Eure Meinung zu #2.06 Jackie oder Marilyn

Moderatoren: Schnurpsischolz, nazira

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Lin@
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Eure Meinung zu #2.06 Jackie oder Marilyn

Beitrag von Lin@ »

Don und Duck versuchen, Frieden zu schließen. Peggy will sich einschmeicheln, um beim Treffen der Geschäftsleitung dabei zu sein. Duck bekommt familiären Besuch im Büro.
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Mensch, wat ne misogyne Folge! :ohwell: Ist zwar an sich nichts Neues, dass Frauen bei Mad Men oftmals einfach bloß als Objekte wahrgenommen werden, aber derart komprimiert auf eine Folge war mir das fast schon zu viel Sexismus...

@Peggy:
Kann ja ihren Frust darüber, dass sie immer noch nicht für voll genommen wird und bei wichtigen Entscheidungen und/oder Ereignissen einfach so übergangen wird, einerseits schon nachvollziehen. Andererseits hatte sie in der Folge die Aura eines trotzigen Kindes, was mir etwas auf den Senkel ging. Und Joan hatte offenbar tatsächlich Recht. Denn sobald Peggy ihre "little girl"-Klamotten ablegt, steht sie plötzlich ganz im Mittelpunkt des Geschehens, von dem sie nur wenige Stunden vorher noch ausgeschlossen wurde...

@Pete:
Versucht sich mal wieder bei Peggy einzuschmeicheln, scheitert aber gnadenlos. Bleibt ihm also nichts anderes übrig, als ein dahergelaufenes Model im Aufzug aufzureißen. :wtf: Und am Ende im Stripclub läuft er natürlich wieder ganz grün an vor lauter Eifersucht, weil "seine" Peggy auf einem fremden Schoß sitzt...:roll: Arme Trudy. :( Gibt's eigentlich irgendjemanden bei Sterling Cooper, der seiner Frau treu ist?!?

@Duck:
Hui, he's a dog person! :) Macht ihn natürlich gleich um Längen sympathischer. :D Und Pete auf eine etwas verquere Weise auch. ;) Aber was war doggy auch kjud! :D Sehr interessant, dass Duck offenbar nur nach außen hin den harten Geschäftsmann gibt, in Wirklichkeit aber ein ziemlich verkorkstes Leben zu führen scheint. Von der Frau verlassen, von den Kindern entfremdet, vom Hund lange getrennt... und offensichtlich auch noch alkoholabhängig. Gefällt mir gut, der komplexere Duck. Und Gott sei Dank wurde auch endlich der Konflikt mit Don (mal schauen für wie lange) aus dem Weg geräumt. Ging mir nämlich ziemich auf den Geist.

@Bobbie:
Die paar wenigen Sympathiepunkte aus der letzten Folge direkt verspielt. "Lustig" bloß, dass sie offenbar selbst Kinder hat (von Jimmy?) und es nie für nötig hielt, das gegenüber Don mal zu erwähnen. Und interessant auch, seine Reaktion darauf zu beobachten. :D Nach dem Gequatsche über Dons "Ruf" in Sachen Frauen war sie dann natürlich schnell wieder unten durch, auch wenn ich ganz froh drum bin, weil es Don anscheinend irgendwie die Augen geöffnet hat. Hoffe wirklich, dass sich die ganze Bobbie-Geschichte damit endgültig erledigt hat. Wage es aber irgendwie zu bezweifeln, da wird bestimmt noch irgendwas (Großes? Mit Jimmy?) auf uns zukommen...

@Betty:
Hotter Badefummel, den sie sich da besorgt hat. 8-) Fand's aber auch ein wenig verstörend, dass sie in sowas ihren Kindern das Frühstück serviert. Interessant wie sie dann gegenüber Don gleich wieder eingeschüchtert klein beigibt, wo sie doch im Country Club (herrlich klischeehaft, btw :D ) im Gespräch mit Arthur noch so souverän wirkte.

@Don:
Verstehe den Mann mal einer. Ich hab das Gefühl, er versteht sich sogar selbst nicht. Was geht dem Mann im Kopf rum? Warum stockt er plötzlich beim Rasieren? Woher dieser plötzliche Sinneswandel? Hatte das irgendwas mit Sallys Kommentar zu tun? Oder doch mit Bobbies Großmaul? :?: I'm lost. Aber genau diese Rätselhaftigkeit macht ihn ja eigentlich nur noch interessanter als er ohnehin schon ist...

