Mr. Robot

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Moderator: Schnurpsischolz

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Schnupfen
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Mr. Robot

Beitrag von Schnupfen »

Wer kennt und guckt die Serie?

Nach dem Piloten bin ich hin- und hergerissen. Teilweise war's mir etwas zu langsam erzählt, sehr ruhig gehalten irgendwie und die Voice-Overs waren kurz vor anstrengend, aber irgendwie hat die Serie bzw. gerade Elliot/Rami etwas Faszinierendes. Herausfordernd fand ich zu checken, worum es eigentlich geht bzw. wie die Serie an sich einzuordnen ist. Ich denke, wenn es nun in den nächsten Folgen mehr um das Hacken gehen wird, wird das auch klarer und greifbarer.

Clever finde ich, dass nicht nur Elliot von "Evil Corp" spricht, somit klar ist, dass da nicht alles echt ist, so wie es rüberkommt, und man als Zuschauer dann ebenso wie Elliot an einem Punkt überlegt, was nun Einbildung war und was Realität.

Das machte es spannend, aber ich wäre gespannt, ob ich das auf Dauer auch spannend finde oder es anstrengend wird... Was meinen die Kenner dazu? Wie entwickelt sich die Serie?
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sandrue
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Re: Mr. Robot

Beitrag von sandrue »

Also ich habe mir die erste Folge auch angeschaut. Aber mich hat die Serie nicht als Fan angeln können.
Ich bin nicht überzeugt worden. Ich bin zwar jetzt nicht der Typ, der sowas in ein paar Minuten entscheidet, ich gebe oft Serien, die mich nicht von anfang an packen, ein paar Folgen zum warm werden.... aber hier sehe ich keinen Anreiz mir eine weitere Folge anzuschauen.
Wie schon geschrieben, ich kanns auch nicht sagen warum. Ich bin jetzt kein Mensch den das Thema/sie Story nicth interessiert... ok, dann hätte ich wohl gar nicht erst angefangen zu schauen...hihi. Es liegt auch nicht daran, dass die Darsteller unsympatisch sind. Keine Ahnung. Ich wurde nicht mitgerissen..irgendwie.
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Lavendelblüte
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Re: Mr. Robot

Beitrag von Lavendelblüte »

@ Schnupfen

Hast du noch weitergeschaut?

Habe die Staffel gerade beendet und fand sie super spannend. Die Voice-over gehören dazu und machen auch Sinn, sie gehören einfach dazu. Es geht allerdings eher zweitrangig um das Hacken, Elliot und dessen Charakter stehen eher im Vordergrund. Du kannst ja mal über Marias Review lesen. Sie beschreibt die Serie sehr treffend. Finde sie absolut sehenswert.

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Schnupfen
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Re: Mr. Robot

Beitrag von Schnupfen »

Nach Folge #3 habe ich nicht mehr weitergeschaut. Es war sicherlich nicht schlecht, aber begeistert hat es mich auch nicht. Im Grunde habe ich kein Interesse an Personen oder Entwicklungen entwickelt. So ganz gecheckt habe ich auch nicht, was die da so machen (wer hackt wen, warum...). :D Und es wurde mir einfach zu langsam, zu ruhig präsentiert.
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manila
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Re: Mr. Robot

Beitrag von manila »

Mir sind Awards ja eigentlich relativ wurscht, aber ich freue mich wirklich grad sehr für Rami Maleks SAG-Nominierung (http://deadline.com/2015/12/sag-awards- ... 201662295/)! Da sieht man mal wieder, dass die SAGs einfach um einiges glaubwürdiger sind als Emmy und Co, - so verdient für Malek!
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youmeandtheviolence
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Re: Mr. Robot

Beitrag von youmeandtheviolence »

