Tote Mädchen lügen nicht

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Moderator: Schnurpsischolz

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Schnupfen
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Tote Mädchen lügen nicht

Beitrag von Schnupfen »

Wer schaut denn diese Serie?

Hatte im Vorfeld einiges an Lob über sie gehört, also war ich neugierig...

Während Folge Nr. 1 war ich mal so, mal so... Anfangs relativ angetriggert, wurde die Grundidee doch gut eingeführt, zeigte Unterscheidung zu anderen Teenieserien und ich wurde sofort neugierig, empfand also sofort eine Spannung, was denn nun die Tapes bedeuten und wie der Selbstmord (?) aufgeklärt wird.

Zwischenzeitlich gabs in den Rückblicken dann aber für meinen Geschmack etwas zu viel bekanntes Teeniedrama... Das hat sich halt etwas abgenutzt mittlerweile für mich. Mal schauen, wie die Serie da die Waage findet.

Positiv zu werten ist echt Dylan Minnette. Erstmal krass, wie er sich seit seinen "Lost"-Tagen gemausert hat. Und dann ein fettes Lob - finde, schauspielerisch hat der echt was drauf, sehr nuanciert, sehr authentisch. Erinnerte mich in seinem Spiel sehr an Miles Heizer aus "Parenthood", der ja lustigerweise auch noch in die Serie kommen soll...

Katherine Langford hing für mich in ihrer Präsenz etwas hinter Dylan zurück, hat aber wirklich auch Charme und ne Austrahlung, die sie schön facettenreich einsetzt.

Vom Alter her wirken gerade die 2 Schauspieler echt teeniehaft, was ja nicht selbstverständlich ist - die Schauspieler von Zach, Tony und Bryce sind da das Gegenbeispiel und wirken wesentlich älter als Highschoolschüler.

Trotz tendenziell positivem Eindruck bin ich skeptisch: Kann die Serie ihre Grundidee dauerhaft interessant und spannend rüberbringen? Ob es wohl glaubhaft bleibt, dass ein Teeniemädchen vor ihrem Selbstmord zig Tapes aufnimmt und deren Handhabe nach ihrem Tod durchplant? Zumindest während der Aufnahm von Tape 1A wirkte sie alles andere als depressiv oder gar gefährdet...
Und: Wird mehr Spannung und Mystery, aber auch Natürlcihkeit und Nachvollziehbarkeit, vermittelt als z.B. im viel zu bemühten "Riverdale"?
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Catherine
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Re: Tote Mädchen lügen nicht

Beitrag von Catherine »

Mich hatte die Serie richtig gepackt und ich hab dazu auch eine ausführliche Staffelreview geschrieben: http://www.myfanbase.de/serien/tote-mae ... gen-nicht/
Ich würde die Serie keinesfalls mit "Riverdale" gleichsetzen, was wirklich schnulzig und viel zu künstlich rüberkommt. "Tote Mädchen lügen nicht" ist für mich kein typisches Teeniedrama und auch nicht voller Klischees. Ich finde es sehr authentisch und die Charaktere durchweg sehr gut dargestellt. Natürlich hat man gewisse Stereotypen, aber die sind meiner Meinung nach nicht übertrieben inszeniert, sondern alles fügt sich gut ineinander.

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Schnupfen
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Re: Tote Mädchen lügen nicht

Beitrag von Schnupfen »

Danke für die RÜckmeldung. Das klingt ja recht positiv. Bekannte Figurenmerkmale sind ja okay, geht ja wirklich nicht ohne - aber "nicht übertrieben" und "nicht typisch" sind schonmal gute Adjektive.

An deine Review wage ich mich aktuell nicht, speichere mir abe rmal ihren Link für, wenn ich durch bin oder abgebrochen habe... :)
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Catherine
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Re: Tote Mädchen lügen nicht

Beitrag von Catherine »

Also ich kenne auch nur positive Rückmeldungen. Die einzigen wirklich kritischen Stimmen kommen von den Psychologen, die meinen, dass Jugendliche durch die Serie dazu verleitet werden, Selbstmord zu begehen. Wobei die Serie meiner Meinung nach gerade zeigt, was dazu führt, dass das passiert und den Leuten die Augen öffnen kann, was in der Gesellschaft falsch läuft. Ich hoffe ja, dass diese Sensibilisierung eher dazu führt, dass es zu weniger Selbstmorden kommt.