Und sonst:
_die verbrannte Jane ^_^
_die Marilyn/Jackie-Kampagne :up:
_Kens "Getrude Stein"-Kommentar ^_^
_Dons Reaktion auf die "Gedenkminute" im Country Club :anbet:
_Dons Abgang bei Bobbie :D :up:
Zuletzt geändert von Schnurpsischolz am 10.12.2010, 20:09, insgesamt 2-mal geändert.
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LOgigiC
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Re: Eure Meinung zu #2.06 Maidenform

Beitrag von LOgigiC »

Hmm, zu der Folge hab ich eigentlich nicht sonderlich viel zu sagen. Ist irgendwie alles ein wenig "dahingeplätschert" - wurde zwar (für mich) zu keiner Zeit langweilig oder nervig, aber der große Aha- und/oder WTF-Effekt blieb leider auch aus. Und das trotz des (inszenierungstechnisch und musikalisch) tollen "The Infanta"-Einstiegs, der unbedingt hervorgehoben werden muss! :D

Lin@ hat geschrieben:@Peggy:
[...] Und Joan hatte offenbar tatsächlich Recht. Denn sobald Peggy ihre "little girl"-Klamotten ablegt, steht sie plötzlich ganz im Mittelpunkt des Geschehens, von dem sie nur wenige Stunden vorher noch ausgeschlossen wurde...
Ich war ein wenig überrascht, dass Peggy nach dem Ende der letzten Folge nun doch wieder nicht das nötige Selbstvertrauen aufbringt, um sich "ihren Männern" gegenüber zu behaupten. Aber gut, zum Glück gibt's Joan ( 8-) ), die Peggy erneut darauf hinweist, dass sie es als unterwürfige graue Maus in dem Job nicht weit bringen wird. Mal sehen, ob sie es sich dieses Mal merkt, nachdem Bobbies ähnlicher Ratschlag zuvor schon keinen nachhaltigen Effekt hatte.

Lin@ hat geschrieben:@Pete:
Versucht sich mal wieder bei Peggy einzuschmeicheln, scheitert aber gnadenlos. Bleibt ihm also nichts anderes übrig, als ein dahergelaufenes Model im Aufzug aufzureißen. :wtf:
Hast du die Szene in Peggys "Büro" tatsächlich als erneuten Einschmeichelversuch aufgefasst? Mir kam es ja eher so vor, als wollte er sie da in mehrfacher Hinsicht bewusst vor den Kopf stoßen: er schwärmt davon, wie gut seine Clearasil-Idee ankam; er reibt ihr unter die Nase, wie schön er und Trudy den freien Tag verbracht haben; er verrät ihr (unabsichtlich natürlich ;) ) das Ende des Films; er kann sich natürlich überhaupt nicht mehr erinnern, wo Peggy eigentlich wohnt(e), ...

Lin@ hat geschrieben:@Duck:
[...] Sehr interessant, dass Duck offenbar nur nach außen hin den harten Geschäftsmann gibt, in Wirklichkeit aber ein ziemlich verkorkstes Leben zu führen scheint. Von der Frau verlassen, von den Kindern entfremdet, vom Hund lange getrennt... und offensichtlich auch noch alkoholabhängig. Gefällt mir gut, der komplexere Duck.
Fand's auch gut (und überfällig), dass Duck etwas mehr Profil bekommt. Wobei das ja fast schon wieder zu viel des Guten war, also das Aufdecken der privaten/familiären Probleme und die Szene, in der er Don gegenüber klein beigibt. Das nimmt der potentiellen Don/Duck-Konfrontation, die in den letzten Folgen angedeutet wurde, mMn ein wenig die Spannung. Und sollte der Konflikt nun tatsächlich aus dem Weg geräumt sein (wie du ja, im Gegensatz zu mir, hoffst ;) ), stellt sich mir die Frage, welchen Zweck Duck rein SL-technisch fortan haben wird? Ich kann mir da momentan genauso wenig vorstellen wie bei Dons neuer Sekretärin, die ja auch in dieser Folge nicht sonderlich an Bedeutung gewonnen hat. Aber ich vertrau den Machern da jetzt einfach mal und lass mich dann zum richtigen Zeitpunkt gern eines Besseren belehren.