Nachdem "Mr. Robot" ja doch auf einigen Bestenlisten dieses Jahr auftaucht und Instant Video die erste Staffel seit ein paar Wochen auch drin hat, habe ich mir die letzten Tage mal die ersten 3 Episoden angesehen. Vor allem thematisch bin ich interessiert genug, um die Staffel zu Ende zu sehen, gerade auch Elliot als Charakter gibt natürlich einiges her. Was ich aber nicht brauche ist eine derartige Überzeichnung von Tyrell Wellick oder diese kleinen Momente, die schon fast humorvoll sein sollen, aber einfach nur deplatziert wirken. Gleichwohl hat "Mr. Robot" die geradezu wohltuende "edginess" auch deshalb, weil einfach nicht alles harmonisch zusammen passt. So oder so: ich bin gespannt.
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manila
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Re: Mr. Robot

Beitrag von manila »

youmeandtheviolence hat geschrieben:Was ich aber nicht brauche ist eine derartige Überzeichnung von Tyrell Wellick
Tyrell ist am Anfang sicherlich sehr überzeichnet - die Anspielung an Patrick Bateman aus "American Psycho" ist hier sicherlich mehr als gewollt. Das relativiert sich allerdings im Laufe der ersten Staffel, er wird definitiv noch mehrdimensionaler im Verlauf der nächsten Episoden.
youmeandtheviolence hat geschrieben:oder diese kleinen Momente, die schon fast humorvoll sein sollen, aber einfach nur deplatziert wirken.
Hast du da ein Beispiel für?
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youmeandtheviolence
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Re: Mr. Robot

Beitrag von youmeandtheviolence »

manila hat geschrieben: Tyrell ist am Anfang sicherlich sehr überzeichnet - die Anspielung an Patrick Bateman aus "American Psycho" ist hier sicherlich mehr als gewollt. Das relativiert sich allerdings im Laufe der ersten Staffel, er wird definitiv noch mehrdimensionaler im Verlauf der nächsten Episoden.
Gut, das habe ich gehofft. :)
War halt etwas too much in nur einer Episode.
Hast du da ein Beispiel für?
Müsste ich künftig aktiv drauf achten, auf die Schnelle fällt mir nur das Coming Out von Gideon im Jet ein.
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manila
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Re: Mr. Robot

Beitrag von manila »

youmeandtheviolence hat geschrieben:Müsste ich künftig aktiv drauf achten, auf die Schnelle fällt mir nur das Coming Out von Gideon im Jet ein.
Ach das fand ich eigentlich recht niedlich und passend für Gideon, den wahrscheinlich einzigen aufrichtigen Charakter der gesamten Serie :D
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dada
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Re: Mr. Robot

Beitrag von dada »

Mich hat die Serie nach den ersten 10 Minuten gepackt. Vielleicht auch weil ich mich in Elliot gut hineinversetzten konnte. Die Serie ist wirklich gut gelungen, nach der Deutschen Version hab ich dann mir die Englische Version nochmal angeschaut und muss sagen das die Deutsche da echt mithalten kann. Gerade die letzten Folgen sind so spannend. Hoffe das da in nähere Zeit mehr kommt.

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manila
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Re: Mr. Robot

Beitrag von manila »

dada hat geschrieben:Hoffe das da in nähere Zeit mehr kommt.
Wird es :) Staffel 2 ist beschlossene Sache!
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youmeandtheviolence
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Re: Mr. Robot

Beitrag von youmeandtheviolence »

Bin seit ein paar Tagen durch mit der Staffel. Wirklich gut gemacht, vor allem einige Szenen werden mir länger in Erinnerung bleiben. Schauspielerisch auch top, aber der große Twist hat bei mir bspw. halt einfach nicht funktioniert, weil der erwartbar war. Auch ansonsten hat mich die Serie bisher irgendwie nicht vollends mitgenommen, keine Ahnung warum. Bei Tyrell habe ich bis zuletzt gehofft, dass er noch deutlich mehr Profil bekommt, aber der war leider auch noch am Ende mal komplett unglaubwürdig, wenn auch nicht mehr ganz so übertrieben wie in Episode 3. Angelas Storyline hat auch eine ganze Weile gedauert, bis sie dann mal wirklich losging und blieb dann trotzdem irgendwie unterwältigend. Ich bin der Meinung, dass man allgemein aus erzählerischer Sicht etwas stringenter hätte vorgehen müssen (einige Sachen streichen, dafür andere auserzählen), dann hätte sich Staffel 1 für mich auch als mehr angefühlt als eine große Einführung für Staffel 2. Trotzdem hochinteressante Serie, die ich gerne weiter verfolge.
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Lin@
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Re: Mr. Robot

