beziehung standen. Meredith wünschte es Alex, er hatte es verdient, er hatte eine Frau verdient die bei ihm war und die ihn liebte und Mary könnte eine solche Frau werden, oder war es sogar vielleicht schon. Meredith mochte sie, nicht nur weil sie sah, dass sie Alex gut tat, Mary war die Art Mensch, den man einfach gern haben musste. Sie war liebevoll und herzlich, aber doch immer geradeheraus, sie machte sich nicht großartig Gedanken über etwas, sie tat es einfach. Sie war mit Abstand der chaotischste Mensch den sie kannte, aber sie verstellte sich nicht. Und auch wenn sie das manchmal in Teufelsküche brachte, dass machte ihren Charakter aus, das war Mary. Aber heute wirkte sie wie ausgewechselt, sie war in sich gekehrt und hing ihren Gedanken nach, wie auch Alex jetzt gerade. Beide wirkten, als würden sie neben sich stehen, als würde sie irgendetwas belasten und sie hoffte, dass es nichts ernstes war, dass sie ihre Chance auf eine Beziehung, auf eine neue Liebe wahrnahmen und sie nicht leichtsinnig verspielten.
Meredith beschloss sich vorsichtig heranzutasten, auch wenn Alex ihr Freund war, sie wollte sich keinesfalls aufdrängen.
„War wirklich anstrengend heute, Mary war auch ziemlich…„ sie suchte nach dem richtigen Wort „…erschöpft.“
Trotz der Müdigkeit in seinen Augen konnte sie die Sorge erkennen.
„Sie…sie hat sich schon heute Morgen nicht gut gefühlt…ist einfach nicht ihr Tag heute!“
„Dann solltest du zu ihr gehen!“ Meredith sah ihn fordernd an, sie ahnte, dass mehr dahinter steckte als ein schlechter Tag und auch wenn sie nicht bescheid wusste um was genau es hier eigentlich ging, es schien nicht nur irgendeine Kleinigkeit zu sein
„Es wird ihr sicher besser gehen, wenn sie nicht alleine ist!“
Alex sah Meredith in die Augen, er hätte ihr am liebsten alles erzählt, wie verwirrt, aber gleichzeitig glücklich er darüber war, dass Mary so ein Vertrauen zu ihm hatte, wie überrascht er über sein eigenes Verhalten und über seine Gefühle ihr gegenüber war, das es kompliziert und schwierig war. Er würde es ihr erzählen, er musste es ihr erzählen, aber nicht jetzt. Jetzt würde er zu Mary gehen.
Er nickte und auf seinem Gesicht zeigte sich ein dankbares lächeln.