@Don & Bobbie
Was soll ich dazu sagen? Außer, dass Bobbies negative Ausstrahlung mE momentan stark auf Don abfärbt. Ich hoffe ja, dass Bobbies Worte ihm tatsächlich die Augen geöffnet haben und das jetzt nicht so weiterläuft. Hab zwar nicht ganz verstanden, was uns die Schlussszene im Bad da vermitteln wollte, aber ich seh's einfach mal als positives Zeichen für einen Sinneswandel. ;)

Lin@ hat geschrieben:@Betty: Hotter Badefummel, den sie sich da besorgt hat. 8-)
Lin@ hat geschrieben:_die Marilyn/Jackie-Kampagne :up:
_Kens "Getrude Stein"-Kommentar ^_^
Signed.

Lin@ hat geschrieben:_Dons Reaktion auf die "Gedenkminute" im Country Club :anbet:
Was genau? Doch nicht, dass er Hals über Kopf abhaut und in Bobbies Arme flüchtet? :?:

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Lin@
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Re: Eure Meinung zu #2.06 Maidenform

Beitrag von Lin@ »

LOgigiC hat geschrieben:Aber gut, zum Glück gibt's Joan ( 8-) ), die Peggy erneut darauf hinweist, dass sie es als unterwürfige graue Maus in dem Job nicht weit bringen wird. Mal sehen, ob sie es sich dieses Mal merkt, nachdem Bobbies ähnlicher Ratschlag zuvor schon keinen nachhaltigen Effekt hatte.
So ähnlich fand ich den Ratschlag eigentlich gar nicht. Joan macht Peggy im Endeffekt doch bloß klar, dass man sich als Frau dementsprechend kleiden muss, wenn man sich Aufmerksamkeit von den Männer erwartet, was die Frau an sich ja im Grunde wiederum zum bloßen Sexobjekt degradiert. Bobbie hingegen hat Peggy ans Herz gelegt, sie solle Don (bzw. Männern im Berufsleben allgemein) auf gleicher Ebene begegnen, dabei aber eben die Waffen einer Frau stets einsatzbereit halten. Für mich zwei völlig unterschiedliche Botschaften, auch wenn sie tatsächlich gemeinsam haben, dass aus einer scheuen, grauen Maus nichts werden kann.
Hast du die Szene in Peggys "Büro" tatsächlich als erneuten Einschmeichelversuch aufgefasst? Mir kam es ja eher so vor, als wollte er sie da in mehrfacher Hinsicht bewusst vor den Kopf stoßen
Mag vielleicht sein, dass er da einfach bloß mal wieder mit seinen ach so großen Erfolgen in Beruf und Liebe prahlen wollte. Aber mir schien er da eigentlich fast etwas zu interessiert und freundlich, als dass er Peggy lediglich vor den Kopf stoßen wollte, zumal er ja sonst eigentlich auch immer sehr direkt zu ihr war. Weshalb sollte er dann also jetzt plötzlich so durch die Blume agieren?
Das nimmt der potentiellen Don/Duck-Konfrontation, die in den letzten Folgen angedeutet wurde, mMn ein wenig die Spannung. Und sollte der Konflikt nun tatsächlich aus dem Weg geräumt sein (wie du ja, im Gegensatz zu mir, hoffst ;) ), stellt sich mir die Frage, welchen Zweck Duck rein SL-technisch fortan haben wird?
Ach, ich mach mir da eigentlich keine Sorgen. Finde es nämlich echt großartig, wie die ganzen Neben-Charaktere der Serie immer in die Storyline integriert werden ohne je wirklich eine eigene zu erhalten. :)
Was soll ich dazu sagen? Außer, dass Bobbies negative Ausstrahlung mE momentan stark auf Don abfärbt.
Geht mir leider genauso. :ohwell:
Was genau? Doch nicht, dass er Hals über Kopf abhaut und in Bobbies Arme flüchtet? :?:
Nein, meinte bloß seine unmittelbare Reaktion (die Mimik, die Gestik, der Blick!), als alle ehemaligen Soldaten um ihn herum aufstanden und Sally und Betty ihn so stolz klatschend anschauten. Da hat man ihm regelrecht angemerkt wie unwohl er sich in seiner Haut fühlte, weil er die Anerkennung ganz offensichtlich nicht zu verdienen meint.
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LOgigiC
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Re: Eure Meinung zu #2.06 Maidenform

Beitrag von LOgigiC »