Dani hat eine Review zur Pilotfolge geschrieben. Da bleibst du also spoilerfrei.
http://www.myfanbase.de/serien/tote-mae ... ?pid=25052

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Lin@
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Re: Tote Mädchen lügen nicht

Beitrag von Lin@ »

Schnupfen hat geschrieben:
11.07.2017, 11:56
Positiv zu werten ist echt Dylan Minnette. Erstmal krass, wie er sich seit seinen "Lost"-Tagen gemausert hat. Und dann ein fettes Lob - finde, schauspielerisch hat der echt was drauf, sehr nuanciert, sehr authentisch.
Ich kannte ihn nicht aus "Lost", sondern aus "Awake" und "Prisoners". Ganz großes Nachwuchstalent, das mich überhaupt erst dazu gebracht hat, mir die Serie anzugucken und auch dranzubleiben.
Ob es wohl glaubhaft bleibt, dass ein Teeniemädchen vor ihrem Selbstmord zig Tapes aufnimmt und deren Handhabe nach ihrem Tod durchplant? Zumindest während der Aufnahm von Tape 1A wirkte sie alles andere als depressiv oder gar gefährdet...
Die Grundprämisse der Serie (bzw. der Vorlage) an sich ist ziemlich an den Haaren herbeigezogen und läuft eher unter "suspension of disbelief". In dieser Hinsicht ist die Serie einfach nicht realistisch und wird der Komplexität von psychischen Krankheiten und Suizidialität auch bei weitem nicht gerecht. Was aber tatsächlich extrem gut inszeniert wird, sind die kleinen Momente, die einen dann auch wirklich immer wieder emotional mitnehmen und komplett vergessen lassen, was an der Serie tendentiell eher problematisch ist. Zumindest ging es mir so. Ich war bis zur letzten Folge voll dabei. Erst im Nachhinein kamen mir dann Bedenken...
Catherine hat geschrieben:
11.07.2017, 20:13
Die einzigen wirklich kritischen Stimmen kommen von den Psychologen, die meinen, dass Jugendliche durch die Serie dazu verleitet werden, Selbstmord zu begehen.
Meiner Ansicht nach sind diese Stimmen mehr als gerechtfertgt. Der "Werther"-Effekt, wie man ihn hierzulande gerne nennt, ist wissenschaftlich belegt und die Serie hält sich nicht mal im Entferntesten an die geltenden Richtlinien zur Minderung des Risikos von Nachahmungstaten.
Wobei die Serie meiner Meinung nach gerade zeigt, was dazu führt, dass das passiert
Tut sie das wirklich? Die Serie simplifiziert die Ursachen von Selbstmord in einem solchen Maße, dass viele Faktoren, die hierbei eine wesentliche Rolle spielen, zum Teil völlig auf der Strecke bleiben. Sicherlich war das lobenswerte Ziel der Macher Aufklärung und Sensibilisierung, aber wirklich gelungen ist ihnen das in meinen Augen nur bedingt, wenn überhaupt.

Aber ja, wenn man selbst keine unmittelbaren Berührpunkte mit Hannah und ihren traumatischen Erlebnissen hat oder Psychologie studiert hat, bietet "13 Reasons Why" gute, fesselnde Unterhaltung. Insbesondere jungen Menschen, die gerade ähnliches durchleben oder durchlebt haben, würde ich aber eher abraten, sich die Serie anzuschauen.
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MONKEYINABOX
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Re: Tote Mädchen lügen nicht

Beitrag von MONKEYINABOX »

Lin@ hat geschrieben:
11.07.2017, 22:20
Catherine hat geschrieben:
11.07.2017, 20:13
Die einzigen wirklich kritischen Stimmen kommen von den Psychologen, die meinen, dass Jugendliche durch die Serie dazu verleitet werden, Selbstmord zu begehen.
Meiner Ansicht nach sind diese Stimmen mehr als gerechtfertgt. Der "Werther"-Effekt, wie man ihn hierzulande gerne nennt, ist wissenschaftlich belegt und die Serie hält sich nicht mal im Entferntesten an die geltenden Richtlinien zur Minderung des Risikos von Nachahmungstaten.
Wobei die Serie meiner Meinung nach gerade zeigt, was dazu führt, dass das passiert
Tut sie das wirklich? Die Serie simplifiziert die Ursachen von Selbstmord in einem solchen Maße, dass viele Faktoren, die hierbei eine wesentliche Rolle spielen, zum Teil völlig auf der Strecke bleiben. Sicherlich war das lobenswerte Ziel der Macher Aufklärung und Sensibilisierung, aber wirklich gelungen ist ihnen das in meinen Augen nur bedingt, wenn überhaupt.