Feierabend, Schluss für heute! Sie hatte den Tag überstanden und das, in Anbetracht ihrer morgendlichen Verfassung, sogar recht gut. Sie fühlte sich komischerweise, ehrlich gut, irgendwie leichter ums Herz, als hätte ihr jemand eine Last abgenommen. Zum einen führte sie das daraufhin zurück, dass sie den Fall der Harpers nicht mehr betreuen musste, zum anderen, bedeutenderen Grund, dass sie diese belastende Geschichte nun endlich ausgesprochen hatte. Das sie Alex gegenüber nun endlich vollkommen ehrlich war.
Auch wenn sie ihn nie angelogen hatte, es war doch immer das Bewusstsein gewesen, dass es etwas über sie gab, etwas wichtiges, das er nicht wusste, von dem er keine Ahnung hatte.
Sie hatte immer Angst gehabt und war unsicher gewesen, wie er reagieren würde. Vor allem in den letzten Tagen hatte sie diese immer wieder verspürt, diese Angst, dass er, wenn er alles über sie erfuhr, das weite suchte, das es ihm zu kompliziert und zu anstrengend war. Bei diesen Gedanken war sie zum wiederholten male überrascht gewesen, wie viel ihr jetzt schon an Alex lag. Sie kannten sich zwar schon mehrere Monate, allerdings wurde ihre Beziehung zueinander erst seit ein paar Wochen enger und trotzdem war er inzwischen schon ein Mensch geworden der ihr viel bedeutete und den sie nicht verlieren wollte.
Es war unübersehbar gewesen, dass er geschockt war und ungläubig und im ersten Moment hatte sie wirklich gedacht er würde gehen. Aber so wie sich Alex dann verhalten hatte, so aufmerksam und mitfühlend, ein schöneres Geschenk hätte er ihr nicht machen können. Die Unsicherheit wie er mit diesem Wissen umging, wie er mit ihr umging, war zwar noch immer da, allerdings konnte sie von sich sagen, dass sie sich besser fühlte, sie fühlte sich freier und leichter.
Mary zog sich gedankenverloren ihre Mütze über den Kopf, da es zu schneien begonnen hatte, und schloss ihren Spinnt.
Als sie sich jedoch umdrehte um den Raum zu verlassen, stoppte sie abrupt. Alex lehnte an der Tür und betrachtete sie aufmerksam.
„Alex was…wie lange stehst du denn schon da?“
Auf seinem Gesicht zeigte sich ein warmes lächeln als er sie ansah.
„Eine ganze Weile!“
„Ich…ich war so in Gedanken, der ganze Tag war…es war einfach so viel und…so anstrengend heute!“
Er sah ihr die Unsicherheit an, er sah sie an ihrer Haltung und hörte sie in ihrer Stimme.
Alex wusste, dass sie nicht von ihrer Arbeit heute sprach, sondern von dem was zwischen ihnen passiert war. Er hatte sich Addisons Rat zu Herzen genommen, Mary war ein besonderer Mensch, sie war ihm wichtig und er wollte mit ihr zusammen sein. Vielleicht hatte es so sein sollen, dass sie sich begegneten, sie beide hatten eine schwierige Vergangenheit hinter sich, und hatten nun die Chance diese miteinander, mit gegenseitiger Hilfe zu bewältigen und gemeinsam neu zu beginnen.
„Ich weiß…“ er ging auf sie zu „…aber es wird leichter…“ Alex blieb stehen und hob ihr die Hand entgegen „ Ich versprechs dir!“
Mary blinzelte und musste dagegen ankämpfen das ihr nicht die Tränen kamen, Tränen der Freude und der Dankbarkeit. Sie lächelte ihn voller Zuneigung an und legte dann ihre Hand in seine.

fernsehmaus

Re: Vergangenheit und Zukunft (Greys Anatomy FF)

Beitrag von fernsehmaus »

eine tolle FF!
gefällt mir immer besser :) :)

Lenchen

Re: Vergangenheit und Zukunft (Greys Anatomy FF)

Beitrag von Lenchen »

so wie versprochen, kommen jetzt die etwas fröhlicheren und humorvolleren Kapitel, aber gewöhnt euch nicht daran, denn das Drama ist trotzdem noch nicht zu Ende ;)

hoffe euch gefällts

2. Teil Gegenwart

Der Regen trommelte gegen die Fensterscheiben, schnell und fordernd. Auch wenn die meisten, ja fast alle sagten, der ständige Regen in Seattle sei schrecklich, sei deprimierend und nervig, sie liebte ihn.
Er war ihr persönliches, stilles Symbol für ihren neuen Lebensabschnitt, für ihr Leben, das nun wieder in geraden Bahnen verlief und das endlich wieder einen rechten Sinn ergab.
Sie wusste nicht wie oft sie in den vergangenen Monaten so dagelegen, dem gleichmäßig prasselnden Regen gelauscht und die völlige Zufriedenheit und das Glück in sich gespürt hatte.
Alex hatte seine Arme um sie gelegt und sie konnte die wärme seines Körpers spüren. Mary liebte es, so aufzuwachen und hatte jedes Mal die stille, kindische Angst das es nur ein Traum und nicht die Wirklichkeit war. Aber es war die Wirklichkeit, sie wachte auf in Alex Armen, sie spürte das Glück und die Liebe in ihrem Herzen, in ihrem ganzen Körper. Sie hatte eine Beziehung, einen Mann der alles für sie war und den sie liebte, sie hatte ein Leben ohne Geheimnisse, ohne Schuldgefühle und ohne Belastungen aus der Vergangenheit. Das alles war Wirklichkeit.
Auch wenn ihr vergangenes leben, die Ereignisse die darin passiert waren, sie noch vor einem dreiviertel Jahr völlig aus der bahn geworfen hatten, sie hatte gelernt offen damit umzugehen und damit zu Leben. Alex war der Wendepunkt gewesen, er war bei ihr, egal ob es ihr gut oder schlecht ging. Sie hatten gemeinsam eine Beziehung aufgebaut, hatte ganz von vorne begonnen. Er war der Grund dafür dass es ihr nun so gut ging.
Sie war sich im Klaren darüber, dass diese Geschichte sie immer begleiten würde, immer ein Teil von ihr bleiben würde, genau wie das bei Alex Vergangenheit der Fall war. Aber es bestimmte nun nicht mehr ihr Leben und war nur mehr eine Erinnerung, eine Erinnerung die sie verarbeitet und unter Kontrolle hatte.
Auch vorher, bevor sie Alex kennen gelernt hatte, hatte sie normal gelebt. Sie war weder depressiv noch psychisch labil gewesen, aber wenn sie den Vergleich sah, wie sie sich vorher gefühlt hatte und wie es ihr jetzt ging, dann musste sie sich eingestehen, dass sie
wohl nie zu 100 Prozent glücklich gewesen war. Es hatte immer noch ein Teil von ihr in der Vergangenheit gelebt, hatte getrauert und gezweifelt.
Aber nun war sie hier, zu 100 Prozent, und sie hätte glücklicher nicht sein können. Sie hatte Alex mit dem sie eine wundervolle Beziehung führte, sie hatte Freunde, die sie unterstützten, mit ihr lachten und für sie da waren und sie hatte einen Job, der ihr Spaß machte. Sie hatte endlich das Leben, nach dem sie sich so gesehnt hatte.

