The Killing [AMC]

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Larna

Re: The Killing [AMC]

Beitrag von Larna »

Ich weiß nicht, ob ich Schaum vor den Mund haben oder hysterisch lachen soll. Was für eine Zuschauer-Ver******. :down:

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philomina
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Re: The Killing [AMC]

Beitrag von philomina »

Drive-By Trucker hat geschrieben:Habs jetzt mal gelesen, obwohl ich eigentlich um seinen Blog immer nen großen Bogen mach. Der kerl geht mir irgendwie auf die Nüsse.
Ah ok, interessant. Kann mir jetzt nicht so vorstellen, was man an seinen Texten auszusetzen haben kann, aber ich lese sie auch erst seit der gerade beendeten "Justified"-Staffel. Habe dann bislang auch nur die "Deadwood"-Reviews und die zu "The Killing" verfolgt und da konnte ich seine Argumentation immer sehr gut nachvollziehen.
Einer der Punkte den ich absolute anders sehe. Ich finde es erfrischen mal sehr wenig oder nur das nötigste über die Charaktere zu wissen.
Hm, ok, die Frage ist nur, was dann die Serie ausmacht, da weder die Ermittlungen noch die politische Storyline sehr viel Interessantes zu bieten hatte. Gerade auf einem Sender wie AMC erwartet man ja eigentlich gute Charakterarbeit.
Auch die Larsons fand ich eigentlich sehr gut dargestellt und ausgearbeitet, da nach dem brutalen tod eines geliebten Menschen eben nicht viel mehr als Trauer und Wut übrig bleibt und es nicht einfach ist das Leben wieder in gereglte Bahnen zu führen.
Das stimmt sicherlich, nur fand man doch, denk ich, wenig Zugang zu ihrer Trauer, da man Rosie nicht wirklich kennenlernte. Um nochmals "Twin Peaks" heranzuziehen, da fand ich Leland und Sarah Palmers Trauer auch überwältigend und keineswegs schnell abgehakt, aber man lernte Laura auch vielmehr kennen, so dass man mitfühlen konnte.
Was die tagline angeht: Das war kein Versprechen auf eine Auflösung am Ende der ersten Staffel sondern vielmehr die prämisse der Serie und er sagt ja selbst: "get an answer to that question, and in a reasonable amount of time", was nach dem dänsichen Original und Sud nach zu urteilen ja 20 nicht 13 Folgen sind.
Bei "Twin Peaks" war der Ausgangspunkt ja eigentlich auch der, dass Lynch und Frost niemals einen Mörder präsentieren wollten, im Laufe der zweiten Staffel aber vom Sender dazu "gezwungen" wurden. Mir gefiel es dort, so wie es war, aber ich hätte dort auch prima damit leben können, wenn es nie aufgeklärt worden wäre, weil die Serie einfach noch soviel anderes bot, das zum Mitfiebern anregte, Charaktere, die man ins Herz geschlossen hatte, Mysterien und Rätsel auch ohne die Frage nach Lauras Mörder. Im Grunde also hab ich gar nichts dagegen, dass man keinen Mörder präsentiert, wenn nur der Zuschauer nicht für dumm verkauft wird, wozu hier wohl tendiert wurde mit den allzu offensichtlichen Andeutungen, oder?

Auch bleibt da halt die Frage: Was bewegt mich zum Einschalten, wenn weder die Charaktere sich entwickeln, man kaum Sympathie für irgendwen aufbauen kann, noch die Ermittlung auf etwas hinausläuft?

Larna hat geschrieben:Ich weiß nicht, ob ich Schaum vor den Mund haben oder hysterisch lachen soll. Was für eine Zuschauer-Ver******.
Du hast das Finale also gerade gesehen? Was ist denn nun genau das Ende?

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Schnurpsischolz
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Re: The Killing [AMC]

Beitrag von Schnurpsischolz »