Aber ja, wenn man selbst keine unmittelbaren Berührpunkte mit Hannah und ihren traumatischen Erlebnissen hat oder Psychologie studiert hat, bietet "13 Reasons Why" gute, fesselnde Unterhaltung. Insbesondere jungen Menschen, die gerade ähnliches durchleben oder durchlebt haben, würde ich aber eher abraten, sich die Serie anzuschauen.
Besser hätte ich es nicht ausdrücken können. Ich bin allerdings tatsächlich auch Psychologin und finde die Serie auf so vielfache Weise bedenklich. Ich musste sie selbst nach wenigen Folgen abbrechen. Aber nicht (nur) weil Suizid auf eine Weise zelebritiert wird, die ich sehr fragwürdig finde, sondern weil mich dieses (künstliche) Teeniedrama (abseits vom Suizid natürlich) einfach nur mehr nervt. Das gleiche Problem hatte ich auch mit Riverdale (was den Punkt mit dem Teenidrama angeht).

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Schnupfen
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Re: Tote Mädchen lügen nicht

Beitrag von Schnupfen »

S1 hatte zwar durch die Masse an Geheimnissen und Clays langsames Anhören der Tapes auch nen dauerhaften Nervfaktor, aber dennoch hatte diese Serie einen großen Sog für mich entwickelt und Leute wie Dylan Minnette, Miles Heizer und Devin Druid haben mich mit ihrem authentischen Spiel beeindruckt. Nun ist S2 raus und ich war sehr gespannt, wie man nach dem Selbstmord in der einen Zeitebene und dem Hören des letzten Tape in der anderen nun die Story weitererzählt.

Der Gerichtsprozess bietet da ne logische und spannende Grundsituation und das Anhören der Jugendlichen bietet sich als Episoden- und Staffelstruktur wunderbar an. Dass zudem erneut mit Rückblicken gearbeitet wird, war zu erwarten - so (und durch Clays Hallus) hält man ja auch Hannah/Katherine in der Serie. Dass weiterhin neue und ergänzende Geheimnisse thematisiert werden, machts für mich nach 2.01 aufgrund des Abstands zu S1 etwas schwer und komplex, aber inhaltlich macht es natürlich Sinn.

Angenehm find ich, dass anders als in S1 sich nun einige tatsächliche Freundschaften unter den Jugendlichen gebildet haben und sich ausgetauscht wird, d.h. nicht nur über Geheimnisse, sondern auch über Sorgen und Kümmern.

Kate Walsh spielt weiterhin großartig. Sehr gefreut habe ich mihc, Meredith Monroe mal wieder zu sehen - vielleicht hat ihre Figure ja noch mehr kleine Auftritte. In S2 dürfte mit mehr Szenen der Eltern zu rechnen sein.

In dieser Serie ist irgendwie alles an Entwicklung möglich, insofern bin ich sehr gespannt, was diese Staffel erzählt wird, nicht nur wie der Gerichtsprozess ausgeht, sondern was über wen rauskommt, wie sich die Beziehungen entwickeln, wer stabil und wer labil wird... Irgendwie sorgt man sich mittlerweile um die Figuren.

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Re: Tote Mädchen lügen nicht

Beitrag von Schnupfen »

Habe nun mit Season 3 begonnen...

Am Ende von S2 war natürlich davon auszugehen, dass es in der nächsten Staffel um Tyler geht. Als dann in der PR-Kampagne auch noch Bryces Tod mit thematisiert wurde, war ich etwas verwirrt. Jetzt, in 3.01, wirds etwas klarer - mit der Story um Tyler will man vermutlich zeigen, dass Freunde anders als bei Hannah einen Selbstmord oder andere schlimme Dinge verhindern können oder zumindest wollen, während man mit Bryce nochmal für Justice sorgen wird... vielleicht aber auch für mehr Komplexität, wobei ich nicht genau weiß, ob ich Leute wie Bryce und Monty komplexer verstehen will. Aber es wäre nur logisch und realistisch.

Insofern und auch überhaupt bin ich gespannt, was diese Staffel bringen wird. Wie immer bringt es nichts, in der 1. Folge schon zu spekulieren, weil eh alles zu verworren ist. Ich lass mich da eher berieseln und freu mich eher vor allem an enstandenen Freundschaften. Hier trägt wohl bei, auf Insta zu sehen, dass viele der Schauspieler auch privat sehr befreundet sind, aber in Season 2 hat man ja da auch einiges an Entwicklung gebracht, was nun mit nem gemeinsamen Geheimnis (bzw. mehreren) nur verfestigt werden kann. Clay und Justin als Kombi war ne geniale Entscheidung und wurde für mich zu DEM Einschaltgrund und ich hoffe, hier auf ne stabile Konstante... Tommy Dorfman werde ich übrigens vermissen...
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