Lin@ hat geschrieben:So ähnlich fand ich den Ratschlag eigentlich gar nicht. Joan macht Peggy im Endeffekt doch bloß klar, dass man sich als Frau dementsprechend kleiden muss, wenn man sich Aufmerksamkeit von den Männer erwartet, was die Frau an sich ja im Grunde wiederum zum bloßen Sexobjekt degradiert. Bobbie hingegen hat Peggy ans Herz gelegt, sie solle Don (bzw. Männern im Berufsleben allgemein) auf gleicher Ebene begegnen, dabei aber eben die Waffen einer Frau stets einsatzbereit halten. Für mich zwei völlig unterschiedliche Botschaften, auch wenn sie tatsächlich gemeinsam haben, dass aus einer scheuen, grauen Maus nichts werden kann.
Ich seh da leider noch immer keinen Unterschied, schon gar keinen großen. :schaem: Unterm Strich machen ihr doch beide klar, dass sie selbstbewusster auftreten und sich weiblicher präsentieren muss, um endlich ernst genommen zu werden.

Lin@ hat geschrieben:Aber mir schien er da eigentlich fast etwas zu interessiert und freundlich, als dass er Peggy lediglich vor den Kopf stoßen wollte, zumal er ja sonst eigentlich auch immer sehr direkt zu ihr war. Weshalb sollte er dann also jetzt plötzlich so durch die Blume agieren?

Auf mich wirkte halt sowohl sein Interesse als auch seine Freundlichkeit sehr aufgesetzt. Ihm ist wohl bewusst, dass er nun - in Anbetracht von Peggys Beförderung - nicht mehr so direkt umgehen kann mit ihr wie davor. Deshalb muss er nun eben auf andere Mittel zurückgreifen, um seine "Überlegenheit" zu demonstrieren, z.B. indem er in den Besprechungen auf ihre Vorschläge gar nicht erst eingeht und ihr seine ach so tollen Erfolge auch noch unter die Nase reibt. Ich bin mir übrigens auch gar nicht so sicher, ob die Eifersucht in der abschließenden Barszene nicht eher beruflicher als privater Natur war.

Lin@ hat geschrieben:Nein, meinte bloß seine unmittelbare Reaktion (die Mimik, die Gestik, der Blick!), als alle ehemaligen Soldaten um ihn herum aufstanden und Sally und Betty ihn so stolz klatschend anschauten. Da hat man ihm regelrecht angemerkt wie unwohl er sich in seiner Haut fühlte, weil er die Anerkennung ganz offensichtlich nicht zu verdienen meint.
OK, alles klar. Was das betrifft, kann ich mich der Begeisterung anschließen. ;)

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Re: Eure Meinung zu #2.06 Maidenform

Beitrag von Lin@ »

LOgigiC hat geschrieben:Ich seh da leider noch immer keinen Unterschied, schon gar keinen großen. :schaem: Unterm Strich machen ihr doch beide klar, dass sie selbstbewusster auftreten und sich weiblicher präsentieren muss, um endlich ernst genommen zu werden.
Seh ich nicht so. Und der Unterschied liegt IMO vor allem darin, als WAS sie ernst genommen werden will.

Joan sagt doch eindeutig, dass sie das, was Peggy momentan zu erreichen versuchen nie haben wollte. Sie bleibt für die Männer gerne einfach bloß Sexobjekt. Sie genießt die Blicke, die Aufmerksamkeit und gewissermaßen auch die "Macht", die sie damit über sie hat. Allerdings wird sie als Frau eben lediglich "ernst genommen", weil sie sich auch den Normen entsprechend wie eine Frau verhält. Und sagt Peggy deswegen, sie solle sich endlich wie eine erwachsene Frau geben (sprich aufreizend anziehen), weil sie die Männer dann eben auch beachten und "ernst nehmen". Meines Erachtens allerdings bloß als (dem typischen Stereotyp entsprechende) Frau(!) und nicht als Arbeitskollegin/Partnerin auf gleicher Ebene.

Bobbie macht ihr hingegen klar, dass sie eben nicht immer nur dem typischen Bild der Frau entsprechen muss. Sie muss nicht weiterhin die Sekretärin für Don spielen, bloß weil sie eine Frau ist und er sie immer noch als "untergeben" sieht. Sie kann wirklich das erreichen, was sie möchte, und als Werbetexterin(!) ernst genommen werden. Allerdings darf sie dabei eben auch nicht ihre Weiblichkeit außen vor lassen (weil das nicht funktioniert), sondern sollte sie vielmehr als Mittel zum Zweck nutzen.