philomina hat geschrieben:
Drive-By Trucker hat geschrieben:Habs jetzt mal gelesen, obwohl ich eigentlich um seinen Blog immer nen großen Bogen mach. Der kerl geht mir irgendwie auf die Nüsse.
Ah ok, interessant. Kann mir jetzt nicht so vorstellen, was man an seinen Texten auszusetzen haben kann, aber ich lese sie auch erst seit der gerade beendeten "Justified"-Staffel. Habe dann bislang auch nur die "Deadwood"-Reviews und die zu "The Killing" verfolgt und da konnte ich seine Argumentation immer sehr gut nachvollziehen.
Das würde mich ja auch mal interssieren. Ich selber bin da sicherlich kein gutes Beispiel, bin mittlerweile wohl ein richtiges Sepinwall-Fangirl, da mir, wie ich finde das Lesen seiner Texte in vielen Fällen viel zum Vergnügen, eine Serie zu schauen, beiträgt und ich seinen Stil der Reviews immer noch mit Abstand am besten finde. Man kann ihm sicher vorwerfen, dass er in einigen Fällen zu sehr Fan ist (Chuck), er ist aber auch einer der wenigen, der in der Lage ist sein subjektives Empfinden einer Folge/Serie so darzustellen, dass man merkt dass es subjektiv ist und seine objektiven Kritikpunkte deshalb nicht darunter leiden.

Ich empfinde ihn als Kritiker definitiv als großes Vorbild, der mir durchaus einiges "beigebracht" hat, durch seine Art hinter die Fassade von Serien zu blicken. Und gerade was "The Killing" angeht, bin cih da auch weitestgehend seiner Meinung. Bin noch nicht ganz bis zum Ende vorgedrungen und wenn ich nicht gewisse Verpflichtungen für mFb hätte, würde ich es wohl auch ganz lassen, aber die Serie hat mich nach den ersten drei Folgen echt ganz schnell verloren.
Einer der Punkte den ich absolute anders sehe. Ich finde es erfrischen mal sehr wenig oder nur das nötigste über die Charaktere zu wissen.
Hm, ok, die Frage ist nur, was dann die Serie ausmacht, da weder die Ermittlungen noch die politische Storyline sehr viel Interessantes zu bieten hatte. Gerade auf einem Sender wie AMC erwartet man ja eigentlich gute Charakterarbeit.
Aber sie wollen ja gerade mit dem langsamen Tempo und der Atmosphäe ganz viel Charakterliches abliefern, nur ist bei mir davon echt gar nix angekommen. Was bleibt denn, wenn man keine interessantes Charaktere hat (mal ganz abgesehen davon, dass das für mich DER ausschlaggebende Punkt für eine Serie ist, an dem am Ende alles gemessen wird) und keine interessante Storyline? Doch nur die Tatsache, dass man alles anders machen will, aber eben nicht weiß wie man es machen will.
Auch die Larsons fand ich eigentlich sehr gut dargestellt und ausgearbeitet, da nach dem brutalen tod eines geliebten Menschen eben nicht viel mehr als Trauer und Wut übrig bleibt und es nicht einfach ist das Leben wieder in gereglte Bahnen zu führen.
Das stimmt sicherlich, nur fand man doch, denk ich, wenig Zugang zu ihrer Trauer, da man Rosie nicht wirklich kennenlernte. Um nochmals "Twin Peaks" heranzuziehen, da fand ich Leland und Sarah Palmers Trauer auch überwältigend und keineswegs schnell abgehakt, aber man lernte Laura auch vielmehr kennen, so dass man mitfühlen konnte.
Ich hab ja in den letzten Wochen viel über den Vergleich zu TP nachgedacht und wenn man da mal schaut, ist es der Serie ja gelungen, einerseits Laura als Person interessant zu machen, so dass man da einfach in den Fall hineingezogen wurde und halt auch neben dem Mord ganz vieles anderes hatte, was funktioniert hat. Da war ja der Mord eben nur der Aufhänger. Genauso auch bei "Veronica Mars", was ich als eine ähnliche Struktur einstufen würde. Auch da ist es den Machern gelungen, uns Lilly Kane nahe zu bringen, aber der Murd an Lilly war nie der alleinige Zweck der Serie.

Während "The Killing" einerseits irgendwann nur noch den Mordfall für sich auf der Habenseite hatte, und den dann auch nur noch in den Wind schreibt.
Auch bleibt da halt die Frage: Was bewegt mich zum Einschalten, wenn weder die Charaktere sich entwickeln, man kaum Sympathie für irgendwen aufbauen kann, noch die Ermittlung auf etwas hinausläuft?
Richtigerweise nichts. Ich bin jedenfalls nach meinen Verpflichtungen aus der Serie raus und ich bin echt gespannt, wievielen Leutes es da ähnlich geht.
Drive-By Trucker hat geschrieben:Ich glaub auch die Tatsache dass The killing über die Staffel mehr als doppelt so viele Zuschauer hatte wie Rubicon hat AMCs Entscheidung für The Killings Verlängerung leicht gemach. Ich hätte aber auch lieber mehr Rubicon gehabt...
Was heißt auch, ich denke das alleinig ausschlaggebend. ;) Aber wenn ich mich mal erinnere, dann weiß ich zwar wirklich nicht mehr viel über die SL bei "Rubicon" (außer dass alles um die Witwe keinen Sinn hatte ;) ) aber die Charaktere habe ich immer noch gut in Erinnerung, Wills Verzweiflung und Einsamkeit, das Analyste-Team, Kale Ingram, die haben einen bleibenden Eindruck hinterlassen und dass ist es, was ich von einer solchen High-Profile-Serie gerade auf AMC erwarte.
Zuletzt geändert von philomina am 20.06.2011, 15:58, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Zitat repariert!