Beitrag von Lin@ »

youmeandtheviolence hat geschrieben:der große Twist hat bei mir bspw. halt einfach nicht funktioniert, weil der erwartbar war.
Für mich war eigentlich gar nicht der Twist an sich das Problem, zumal man ihn als Zuschauer ja schon so früh erahnen konnte, dass es sehr wahrscheinlich gar nicht als großer Twist gedacht war, worauf ja auch Elliots "You knew about this the whole time, didn't you?" hindeutet. Aber die Offensichtlichkeit des Ganzen fand ich dennoch problematisch, weil sie mich insbesondere in der ersten Staffelhälfte einfach immer wieder aus dem Geschehen gerissen hat. Denn sobald Mr. Robot im Bild war, drängte sich halt die Frage auf, ob sich der eigene Verdacht bestätigen würde und entsprechend konzentrierte man sich dann vielmehr auf formale Dinge (wann und wo er auftaucht, mit wem er direkt interagiert oder eben nicht, etc.) als auf die Handlung bzw. die Charaktere an sich. Andererseits ist es halt schwierig eine solch gravierende Erkenntnis für die Hauptfigur anders zu inszenieren, wenn die Serie nahezu komplett aus der Sicht eben jener Hauptfigur erzählt wird.
Bei Tyrell habe ich bis zuletzt gehofft, dass er noch deutlich mehr Profil bekommt, aber der war leider auch noch am Ende mal komplett unglaubwürdig, wenn auch nicht mehr ganz so übertrieben wie in Episode 3.
Unglaubwürdig inwiefern? Dass einer Handvoll Hacker solch ein revolutionärer und angeblich alles veränderner Hackerangriff gelingt, ist ja auch nicht sonderlich glaubwürdig bzw. realistisch, aber das fiel bei mir unter "suspension of disbelief" und hat daher nicht wirklich gestört. Und ganz ähnlich ging's mir mit Tyrell, den ich mit der Zeit eigentlich vielmehr recht erfrischend fand in seiner absolut grenzenlosen Armseligkeit. Größenwahnsinnige Big Bads gibt's ja zuhauf in der TV- und Filmwelt, aber jemanden, der sich in seiner Verblendung dermaßen erbärmlich dabei anstellt, seine Ziele zu erreichen, sieht man echt selten.
Angelas Storyline hat auch eine ganze Weile gedauert, bis sie dann mal wirklich losging und blieb dann trotzdem irgendwie unterwältigend.
Ging mir auch so. Hätte viel lieber mehr von Shayla und weniger von Angela gesehen, aber ich nehme an, letztere wird in der zweiten Staffel noch eine größere Rolle spielen...
Trotzdem hochinteressante Serie, die ich gerne weiter verfolge.
Dito. Mir ist eine ambitionierte Serie, die mal was anderes ausprobiert und dabei nicht 100%ig überzeugt, immer noch 1000 Mal lieber als eine Serie, die prinzipiell nichts falsch macht, aber keinerlei Anspruch hegt, auch nur irgendetwas Neues oder Besonderes zu erzählen.
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youmeandtheviolence
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Re: Mr. Robot

Beitrag von youmeandtheviolence »