Der Unterschied zwischen Joan und Bobbie ist also im Endeffekt, dass die eine die ihr von der Gesellschaft vorgeschriebene Rolle annimmt und mit Genuss auslebt, während die andere sie lediglich nach außen hin verkörpert, um damit ganz andere (größere und gänzlich unfrauliche) Ziele zu verwirklichen. Joan erklärt Peggy also im Grunde bloß, wie sie die gewünschte Aufmerksameit erhält und Bobbie, wie sie diese einsetzen muss, um sich eben auch beruflich Respekt zu verschaffen.

Verstehst du jetzt was ich meine?
Wenn nicht, dann setz mal deine rosarote Joan-Brille ab. :D



@Pete: Could be, who knows.
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LOgigiC
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Re: Eure Meinung zu #2.06 Maidenform

Beitrag von LOgigiC »

Lin@ hat geschrieben:Verstehst du jetzt was ich meine?
"Girl Talk For Dummies", Lektion 1. ^_^ Jep, ich denke, ich verstehe nun, worauf du hinaus willst. Meine Begriffsstutzigkeit liegt vermutlich aber weniger an der rosaroten Joan-Brille als an der unterschiedlichen Chromosomenkonstellation der Betrachter. Wie soll man(n) denn auch derart komplexe Gedankengänge hinsichtlich eines "Problems", das einem selbst völlig fremd ist, nachvollziehen können. ;) Wie dem auch sei, danke für die ausführliche Erklärung!

ForVanAngel

Re: Eure Meinung zu #2.06 Maidenform

Beitrag von ForVanAngel »

Eine neues Werbeziel: Strumpfhosen und Bras oder sowas. Gut natürlich mit Peggy eine Frau im Team zu haben – das was ich von Anfang an schon empfohlen hatte. ;) Harry hat eine gute Idee. „Marilyn’s really a Joan.“ Aha. Dann mag ich die Monroe wohl auch nicht. Peggy bezweifelt, dass in jeder Frau eine Marilyn oder Jackie steckt. Naja, auf sie wurde ja auch nicht mit dem Finger gezeigt. „Which do you think I am?“ Peggy ist einfach besser. ;) Fühlt sich aber übergangen, sie muss immer auf der Hut sein um nicht bei Entscheidungen ignoriert zu werden. „You wanna be taken seriously, stop dressing like a little girl“ rät ihr Joan. Am Ende braucht sich Peggy auch diesmal nicht grämen, denn die Kunden sind mit ihren Bra-Verkäufen so zurfrieden, dass Don’s gute Idee auf Abruf ins Archiv gelegt wird. Schon wieder hat Don trotz guter Idee keinen Erfolg erzielen können. Immerhin lädt sie der Unterwäsche-Hersteller in einen Strip-Club ein oder wie man das damals nannte – passt ja irgendwie. Peggy lädt sich quasi selber ein, sie wurde mal wieder vergessen, taucht dann im Club auf. Peggy sah in dem Kleid wirklich lieb aus, sogar ein Lächeln entkommt ihr. Pete’s eifersüchtiger Blick hat mich dann sofort erinnert, warum ich den Typen einfach nicht ausstehen kann. :motz:

Wir lernen Duck’s Ex-Frau samt hässlichem Dackelhund und 2 Kindern kennen. Eigentlich ist mir Mr. Phillips sympathisch, nur hat er zuletzt immer so eine blöde Anti-Stellung ggü. Don übrig gehabt – immer schlecht so was. ^^ Nun darf er sich um seinen Sohn u. seine Tochter kümmern. Wer ist eigentlich dieser Freddy? Wirklich ein Mitarbeiter? Er erfährt von der baldigen Hochzeit seiner Ex-Frau und den blöden Köter muss er behalten. Duck entschuldigt sich quasi bei Don, dass er ihm im Weg stand – also sehr indirekt, aber Don hat schon verstanden, dass es Duck leid tat. Hund wird am Ende ausgesetzt.