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Re: The Killing [AMC]

Beitrag von Hero-Boy »

philomina hat geschrieben:
Larna hat geschrieben:Ich weiß nicht, ob ich Schaum vor den Mund haben oder hysterisch lachen soll. Was für eine Zuschauer-Ver******.
Du hast das Finale also gerade gesehen? Was ist denn nun genau das Ende?
Das würde mich auch mal interessieren. Hatte ja bereits nach 5 Folgen aufgehört. Der Mörder wurde also nicht enthüllt? Haben die etwas mit einem Cliffhanger die Staffel beendet? Und jetzt geht es in Staffel 2 einfach weiter mit den Mord an Rosie?

Haben anscheinend keine Ideen für eine zweite Staffel gehabt und ziehen den Fall jetzt total in die Länge. :roll:
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Larna

Re: The Killing [AMC]

Beitrag von Larna »

@Nici
Nein, habe ich noch nicht.
Ich habe mir aber Sepinwalls Review durchgelesen und die Tatsache, dass immer wieder angedeutet wurde, dass Rosies Mord in dieser Staffel aufgeklärt wird und es doch keine Lösung gegeben hat, empfinde ich als pure Zuschauerveralberung und ich hoffe, "The Killing" geht bei den Emmy-Nominierungen komplett leer aus. So viele Episoden mit langsamem Tempo, magerer Charakterentwicklung und undurchsichtigen Verstrickungen - und am Ende habe sie tatsächlich die Stirn, den Fall nicht in dieser Staffel aufzulösen? Um mal mit Communitys Abed zu sprechen: It represents lack of pay-off. Was für ein Fail. :roll:

Und um mal wieder zu Sepinwall zurückzukehren:
In puncto Serienreviews sehe ich das ähnlich wie Cindy, da kann ihm echt niemand das Wasser reichen. Er denkt oft, wie man als Zuschauer denkt (bzw. man kann wenigstens nachvollziehen, wie er denkt), blubbert nicht um den heißen Brei herum, weiß wovon er spricht und kann seine Thesen logisch begründen und belegen.


Veena Sud finde ich in ihrem Interview mit Sepinwall übrigens schlicht arrogant-dreist. Manchmal ist kryptisches, chaotisches TV nicht höhere Kunst oder höheres Konzept, sondern schlicht hundsmiserables TV!

Ganz im Gegensatz zu den Recappern von "Television Without Pity", die mich mit ihren pseudowitzigen Recaps zum Einschlafen bringen oder Todd van der Werff, der mit seinen Reviews beim AV Club regelmäßig bizarre Exempel an verschwurbelter Langatmigkeit setzt.
Zuletzt geändert von philomina am 20.06.2011, 16:13, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Spoilertag entfernt.

Drive-By Trucker

Re: The Killing [AMC]

Beitrag von Drive-By Trucker »