Lin@ hat geschrieben: Für mich war eigentlich gar nicht der Twist an sich das Problem, zumal man ihn als Zuschauer ja schon so früh erahnen konnte, dass es sehr wahrscheinlich gar nicht als großer Twist gedacht war, worauf ja auch Elliots "You knew about this the whole time, didn't you?" hindeutet. Aber die Offensichtlichkeit des Ganzen fand ich dennoch problematisch, weil sie mich insbesondere in der ersten Staffelhälfte einfach immer wieder aus dem Geschehen gerissen hat. Denn sobald Mr. Robot im Bild war, drängte sich halt die Frage auf, ob sich der eigene Verdacht bestätigen würde und entsprechend konzentrierte man sich dann vielmehr auf formale Dinge (wann und wo er auftaucht, mit wem er direkt interagiert oder eben nicht, etc.) als auf die Handlung bzw. die Charaktere an sich. Andererseits ist es halt schwierig eine solch gravierende Erkenntnis für die Hauptfigur anders zu inszenieren, wenn die Serie nahezu komplett aus der Sicht eben jener Hauptfigur erzählt wird.
Interessanterweise habe ich mir gar nicht die "Arbeit gemacht", das näher zu analysieren, auch wenn da ein recht greifbarer Verdacht von der ersten Szene an, als Mr. Robot offensichtlich as fuck war, immer irgendwie vorhanden war. Bei mir war der Fokus dann eher darauf gelegt, wie und wann die Auflösung kommt.
Wobei mich beispielsweise der Twist mit Darlene tatsächlich unvorbereitet traf. Entweder ich war auch da nicht aufmerksam genug oder der war wirklich gut gemacht. ;)
Lin@ hat geschrieben: Unglaubwürdig inwiefern? Dass einer Handvoll Hacker solch ein revolutionärer und angeblich alles veränderner Hackerangriff gelingt, ist ja auch nicht sonderlich glaubwürdig bzw. realistisch, aber das fiel bei mir unter "suspension of disbelief" und hat daher nicht wirklich gestört. Und ganz ähnlich ging's mir mit Tyrell, den ich mit der Zeit eigentlich vielmehr recht erfrischend fand in seiner absolut grenzenlosen Armseligkeit. Größenwahnsinnige Big Bads gibt's ja zuhauf in der TV- und Filmwelt, aber jemanden, der sich in seiner Verblendung dermaßen erbärmlich dabei anstellt, seine Ziele zu erreichen, sieht man echt selten.
Mit den Hackern selbst hatte ich auch gar nicht so das große Problem, wobei es anfangs, als dann gezeigt wurde, wie sie interagieren, wo sie unterkommen usw. schon eine ganze Weile gebraucht hat. Da wiederum hätte es bei mir dann gern etwas ausfallender und cooler sein können in der Darstellung der Charaktere und deren Wissen (die Chinesen haben mir da besser gefallen), aber das liegt schlicht und ergreifend daran, dass ich so komplett übertriebene Hackercharaktere mit viel zu genialen Einfällen und wenig ausgeprägter sozialer Ader einfach saucool finde. :D
Ein Mittelweg aus beidem wäre wohl glaubwürdiger gewesen, hätte ich aber gar nicht zwingend gebraucht. Hat so auch ganz gut funktioniert.

Mit Tyrell bin ich nie warm geworden, weil ich vielleicht auch eine komplett andere Erwartung an ihn und die Entwicklung seiner Storyline und seiner Figur an sich hatte. Als er zum ersten Mal eingeführt wurde, war das eben wirklich dieser unantastbare Big Bad mit einigen bescheuerten Macken, die für mich so over-the-top waren, dass sie mich einfach rausgerissen haben, gerade in besagter Episode 3 mit dem Obdachlosen oder den Sexspielchen mit seiner Frau. Aber das war dann eben der Ausgleich für den extremen beruflichen Erfolg auf der anderen Seite. Aber es deutete meines Erachtens einfach rein gar nichts darauf hin, warum er überhaupt erst in einer beruflich so aussichtsreichen Situation war, weil er im weiteren Verlauf als unfähiger Idiot dargestellt wurde, den seine eigene Frau nicht mehr richtig ernst nimmt und den absolut jeder sofort durchschaut hat. Mir wäre es lieber gewesen, wenn er entweder dann auch genial genug im Umgang mit seinem Umfeld gewesen wäre (auch wenn das ebenso übertrieben wäre) oder wenn er weniger wahnsinnig gewesen wäre. Für mich war da einfach ein spürbarer Bruch zwischen dem Tyrell zu Beginn und dem im weiteren Verlauf, den ich der Serie nicht abgenommen habe, bei dem ich mir aber vorstellen kann, dass das viele als gelungene Dekonstruktion seines Charakters sahen.
Lin@ hat geschrieben:Ging mir auch so. Hätte viel lieber mehr von Shayla und weniger von Angela gesehen, aber ich nehme an, letztere wird in der zweiten Staffel noch eine größere Rolle spielen...
Das denke und hoffe ich.
Lin@ hat geschrieben: Dito. Mir ist eine ambitionierte Serie, die mal was anderes ausprobiert und dabei nicht 100%ig überzeugt, immer noch 1000 Mal lieber als eine Serie, die prinzipiell nichts falsch macht, aber keinerlei Anspruch hegt, auch nur irgendetwas Neues oder Besonderes zu erzählen.
Word!
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Lin@
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Re: Mr. Robot