Alex zog sie enger an sich und auch wenn er nichts sagte, wusste sie, dass er aufgewacht war. Sie hatten mittlerweile so viel Zeit miteinander verbracht, hatten sich langsam aber umso besser und tiefer kennen gelernt, hatten sich gestritten, hatten sich geliebt. Sie kannten den jeweils anderen, sie kannten seine Schwächen, seine Stärken und seine Macken.
Alex strich ihr sanft übers Haar.
Auf Marys Gesicht zeigte sich ein lächeln, als sie sich zu ihm umdrehte und ihn freudig ansah.
„Morgen, gut geschlafen?“
Man sah Alex an, dass er noch nicht in der Verfassung war ein halbwegs sinnvolles Gespräch zu führen. Er nickte nur leicht als er in ihre fordernden, hellwachen Augen sah.
„Ich bin schon ewig wach, mir geht so viel durch den Kopf, aber du hast so tief geschlafen und ich wollte dich nicht aufwecken!“
Er war etwas irritiert denn eigentlich war Mary kein Morgenmensch, sie war nicht schlecht gelaunt oder dergleichen, aber derartig gut drauf und redefreudig war sie normalerweise nicht.
Alex streckte sich und sah sie dann etwas wacher als noch vor ein paar Minuten an.
„Warum so gut gelaunt am hellen morgen!“
Es schien als hätte sie schon die ganze zeit darauf gewartet ihm den Grund dafür zu erzählen, als sie sich schwungvoll aufsetzte und drauflosplapperte, bereute er es schon ein wenig, überhaupt nachgefragt zu haben.
„Ich will doch heute Abend etwas kochen und ich mache mir schon Tage lang Gedanken darüber was ich machen könnte und heute Nacht hab ich auch ständig hin und her überlegt ich hab sogar davon geträumt, dass musst du dir mal vorstellen, jedenfalls…!“ Sie brach ab als sie sein verwirrtes Gesicht sah, er verstand anscheinend nur Bahnhof.
„Alex, mein Geburtstag, ich wollte doch noch nachträglich etwas machen, weil es ja nie geklappt hat und heute Abend ist endlich mal ein Tag an dem alle kommen können!“
Alex setzte sich nun ebenfalls auf und hob verständnislos die Brauen.
„Dein Geburtstag war im September!“
„Ja und?“
„Wir haben jetzt November!“
Es entstand eine kurze Pause in der Mary nicht recht wusste, was sie ihm darauf erwidern sollte, doch schließlich blinzelte sie ein paar Mal um ihre Verlegenheit zu überspielen und antwortete dann mit so viel Nachdruck wie sie aufbringen konnte.
„Das ist doch völlig egal ich…ich habs versprochen… ich hab gesagt das ich das mache und das werde ich auch tun!“
Alex konnte sich noch gut an den Tag erinnern an dem Mary dieses Versprechen gegeben hatte. Im Grunde genommen war es eigentlich gar kein Versprechen gewesen, es war vielmehr so das Derek sich mehr oder weniger über die unbenutzte Küche im Grey Haus und die Kochkünste von Meredith lustig gemacht hatte. Alex hatte ganz nebenbei und ohne böswillige Absicht erwähnt, dass Mary, die damals ins Haus gezogen war, dass sicher auch nicht ändern würde. Die hatte dann, wahrscheinlich aus verletztem Stolz heraus, gesagt, dass sie zu ihrem Geburtstag etwas Atemberaubendes kochen würde und die Küche dafür gerade recht wäre. Und nun, etliche Monate später, schien sie die Motivation gepackt zu haben um es nun endlich in die Tat umzusetzen. Auch wenn Alex der Meinung war, das sie das nicht zu tun brauchte.