philomina hat geschrieben: Ah ok, interessant. Kann mir jetzt nicht so vorstellen, was man an seinen Texten auszusetzen haben kann, [...]
Naja das was mich am meisten stört - und das nicht nur bei ihm, sondern auch bei den Leuten von IGN - ist die Anahme das Maß aller Dinge zu sein. Ich sag was also muss es richtig sein.
Mag sein dass seine Reviews zu Justified oder was weis ich nicht besser sind. Mag sein dass sie besser sind wenn er die Serie mag über die er schreibt. Aber gerade in dem Artikel zu The Killing waren so viele Fehler und Anmaßungen drinne...Aber ich reg mich sowieso gerne und schnell über die kleinsten Dinge auf, also kanns auch genauso gut an mir liegen ^^"
Das stimmt sicherlich, nur fand man doch, denk ich, wenig Zugang zu ihrer Trauer, da man Rosie nicht wirklich kennenlernte.
Da geb ich dir recht, das hätte man besser Lösen können, aber ich fand die Trauer gerade dank Brent Sextons Spiel doch an einigen Stellen sehr ergreifend. Was dem Mann manchmal an Wut/Trauer ins Gesicht geschrieben stand war wirklich ausserordentlich.
Allerdings glaub dass zu viele Infos zu Rosie ein wenig von der Story vorweg genommen hätten, da wir wie der Ermitler halt auch erst nach und anch über Rosie erfahren.
Im Grunde also hab ich gar nichts dagegen, dass man keinen Mörder präsentiert, wenn nur der Zuschauer nicht für dumm verkauft wird, wozu hier wohl tendiert wurde mit den allzu offensichtlichen Andeutungen, oder?
Naja für dumm verkaufen ist etwas heftig ausgedrückt, es wurden halt viele falsche Fährten gelegt, auf die der Zuschauer natürlich angesprungen ist und sich daraus ne bestimmte Erwartungshaltung gebildet hat.
Ich kann verstehen dass manch einer Sauer ist wenn diese dann nicht erfüllt wird, aber am Ende als dumm verkauft fühlte ich mich nicht.
Auch bleibt da halt die Frage: Was bewegt mich zum Einschalten, wenn weder die Charaktere sich entwickeln, man kaum Sympathie für irgendwen aufbauen kann, noch die Ermittlung auf etwas hinausläuft?
Die Ermittlung läuft ja auf etwas heraus...zwar erst in den letzten beiden Folgen, aber sie tuts. Die Charktere entwickeln sich sehr langsam und sehr wenig, aber etwas ist da finde. Aber gut wenn man so überhaupt keine Sympathien für die Charaktere hat, sollte man seine Zeit Sinnvoller nutzen.

Das dänische Original Forbrydelsen ist aber um längen besser, solltest da vllt. mal reingucken, da wird der Mörder auch am Ende der Staffel gefasst ;)
Lief unter dem Titel Kommissarin Lund mal im ZDF und die ersten beiden Staffeln gibts in Deutschland auch auf DVD.


@Larna
Veena Sud kommt aber auch nur in dem Interview so arrogant rüber. Sie ist zwar zugegebener Maßen etwas überheblich aber in den Interviews mit TVGuide und anderen Medien durchweg sympathischer.
Und wo und wann wurde denn immer wieder angedeutet dass wir den Mörder im Finale präsentiert bekommen würden?
Sepinwall denkt oft wie du als zuschauer denkst, nicht man. Kenn einige Leute die mit ihm nichts anfangen können, aber das ist halt wieder ne Frage des Geschmacks, mir liegen die Reviews ausm AV Club einfach weitaus mehr.

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philomina
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Re: The Killing [AMC]

Beitrag von philomina »

Schnurpsischolz hat geschrieben:Doch nur die Tatsache, dass man alles anders machen will, aber eben nicht weiß wie man es machen will.
Den Eindruck hab ich halt auch.
Während "The Killing" einerseits irgendwann nur noch den Mordfall für sich auf der Habenseite hatte, und den dann auch nur noch in den Wind schreibt.
Geht man mal rein vom Titel aus, so wollten sie sich hier - im Gegensatz zu "Twin Peaks" - wohl auch wirklich NUR dem Mordfall widmen, und laut Veena Sud im Interview soll es im Verlauf der zweiten Staffel ja auch eine Aufklärung geben, nur schalten da möglicherweise eben nicht mehr viele Leute ein.
Aber wenn ich mich mal erinnere, dann weiß ich zwar wirklich nicht mehr viel über die SL bei "Rubicon" (außer dass alles um die Witwe keinen Sinn hatte ;) ) aber die Charaktere habe ich immer noch gut in Erinnerung, Wills Verzweiflung und Einsamkeit, das Analyste-Team, Kale Ingram, die haben einen bleibenden Eindruck hinterlassen
Oh ja, und die gigantischen Bilder, Kameraeinstellungen, der Score, die allein schon soviel Atmosphäre geschaffen haben. Der ewige Regen in "the Killing" konnte das nicht bieten.