Pete u. Salvatore beraten mit Peggy wie sie eine Clerasil-Kampagne aufziehen sollen, fand ich gut, dass Pete nicht wieder ätzt, vielleicht liegt es auch am Schwiegervater, wegen dem er den Kunden an Land zog. Seinem Bruder erzählt er daheim mal wieder, er sei wichtig für die Firma. „I do my job, you do yours.“ Peggy finde ich aber schon seit geraumer Zeit ziemlich distanziert, kühl einfach, ungeregt. Pete geht später mit einer Dame, die für den Bra vorstellen war heim und dann machen beide auf der Couch rum. Ich will mich darüber nicht mehr aufregen, macht wohl jeder, hoffe es kommt endlich mal ans Tageslicht und jemand muss bluten. :motz:

Auf einer Party trifft Betty auf einen großen Herrn, es ist Arthur – aber wieso soll ich mir irgendwelche Gesichter merken. Richtig. Sie beschließen Freunde zu sein, Betty gefällt das sichtlich. Keine Ahnung was diese Veranstaltung genau sollte, es gibt dann eine sexy Unterwäsche Schau – Don haut aber sofort ab, Betty meint noch dass er das sicher hätte sehen wollen. Gut, die Models darf er nicht anfassen, deshalb wohl der Anruf bei Bobbie, hatte sich beim Ehebrecher Don wohl was in der Hose geregt. Sie hat einen 18 Jährigen Sohn. Und sie hat auch eine Tochter. Don landet mal wieder mit ihr im Bett – dafür gibt es nun heute wirklich keine Entschuldigung. Auch wenn ich Don mögen muss, er ist der Mittelpunkt der Serie, verhält er sich absolut scheiße. Daheim versucht er es mit Betty, geht aber immer wieder fremd. Betty in sexy Unterwäsche – ein Kauf bei der Veranstaltung – war mal nicht schlecht. Sie hätte sich als Model bewerben sollen. :D Don gefällt es nicht, der Bikini, das Flirten mit den anderen Männern – furchtbar falscher Mensch. „You have a reputation. Enjoy it.“ Hehe, ist irgendwo schon durchgesickert, das Don immer für eine Übernachtung zu haben ist. Mal sehen ob sich Bobbie am Ende irgendwie selber entfesseln konnte, ich stelle mir das schwer vor. :D Don lässt sie liegen.


Fazit: Nette Folge, irgendwie sehr unstrukturiert, viele kleine Szenen, aber nichts wirklich Überragendes. Können die Mad Men in jedem Fall besser. 3,5 (3) Punkte.

Zarina
Beiträge: 92
Registriert: 16.02.2017, 07:27
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Re: Eure Meinung zu #2.06 Jackie oder Marilyn

Beitrag von Zarina »

Ich mag die Folge einerseits sehr, andererseits habe ich ein Problem mit ihr. Denn hier wird nun die Frage beantwortet, was Don Draper denn bitteschön an dieser Samantha Jones ... ach ne... Bobbie Barrett findet, allerdings ist mir das viel zu viel Klischee für diese doch sonst so tiefgründige Serie. Die Erklärung, dass Don offenbar eine Heilige und eine Hure braucht und Betty nicht beides sein kann, finde ich irgendwie ... meäh...

Trotzdem kommt diese Erklärung quasi mit dem Holzhammer, vor allem als Betty sich im durchaus hübschen, quietschgelben Bikini präsentiert und Don komplett feindselig reagiert und ihr regelrecht verbietet, einen Zweiteiler am Strand zu tragen, da sie sonst angegafft werden würde: "Das wirkt verzweifelt!"

Toll fand ich dann das Ende mit der (hoffentlich letzten) Bettszene mit Bobbie, in der Don ein Spiegel vorgehalten wird. Er sei genau wie sie und habe bereits einen Ruf. Tja, da hat die liebe Bobbie ausnahmsweise mal recht, denn in den Folgen mit ihr kann ich ihn wirklich nur als männliche Schlampe empfinden, die zu keiner Gelegenheit Nein sagen kann. Bei Midge und vor allem Rachel hatte ich noch den Eindruck, dass es ihm um mehr als das ging, aber in dieser zweiten Staffel... I`m just a Gigolo... Nun ist Don also zum Toy Boy degradiert, statt zum geheimnisvollen Eroberer, und dieses Bild von sich gefällt ihm keineswegs. So wenig, dass er die Sache abbricht und Bobbie ans Bett gefesselt zurücklässt.