„Es wird dir keiner übel nehmen wenn du die Sache einfach sein lässt, da denkt doch sowieso niemand meh…!“ Er brach ab als er ihr Gesicht sah
„Okay…“ fuhr er etwas versöhnlicher fort „… dann back eben irgendeinen Kuchen oder so, dass muss doch nichts großartiges werden!“
„Aber es muss wenigstens ein bisschen nach etwas aussehen" sie machte eine wegwerfende handbewegung "Und backen kann ich so gar nicht!“
Was er jetzt sagte würde ihr nicht gefallen, daher sprach er langsam und mit bedacht.
„Naja… kochen ist aber auch nicht unbedingt deine Stärke!“
„Ich kann gut kochen!“ empörte sie sich „Ich kann super kochen!“
„Ich bin eine tolle Köchin!“ sagte sie noch einmal mit Nachdruck
Alex sah sie zweifelnd an.
„Und das mit dem angebrannten Braten, dass war nur ein Versehen?“
„Ja!“
Auch wenn sie sich nochso anstrengte, sie konnte ihrer Stimme keine überzeugende Glaubwürdigkeit verleihen „Das kann doch jedem mal passieren!“
„Und der undefinierbare Brei, letzte Woche?“
Mary verfiel nun schon leicht ins Schmollen
„Das war Pudding und ich bin mir sicher das da was Falsches im Rezept!“
„Und…!“ hob Alex erneut an
„Na gut!“
„Ich kann vielleicht nicht super kochen… aber für was gibt es schließlich Kochbücher, so schwer kann das ja wohl nicht sein!“
Sie war gottfroh, dass sie ihm das kleine Feuerchen, dass sich blöderweise beim Versuch ein Hühnchen zu frittieren, entzündet hatte, bis heute verheimlichen konnte.
Alex konnte sich ein grinsen nicht verkneifen, die Vorstellung wie Mary völlig planlos in der Küche stand und eigentlich null Ahnung hatte was sie eigentlich tat, war zu komisch. Das Chaos war praktisch schon Vorprogrammiert.
„Jetzt grins doch nicht so doof!“
„Tut mir echt leid, dass jetzt sagen zu müssen, aber es wäre wohl das beste für alle, wenn du einfach irgendwo was bestellen würdest!“
Mary verschränkte trotzig die Arme vor der Brust.
„Du wirst schon sehen... ich werde was wunderbares kreieren und alle werden davon schwärmen und begeistert sein, sie werden es lieben und eine extra Portion Nachschlag verlangen, nur du nicht, weil du nämlich nicht probieren darfst!“
Alex versuchte ernst zu bleiben, was ihm nicht wirklich gelang.
„Ist das eine Drohung oder ein Versprechen?“
Seine Augen schienen sie auszulachen, sie wusste, dass sie nicht gut kochen konnte, sie wusste das sie sich viel Mühe geben musste um ein Essen zu machen, dass dann auch wirklich schmeckte. Alex wusste das auch, er war mehr als einmal der Leidtragende Vorkoster gewesen, aber sie würde ihm gegenüber nie zugeben, dass sie es einfach nicht konnte, dazu war sie schlicht und ergreifend zu stur.
„Mach dich nur weiter lustig, wenn alle am Tisch sitzen und es sich schmecken lassen, nur du leider nichts abbekommst, wird dir das lachen schon noch vergehen!“
Alex beugte sich grinsend zu ihr vor und gab ihr einen Kuss auf die Wange.
„Wenn irgendwas schief geht, du kennst ja die Nummer der Feuerwehr und verarzten kannst du dich notfalls selbst!“
Auch wenn sie sich noch so dagegen sträubte nun musste auch sie grinsen.
„Du bist echt gemein!“
Er küsste sie abermals „Du könntest auch einfach zugeben, dass dus nicht kannst!“ dann stand er auf und ging ins Bad.
Mary saß auf dem Bett und fragte sich, was sie sich da nur eingebrockt hatte.