Drive-By Trucker hat geschrieben:Naja das was mich am meisten stört - und das nicht nur bei ihm, sondern auch bei den Leuten von IGN - ist die Anahme das Maß aller Dinge zu sein. Ich sag was also muss es richtig sein.
Oh ja, DAS kann ich nachvollziehen! Geht mir zwar bei Sepinwall nicht so, wahrscheinlich aber, weil ich bislang immer seiner Meinung war. Sobald ich aber anderer Meinung bin und eine Review oder einen Beitrag lese, in dem es auf mich wirkt, als wollte der Schreiber seine Meinung so darstellen, als sei sie allgemeingültig, dann werde ich auch zur Katze, der man das Fell in die falsche Richtung gebürstet hat 8-)
Da geb ich dir recht, das hätte man besser Lösen können, aber ich fand die Trauer gerade dank Brent Sextons Spiel doch an einigen Stellen sehr ergreifend. Was dem Mann manchmal an Wut/Trauer ins Gesicht geschrieben stand war wirklich ausserordentlich.
Ja, da sind wir uns wahrscheinlich so ziemlich einig, einige gute darstellerische Leistungen gab es in der Serie ganz sicher.

Das dänische Original Forbrydelsen ist aber um längen besser, solltest da vllt. mal reingucken, da wird der Mörder auch am Ende der Staffel gefasst
Im Grunde ist das ja auch eine der Hauptprämissen des skandinavischen Krimis, dass der Ermittler den Fall am Ende löst - auch wenn das zumeist ganz und gar kein "Happy End" darstellt.
Lief unter dem Titel Kommissarin Lund mal im ZDF und die ersten beiden Staffeln gibts in Deutschland auch auf DVD.
Mit den Verfilmungen der skandinavischen Krimis tu' ich mich meist ziemlich schwer. Die "Millenium"-Filme sind da die große Ausnahme, aber die Wallander-Filme (mit dem ursprünglichen schwedischen Darsteller) gingen für mich meist gar nicht, so dass ich's aufgegeben habe, die anderen Verfilmungen anzusehen. Muss mich allerdings mal schlau machen, ob Forbrydelsen überhaupt auf Romanvorlagen beruhen.
Sepinwall denkt oft wie du als zuschauer denkst, nicht man.
Was meinst du hier genau mit "nicht man"? Dass er wie ein Zuschauer denkt, kann man ihm ja nicht vorwerfen, er ist ja ein Zuschauer ;)

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Re: The Killing [AMC]

Beitrag von Schnurpsischolz »