Beitrag von Lin@ »

youmeandtheviolence hat geschrieben:Wobei mich beispielsweise der Twist mit Darlene tatsächlich unvorbereitet traf. Entweder ich war auch da nicht aufmerksam genug oder der war wirklich gut gemacht. ;)
Das hab ich auch nicht kommen sehen, daher denke ich durchaus, dass das der eigentliche, für die Zuschauer bestimmte Twist war, während der andere "Aha-Moment" hauptsächlich Elliot selbst galt.
Aber es deutete meines Erachtens einfach rein gar nichts darauf hin, warum er überhaupt erst in einer beruflich so aussichtsreichen Situation war, weil er im weiteren Verlauf als unfähiger Idiot dargestellt wurde, den seine eigene Frau nicht mehr richtig ernst nimmt und den absolut jeder sofort durchschaut hat. Mir wäre es lieber gewesen, wenn er entweder dann auch genial genug im Umgang mit seinem Umfeld gewesen wäre (auch wenn das ebenso übertrieben wäre) oder wenn er weniger wahnsinnig gewesen wäre. Für mich war da einfach ein spürbarer Bruch

Sagen wir mal so: Ich würde dir wahrscheinlich zustimmen, wenn Tyrell sich in S2 doch noch als das Genie entpuppen sollte, als das er mehr oder weniger eingeführt wurde. Aber momentan bin ich eigentlich der Ansicht, dass die Diskrepanz zwischen seinem idiotischen Auftreten und der Position, die er innehatte sehr gut erklärt wurde. Die zwei Szenen, in der er seine drei lästernden Mitarbeiter feuert und wenig später selbst von Price rausgeschmissen wird, deuten doch sehr stark darauf hin, dass er sich einfach hochgeschlafen hat - so wie er auch zu Beginn der Staffel schon mit dem einen Typen geschlafen hat, nur um dessen Handy anzuzapfen. Und dann hat er halt auch noch seine Frau, die tausend mal intelligenter und gerissener wirkt als er, und folglich bestimmt ebenfalls dazu beigetragen hat, dass er es überhaupt so weit gebracht hat. Wenn er mehr auf sie gehört hätte, wäre ihm sein krankhafter Ehrgeiz vielleicht auch nicht so zum Verhängnis geworden. Aber so fällt ihm in seiner maßlosen Selbstüberschätzung angesichts der Demütigung, als CTO nicht einmal in Erwägung gezogen zu werden, wieder nur sein typischer go-to-move ein: Sex, diesmal eben mit der Frau seines Widersachers. Nur dass seine komischen Spielchen bei ihr überhaupt nicht fruchten, was dann eben dazu führt, dass er nur noch mehr Demütigungen erfahren muss und ihm deswegen letztlich völlig die Sicherung durchbrennt. Empfinde ich eigentlich als recht stringente Charakterzeichnung. Aber ich würde dir zumindest insofern Recht geben, dass es sicherlich nicht geschadet hätte, ihn mal von einer Seite zu zeigen, aus der ersichtlicher wird, weshalb sich überhaupt jemand sexuell mit ihm einlassen wollen würde. Beim "Flirten" hat er ja schließlich auch nicht gerade wahnsinnig viel Charme versprüht... ;)
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