Lenchen

Re: Vergangenheit und Zukunft (Greys Anatomy FF)

Beitrag von Lenchen »

„Morgen!“
Meredith stand in der Küche und trank gerade den letzten Schluck Kaffee aus ihrer Tasse. Derek saß am Tisch und las Zeitung, als Alex, gefolgt von Mary in die Küche kam. Meredith hob ihr schweigend eine Tasse Kaffee hin, was schon zum morgendlichen Ritual geworden war.
Sie nahm die Tasse dankend entgegen, ließ sich auf den Stuhl sinken und nahm einen kräftigen Schluck.
Meredith sah sie dabei interessiert an.
„Und was gibt’s denn nun heute Abend?“ fragte sie
Mary schluckte die bittere Brühe hinunter und fuhr sich über die Lippen
„Ich…ich bin mir noch nicht ganz sicher!“ sagte sie beiläufig und warf einen verstohlenen Blick zu Alex, der sich gerade am Kühlschrank zu schaffen machte. Sie sprach unwillkürlich etwas leiser „Ich schwanke noch zwischen zwei Gerichten!“ sie konnte unmöglich zugeben, dass sie noch null Ahnung hatte was sie machen wollte.
„Also Christina und Owen kommen so gegen 20 Uhr!“ redete Meredith unbeirrt weiter „Ach … und ich habe mir erlaubt auch Lexie einzuladen ich hoffe das ist okay!“
„Ähm… klar, kein Problem!“ sagte Mary betont gelassen.
Aufgrund des seltsamen Klangs ihrer Stimme warf Alex einen neugierigen Blick über die Schulter. Er erkannte sofort, dass sie sich zwingen musste dieses muntere Lächeln auf ihrem Gesicht zu behalten.
„Ach…“ schaltete sich dann Derek ein „… und wenn es dich nicht stört würde Mark auch kommen!“ er lächelte sie über den Rand seiner Zeitung hinweg an.
„Nein!“ piepste sie „ Natürlich stört mich das nicht!“
Alex musterte sie amüsiert.
„Wir könnten auch noch Webber fragen ob er kommen will!“
Unter anderen Umständen hätte sie ihn jetzt böse angefunkelt, jedoch hatte sie die Angst gepackt. Ja sie hatte sogar regelrecht Panik. Und somit kam nur ein leicht verzweifelter Gesichtsausdruck zustande. Ihre Gedanken rasten. Was wenn sie alles versaute, wenn alles scheußlich schmeckte? Alle würden es mitbekommen und sie würde sich bis auf die Knochen blamieren!
Alex sah ihr diese Angst an und er hätte ihr wirklich gerne geholfen, er hätte ihr gerne gesagt, dass sie die ganze Sache einfach abblasen konnte und das keiner ihr deswegen böse war.
Er wusste jedoch, dass sie, auch wenn sie es nochso gern getan hätte, keinen Rückzieher mehr machen würde. Schon oft hatte er sich gefragt ob er diese Eigenschaft, diesen Charakterzug an ihr bewundern sollte oder nicht. Sie setzte sich etwas in den Kopf und war nicht mehr davon abzubringen, egal was für Konsequenzen das mit sich trug.
„Wann fängst du denn an?“ Meredith riss sie unvermittelt aus ihren panischen Gedanken.
Mary warf einen Blick auf die Uhr „Ich…ich hab gedacht so um… 16 Uhr, da hab ich noch mehr als genug Zeit und…und verfalle auf jeden Fall nicht in Hektik!“