Larna hat geschrieben:Ganz im Gegensatz zu den Recappern von "Television Without Pity", die mich mit ihren pseudowitzigen Recaps zum Einschlafen bringen oder Todd van der Werff, der mit seinen Reviews beim AV Club regelmäßig bizarre Exempel an verschwurbelter Langatmigkeit setzt.
Ach, den Todd les ich auch sehr gerne. Gerade wenn er ausschweifend wird, ich mag solche Gedankenexperimente immer sehr gerne und les das auch sehr, sehr gerne. Habe aber was das Lesen übers TV und das Buisiness eh 'ne Macke und 'nen viel zu hohen Konsum. :D Was ich an Todds Texten mag, ist diese theoretischen Gedankenexperimente, gerade wenn man mehrere Reviews zu einer Folge liest, bleibt es dadurch sehr abwechslungsreich. Meine Nr. 1 beim AV Club ist aber wohl Noel Murray, wobei es da wirklich einige Leute gibt die ich sehr gerne lese. Genrell eine sehr nette Seite, von der ich mir oftmals wünschen würde, wir würden uns mehr an denen orientieren.
Drive-By Trucker hat geschrieben:Naja das was mich am meisten stört - und das nicht nur bei ihm, sondern auch bei den Leuten von IGN - ist die Anahme das Maß aller Dinge zu sein. Ich sag was also muss es richtig sein.
Mag sein dass seine Reviews zu Justified oder was weis ich nicht besser sind. Mag sein dass sie besser sind wenn er die Serie mag über die er schreibt. Aber gerade in dem Artikel zu The Killing waren so viele Fehler und Anmaßungen drinne...Aber ich reg mich sowieso gerne und schnell über die kleinsten Dinge auf, also kanns auch genauso gut an mir liegen ^^"
Ich wil dir natürlich nicht deinen Eindruck abstreiten, ist natürlich deine Meinung. Aber ich finde gerade am Stil von Sepinwall, dass er durchaus immer klar macht, dass es eben seine Meinung ist, und die kundzutun ist sein Job und die Tatsache, warum man ihn liest. Er macht für mich auch gerade in dem Text deutlich, dass die reaktion durchaus für ihn zutreffend muss und wenn mich nicht alles täuscht, geht er doch auch darauf ein, dass es wahrscheinlich, für einen Zuschauer der länger "an Bord war" was anderes ist. Naja, ist ja hier auch nicht Sinn und Zweck der Sache. Aber ich sehe es ehrlich gesagt auch als Anmaßung, seine Meinung als Fehler und Anmaßung hinzustellen. Ich kann an keiner Stelle einen Fehler finden, zumal er die Aussagen der Shworunnerin zu Rate zieht, der er selber von ihr erhalten hat (es gab da auch ein Interview vor dem Start der Serie). Um hie rnicht weiter vom Thema abzukommen, überleg ich grade einen Thread zum Thema US-Kritiker zu eröffnen. Spiel ja eigentlich schon lange mit dem Gedanken. ;)
Drive-By Trucker hat geschrieben:Veena Sud kommt aber auch nur in dem Interview so arrogant rüber. Sie ist zwar zugegebener Maßen etwas überheblich aber in den Interviews mit TVGuide und anderen Medien durchweg sympathischer.
Das liegt aber daran, dass in dem Interview eben durchaus auch mal kritische Fragen gestellt werden. Diese reinen Promotion-Interviews wie sie TV Guide oder mein persönlicher Lieblingsfreund Ausiello führen, sind doch reine Honig ums Maul Schmiereien, in denen keine Fragen gestellt werden, die mal Dinge richtig unter die Lupe nehmen. Da wird doch den Leuten nur eine Plattform geboten, ihre vorgefertigten Plattitüden abzuliefern. Das hat doch mit Journalismus nichts zu tun. Und natürlich klingen die Leute dann netter, wenn sie nicht aus ihrer Comfortzone herausgefordert werden.
Drive-By Trucker hat geschrieben:Und wo und wann wurde denn immer wieder angedeutet dass wir den Mörder im Finale präsentiert bekommen würden?
Aus Sepinwalls Text, wie auch aaus einigen anderen die ich dazu gelesen habe, geht doch klar hervor, dass das keiner gesagt hat, es aber einfach vom Marketing angedeutet wurde und halt für viele sozusagen der letzte Grund war, noch einzuschalten, so nach dem Motte "Jetzt hab ich solange durchgeahlten, jetzt guck ich noch wer der Mörder ist".
philomina hat geschrieben:Sobald ich aber anderer Meinung bin und eine Review oder einen Beitrag lese, in dem es auf mich wirkt, als wollte der Schreiber seine Meinung so darstellen, als sei sie allgemeingültig, dann werde ich auch zur Katze, der man das Fell in die falsche Richtung gebürstet hat 8-)
Die Sache sehe ich ja mittlerweile auch immer sehr aus meinem Reviewschreiber-Gesichtspunkt und wenn man dann anfängt für eine Serie wirklich jede Woche zu schreiben und versucht, Woche für Woche neue Wege zu finden, seine eigenen Meinung auszudrücken, ohne dass der Leser denkt man hält sie für allgemeingültig, aber gleichzeitig immer zu hinterlegen, wie man zu der Meinung kommt (das ist ja oft eine Mischung von Emotionen und Intellekt), dann ist das keine einfache Sache. Ich versuche ja selber immer meine Formulierungen so zu wählen, dass herauskommt, es ist meine subjektive Meinung (also nicht "es ist" sondern "für mich ist das"), aber da läuft man eben auch immer in schwierige Gefilde. Was ich aber eigentlich sagen will, dass ich es von einem Reviewer durchaus zu schätzen weiß, wenn er Gefühle hat und diese zum Ausdruck bringt. ich weiß noch, bei einer seiner Terriers-Reviews hab ich am Ende gkeich nochmal geheult. :D Das ist mir lieber, als langweilige Sachlichkeit.

Ach, und screw it, ich mach jetzt den Kritikerthread auf. :D (EDIT: tada)

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Annika
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Re: The Killing [AMC]

Beitrag von Annika »

Ich misch mich mal hier zum eigentlich Thema ein - zu den Kritikern kann ich eh nichts sagen, da ich da gar keine lese :D

Hab das Finale nun auch gesehen und bin ehrlich gesagt auch - zumindest ein wenig - enttäuscht, dass wir den Mörder nicht präsentiert bekommen haben. (Einziges Problem, ich kann mit die Namen einfach absolut NICHT merken...)