Ich mag die Folge aber vor allem wegen der vielen kleineren Szenen. Gerade die Anfangsszene (mit Betty im Mieder ... wow) mit erstaunlich modern anmutender Hintergrundmusik (ich kannte den Song nicht und kann ihn nicht einordnen) und Pauls Vorstellung der "Jackie oder Marilyn"-Kampagne ist schon allein 4 Punkte wert. Die Kampagne ist toll, aber eigentlich hatten die Mad Men hier ja Glück im Unglück, dass sie doch nicht genommen wurde, denn wenige Monate später hätten sie die Kampagne ohnehin wegen Marilyn Monroes Tod wieder eindampfen müssen.

Paul hatte hier jedenfalls eine wirklich gute Idee und es ist bezeichnend, dass sie ihm in einer Bar mit den anderen Jungs kam. Klar, dass Peggy hier keinen Anteil haben konnte, denn sie wird nun einmal bei solchen "Herrenabenden" nicht eingeladen. Aber auch sonst wird sie in dieser Folge ständig übergangen, was schon traurig ist. Am Schluss beherzigt sie Joans Rat, sich wie eine Frau zu kleiden, wenn sie nicht wie ein kleines Mädchen behandelt werden möchte, und stößt schick zurechtgemacht bei einer Herrenrunde dazu. Das kommt bei den meisten Kollegen auch gut an und sie wird eingeladen, auf ein Glas zu bleiben. Dass sie dann gleich auf dem Schoß des Kunden landet, war aber sicher nicht von ihr beabsichtigt und dürfte wohl auch nicht dazu beitragen, dass der Kunde sie beim nächsten Zusammentreffen als ernstzunehmende Geschäftspartnerin behandelt. Tja, einfach als Gleiche unter Gleichen bei den Männern zu sitzen und einen Drink zu nehmen, das funktioniert im Jahr 1962 offenbar noch nicht. Pete`s Blick sprach ja Bände. Peggy scheint ihm wohl weiterhin nicht gleichgültig zu sein, wobei auch bei ihm das "Heilige-Hure"-Syndrom, bzw. bei Pete wohl eher "Mauerblümchen-Mannequin"-Syndrom zu Tage tritt.

Die Geschichte mit Ducks Hund habe ich ehrlich gesagt, nicht so ganz verstanden. Setzt er den Hund nun aus, weil der ihn wieder zum Trinken verleitet, da er ihn an die Vergangenheit erinnert, oder damit er ungestört trinken kann, ohne in die treuen Hundeaugen zu blicken? Auf jeden Fall tat Duck mir in der Szene mit seiner Familie ziemlich leid. Alle kommen gut mit der neuen Situation klar, nur Duck bleibt allein zurück. Auch durch das Gespräch mit Don ist irgendwie klar, dass Duck nicht mehr lange in der Agentur bleiben wird. Sei es, weil er nicht genug leistet oder weil er wieder mit Trinken beginnen wird (wohl eine Teufelskreis-Mischung aus beidem).

Die letzte Szene lädt natürlich auch zu Interpretationen ein. Ich habe es so verstanden, dass Sally Don im Bad genauso bewundernd angeguckt hat wie am Memorial Day, als er sich sichtlich unwohl gefühlt hat, als Kriegsveteran gefeiert zu werden. Als sie nun wieder so schaut, muss er zurück an den Krieg denken (im Hintergrund war auch Flugzeuglärm zu hören).

Ansonsten mag ich an der Folge sehr gerne die kleinen skurrilen Momente:
- Pete ist zu Hause bei seinem One Night Stand und da schaut auf einmal deren Mutter im Morgenrock durch den Vorhang wie eine Knusperhexe :wtf:
- die orangefarbene Jane ^_^
- Duck Philips hat auch eine Enten-Lampe im Büro :)
- Don`s Gesicht, als Bobbie B. peu à peu erwähnt, dass sie zwei erwachsene Kinder hat; beim zweiten Mal habe ich wirklich damit gerechnet, dass er jetzt doch mal fragt: "Äh, wie alt bist du eigentlich?" Macht er aber nicht, der Gentleman :D
- Pete will sich bei Duck einschleimen und denkt laut über einen Bürohund nach, nur um dann wieder wie ein Trottel dazustehen: "Nein, Pete, ich halte das für keine gute Idee" (obwohl ich schon glaube, dass Pete wirklich ein Hundefreund ist, wie man hier ja gesehen hat. Das passt auch zu seiner Jäger-Obsession)
- "Jede Frau ist entweder Jackie oder Marilyn" - Peggy: "Und wer bin dann ich?" - Ken: "Gertrude Stein!"

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