Mary saß auf einem Stuhl in der Küche, sie hatte den Kopf auf ihre Hände gestützt und in ihren Augen flackerte die blanke Panik. Der Schweiß stand ihr auf der Stirn, ihre Wangen glühten und ihre Haare schienen Bekanntschaft mit der Steckdose gemacht zu haben. Die Küche stand ihr dabei in nichts nach, sie glich einem Schlachtfeld. Diverse Lebensmittel säumten Arbeitsflächen und Boden, dreckige Töpfe und Pfannen stapelten sich im Spülbecken und es hing ein leichter, dunkler Qualm in der Luft.
Es war jetzt 19 Uhr und das einzigste was sie zustande gebracht hatte, war eine Soße die zwar relativ akzeptabel schmeckte, jedoch aussah wie schon mal gegessen.
Die Ente die sie vorgehabt hatte zu machen, war nicht wie im Rezept beschrieben -von einem honigbraunen knusprigen Mantel umhüllt- sie war kohlrabenschwarz verbrannt. Das Gemüse war nicht -knackig und von einem naturbelassenen Eigengeschmack- es war weich, gummiartig und zu allem Überfluss auch noch total versalzen.
Sie fuhr sich verzweifelt durch die Haare.
Wie zum Teufel, war sie nur auf die saudoofe Idee gekommen, dass sie auch nur etwas halbwegs Essbares kochen konnte? Sie war mit abstand der untalentierteste, unwissendste und unkreativste Mensch auf diesem Gebiet den es gab.
Und das hatte sie verdammt noch mal schon vorher gewusst, warum musste sie immer ihren blöden Dickschädel durchsetzen.
Sie war drauf und dran in Selbstmitleid zu versinken, als sie einen Blick auf die Uhr warf.
Die Erkenntnis, dass die anderen in einer Stunde vor der Tür stehen würden, ließ erneut die Verzweiflung in ihr aufsteigen.
Was sollte sie jetzt bloß tun? Was, war jetzt noch großartig zu retten?
Noch mal einkaufen zu gehen war unmöglich.
Genauso unmöglich wie es war, dass sie etwas kochte, das man auch wirklich essen konnte, dachte sie verbittert.
Mit dem Latein am Ende ließ sie ihren Kopf auf den Tisch sinken.
„Denk nach Mary, denk nach!“ ihre Stimme wurde immer weinerlicher
In diesem Moment schrillte plötzlich das Telefon auf und ließ sie zusammen zucken.
Sie griff langsam, fast ängstlich nach dem Hörer und sah auf dem Display, dass es Alex war.
Sie setzte sich auf und atmete einmal tief durch.
Wenn sie ihn jetzt merken ließ, dass sie am durchdrehen war, dann hatte er gewonnen, er hatte recht behalten und das würde er sie mit Sicherheit spüren lassen. Sie durfte jetzt keine Schwäche zeigen.
„Okay…“ sagte sie zu sich selbst „Locker und gelassen Mary, sei ganz locker und gelassen!“
Sie drückte die Sprechtaste und hob das Telefon ans Ohr.
„Ja?“
„Hey, ich bins, ich wollte nur mal fragen ob bei dir alles okay ist… und ob die Küche noch steht?“
Der Spott in seiner Stimme war unüberhörbar.
„Ich…es ist alles gut!“ Sagte sie betont fröhlich.
„Ernsthaft?“
„Ja ich…ich hab alles unter Kontrolle!“
„Okay…“ er klang ehrlich überrascht „ Na dann ist ja…“
„Ich hab gar nichts unter Kontrolle Alex…“ es platzte regelrecht aus ihr heraus, sie konnte nicht so tun als sei alles okay, sie konnte nicht so tun als sei sie die fröhliche Küchenfee wenn sie in Wirklichkeit kurz vor einem Nervenzusammenbruch stand „ …hier sieht es aus als hätte eine Bombe eingeschlagen, das Essen ist total versaut und ich hab keine Zeit mehr noch mal einkaufen zu gehen, in einer stunde stehen sieben Leute vor der Tür in der Annahme sie würden etwas gutes zu essen bekommen und das einzigste was ich bis jetzt fertig gebracht habe, ist eine Soße die total matschig und eckelig und …und…“ sie suchte nach einem weiteren Wort welches diese grauenhaft aussehende Pampe beschrieb „…ach die sieht einfach total scheiße aus!“
Sie musste sich zwingen nicht auf der Stelle loszuheulen und konzentrierte sich daher darauf regelmäßig zu atmen.
Am anderen Ende der Leitung herrschte schweigen.
„Alex bist du noch dran?“
Nach einer weiteren kurzen Pause vernahm sie seine Stimme wieder jedoch hörte er sich irgendwie verändert an.
„Ja…ich…ich bin noch dran…ich…also ich…!“ druckste er herum und hörte sich dabei ziemlich merkwürdig an.
„Was ist denn los warum…“ und da dämmerte es Mary.
Er versuchte sich vergeblich zu beherrschen, er versuchte gerade krampfhaft einen Lachanfall zu vermeiden.
„Lachst du mich etwa aus?“
„Nein…ich…ich…!“ weiter kam er nicht.
„Du bist echt ein Idiot Alex!“
„Mary warte ich…!“
Sie hielt das Telefon von sich weg und drückte energisch die rote Taste zum auflegen. Sie starrte den Hörer noch einige Sekunden wütend an und knallte ihn dann auf den Tisch. Sie musste irgendwie ein Essen herbekommen, ganz egal wie.
Entschlossen schnappte sie sich ihre Jacke und die Autoschlüssel und verließ das Haus.

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