Wobei ich auch sagen muss, dass ich noch mal mit dem Ende jetzt die gesamte Storyline um die Larsons wirklich gut fand. Mir brauchte Rosie da generell auch nicht näher gebracht werden, denn den Tod eines Kindes in einer Familie kann ich auch nachvollziehen, wenn die Person noch nicht mal nen Namen bekommen hätte. Und das wurde für mich einfach grandios dargestellt in der Serie. Die beiden Eltern waren durch und durch klasse, das langsame Zerbrechen der Familie, da der Vater die komplette Last zu tragen hatte, da die Mutter einfach vollkommen durch war, die beiden Randpersonen (Schwester und bester Freund des Vaters) wurden auch sehr gut involviert, mit ihren eigenen Problemen, Sorgen und Ängsten sowie eben ihrem Platz bzw. nicht anerkannten Platz in der Familie. Die beiden Jungen die nicht nur von der Mutter vernachlässigt wurden, sondern eben dann auch in der Serie schließlich nur noch randständig behandelt wurden und somit noch mal für mich verdeutlicht wurde, wie Familien zerbrechen können, da man eben nur noch Trauer und Wut empfindet und dadurch leider eben auch die Menschen verletzt, die man noch hat. Als der Vater dann auch noch den Lehrer fast getötet hat, weil er quasi von der Mutter bedrängt wurde zu handeln, da die Polizei es nicht gebacken bekommt, fand ich das auch eine ergreifende Szene. Mit dem anschließenden Geständnis und dann eben der Mutter, die einfach nicht mit dem Tod ihrer Tochter umgehen kann und weiß, dass sie damit der Familie noch mehr schadet, weshalb sie eben geht. Durch und durch einfach für mich die beste Storyline in der Serie und eine, die mich immer wieder gepackt hat, da sie einfach sehr realistisch für mich war und eben leider auch zeigte, wie das Leben nach einem so tragischen Vorfall irgendwie für alle Familienmitglieder enden kann, da die Schuld, die Trauer, die Wut und die Hilflosigkeit leider viel stärker wirkt, als alle anderen Gefühle, die man eigentlich noch teilen könnte.

Dass es einen Cliffhanger gab, der eben besagte, dass der eigentliche Mörder es nun doch nicht war, hat mich theoretisch gestört, wobei ich es in Bezug auf die Wahlkampf-Storyline eben dann doch wieder sehr spannend fand (sofern Darren Richmond nun doch am Leben bleiben wird). Die letzten beiden Episoden haben ja quasi alles so ausgelegt, dass Darren Richmond der Mörder ist und eben durch den Tod seiner Frau in ganz verquere sexuelle Fantasien abgedriftet ist und nun eben auch Rosie ermordet haben soll. Alle Hinweise ließen auf ihn schließen und das Spannende an der Sache war für mich einfach das Auf und Ab seines Wahlkampfes, den er ja durch die letzten Ereignisse quasi in der Tasche hatte, aber dann auf seiner Siegesfeier eben verhaftet wurde. Ich vermute jetzt mal ganz stark, dass der amtierende Bürgermeister Holder dazu gebracht hat die falscchen Beweisfotos in die Ermittlung zu bringen, um eben so noch mal Richmond die absolute Breitseite zu verpassen und doch noch nach vorne zu kommen. Auf der anderen Seite wäre das schon wieder zu einfach, weswegen ich dann doch eher davon ausgehe, dass es der Charakter von Alan Dale (also Gwens Vater) gewesen ist, dem Richmond ja scheinbar die ganze Zeit ein Dorn im Auge war... Ich hoffe, dass Richmond überleben wird, damit man hier noch ein wenig mehr nachforschen kann, ohne, dass er dabei nur als Leiche fungiert, denn sein eventueller Mord war ja keineswegs ein politischer Akt. So oder so, die SL finde ich jetzt wieder sehr spannend, da ich noch nicht mal glaube, dass derjenige der Richmond den Mord in die Schuhe geschoben hat auch in den Mord an sich verwickelt war.

Linden Story interessiert mich generell nicht und ehrlich gesagt auch nicht Holdens Beweggründe den Mord Richmond (absichtlich?) in die Schuhe zu schieben. Da hoffe ich nur auf eine logische Aufklärung, warum er es getan hat und inwieweit das von langer Hand geplant war, denn bisher gab es für mich keinerlei Ansätze, dass er ein falsches Spiel bei den Ermittlungen spielt, nicht zuletzt durch seinen Besuch bei der Prostituierten, wo er ja nicht abgehört oder sonst was wurde und eben auch geschockt war, als er dann von Richmond erfuhr... Das ist eben auch ein Punkt der mich derzeit sehr stört...

Ansonsten frage ich mich eben auch noch, wohin man jetzt noch mit den Ermittlungen will, denn ich fänd es sehr öde, wenn da plötzlich jemand ganz neues als Mörder in Frage kommt. Ich hab ja lange Zeit den reichen Basketball-Fan in Verdacht gehabt, aber das fänd ich auch sehr schwach, denn das wäre ja wieder ein Schlag gegen Richmonds politische Karriere, was wir eben lang und breit mit Bennett hätten und somit nur eine Wiederholung wäre.

Obgleich es also viele langatmige Episoden gab, mich Linden einfach nur nervt und ich es wirklich doof finde, dass man die Ermittlungen jetzt noch weiter in die nächste Staffel zieht, werde ich wohl doch noch mal einschalten, einfach weil ich jetzt so mittendrin auch nicht aussteigen will und mich dann doch interessiert, wen man uns als Mörder präsentiert, da ja zumindest der Mörder aus dem Original auch absolut keinen Sinn an dieser Stelle mehr machen würde.

Fortinbras

Re: The Killing [AMC]

Beitrag von Fortinbras »

Gut dass ich nach der 4. Folge ausgestiegen bin. Bei dem was man so über die Serie liest muss sie ja ein einziger Trümmerhaufen sein.
Drive-By Trucker hat geschrieben: Da hat der gute Mann einfach schlecht recherchiert, da Sud bereits vor Begin der Serie gesagt hatte dass sie selbst noch keine Ahnung hat wer der Mörder ist und auch war nie die Rede dass die Serie in einer Staffel aufgelärt wird.

Was die tagline angeht: Das war kein Versprechen auf eine Auflösung am Ende der ersten Staffel sondern vielmehr die prämisse der Serie und er sagt ja selbst: "get an answer to that question, and in a reasonable amount of time", was nach dem dänsichen Original und Sud nach zu urteilen ja 20 nicht 13 Folgen sind.
Es wurde tatsächlich in den Trailern zum Finale eine Auflösung versprochen - habe ich zumindest in diversen US-Foren gelesen.

Drive-By Trucker

Re: The Killing [AMC]

Beitrag von Drive-By Trucker »

Fortinbras hat geschrieben:Es wurde tatsächlich in den Trailern zum Finale eine Auflösung versprochen - habe ich zumindest in diversen US-Foren gelesen.
In den Sneak Peeks die ich gesehen habe, war immer von einem "shocking finale" die Rede, nie dass der Mörder präsentiert wird, hab aber auch nicht alle trailer sehen können.
Wobei das ja wenn AMC und nicht den Produzenten der Serie zuzuschreiben wäre. Letztere haben ja in etlichen interviews gesagt dass selbst nicht wüssten ob wir den Mörder im Finale zu Gesicht bekommen oder nicht.
Die Reaktion auf der offiziellen Facebook Seite sind aber weitaus positiver als auf anderen Seiten, scheint als würden The Killing Fans wie Sud auch die schlechten Kritiken ignorieren ^^"

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Re: The Killing [AMC]

Beitrag von philomina »

Kurz nach dem Staffelfinale der AMC-Serie "The Killing" konnten wir mit Patrick Gilmore sprechen, der den Playboy Tom Drexler spielt. Lest hier das Interview :)

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Schnupfen
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Re: The Killing [AMC]

Beitrag von Schnupfen »

Nachdem ich viel Gutes über die Serie hörte, habe ich nun den Piloten geschaut. Mhm. Wirklich umgehauen hat der mich nicht. Aber er war auch nicht schlecht. Großartig gespielt haben für mich Michelle Forbes und ihr Serienehemann. Deren Familienstory war es auch, die am Ende gefühlsmäßig nen EIndruck hinterlassen hat, während Linden das noch nicht tat. Mireille Enos mochte ich in "World War Z" gerne, hier spielt sie definitiv nicht schlecht, sondern sehr markant und bewusst, aber... naja...

Solche Crime-Serien, die über ne Staffel (oder noch länger?) nen Fall bringen, sind mir immer lieber als FdW, gleichzeitig sind sie mir aber oft zu langatmig und langweilig erzählt. Da braucht's also markante und/oder charmante Personen oder Entwicklungen.

Kommen die hier? Bietet die Serie das? Sah bei den mfb-Rückblicken ne sehr negative Meinung... Gibts auch andere? Kommt schnell Spannung auf? In Folge #1 hab ich die noch nicht wahrgenommen - zu teilnahmslos war Linden immer, zu wenig (sprich: nicht) kennt man das Opfer...
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Leaving was the right thing to do. It’s just hard to say goodbye.
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